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Adorser Grenzbote (früher: Der Greuzboie) an st alten und Postboten angenommen Zr Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger» Vito Meyer !« Adorf Fernsprecher Nr. 14 Te^ Grenzbok* äv 8S Gemeinde-Giro-Konto 118 Adorf, den 11 April 1919. Der Stadtrat Für diese Woche entfallen ouf den Kopf 18V Gramm Fleisch, einschl. Wurst. Der Stadtrat seres nationalen Staatswesen« wachen, weil sonst Kämpfe unr diese Unversehrtheit kommen würden. Dü fahren, die ich für den Erfolg unserer auswärtigen P sehe, kommen nicht so sehr von jensei« der «ranze Politik a»S neue e Ge» Sonnabend, den 12 April 1919, nachm. 1 — 3 Uhr MMW NN ötkkWsle, 8»M Illlll WsklllllM Urlauber erhallen das Fleisch nur bei den Herren Fleischermetstern N. Mar ti» «ud P Krauß. Adorf, den 11. April 1919. Bon Montag, den 14. April 1919, an befinden sich das Einwohnermeldeamt, Tebensmittelkartenausgabe und die Nebenstelle des Bezirksarbeitsnach» veises in der alten Schule, Erdgeschoß, Zimmer Nr. 11» Geschäftszeit von 8 — 12 Uhr. in der städtischen Verkaufsstelle. Verkaufspreis: Streichpaste Goulasch Büchsenwurst Adorf, den 11. April 1S1V. Tageblatt für Adorf und das ober« Vogtland Anzeigen von hier undaus dem Amtsgerichts- bszirk Adorf werden mit15Pfg-,von auswärts mit 20 <psg. die 5 mal gespaltene Grundzeile oder deren Kaum berechnet und bis Mittags 11 Llhr kür den nächstfolgenden Tag erbeten iKeklamen die 40 Psg. Sonnabend, den 12. April 1819 Postsches-Konto Leipzig 37369 Hahrg. 84 sichtig! und Zustimmung), ader wen« es ans d«e gewaNstrme Propaganda ves Bolschewismus verzichtet, »vollen wir gern dem russischen Volke vie Bruderhand »eichen, das ganz so wie wir die falsche Rechnung ves volksfeindlichen Imperi alismus mit Niederlage, Zusammenbruch und schlimmster Not hat bezahlen müssen. Nach Westen, Frankreich gegenüber kann es für unseren Willen zur Versöhnlichkeit keine Un klarheit geben. Wenn »vir in bezug aus Elfatz-Lo» thringen auf eine Volksabstimmung drängen, so tun wir eS nicht in der stillen Hoffnung, einen Punkt WilsonS Programm zu entkräften, sondern für alle Zukunft Re« vancheideen oder neue Anschuldigungen wegen Bergewaü- tigung auszuräumen. (Beifall.) Wir leiden schwer unter der noch immer andauernden Zurückhaltung unserer Brüder und Sühne in Kriegsgefangenschaft. (Beifall.) ' Wir glauben, daß Vie künftige Stärke eines jedsn Vol kes nicht in der erhöhten Möglichkeit beruhen wird, änderet» Völkern Gewalt anzutun, sondern in der Anziehungskraft einer bürgerlichen Freiheit und sozialen Gerechtigkeit. (Bei fall.) Bis dieser Glaube Gemeingut aller Staatswesen geworden ist, wollen wir doppelt über Unversehrtheit un» Dsuische Nationalversammlung. Aus der in der Mittwach-Eitzung gehalterten Etatsrcde des ReichsmimstcrS sind noch folgende Ausführungen von befonderem Interesse: Vorbereitet ist eine Revision des Beamtenbesol- dungsgesetzes mit Berücksichtigung der Pension. Wir haben 1,6 Milliarden für Teuerungszulagen an Beamt« eingesetzt Die Sozialisierung im weite sten Sinne Würde eS mit sich bringen, daß wir die Zahl »er Beamten erheblich vermehren müßten. Da mu» ein offenes Wort gesprochen werden. Auch dem Beamtentum sind Grenzen gezogen, die nicht überschritten werden dürfen t«m Schaden der Allgemeinheit. (Beifall.) Dinge, die nun «in in al den freien Berufen überlassen sind, können auch von dem tüchtigsten Durchschnittsbeamten nicht übernommen wer- den. (Lebh. Beifall.) Es wäre ein Schaden, das Wirt schaftsleben zu bureaukratisieren. (Lebhafte Zustimmung.) wegen den Mißbrauch der Propa ganda aus »eichsmitteln für eine einzelne Partei d>trd mit Entschiedenen vorgegangen werden. Zur Durch führung der Maßnahmen gegen Kapitalabwanderung nach dem Auslande rst eine Forderung eingestellt. Freilich «w»h ich angesichts der Zustände, die sich hier herausgebildet stabe«, darauf sinnen, noch andere, viel eingreifendere Matz- üahmen zu treffen, über dre ich mich natürlich heute nicht «Massen kann. Die Steuern find mit einem Gesamtertrag von 7 Pliarden eingesetzt. Auf indirekte Steuern können wir ht verzichten. Auf das Einvernehmen mit den Einzel- aten leg« ich auch auf dem Steuergebiet den größten srt. Es entsteht nun die Frage, ob unser Volk die ge- ltigen Steuerlasten überhaupt wird tragen können. Nun, bin fest überzeugt, daß unser Volk dazu in der Lage , wenn diese Steuerlast verknüpft ist mit einer Een- ng der Preise. Wenn dies« Senkung der Preise «folgt, dann wird allerdings di« Finanzierung d« » auf die Dauer nicht möglich sein. (Hört, hört!) Di« können nur gesenkt werden, wenn wir mehr Güter . . (Allseitige Zustimmung.) Wir müssen arbeiten, Iw Güter zu erzeugen. Dann werden wir auch Finanzen Ackvmmen. (Zustimmung ) Nicht aus ethischen, wirtschaft- lllben oder politischen Gründen, sondern aus bewußt finam» Kellen Gründen müssen wir «rbciten, um die Stenern ° Arbeitslust"^"' Arbeitskraft müssen neu belebt Werden, und wir müssen von dem organisierten Wahnsinn der Gegenwart ablassen. (Erneute Zustimmung.) Auch dann wird das Werk der Ordnung unserer Reichsfinanzen noch uw- VÄeuer schwer sein. Alle Kräfte müssen zu diesem Zweck« »nsammenstehen. Das große Werk, das vom ganzen Volke «tragen ,verden soll, muß aus der Mitarbeit des ganzen Volkes heraus entstehen. Daraus werden sich dann auch über das finanzielle Gebiet hinaus segensreiche Folgen er geben. Ich buhle nicht um die Stimmen für alle Gesetze, aber um Ihrer aller Mitarbeit bei diesem Werke bitte ich eindringl^ (Lebhafter Beifall.) Di« Weiterberatung wird auf Donnerstag vertagt. Donn.. stagS-Sitzüng Die erste Lesun : s Etats wird fortgesetzt. Präsident des Neichsministeriums Scheidemann: Da« wichtigste außerpolitische Ereignis seit der Vertagung die ses Hauses war der Abschluß der Verhandlungen über den geplanten Durchzug der polnischen Armee durch Danzig. Diese Verhandlungen haben uns zwar nicht völlig von der Last von Bestimmungen befreien können, die unter «Geren Voraussetzungen in den ersten WaffenstillstandSver- »rag ausgenommen worden waren, aber praktisch ist eS ge- lungen, unsere Gegner von einem Plan abznbrinqen, de» «me deutsche Provinz gefährdet hätte. Diese Perhand- ü»««n haben aber gleichzeitig die willkommene Gelegen, geboten, allen Verleumdungen gegenüber die Richü- -mien hervortretcn zu lassen, nach denen di« Reichsrcgic» «mg di« auswärtige Politik der deutschen Republik zu führen «««nkt. Vor allem ist die Regierung fest entschlossen, M« einmal übernommenen Verpflichtungen ihrem Sinn« »eiste nach strengstens zu erfüllen. Di« Treu« zum .W»«r«s soll das Kennzeichen des neuen Deutschlands sein. . E»1r «ollen «in« gleichmäßige Annäherung »n aste Völ. M^ketne erneute Zerteilung der Welt in Bündnisse und Wir »bnnen un« von Rußland reicht »ie Gestaltung inneren »echüttnys« «ukwi-ftM Mi»n. (Sehr «X),,, »»«ÜSGSGGGGGGGÜ kV« Grsnzbots erjcheint täglich mit Aus- f nahm« des den Sonn- und Feiertagen folgenden ! Tages und kostet vierteljährlich, vorausbszahl- ! bar, 2 > 111 Pfg. Bestellungen werden in » der Geschäftsstelle, von den Austrägern de» z Blattes, sowie von allen Kaiserlichen Post- »wvend wir so dem Bolschewismus den Nährboden «nüv Steven, bleibt uns nichts anderes übrig, al» seine »mltsamen UeberrumvelungSversuch« gewaltsam abzuwehr«., ^eifall.) E» ist nicht unsere Schuld, wenn vaS Wort Walt noch nicht aus dem Wörterbuch unsere» Volke» verschwtn» den kann. Helfen Sie un», daß e» bald verschwind«» Me vergangene Woche. Aus der Straße der unbegrenzten And wir wieder vorgerückt und bei einem Meilenstem angekommen, der nicht wett von jenem Zrele entfett» ist, an welchem wir nicht mehr vorwärts können- PM» dern uns zum letzten Kampfe entschließen müssen, ov wir den deutschen Namen in Ehren fortführen ov« auf eine deutsche Zukunft verzichten wollen. Der «ts- kische Bolschewismus, ?7r krasse Kommunismus, d«i schon seit Jahresfrist seine Agitatoren im deutsch«/ Lande gehabt hat, ist rn Deutschland erngetret«, München ist die Räterepublik erklärt worden, die Ml zugleich vom Deutschen Reiche losgesagt hat. Und ml der Isar ist nicht der einzige Angriffspunkt für di« kommunistischen Tendenzen. Di« Spartakisten habere sich auch an der Wasserkante und an wichtrgen Platzeid des Binnenlandes zum Losschlageu gerüstet, sie wol^m den Lebensmitteltransport verhindern und ebenso di« Förderung von Kohlen, mit denen bekanntlich die Meh»> Fleisch- und Specklieserungen aus dem Ausland« bezahlt werden sollen. Sie wollen eine Hungersnot in Deutsch land herbeiführen und glauben, daß fich dann di» breiten Bevölkerungsklasfen auf ihre Seite stellen wer den. Wie aber dann der Jammer und die Not Wiede« beseitigt werden sollen, das wissen sie nicht, das weiA auch kein Mensch, denn er gibt kein Mittel dafür. Dann bekommen wir überhaupt keinen Friedensschluß mit der Entente, der uns irgend welche Lebensmittel sichert. Spartakus rechnet aus den Sieg des Kom»' munismus auch in den feindlichen Ländern. Dafür besteht aber nicht die geringste Aussicht. Und fo ist es klar, daß das deutsche Volk srch ernstlich darüber entscheiden mutz, ob es sich von einer kleinen Minderheit ins Verderben und in den Hungertod jagen lassen will^ Die Losreitzungsbestrebungen '<-om Reiche sinkt durch die Dinge in Bayern zu einer prakrischen Verwirk lichung gekommen. Der rechtnMigen Regierung, Lief ihren Sitz nach der fränkischen Bischofsstadt Bambergs verlegt hat, steht die revolutionäre Gewalt in Mül»-^ chen mit ihrer roten Armee gegenüber. Dieser unhalt bare Zustand gestattet keine Wahl für die Reichsregie-f rung, ob sie es abwartend mit Verhandlungen versuche» will. Alles Paktieren mit diesem inneren Feind deq Reiches ist unmöglich, denn sein Ziel ist die Vernichtung der deutschen Knltur. Um sich eine Wirtschaft naL russischem Vorbild gefallen zu lassen, ist jeder einsichts volle deutsche Arbeiter zu stolz. Die übereilte deut ch» Demobilisierung ist schon oft bedauert; die >Ereigniss« in München wären nie möglich gewesen, wenn big Truppen in geschlossenen Formationen zusammen ge halten wären. Lie Nationalversammlung hat in Wei mar ihre Arbeüten wieder ausgenommen. Sie^wirdtz da auch zugleich der Rätekongretz in Berlin tagt, dar auf halten müssen, datz kein Zweifel an der entschlösse» nen Haltung der gesetzlichen Genmlten des Reiches bestehen bleibt. Jedes Zureden bedeutet eine Schwäch^ die vielleicht nie wieder gut zu machen wäre. > Auch für das deutsche Volk ist es eine gebieterisch^ Pflicht, seinen Anordnungswlllen zu bekunden. Di- Lebensmittellieferungen aus dem Auslände waren noch nicht grotz, aber es war doch ein Anfang gemacht die Hoffnung ans bessere Ernührungstage wuchs empor. Soll nun alles wieder ganz umsonst gewesen sein? Der Gedanke an umere Kinder läßt uns solche Aus«, sicht weit von uns weisen. Wir wissen und sechen e4 alle Tage, datz der Respekt vor der Autorität in hohem Matze erschüttert ist, Tausende glauben ungestraft tu» LL können, was ihnen beliebt. Sie beachten aber vielmehr «u» unserem VoH« selbst lLebhnft« Zustimmung.) aus der umrufhörkiche« Vrfchlttterun» unseres Landes, aus der gärenden Unruhe, aus dem Brand, dessen Stichflamme« immer wi«ver yervorbrechen und da» ganze Haus mit Vernichtung bedrohen, ein Streik löst den anderen ab, der PutschismuS ergreift, gleich einer Seuche bald die eine, bald die andrre Stadt, verhetzte gedanken lose Menschen haben Hand gelegt «n «in Mitglied der Reichsregierung, das euch Mitglied der Nativnakversamm- iung ist. In diesem Augenblick mihe« huuderttausende von Hän» een. Die allein durch ihre Arbeit die Zahlungsmittel schaf fen, ohne die es kein Pfund Mehl oder Speck für unser» Frauen und Kinder gibt. (Lebh. Zustimmung.) Mehr noch! In diesem Augenblick, in dem unser aller Ziel neben Brot noch Friede uno nichts als Friede sei« kann, vollzieh« sich in München ein neuer Umsturz wird dort die Räterepublik ausgerufen, werden die staatlichen und wirtschaftlichen Ver hältnisse durcheinandergewürfelt, wie Kinderspielzeug, wird rin Schutz- und Trutzbündnis verkündet mit der ungarischen und russischen Räterepublik, mit der ausgesprochenen Front gegen die übrige Welt. Nicht das Vaterland, nicht die Ne gierung, aber der Friede ist damit in Gefahr. (Lebh. Zustimmung.) Jetzt, wo eS gilt, de« lückenlose« Beweis für unseren Friedenswiklen, für unsere Abkehr von aller Gewaltpolitik, für unser« unerschütterliche Ehr lichkeit zu erbringen, jetzt wagen e» verhetzte Phantasten, das Kriegsbanner aufs neue aufzupflanzen gegen die Völ ker, mit denen wir uns morgen an den Verhandlungstisch' setzen wollen. Ich bin ein Gegner der Räterepublik als Negierungsprinzip. Wir wenden uns gegen die Rätere publik nicht nur aus Gründen der Weltanschauung, nicht bloß aus innerpolitischen Gründen, »veil wir in ihr die Zerstörerin des letzten Restes staatlichen Zusammenhaltes sehen, sondern wir wenden uns gegen sie, weil wir den Frieden wollen. Wir brauchen das groß« Weltbündnis, den Völkerbund, in dem gleichberechtigte Völker sich frei entwickeln können, ohne die alten Fesseln Ser Rüstungen und ohne Vie neuen Lasten bolschewistischer Bürgerkriege. Wenn zwischen den Völkern die rohe Gewalt als Mittet der Auseinandersetzung abgeschasft werden soll dann lehnen »vir sie erst recht ab in der Auseinandersetzung zwischen Volksgenossen. (Beifall.) Krieg nach iPren, Krieg »ach außen. Das bringen uns die Räte, vie Lehren Lenins, der Bolschewismus. Hier Vars cs keine Parteiunterschiede geben, einig sein in der Abwehr der Räterepublik heißt, sich zusammenfinden in der großen, da« ganze Volk zu sammenfassenden Partei, deren einziger Programmsatz tan zen mutz: erst und vor allem Frieben. (Beifall.) Während wir hier über vie Zukunft d«r RepnbM ba rsten, tagt in Berlin der zweite Mütekongreß. Vin« sthwere Verantwortlichkeit liegt anf feiner Tagung. Vlvg« » sich klar darüber sein, datz man geistig» Bewegungen »nr mit geistigen Waffen bekämpfe«, aber geistige «>«e« Engen auch nur aus geistigem Wey» »i»l»it«n »,««. Wi« Golt«» der wirtschaftlich«« Demokrati« m ihr di« «o tsiernng s» nicht 6n»n i 7,50 Marl die Kilobüchse 7,00 „ „ Pfund „ 13,00 „ „ Kilo „ Städt. Lebensmittelamt