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Dresden, den 8. September igoy Nr lieber die § äden der Zabbara oder der Aloe. in Dominikaner Mönch Antonio Minasi hat die Kunst erfunden, aus den Fasern der «menkanischen Aloe, die Linnäus Agave nennt, eine Art von dickem Tuch, Leinwand nnd Fußteppiche zu weben, die man ai FreSco und mit Oehlfarbe bemahlen kann, und die dem Mottenfraß nicht ausgesetzt sind. Am allerbesten aber schicken sich die ziemlich stei fen Fasern dieser Pflanze, Blumen und Spitzen zu Altunüchern und Frauenhauben daraus zu verfertigen» Viele solcher Spitzen und Blumen g'hcn nach Venedig und eö le ben jetzt viele Menschen zu Neapel von dieser Arbeit. Die Biegsamkeit und Weße der Fasern wird durch Seisinwasser befördert, und wenn die Arbeit gut seyn soll, so muß sie roh gefärbt werden. Die Pflanze, welche wir Aloe nennen, und die in P-rflen in der größten Menge wächst, ist sonst auch unter dem Nahmen Zabbara bekannt, welchen Nahmen sie in Sicilicn und Spanien führt, wo sie auch ziemlich häufig wächst, und bei 28 französi sche Fuß Höhe erlangt. Linne nehm L Ar ten derselben an, von welchen hauptsächlich LertoUata und viscosa die Zabbara-Fäden geben; denn die Fasern der übrigen Arten sind weich. Die smerieana gibt je doch die beßten. Das Verfahren der Sici- lianer, die Fasern aus den Blättern dersel ben abzusondern, besteht in Folgendem. Nach» dem siedle grünen Blatter, welche denStamm der Aloe von außen umgeben, ausgehauen haben, so nehmen sie die Blätter weg, die den Stamm unmittelbar umgeben, und wel che weiß, glatt, zart und nicht so fest sind, als die äußern. Diese Arbeit geschieht vom März bis zu Ende Augusts; nachher sind die Blätter zu hart und zu spröde. Wenn sie eine gewisse Menge von Blättern gesammelt haben, so hängen sie sie mit dem einen Ende zwei bis drei Zoll von einander an einem Stricke auf, welchen sie alsdann am Rande eines fließenden Wassers so befestigen, daß die Blätter in dem Wasser hängen, und sie lassen sie auf diese Art ro — l2 Tage vom Wasser erweichen. Nach dieser ersten Zube reitung bringen sie die Blätter nach und nach auf einen platten Stein und schlagen sie so lange mit einem andern runden Stein, bi- sich die Haut um das Zellgewebe der Blätter Kkttk