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02-Abendausgabe Leipziger Tageblatt und Handelszeitung : 15.06.1914
- Titel
- 02-Abendausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-06-15
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id84535308X-19140615021
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id84535308X-1914061502
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-84535308X-1914061502
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Handelszeitung
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-06
- Tag 1914-06-15
-
Monat
1914-06
-
Jahr
1914
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-Iben- - Ausgabe für Leipzig NN- Vorort» Surch unser» Lrüaer V»AUAVPkLI^k. unSSpe-tteueermaltSglich In» Hau» gebracht» monatlich 1.25 M., vi«rt»I>iihrlich Z.7L M. S«l -er »eschästsgeUr, uns»rn Zllial»« un»NusgabesteUen adgeholt: monatlich 1M.,vi»rt»l>ahrllchSM. Vurch -I» Post: inn»rhald vrutschlan-» un- -er ürutsch»n Kolonien mouokUch I^S M.» vi»rt»liahrllch 4.50 M., au,schli»tzllch Postbest,llgelü. Va» Leipziger Tageblatt erscheint Werktag» Imal, Sonn» u. Zeiirtagolmal. Sn Leipzig, -en Nachbarorten un- -en Drten mit eigenen Ziliairn wir- -l« sib»n-au»gab« noch am flden- -«» erscheinen» in» yau» geliefert. Vrrliner Ne-aktioa: Sn -en Zelten 17, Zernsprech.stnschluft: Moabit Nr. 447. hcurdelsFeituns Amtsblatt des Rates und des pollzeiamtes der Stadt Lerpzrg ve-aktlon un» Seschäft»steUe! ?ohannl»gafs« Nr.«. * Zernsprech-Nnschlust Nr. 14-42, 14-4S un» 14-44. IdS. Jahrgang für Snserat» au» Leipzig nn» Umgebung -I« /LtlAeiAknpkkl^k. ispalt>grp»tit,eil»r5ps.,->»Neklame,«ii«1 M„ von ou»«ürt» S4 Pf., Neklamen 1.24 M., Klein» flnzeigen »iepetitzeil« au» 2-pf.d.wi»»erkol.Nad.,Snf«rate von0«hörü«n im amtlichenileil »ie Petit zeil» ro Pf. S»fchäft»anz»tgrn mit playvorschrift im Preis» erhöht. Nabatt na» Loris. Setlagen: «esamtaufl.»M.üa»Lousen-auaschl-postgedühr. Nnzeigrn.stnnahm»: ^ohannisgafse», bei sämtlichen Zilialen -»» Leip,«,« Lag,blatt,» un- allen flnnoncen-rxpe-itionea -»» Sn- un» stuolan-e». SeschäftasteUe für Srrlin u. -ie pr. Sranäendur,: virektion Walter Ziiegei, Vertin w. 1«, Margarethenstrah« 4. Zernsprech» flnschlusti Lüyow S47I. Nr. 2SS. Montag, Le» lS. H»ni. 1S14. Das wichtigste. König Carol und Zar Nikolaus wechselten am Sonntag in Constanza herzliche Trink sprüche. (S. bes. Art.) Die griechische Regierung hat in München weilende Offiziere telegraphisch zurückbe rufen. (S. bes. Art.) Die Stadt Durazzo ist heute früh von den Aufständischen angegriffen worden. (S. Letzte Dep.) Die Einweihung des Panamakanals wird von Präsident Wilson unter Teilnahme einer großen internationalen Flotte vorge nommen werden. sS. Ausl.) Am Sonntag kam cs in fast allen TeNcn Deutsch lands und in England zu teilweise recht schweren Gewittern. (S. Nachr. v. Tage.) Englanü un- -ie -rutsche EinwanSerung. (Lin Kenner des englischen Rechts schreibt uns: An die Schrecken von Ellis Island, der Träneninsel von Nordamerika, erinnert die a u f- s e h e n e r r e g e n d c M eldnng, das; die eng lischen Eittwanderungsbehördcil drei junge deutsche Kaufleute z u r ü ck g e >v i e s e n hätten unter der Begründung, es seien zwar intelligente jnnge Leute, gegen die nichts vor liege, aber der Andrang zu Bnchbalterposten und geringeren Stellungen in kaufmännischen Betrieben in England sei so groß, daß man nicht auch noch ausländische Konkurrenten er mutigen dürfe. So wenigstens habe sich der Vorsitzende der Einwanderungsbehörde geäußert. Nun weiß man ja: Alljährlich schicken viele deutsche Familien ihre Sohne nach London hin über, um sic dort die Sprache gründlich erlernen und britische Gcschästsmethoden studieren zu lassen. Diese deutschen Clarks sind keineswegs arme Hungerleider. Sic stammen meist aus dem besseren Mittelstand und erhalten von Hause pekuniären Zuschuß, so daß sie anfangs '.licht auf ausreichenden <>)ehalt angewiesen sind. Dadurch aber drücken sie etwas die Gehälter der englischen Clarks, und so könnte man es verstehen, daß Organisationen englischer junger Wie beneid' ich den Mann, der ruhig und still in Beroorgenheit lebt nnd von Ruhm nichts weif; und von keiner Gefahr! Und wie arm ist der. den das Leben . erhöht! Wie betrüglich nnd falsch ist solch ein Glück! Dem Begehrenden Lust, dem Besitzenden Oual! Euripides. Neue Zun-e un- Entdeckungen zur Geschichte -er altdeutschen Kunst. Im jüngsten Hefte des „Cicerone" macht Mela Escher ich, eine tüchtige Kennerin der > alteren deutschen Malerei, die eine Biographie von Hans Baldung Grien vorbereitet, Mitteilung von einigen kleineren, doch interessanten Funden zur Geschichte der altdeutschen Kunst. Der erste dieser Funde betrifft eine Notiz in einem Protokollbuche des Straßburger Hospitalarchivs und bezieht sich aus einen Streit Hans Baldungs mit der dortigen Zimmer mannszunft. Ter Wort laut der Notiz verdient mitgeteilt zu werden; sic lautet; „Uff Sonntag Martini haben unsere Herren freundlich zwischen meister Hansen Baldung und den Zimmerleuten des Spans (Streits) halben, so sy des wympergs oder ußzugs (Aufrisses) halber, so by dem Brustbild sant Anna das mit den engeln, jo daran hängen usf und abgol, gehabt haben, freund lich genädigt, das di« Zimmerlcut meister Haussen zu den ersten 50 Gulden geben sollcnt 4 Gl., davon so soll meister Hans den wymperg und ußzug vor dem altar sant annen uffs merklichst und geschickst ver golden oder mit schönen beständigen Farben usss best machen und damit vertragen syn." Es handelt sich also um ein Sankt Annenbild, das nach alter tümlicher Art in einem gotischen Giebel eingesetzt war, und diesen Giebel schmückten „auf und ab" hängende kleine Engel. Die Engel und das Annen bild werden Baldungs Arbeit gewesen sein, während der Wymperg vielleicht schon früher vorhanden war. Daraus erklärt sich auch, daß Baldung die Restau rierung dieses Wympergs in der vereinbarten Summe nicht inbegrifsen wissen wollte. Daher der ..Span" mit der Zimmermannszunft, der durch die Vermittlung der Lpitalpfleger ausgerragen wurde. — Die andere Mitteilung der eifrigen Forscherin bezieht sich auf eine Grünewald-Kopie, die sich an «ntleaoner Stell«, in dem wunderlichen Museum der st. Lorcnzkapclle zu Rottweil, aufge Kaufleute sich hinter die Eiuwauderungsbehördeu I gesteckt haben, um den deutschen Zuzug einzu schränken. Aber das ist sicher nicht der Fall. I In England werden liberale Gesetze fast durchweg noch liberaler ausgelegt und ange wendet, als sie eS schon sind. Nach dem 1905 erlassenen E i n w a n d e r u n g s g c s e tz können nur Verbrecher, Dirnen, Kranke igeistig oder körperlich Kranke), Krüppel und solche Personen, die sieb nicht im Besitze von mindestens 5 Pfund <100 M.) befinden und für ihre Familienange hörigen nicht mindestens 2 Pfund Sterling (40 Mark) nachweisen, bei ihrer Landung in Eng land zurückgewiesen werden. Die Eiuwande- rungSbehörden überwachen alle in englischen Häfen anlangcnden AuSwandererschifse und stel len Untersuchnngen an. Sehr streng ist diese Kontrolle nirgends. Die Ausführungsbestim mttiigen zum Eiuwandcruugsgesetz gestatten bei Mangel des Zehrgeldes von hundert Mart die Zulassung auch dann, wenn der Einwanderer eine sichere Stellung auf englischem Boden ir gendwie Nachweisen kann. Die englische Recht sprechung ist diesem Wink der Äusführungs- bestimmungcn gefolgt und legt das Gesetz sehr milde aus. Wenn also jetzt drei junge deutsche Kaufleute zurückgewiesen wurden, so geschah es sicher aus gesetzlichen Gründen, nämlich weil sie weder Geld noch eine Stellung nach - weisen konnten. Der Vorsitzende der Ein- wandernngsbehörde ist falsch verstanden worden. Mit solchen kleinlichen Schikanen und Bagatell mitteln gibt sich Albion nicht ab, so viel inan ihm sonst im Großen zutranen kann. England ist das Land einer für nichtenglischc Begriffe unerhörten Freiheit, einer Kulanz der Volks rechte, die sich nicht nur dem Einheimischen, sondern auch dem Fremden in weitestem Maße zeigt. Nie bestand dort ein wirkliches Gesetz, das die Ausweisung von Ausländern aus Groß britannien gestattet Hütte. Gelegentliche Dekrete, das letzte im Jahre 1848, veranlaßt durch die Wirren aus dem Festlande, hatten nur kurze Gültigkeitsdauer. Politische Flüchtlinge, wenn sie glaubhaft machen können, daß sie solche sind, werden heute nach wie vor selbst dann nicht zurückgewiesen, wenn ihnen die genannte wirt schaftliche Qualifikation fehlt. Ein Kuriosum für Ausländer besteht nur noch in dem Mer- chant Shipping-Gesetz von 1854, wonach sie nicht Eigentümer oder Miteigentümer eines britischen Schiffes sein dürfen; erwirbt ein Aus länder auf irgendeinem Wege ein solches Eigen tumsrecht, so kann der ZwangSverkauf und die Auszahlung des Erlöses ungeordnet werden. Das englische Recht ist also für Ein wandernde im großen und ganzen bequemer und angenehmer als das irgendeines andern Landes. Und doch macht so mancher deutsche Clark drüben allerlei bittere Erfahrungen, weil er englisches Recht und englische Sitten nicht gleich beherrscht. Geldkredit findet er in Groß britannien lange nicht so schnell ivie in der Heimat, wenn er sich selbständig machen und hinaufarbciten will. Es gibt zwar Gesellschaften und Privatleute, die Gelder beschaffe», aber nur unter fast unerschwinglichen Sicherheiten und gegen einen Zinsfuß (oft 50 Prozent und höher), der in Deutschland strafbar wäre. Die Wucher gesetzgebung ist in diesem Lande, das seine Staatsbürger so wenig bevormundet, aber auch die Unerfahrenheit schutzlos läßt, gar nicht aus gebildet. Eiu bekanntes Beispiel: Alle am Sonn tag abgeschlossenen oder das Datum des Sonn tags tragenden Verträge sind null und nichtig, — eine Konsequenz des strengen englischen Ruhe tages, die sich Betrüger nnd Bauernfänger den Ausländern gegenüber häufig genug zunutze machen. Bittere Erfahrungen macht der Ge- schüjt-sanfänger auch, wenn er als Ausländer die Hilfe der Gerichte in Anspruch nehmen will. Er muß Sicherheiten hinterlegen nnd Kosten zah len von einer Höhe, die er oft nicht leisten kann. Große Sorgen und Schwierigkeiten macht dem deutschen Clark endlich auch die heimatliche Militärpflicht. Drum prüfe, wer sich drüben bindet, ob alles Rechtliche in Ordnung ist. Vivianis neues Programm. Bei der Vorstellung seines Ministeriums vor der Kammer wird Viviani seine ursprünglich geplante Regierungserklärung zur Verlesung brin gen. Nur e i n Satz, der allerdings, im Zusammen hang mit deni Dreijahrsgssetz, von entscheiden der Bedeutung ist, lautet anders. Inder ersten Fassung hatte Viviani nach der Versicherung, das; er das Wchrgcsetz ehrlich vollstrecken wolle, gesagt: „Nur wenn die Vorlagen (nämlich über die militärische Vorbereitung der Jugend und die Re organisation der Reserven) angenommen und in Kraft gesetzt sein würden wenn ihre Vollstreckung ihre Wirksamkeit beweisen würde und wcnneine Aenderung in den auswärtigen Um ständen es gestattet, könnte seine Regierung eine Erleichterung der Webrlasten vorschlagen." Der eingeschobene Satz: „Wenn eine Aenderung in den auswärtigen Umständen es gestattet" vcr anlaßte, wie wir heute morgen bereits erwähnten, den Rücktritt der Herren Godart und Ponsot, weil er nach ihrer Ansicht eine direkte Unter ordnung der innerpolitischen Fragen unter auswärtige Einflüsse bedeutet hätte. Die angefochtene Stelle ist nun durch folgenden Satz ersetzt: „Nur wenn die Vorlagen angenommen und in Kraft gesetzt sein würden, dann könnte die Regierung, indem sie zugleich die Ergebnisse der Erfahrung und die Anforderungen der Lan desverteidigung in Rechnung stellt, eine Er leichterung der W e h r l a st e n Vorschlägen." Mit der Aenderung haben sich alle Minister ein verstanden erklärt. Die Anhänger des Drci- jahrsgesetzes sind mit dieser Fassung gleichfalls zu frieden. Das lehrt ein Blick in die Pariser Presse: Das „Petit Journal" schreibt: „Alles, was die Verteidiger der dreijährigen Mililärdienst;eit ver nünftigerweise verlangen tonnen, ist. das; das Gesetz gegenwärtig zur Anwendu iq gelangt. Die Geg ner des Dreijahrsgefetzes aber können vernünstiger- weije nur fordern, daß ihre Anschauungen nicht f ü r a l l e Zukunft als undurchführbar er klärt werden. Ministerpräsident Viviani trügt diesen beiden Gesichtspunkten Rechnung. Gegenwär tig verbürgt er uns, des; das Gesetz bleiben soll und das muß genügen. Der „Figaro" meint, cs wäre eine gesunde und tröstliche Lektion, wenn dieses Ministerium, in dem nur allzuviclc Gegner des Dreijahrsgesetzes sitzen, dieses Gesetz trotzalledem verteidigen und anmenden müßte. Es würde dies einen glänzenden Beweis dafür bilden, daß das nationale In teresse höher steht als persönliche Ansichten und Interessen. Um dieses Ziel zu erreichen, muß ein jeder gern das Opfer seiner Eigenliebe oder politischen Gesinnung bringen. Das „Echo de Paris" meldet, Viviani werde in der Kammer erklären, daß sich die unter den Fahnen stehenden jungen Soldaten unter den gegenwärtigen Verhältnissen einer Selbsttäuschung hingeben wür den, wenn sie hoffen sollten, daß ihre Altersklasse vorzeitig entlassen werden könnte. Jaurcs schreibt in der „Humanitö": Wir wer den gleich in der Dienstagssitzung unzweideutige Aufklärung verlangen und wir können jene Republi kaner, die uns nicht Helsen sollten, volles Licht zu verbreiten, nur bedauern. Die gegenwärtig am Ruder befindliche radikale Partei bat der Wählerschaft ein Programm vorgelegt, das für sie und ihr Ministerium verbindlich ist. Sie würde sich entehren und zugrunde richten, wenn sie dulden würde, daß dieses Programm verletzt oder eslamotiert würde. Der „Radikal" erklärt: Die Verkürzung der Militärdienstzeit ist gegenwärtig die wichtigste der der Lösung harrenden Fragen, aber es muß betont werden, daß der Kongreß von Pau für die Verwirklichung seines Programmes keine be stimmte Frist und keine unversöhnliche Formel festgesetzt hat, daß dieses dem Dogma des Dreijahrs- gesctzes nur ein anderes Dogma entgegcnstelle. funden hat. Das Bild, um das es sich handelt, ist wahrscheinlich ein Werk des Niederländers, auf dem der Gekreuzigte unzweifelhaft eine Kopie nach Grüne walds verschollener Kreuzigung, dem einst im Be sitze des Herzogs Wilhelm von Bayern befindlichen Werke, ist. Da nach dieser Arbeit auch weitere Kopien angesertigt sind, so muß man annehmen, daß das Original, dem ja auch Sandrart begeisterte Worte widmet, einigen Ruf genoß, und daß über haupt der seiner Zeit vorausgeeilte Meister bei den folgenden Generationen Verständnis sand. Bei dem bekanntlich Höchst brüchigen Zustande unserer Kennt nis vom Leben und Schaffen dieses genialen Künst lers, dem die Forschung heute allgemein neben Dürer und Holbein eine gleichberechtigte Stellung zuweist, ist auch die kleinste Bereicherung unseres Wissens über Grünewald bedeutungsvoll. X. I'. Kunst UN- Wissenschaft. * Theaterchronik. Waldemar Stacgemann, der jetzt der Dresdner Hofoper angehört, wird in der ersten Aufführung der peisgekönten Bearbei tung der Mozartschen Oper „Don Juan" von Scheidemantel die Titelpartie singen. — Webers „Euryanthe" wird in der Original fassung in der nächsten Spielzeit zum ersten Male im New Porker Metropolitan -Opera- House in Szene gehen. Die Leitung des Werkes übernimmt Tosconini. — Der schwedische Baritonist Forsell wird im Berliner König!. Opcrnhause während des ganzen Monats Januar 1915 auftreten. — Die Komödie „Panik derHerzen" von AlsredFekete wurde soeben vom Kleinen Theater in Berlin zur Uraufführung im Oktober d. I. durch den Hyperionverlag, Berlin, er worben. * Musikchronik. Salzburger Musikfest. Generalmusikdirektor Dr. Karl Muck mußte seine Mitwirkung bei diesem Musikfeste krankheitshalber absagen. An seiner Stelle dirigiert Generalmusik direktor Felix von Weingartner die Auf führungen von Mozarts „Don Giovanni" (Donners tag, den 13. August, Sonnabend, den 15. August, Mittwoch, den 19. August), sowie das zweite Konzert der Wiener Philharmoniker (Sonnabend, den 15. August) und Hofopernkapellmcister Franz Schalk Mozarts Große Messe C-Moll (Donners tag, den 20. August). Außer dieser Meße dirigiert Hofopernkapellmcister Schalk das Mozart-Konzert (Dienstag, den 18. August) und die beiden Auffüh rungen von Mozarts „Die Entführung aus dem Serail" (Dienstag, den 18. August, und Donnerstag, den 20. August). * Ausruf der Reuen Deutschen Dantegrsellschaft. Nach längeren Vorbereitungen hat sich soeben eine Neu« Deutsche Dantegesellschast ge gründet. Ihr Ziel und Zweck ist die Pfloge des ita lienischen Dichters mit allen Mitteln wissenschaft licher und künstlerischer Betätigung, und dieser Pflege auch im deutschen Sprachgebiet einen zu- samme»fassenden Mittelpunkt, eine würdige Heim stätte zu geben. Bei der immer lebhafter werden den Beschäftigung mit Dante und seinem Lebens werk ist der Zeitpunkt hierzu nicht nur günstig, son dern geradezu zwingend. An all« Freunde seiner Muse ergeht L«r Ruf; an alle Verehrer seiner Kunst, gelehrt« wie ungelehrte, Forscher wie Laien, richtet sich die Aufforderung. Di« Gesellschaft ist von jeg licher Parteistimmung oder sonstigen Strömung so ferne, wie die Bewunderung des erhabenen Dicht«rs, dessen Namen sie trägt. Die Mitgliedschaft v«r- pflichtet zur Förderung der Zwecke der Gesellschaft; für den Jahresbeitrag von 10 wird das Deutsche Dante-Jahrbuch unentgeltlich geliefert. Zum Bei tritt genügt die einfache Anmeldung beim Verlag des Jahrbuchs, Eugen Diederichs in Jena. Dr. Hugo Daffner, Berlin, Geheimer Justizrat Professor Dr. Josef Kohler, Berlin, Geheimer Hofrat Professor Dr. Hermann v. Trauert, München, Universitäts- Professor Dr. Karl Voßler, München, K. K. Hofrat Professor Dr. Ludwig Pastor, Edler von Campcr- felden, Direktor des österreichischen historischen In stituts in Rom. * Das Schinkel-Museum der Königl. Technischen Hochschule zu C ha r l o t t e n b u r g, das den weit aus größten Teil des künstlerischen und handschrift lichen Nachlasses des großen Meisters enthält, be reitet «ine Veröffentlichung der Briefe, Tagebücher und anderen Niederschrif ten Schinkels vor. Alle Besitzer von Hand schriften Schinkels irgendwelcher Art werden höflichst gebeten, entweder die Originale dem Schinkel- Museum, zu Händen des Vorstehers, Geheimen Re gierungsrates Prof. Dr. M. G. Zimmermann, leihweise zur Abschrift möglichst bald zu übersenden oder eine buchstabengetreue Abschrift einzuschicken. * Heysebriefe. Herr Dr. Erich Petzet in München bittet um Abdruck folgender Mitteilung: An alle Eigentümer von BricfenPaul Hcyses ergeht hiermit die Bitte, die in ihrem Besitze befind lichen Briefe des verewigten Dichters für eine mög lichst umfassende Sammlung seiner Korrespon denz, die seine Witwe zu verwirklichen untcrnomm-n hat, im Original oder in Abschrift freundlichst zur Verfügung zu stellen. Die uns zur Abschrift anver- trautcn Bries- sollen mit möglichster Beschleunigung kopiert und ihren Besitzern wieder zugestellt werden. Da vereinzelt in unberechtigter Weise Briefe Paul Heyses gedruckt worden sind, wird gleichzeitig darauf aufmerksam gemacht, daß nach den gesetzlichen wie den testamentarischen Bestimmungen keine Ver öffentlichung aus seinen Briefen ohne ausdrückliche Genehmigung seiner Witwe erfolgen darf. * Prähistorische Funde in der Schweiz. Wie ge- melder wrrd, wurde im K l e t t g a u g e b i e t in der sogenannten Wyden durch Oberlehrer Wildberger eine große Menge von Feuersteingeräten aus der neolithischen Zeit gefunden. Die Fundstellen lassen aus eine große Ansiedlung schließen. — Auf dem Hämming, eurem Berggrat von 600 Metern, entdeckte man viele Tonicherben mit Ornamenten aus der späteren Bronzezeit. Man nimmt an, daß dort ein Refugium bestanden haben muß. Es handelt sich hier nicht um eine Opferstätte, sondern um eine größere Niederlassung. * Funde im Bienitzwalde. Vor einigen Tagen wurden im Auftrage des Ministeriums des Innern unter sachkundiger Leitung an dem besterhaltenen Hügelgrabe im B i e n r tz w a l d e Grabungen vor genommen. Für die prähistorische Forschung hatten diese Arbeiten insofern Bedeutung, als ein schön ge formtes, durchbohries Steinbeil und einige Scherben mit Schnurverzierung zu Tage gefördert wurden. Ist auch der Wert der Funde nicht groß, so steht mit dem Vorhandensein dieser Gerätschaften fest, daß die Hügel steinzeitliche Gräber sind und nicht der Bronzezeit angehören, wie man früher annahm. * Die Bücherschätze der Sammlung Huth. Die Versteigerung der berühmten Sammlung Huth, die im November 1911 begonnen hat, wird im Juli bei Sotheby in London fortgesetzt werden. Unter den Bücherjchätzen, die jetzt zur Versteigerung ge langen, befinden sich außerordentliche Seltenheiten. Vielleicht das bedeutendste Stück der ganzen Samm lung ist ein Wiegendruck, das Catholicon des Johannes de Janua, das Gutenberg im Jahr« 1460 auf dem neuen Apparat druckte, den er mit Hilfe des Mainzer Theologen und Juristen Dr. Conrad Homery zustandegebracht hatte. Das Exemplar hat einen Einband von Roger Payne. 70 Original ausgaben der Werke Luthers sind unter den wei teren Schätzen der Sammlung herauszuheben; darunter befindet sich «in Exemplar von Luthers Antwort an Heinrich VIU, (1522), «in Geschenk an den Magister Sebaldus, ferner ein« Erstausgabe seiner geistlichen Lieder (Luthers erstes Liederbuch erschien 1521 zu Wittenberg). Neben Erstausgaben Ben Jons ans verdient eine Shakespeare- ausgabc heroorgehoben zu werden: König Lear und König Johann sind zum «rstcnmal in der ersten Folioausgabc 1623 veröffentlicht worden. Im Bri tischen Museum ist jedoch eine aus dem Jahre 1805 stammende Lear-Ausgabe. und das einzige Seiten stück zu dieser gelangt jetzt zum Verkauf«, ebnso ein« Quartausaabe von König Johann, die Marlow, Rowl«y, Green und W«ele zugeschrieben worden ist. aus dem Jahr« 1611.
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