Bände aus der Gersdorffschen Stiftungsbibliothek in der Stadtbibliothek Bautzen
Bände aus der Gersdorffschen Stiftungsbibliothek in der Stadtbibliothek Bautzen

Die Bibliothek des Hans von Gersdorff (1630-1692) gehört den Sammelstiftungen des Bezirkes Dresden und befindet sich in der Stadtbibliothek Bautzen.

Der in der Oberlausitz lebende Adlige war Kammerherr des sächsischen Kurfürsten und Universalgelehrter. Das spiegelt seine ca. 5000 Bände umfassende Bibliothek wider. Sie umfasst alle Zweige der Wissenschaften des 17. Jahrhunderts, dabei besonders Astronomie, Mathematik, Geschichte und Geographie aber auch juristische Werke. Hans von Gersdorff erwarb seine Bücher ausschließlich zur praktischen Verwendung und nicht der Buchkunst wegen, womit sich seine Bibliothek damals bereits deutlich vom alten Zeitgeist unterschied. Besonders hervorzuheben sind in dieser Sammlung neben Werken von Georgius Agricola, Konrad Gessner und Otto von Guericke, mit dem er persönlich in engem Kontakt stand, die Atlanten und Handschriften. So gehört beispielsweise der meisterhafte neunbändige Blaeusche „Atlas Major“, zwischen 1645 und 1667 als deutschsprachige Ausgabe in Amsterdam erschienen, zu seiner Bibliothek. Die umfangreiche Handschriftensammlung enthält historisch-chronikalische, wenige naturwissenschaftliche und sehr viele religiöse Texte. Dabei bilden lateinische und tschechische Texte von Jan Hus und anderen böhmischen Autoren des 15. Jahrhunderts den Schwerpunkt. Dieser hussitische Handschriftenbestand zählt zu den bedeutendsten in deutschen Bibliotheken.