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auch Schirmer 1 ) lediglich für dieses Münzgefäß des 13. Jahrhunderts starke Anklänge an die slawische Keramik an. Wir möchten darüber hinaus noch an eine Verbindung zur Obcrlausitzer Spätgruppe der slawischen Keramik glauben, die ja vom 12. Jahr hundert an noch ins 13. Jahrhundert hinüberreicht 2 ). Gerade um und kurz nach 1200 herrschen auch dort die eiförmigen Töpfe mit einfacher, schmaler Gurtspirale ledig lich auf der Schulter und leicht verbreitertem Rand, der die gewöhnliche Lippen bildung ablöst. Die Kerbung der Schulter oder die Wellenbänder über der Gurt- spirale sind ebenfalls weggefallen, dagegen hält sich das Bodenkreuz noch geraume Zeit. Eine klare Unterscheidung gegenüber der älteren spätslawischen Ware ein schließlich deren Endphase, der Oberlausitzer Spätgruppe, erlaubt uns eigentlich nur der härtere Brand und der feiner gemagerte Ton, dazu die im Durchschnitt geringere Wandstärke des Gefäßes, in der Form die Randbildung und die Vorstufe des Stürzen falzes. Im Grunde genommen ist unser Münztopf ein Zeichen für die enge kulturelle V erflechtung der slawischen und deutschen Bevölkerungsteile und für das Fortleben slawischer handwerklicher Traditionen 3 ). *) E. Schirmer, Die deutsche Irdenware des 11. bis 15. Jahrhunderts im engeren Mitteldeutschland, Irmin, Band I, 1939, S. 68. Der Topf wird weiterhin S. 30 und 99 behandelt und auf Tafel XI, 11 und Tafel L, 4 abgebildet. Gute Parallelen zeigen seine Tafeln nicht weiter. (Zu S. 99: Alsberg, nicht Ahlsberg; Boden nicht schlicht, sondern Bodenmarke.) “) Vgl. H. A. Knorr, Die slawische Keramik zwischen Elbe und Oder, 1937, S. 631f. us S. 192f. Einige Vergleichsstücke: Knorr, a. a. 0., Abb. 43, Tafel 36b und noch Tafel 31a: W. Frenzel, Vor geschichte der Lausitzen, 1932, Tafel 31 unten und Tafel 32, 8. 8 ) Als ähnliches Münzgefäß nennt Dr. Günther das des Brakteatenfundes von Hennersdorf am Roll- berge (Abb. bei V. Kalz, Rev. Num. Tchc. 111, 1927, S. 30); Vergrabungszeit um 1270.