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AsibergerAiHei^ und Taaeblatt und Tageblatt «MSSlett sir die löitglichci mW Müsch« BehM« M Keita, -« Vrva. »«tmtwortttch« Oe» ««ktz«« » Inserat« wert«, bi» Borntttt« tt ^Uh, I - anavumwren. Preis für di« SpaltM« 13 Psg. 8 > «ußer-alb de« Landgertqt,beztZ» 1» Pf^ » L V VV velamümachung. Nach der am 8. dieses Monat» stattgefundeuen Constituirung de» Stadtverordneten« Evllegi««» setzt sich dasselbe auS folgenden Mitgliedern zusammen: , 1. Herr Gymnasialoberl. Professor vr. H«r1«-, 2. . Rechtsanwalt vr. Nicht««, 3. . Restaurateur Buche, 4. . Fabrikbesitzer Paschke, L. . Fleischermeistrr »««-er, 6. . Kaufmann GtSl»»««, 7. , , »üchtl««, 8. . Kassirer Sticht«*, 9. . Kaufmann Gl««»««, 10. , Schneidermeister HauVmau«, 11. . Bürstenfabrikant Ar,. Etr««d«l, 12. . Schneidermeister M. »»au«, 13. , Buchbindereibefitzer Lor««», 14. . Klempnrrmeister Witt, 15. . Rentier G< G. Metz, 16. . Lohgerbermeister Muller, 17. . Rechtsanwalt Lisch«««, 18. , LandgerichtSrath Jaeodi, 19. , Malermeister Hay«, 2». . Kaufmann SHippa« j««., 21. . Fleischermeister Matthe», 22. , Baumeister Gei«, 23. . Kupferschmiedemcistrr Weis«, 24. . Möbelfabrikant H«i««ich, 25. . Kaufmann Gaupe, 2«. . BorwerkSbefitzrr Brück«««, 27. . Obrrdireltor Wischer, 28. , Oberturnlehrcr Uranke, 29. . Ingenieur Fuchs, 3V. . Geh. Bergrath Merdach, erste», am Jahrr»schluffe 1896 auSscheideude» Drittel, zweites, am JahreSschlnffe 1887 autschrideudeS Drittel. letzter, am Jahresschlüsse 1898 anSscheidendeS Drittel, und find Herr Rechtsanwalt Lisch««« al» Vorsitzender, Herr Geheimer Bergrath M«rMch «l» erster und Herr Schneidermeister M« Brau« al» zweiter Stellvertreter de» Vorsitzende» «iedergewählt worden, waS hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird. A««id««g, am 7. Januar 1896. L«, «tatztrath. »üuulvr. Fhrg. Bekanntmachung, di« Hu«vefteuer »«treff«»». Auf Grand von Z 3 des HuadestruergesetzeS vom 18. August 1868 werde« diejenigen Einwohner hiesiger Stadt, welche am 10. Javuar 1»»« im Besitze von Hunden find, -l«ichvi«l ad ih««« di«s«lde« «i-««th»M»ich »«höre« «»<r «icht, hierdurch aufgefordert, darüber schriftliche Anzeige »i» längste«» ve« 24. Ia«ua« ». I, in der Stadtkafieneinnahme, Stadthaus 1 Treppe, zu erstatten. Die polizeiliche Aufzeichnung der Hunde, welche zu Anfang dieses Monats stattfindet, entbindet von der Einreichung dieser An» zeige «icht. Omi»««», am 7. Januar 1896 a«f Reichenbacher Ma« Im Hautzuersche« Gasthof« zu Od«r-«««a sollen Mittwoch, v«n iS. Januar 1896, vo« Vormittag» ,1V Nh« a« nachstehende Nutzhslzer, als: 43 h. n. 2905 w. Stämme, 12 h. n. 357 w. Klötzer, 1266 w. Baumpfähle, 4554 w. Stangenklötzer, 4890 w. Derbflangen, 18240 w. Reisslängen, 14,2 n» st. Nutzknüppel und «»««daselbst Do««er»tag, de« 18. Januar 1SSS, vo« vormittag» /,1V Uhr a« nachstehende Br<«uh-lt«r, als: 28 rm w. Brennscheite, 4,8 im h. u. 217,8 rm w. Breun« knüppel, 2 rm h. Zacken, 12 rm h. Brennreisig, 2 rm h. «. 197 rm w. Aeste, 2,40 Wllhdl. h. u. 45,70 Wllhtt. w. Brennreisig und 59 r» w. Stöcke versteigert werden. Näheres enthalten die bei den OrtSbehörden und in den Schankstätte» der umliegende» Orte auShängenden Plakate. USuigl. Torstrtvi«,»erwaltu«g veich««bach u. «ö«igl. Forftreutomt Lhara«dt, am 7. Januar 1896. D«r «tatztrath. »Saal««. Fehmel. Mit der Anmeldung kann die Zahlung der Steuer verbunden «erde». Die jährliche Steuer beträgt für jeden Hund 10 Mark »»d ist »i» lU«Ost««O tz«« 81. Ja««ar tz. I. gegen Aushändigung der Steuerwarke in der genannten Einnahme voll zu bezahle». Ratenweise Zahlung ist nicht statthaft. Diejenigen Hunde welche nach dem erwähnten Tage ohne die für da» Jahr 1896 geltend« Steuermarke außerhalb der Häuser, Gehöfte oder sonstigen geschloffenen Räume betroffen «ewe», find »ach gesetzlicher Vorschrift durch den Kaviller wegzusangen und verfallen die Besitzer derselben, soweit keine Steutrhiuterzirhung vorliegt, in eine Geldstrafe von 3 Mark. Bei Hinterziehung der Steuer tritt Geldstrafe nach Höhe vo» 80 Mark ei». Eine Ermäßigung der Hundesteuer wird auf schriftlich«- Ansuchen gewährt: ». bi» zum Betrage von S Mark für die nachwet»lich von ärmeren Personen «»s- schliesslich zum Broterwerbe benutzten A«gh««v« und d. bl» zum Betrage von s Mark für die in einzelnen, außerhalb de» regelmäßige» Polizeibezirke» gelegenen Gebäuden und Gehöften gehaltenen Wachhaatz«. Diesbezügliche Gesuche find »iS g«m IS. Ja««a« VUsrs Jahm- bet dem unterzeichneten Stadtrathe einzureichen. Eine darauf eintretrndr Steuerermäßigung hat nur für da» laufende Steuerjahr Geltung. Hunde, welche «ach der am 10. Januar diese» Jahre» erfolgenden Aufzeichnung «»geschafft, oder mit »ach Freiberg gebracht worden, find bi«««« 14 Laa«« vom Tage der Anschaffung an gerechnet, in gleicher Weise anzumelden und ist für dieselbe» die Voll« Steuer jedoch unter Kürzung eine» etwa auf dasselbe Jahr an eine« anderen Orte ge zahlte» HundesteuerbetrageS innerhalb der gleichen Frist zu bezahle». FarGam. Vor fü«sundMau)ig Jahre«. Kriegserinnerungen von HanS Wachenhusen. (Nachdruck verboten.) VII. Wieder in Versailles. — Der eiserne Gürtel. --- Die Lange weile. — Ausflug nach Deutschland. — Meine Franktireur». — Weihnachten. — St. Germain. — Vorspiel de» großen Bom bardements. — Die Kaiserkrönung. — Der Ausfall vom Mont. Baltrien. — Jule» Favre. — Die Konvention. — Die Paria. mentär.Flagge weht an der Schanze I. — Wie ich Paris wieder fand. — Der Leichenzug in der Avenue. — ThierS kratzt sich hinter den Ohren wegen der fünf Milliarden. — Einmarsch in Parts. — Wie der Pöbel un» empfängt. — Großes Konzert vor dem Industrie-Palast. — Die Damen beehren unS. — Parts wird geräumt. — Die Kommune instituirt. Diese letzte große kriegerische Etappe de» ganzen Feldzuges war also auch zu Ende Unter den mißlichsten Umständen war bi» auf die eine Schlappe bei Orleans alles glänzend verlaufen. EmS nah« ich auch au» diesen Tagen mit mir: die Bewunderung für die Pflichttreue und Tapferkeit unserer Armee und zugleich für einen Mann, dessen blendende Zukunft ich nie geahnt, wenn ich ihm früher al» Boulevardier in den Pariser Kaffeehäusern begegnet war, für Gambetta, dessen rastlose Organisationskraft baS französisch« Volk durch Thaten, Reden und Schriften immer zu neuen Opfern aufeuerte, und drei Armeen, wie ich schon sagte, au» der Erde stampfte. Alle», wa» er gethan, war umsonst gewesen, — und jetzt? — BrrsailleS war langweiliger noch geworden, sl» vorher; in «interstarre lag e» da; die Nebel deckten die große Avenue oft Tage lang, der Reis hing in den Bäumen; die Abende waren wrster, denn die Laternen vermochten nicht, mit ihren müden Strahlen durch den grauen Schleier zu dringen; man vernahm nur die dunkle« Takte der Piket» und dumpfer noch daS ewige Bnm-Bum der Geschütze draußen. Die fast täglichen Ausflüge in de» ersten BelagerungSring, namentlich nach Scorr» unv St. Lloud ermüdeten, weil eS seil Ankunft unserer PofitionSgeschütze dort zwar Lärm, aber „vor Pari» nicht» Reue»" gab, wie auch General von PodbielSki täg lich nach Berlin telegrafchtrte, seit der eiserne Gürtel um dir Hauptstadt enger geschloffen worden. Die Granate» hatten nutz, lose Verwüstungen angestistet. Scvre» namentlich war arg zu. »erichtet. Vom andirrn Seine-User schossen die Franzose» aus jede Pickelhaube herüber; sonst blieb'» still, und eS lohnte der mühseligen nächtlichen Rückkehr nicht, durch alle die Posten, die Parole und Feldgeschret verlangte», die man übrigen» sogar nicht einmal kannte, wenn sie inzwischen gewechselt worden. Einem meiner Kollegen in Pari», dem Berichterstatter der »Daily New»', ging» auch nicht besser al» mir. Er schrieb sein .Tagebuch eine» Belagerten". Ich setzte mich also hin und schrieb da» eine» Belagerer». Dann, al» die Sache noch lange zu nichts zu kommen schien, machte ich einen Aukflug nach Deutschland. Ich hielt eS kaum für »öthig, dies in der Kommandantur anzu» melden. Mein Verschwinden veranlaßte aber die Ordre an die Frldgendarmerie, nach mir zu suchen. Als ich zurückkehne, machte mir Stieber, der Feldpolizei.Direktor, Vorwürfe. Eine Feldwache habe gemeldet, daß ich im Walde von St. Germain mit Wagen und Pferden in eine Bande von Franktireurs gerathen sei, auch Fürst Pleß hatte daraufhin dieselbe Ordre gegeben. Thatsache war allerdings, daß ich von Franktireurs mit Schüssen verfolgt, aber nicht getroffen worden war. Die Ausflüge nach St. Germain zu dem altberühmten Restaurant unter dem Mont-Balärien, in dessen Mauern Ludwigs LIV. Wiege gestanden, waren nämlich meine liebsten gewesen, weil eS dort merkwürdiger Weise immer ei» gute» Diner gab; Niemand wußte eigentlich, woher die» be- zogen ward. Jedenfalls war diese Kost besser als die, mit der sich die armen Versailler in dieser schweren Zeit nährten, nämlich mit trostlosen Hoffnungen, die sie bet jeder lebhafteren Kanonade auf eine siegreiche „oortie" faßten. Der letzte Tag der .Preußen" mußte doch kommen! So kam die Weihnachtszeit. Mancher dachte an Weib und Kind daheim, die jetzt den Christbaum schmückten. Wir saßen Abend» im .Globe" bei der schönen Clarisse oder im sadot ä'or, wo die Bänkelsänger ihre Lieder brüllten und e» zuweilen Ohr feigen gab, denn der französische Kellner, der erklärte, er diene nur für die Gloire, wurde jedeSmal impertinent, wenn wiede: ei» glorreicher Ausfall geschehe», bei de« wir so und so viel Ge schütze verloren haben sollten, so daß man schließlich nicht mehr begriff, woher wir immer wieder neu« nähme». Die Nachrichten, die wir von Süden bekamen, zeugten davon, daß die Loire-Armee in der Auslösung, General Aurellr de Pala dine sollte vo» Gambetta für seine Niederlage verantwortlich gr- «acht worden sei» u«d sei» Kommando viedergelegt haben. Jeder General, der nicht siegte, war ja in den Augen d«S Diktator» ein Feigling und verräther, wie e» Bozaine war. Der heißblütige Nizzarde brachte eS dahin, daß der Teufel selbst in Frankreich nicht mehr General sei» wollte. In Deatschland stellte man sich nach der so erfolgreiche» Be schießung de» Mont Svront, dieses Probe-BombardementS, die Einnahme von Pari» viel leichter vor, al» sie war. Alle Briefe von dort lauteten so. Die Fort» Jsty, Banvre» und Montrouge wurden danach auch zum Schweigen gebracht, aber die Pariser zeigten sich als rastlose Artilleristen, namentlich wenn auch die Geschütze de» Mont Valerien mit eingriffen, und hätten sie noch Lebensmittel besessen, so konnte dir Sache noch lange dauern; trotzdem mußte unser Bombardement, mit dem namentlich eine moralische Wirkung beabsichtigt war, daS Ende beschleunigen. Die Besuche bei den Vorposten waren immer gefährlicher ge worden und nur dann möglich, wen» dir französischen Kanoniere bei ihren Gamellen saßen. In den Wegen und Stegen, im Schußbereich flogen die Bruchstücke der HmSquadern, Backsteine, zerschmetterte Bretter, Aeste und Zweige, Dachschindeln, auf Hun» dert Schritte geschleudert, umher. König Wilhelm zauderte au» Schonung noch immer, ein konzentrische» Bombardement der Stadt zu befehlen. Dank dafür erfuhr er freilich nicht: man hielt da» für Schwäche. Unfehlbar hätte eine solche Beschießung den Pöbel schon damals dahin gebracht, sich auf die Besitzenden zu werfen, und Paris hätte seine Thore geöffnet, um bei dem äußeren Feinde Schutz vor dem inneren zu suchen. Inzwischen ward der Sptegelsaal im Schlöffe festlich dekorirt; in aller Stille bereitete man zum 18 Januar daS Fest der Krönung de» dertscheu Kaisers vor. Die eisernen Kreuze schmückten zwar schon die Brust so mancher Tapfere», an diesem Tage aber ollte zugleich ein OrdenSsrst stattfiuden. Versailles ahnte nicht» davon, daß gerade hier König Wilhelm dir Krone Karls de» Großen ai f lein Haupt setzen werbe. Zapfenstreich, die deutsche Hymne, daS Preußenlied weckten am Morgen alle die eowpöra«; in ihre» weißen Zipfelmützen schauten sie hinaus, al» die Truppe» sich aufstellten. Sie sahen den König in einem einfachen braune» Reistwage» ä la Daumont geführt, auf dem Platz erscheinen, empfangen von dreifachem Hurrah. Auch die Pariser ahnten nichts; sie hätten e» an Kanonendonner nicht fehlen lassen. An diesem Morgen stand ich in der s»Uv äv« xlaeo« in be scheidenem Hintergrund, an der Wiege de» neugeborenen deutschen Kaiserreichs, vor mir Deutschlands Fürsten, seine Genrrale, die Offiziere mit den eisernen Kreuzen unter dem Rauschen der KriegSstandarte» mit hoch erhobenem Schwert dem Kaiser vo» Deutschland huldigend^ der, mit Thränen in den Augen, den Sohn umarmte, während der eiserne Graf die Proklamation mit einer Ruhe vorla», als handle e» sich um ein nüchterne» Akten stück — Ein überwältigend, «nvergeßlich große» Schauspiel! Al»