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Adorfer Grenzbote Vee Gren^ote seiche mt ISglich mit Au»-! ! Anzeigen von hier und au» »sm Amtsgceichi^ § »ahme des den Sonn-undFeiertagen folgenden ! ; bszirk>Adorf werden millO <pjg^ von auswürts ! Tages und koftet vierleljShrlich, vorausbazahl-t — D^ 8 g L> Z mit 15 Pfg. die 5mal gejpoktmie Gruadzeile r i dar, 2 1g Pfg. Destellungen werden in ! (2-^ /D /D DD I (D DD D DD V L D HD D^ D ! "der deren Raum berechnet und bis Mittag» ! 1 der Gefchafts,teste, von den Austrägern de» i N I d» L- r 11 Uhr für den nächstfolgenden Tag erdeten j t Dlattss, fowis von allen Kaiserlichen Post- t ». ; ! anstalton und Postboten angenommen j UNO 0(19 006Ik6 ^/OAiiÜIlO ; Reklamen dis Asil« 31 Pfg. D §r Amtsblatt für den Stadtrat zu Adorf Kernjprecher Nr. 14 VsrantworEcher Schriftleiter, Drucker und Verleger: Gtto Meyer in Adorf Tel.-Adr.: Grenzbot« W 275. Dienstag, den 26. November SM8 Kahrg. 83. 8 2 der Bekanntmachung vom 27. Juli 1918 über Beförderung von Vieh — Sächsische Staaiszeiiung Nr. 174 oom 29. Juli 1918 — erhält folgenden Zusatz: „Wird Vieh auf Befördtrun^sschein oder als Gepäck oder als Erpretzgut aufgegeben, so ijt eine besondere schriftliche Versandgenchmigung der zuständigen Stelie oorzulegen." Dresden, am 18. November 1918. Arbeits- und Wirtschastsrninisterium. Notstandsarbetten. Wenn Notstandsarbeitkn zur Beschäftigung von Ärbeitslosen Lie sofortige Enteig nung von Grundstücken oder Reckten an solchen nötig machen, kann die Einleitung de» Dringlichkeilsoerfnhrens nach K 70 Les sächsischen Lnleignungsgrsctzes vom 24. Juni 1902 beim Ministerium des Innern beantragt werden. Nach dieser Bestimmung kann die sofortige Entziehung oder Beschränkung von Grundeigentum oder von Rechten an Grundstücken vorbehältlich nachträglicher Feststellung des Gegenstandes der Enteignung und der Entschädigung gegen Sicherheitsleistung des Unternehmers verfügt werden, wenn die sofortige Ausführung eines dem öffentlichen Nutzen gewidn rten Unternehmens zur Abwendung drohender Gemeingefahr erforderlich ist. Dresden, om 22. November 1918. Der Staatskimurtssar für Demobilmachung. . Dr. Dehne. Abgabe von Quark. Zeit der Abgabe: Sofort. Bezugsberechtigte : gelbe Ausweise Nr. 12 — 41) gegen Marke H blaue Ausweise „ 137 — 378) 100 Gramm. Verkaufsstelle: H. Kindmann, Conjumverein und Hug. Ädors, den 25. November 1918. S!üdt. LesteNSMittelamt. Wir muchen unsere Bevölkerung u.id m-besondere dre M tgüeder der H essen Kassen und der Orisira'lcnkalse Leubelha und Umgebung nochmals darauf aufmerksam, doh Herr Dr. med. Meiser ans Bad-Elster täglich von «achrn. 2 — 4 Ahr im Hotel zum Goldenen Löwen hier Sprechstunden adhält, danach auch Krankenbesuche abstattet. Adorf, den 25. November 1918. Der Stadtrat. Dienstag, d-n 26. bs. Mts., sviün!n Temmlers Keller gering angefrorenc Kartoffeln zum Vorzugspreise von 8 Mark der Zentner gegen Kartofselmarken für diese Woche und soweit dann noch Kartoffeln vorhanden sind, auch auf dir Marken für nächste Woche abgegeben werden. Bezugsscheine hierauf werden in der Zeit von 8 — 12 Uhr im Sitzungszim mer des Rathauses in nachstehender Reihenfolge ausgegrden: Buchstabe: vorm. 8—9 Uhr (4 — U „ 9 — 10 „ N - k 10 — 11 „ 8-2 „ 11 - 12 „ In dieser Reihenfolge müssen auch die Bezugsscheine einge'öst werden. Er Wird geraten, oiese Kartoffeln vor dem Verbrauch längere Ze t in kaltes Wasser zu legen. Adorf t. D., den 25. November 1918. StÜdt. LedenSMittelüMt HaferLieferrmg. Am Sonnabend, den 30. d. W, nachm. 2 Uhr mutz dir vom Kommunalorrband Oelsnitz angeforderte Hastr geliefert werden. Wir fordern die Beteiligien aus, Fütlsäcke bei uns am 27. ds. Mts. nachmittags 3—4 Ahr in Empfang zu nehmen und den Hafer zur dezrrchnelcn Zeit auf dem Güisrbahn- hof abzuüesern. Hierbei weisen wir darauf hin, dotz dis zum 30. November Ser Zentner Hafer mit 17 Mk. und vom 1. Dezember ab nur noch mit 15 Mk. b-zahlt wirb. Adorf, den 25. November 1918. Der Stadtrat Sie heMe Armee. Wenn auch kein Krieg im Westen wieder entstehen kann, so machen es doch die Verhältnisse und die räube rischen Gelüste im Osten zur Notwendigkeit, daß die Alnnabme vermieden wird, es gäbe keine aktionsbereite deutsche Armee mehr. Das Heer bleibt nach den er gangenen Entlassungsbestimmungen aus den Mann schaften der Jahrgänge 1896, 1897, 1898, 1899 ge bildet, während die Truppen der früheren Jahrgänge nach und nach in die Heimat zurucklehren. Für alle Hülle sind mithin die erforderlichen Kräfte vorhanden. Ueber die künftige Heeres-Organisation kann wohl erst die zu wählende gesetzgebende Vertretung des dcut- jchen Volkes ihr Votum abgeben, und unsere Krieger haben gewiß ein Recht daraus, daß nicht über ihren Kopf hinweg für sie wichtige Beschlüsse gefaßt werden. Vie haben daher auch mit zu wählen, und die von den Soldatenrüten in den bisherigen Fronten eingelaufenen Kundgebungen für eine regelrechte Erledigung aller Derfaffungsfragen lassen erkennen, daß sie darauf be dacht sind, Ruhe und Ordnung zu erhalten. Die Wei- Angen des Felds,mrschalls von Hindenburg über Zucht und Disziplin sind deshalb auch anstandslos respektiert worden. Die Grundlagen für die HeereSgestal- tung sind heute so, daß die Kommandogewalt dein Kriegsminister Cchcüch in Berlin untersteht, der in dem sozialistischen Abg. Göhre einen Unterstaatssekretür zur Seite gestellt erhalten hat, und von dem Vollzugs- Ausschuh des Arbeiter- und Soidatenrates kontrolliert wird. Die Ardei». wird naturgemäß bei den bisherigen Verwaltungsstellen liegen, die in allen Dingen aus dem Laufenden sind und bis zum Ende der Demo billsierung nicht Wohl abgelöst werden können. Die Mannschaften, oie im Dienste bleiben, sollen die letzte mobile Löhnung von 10 Mork für die Dekade beziehen und dazu täglich 3 Mark Zulage erhalten, wenn sie Sicherheitsdienst übernehmen. Der innere Ausbau der Armee ist zur Zeit nicht überall gleich was bei der Plötzlichkeit und Schnelligkeit der Umwälzung erklärlich ist. Eo sind in München teilweise andere Anwendungen, wie im preußischen Kontingent. Tor^ sind auch Offiziers-Ausschüsse ge bildet worden. Die Zuständigkeit der Soldaienrüte muß allgcm in noch ^ci.a. abgegrcnzt werden, schon im Interesse der Präzision, die ja doch am meisten den Soldaten selbst im Blut steckt. Tie gruuosätzlichen Bestimmungen über die K-meradschastlichleil aller An gehörigen der Armee, unbeschadet der Disziplin im Dienste, stehen fest. Wie sich später die L-ang- und Mvancements-Verhältnisse gestalten sollen, wird >ick .eu j zeigen haben, denn auch die bleiben nötig, wenn eine j Armee mit Offizieren beibehalten werden muß. Aller- ! dings wird das stehende Heer sehr verringert und dafür eine Miliz-Armee mit kurzer Dienstzeit einge richtet werden, wie es in der Schweiz und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika der Fall ist. Das alles hängt aber zum guten und schließlich auch Wohl zum größten Teil davon ab, was die anderen tun. An den Pensions- und Versoraungsverh utnift für i Invaliden und Hinterbliebene soll, wie schon gesagt ! ist, nicht gerüttelt werden. >Vm. SkM die MM der AMM. i Auf den heimkehrenden Soldaten ruht die Hofs- ! nung aller vernünftigen Elemente, daß sie mit fester Hand den diktatorischen Gelüsten einer kleinen Gruppe ! von Radikalinskis ein Ende machen und verhüten we.- ' den, daß man das deutsche Volk zum Eersuchskaninch. u für zum mindesten verfrühte Welterlösnngspläne macht. § Erfreulicher Weise mehren sich die Meldungen, wonach der Einfluß der Soldaten in den A.- und S.-Räten immer mehr im Wachsen begriffen ist und die Soldaten sich unzweideutig auf den 8odsn des Verlangens naa, sofortiger 'Einberupmg der Nationalversammlung i stellen. So haben sogar in dem sehr nach links schillern den Bremen sämtliche Soldatenvertreter der Bremer Garnison und ein großer Teil des Arbeiterrats sia, gegen die bolschewistischen Bestrebungen, die unter Lo tung Henles seit einigen Tagen in Bremen bekundet wurden, auf eine Entschließung geeinigt, worin sie für die Regierung und Nationalversammlung einiretsu. Ter Landes-Ausschuß samt i f ee Soldarenrä-e Badens hat ebenfalls neben der Sicherung der Ziele der Revolution die sofortige Einberufung der Na tionalversammlung verlangt. „Wir verwerfen, so sapeu ! sie, rede Gefährdung der Berhandlungsmöglichkeit der « Reichsleitung mit Wilson. Süd- und Westdeutschland ! wird dabei mithelfen. Wir protestieren gegen diOawei- ! sches Vorgehen einzelner Gruppen. Wir haben Mil lionen Kämpfer hinter uns." BollzugsanssÄnß und Regierung. Zwischen dem Vollzugsausschuß des Arbeirer- und SoldatenratS von Groß-Berlin und der Negierung, den Vottübeauftragten, ist nach Verhandlungen ein Üeber- einkommen getroffen wvroen, über das folgender amt licher Bericht ausgegeben wird: „Tie Revolution hat ein neues StaatSrecht ge schaffen. Für die erste Ucbergangszeit findet der . neue Nechtszustund seinen Ausdruck in nachstehender , Vereinbarung zwischen Yem Voltzugsrat des Arbeiter- uno «exowarenrars von Groß-Berlin und dem Rar der Polksbeauftragten: 1. Tie Politische Gewalt liegt in den Hän den der Arbeiter- unü Solvatenräte der deutschen sozialistischen Republik. Ihre Aufgabe ist es, die Errungenschaften der Revolution zu behaup ten und aufzudauen, sowie die Gegenrevolution nrederzuhalten. 2. Bis eine Telegiertenversammlung der Arbei ter- und Soldatenräte einen Bollzugsrat der deutschen Republik gewählt hat, übt der Berliner VollzuFsrat dix Funktionen der Ara .' ter- und Eol- datenräte der deutschen Repu üik im Eingeständnis mit den Arbeiter- und Soldarenräten von Groß- Berlin aus. S. Die Bestellung des Rates der Holksbe auftragten durch den Arbeiter- und Soldatcnrat von Groß-Berlin bedeutet die Uebertragnng der Exekutive der Republik. 4. Die Berufung und Abberufung der Mitglie der des entscheidenden Kabinetts der Republik und — bis zur endgültigen Regelung der staatlichen Verhältnisse — auch Preußens, erfolgt durch den zentralen Vollzugsrat, dem auch das Recht der Kontrolle zusteht. 5. Vor der Berufung der Fachminister durch- das Kabinett ist der Vollzugsrat zu ibren. Sobald als möglich wird eine Reichsver-s sammlung von Delegierten der Arbeiter- und- Zoldatenräte zusammrntreten. Dar Termin wird noch bekanntgegevcn werden. Im Anschluß an diese Vereinbarung, die das grundsätzliche Verhältnis der Arbeiter- und Evldateu- räte zur Reichsregierung festsetzl, sollen alsbald Richt linien sür die Arbeiter und Soldatenrüte herausgege-r den werden." Das heißt also. Die politische Macht bleibt bei dein Soldaleurat, die Ausführung der Regierung aber lieg: in den Händen der ätzolksoeuuftragren. Ob damit dem gegenwärtigen Nebeneinander- und Durcheinanderregie- ren ein Ende gemacht werden kann, erscheint sehr zweifelhaft, denn eine Regi-rung, die sich nicht auf reale Machtbefugnisse stütze,, kann, spielt lediglich die Rolle von Commis. » Der Soldatenrat der Armeeabteilung er hebt schärfsten Widerspruch gegen jede Hintertreibung der Wahlen zur Nationalversammlung. Der Soldatenrat Lüttich telegraphierte an Ebert-, daß die zukünftige Staatssorm nur auf Grund do- allgemeinen Wahlrechts, nicht über den Kopf des Bolkeg und der heimkehrenden Truppen hinweg, durchgesetzt werden könne.