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Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts, der Ants, anwaltschaft und des Stadtrates zu Adorf. Anzeigenpreise: die ügespaltem Pctiizeile oder deren Raum 15 Gcldpfcunige, bei auswärtigen Anzeigen 20 Goldpfennige, für die amtliche Zeile 40 Goldpfennige, Rellammezeile 60 Goldpsennige- Dt se Zeitung erscheint an jedem Wochentage nachmittag mit dem Datum des folgenden Tages. Sonnabends liegt die Ssettig« Roman-Vellage „Neue Illustrierte" bei. Fernsprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter und Verleger Otto Meyer in Adorf. Postscheck-Kto. Leipzig 37369 ^ 54. Sonnabend, örn 22. Marz l924 89. «MU > I I, , , «»-»- Mauk» und Ktaueuseuche in Bergen. Im Klauenoiehbesiaade des Gutsbesitzers Arthur Müller in Bergen Nr. 2ö ist die Maul- und Klauenseuche bez rkKierärzil ch ststgestellt worden. Sperrbezirk: Geneiude Bergen bei üdorf i.Vogtl. Beobach uvgsg bre»: Eichigt, Untereichigt, Reb-lsreuth, Freiberg, Obergetten- SkLn und Ebmath. Ferner wird eine G fibrenzoue aus den Gemeinden: Pabstleithen, Tresenbrunn, Posseck, Obertriebe!, Untertriebet, Hundsgrün, Lrubetha, Adorf, Jugekburg, Arnsgrün, Untergettengrün gebildet. Auf die früher in Maul- und Klauenseuchefällen erlassenen Vorschriften, die bei der Amtshauptmannschaft und den Gemeindebehörden eingesehen werden können, wird hin- gewiesen. Zuwiderhandlungen werden bestraft. I b: 21 a 8. Oelsnitz und Adorf i. V., den 20. März 1924. Die Amtshauptmannschaft und der Stadtrat Adorf i. B. LS Die Anstrengungen Frankreichs, sich an der Küste "de k-r^ — ... haben allerlei Alarm- Sie letzte Woche. n» Wahlen und Wetter zu prophezeien, soll mau hüten, denn Enttäuschungen bleiben nicht aus. Ue Auflösung des Reichstages, die in Deutschland Milch kaltblütig verfolgt wirb, hat dagegen in Frank- Ach eine Bewegung ausgelöst, die stärker ist, als das Meresse für die Neuwahl der eigenen Deputierten- .»mmer. Die Pariser Blätter rechnen uns fortwährend v" genauen Ziffern vor, wieviele Mandate auf jede fische Partei entfallen würden, wobei der Zweck Aufstellung ist, den französischen Wählern vor- Mden, bei uns würde eine Revanchepartei obenauf ».ulMen, deren Absichten nicht zu verkennen seien und ^ukreich dazu zwingen würden, seine Sicherheits« d "Mahmen zu treffen. Wir wollen uns über diese Re- nicht die Köpfe zerbrechen, denn wir wissen, "s wir zu tun haben und woran wir festhalten müssen. kg. ist sehr erbaulich, aus Paris zu hören, daß große Revancheabsichten planen, von welchen in Autschland selbst nichts zu erkennen ist, während die Morosen mit den Tschechen, Slowaken und Polen »Pmngreiche Offensivverträge gecen uns abschließen. Veröffentlichung der französisch-tschecktsch-polni- Alliance spricht Bände, die jedem, der hören will, y"?'unft darüber geben, was er von der Friedensliebe .no hx,. Rüstungsbeschränkung Poincaräs zu halten k?» Er stellt wieder in Abrede, daß er Angriffsgedan- gegen uns hat, er will sich und die mit der fran- Uüchen Republik verbündeten Staaten nur gegen ^«Nückische deutsche Pläne verteidigen, aber das sind »5 alten Geschichten. Wir bleiben immer und ewig die sWldigen, und der französische Ministerpräsident '^makellos da. »z. Die Verhandlungen der SachverständigenauS- ^usse in Parts ziehen sich länger hin, als angenom- wurde, und wenn auch, wie behauptet wird, keine t»,, üngsverschiedenheiten zwischen den fremden Vcr- und dem deutschen Reichsbankpräsidenten Tr. h-Ucht stattgefunden haben, so scheinen doch ebenso wie Ken so häufig sich französische Durchstechereien gemacht zu haben. Was in dieser Beziehung tz^chen Paris und London erörtert worden ist, hat die HAe auch noch nicht von der Stelle gebracht, und die h^'°ungen gehen zudem weit auseinander. Poincarö tz.' versichert, daß er nicht abgeneigt sei, einen Frie- t^pakt mit England und Belgien zu schließen, neben den Reparationen sei die Sicherung Frank« gegen einen Angriff Deutschland- die Haupt- aber das hat er schon oft gesagt, und Wetter ""Nt nichts. Stellung zu sicher . kik» ühten veranlaßt, die behaupten, auch die bel- Küste solle unter französische Okkupation gestellt M mit ein großer Eifenbahnbau verbunden werden, yz^vndon haben diese Nachrichten sehr verschnupft, ^i»n schnell wird es doch nicht gehen, bis aus ihnen ^eit wird, denn eine solche Aktion gegen Eng- würde nicht mißdeutet werden können. tzi-i^Dex Festsetzung des Termins für die deutschen 1ii>,^stagLwahlen folgt ziemlich eilfertig die Aufstel- > Kandidaten, da die Frist, die uns von dem ^erleidenden Tage trennt, knapp bemessen ist. Der der Wahlbewegung scheint nach außen hin ein bleiben zu wollen, die aber die Teilnahme der 1h Aer nur verstärken dürfte. Die Landtagswahlen, die A.^rletzter Zeit abgehalten und vorwiegend von einer tz vvlung begleitet gewesen sind, ließen doch keine ^Mng hervortreten und brachten dabei einen sel- ^täw^°Mesenen Aufmarsch der Wahlberechtigten in den 0on über 90 Prozent. Es wird auch darauf ^ki^men, daß das ganze Volk seinen Willen mit un- ! ^uriger Einmütigkeit zum Ausdruck gelangen läßt. Italiener haben die Stadt Fiume am adriati« die vor zwei Jahren von dem modernen Kerz'g° di. ..Gabriele d'Annunzto". der iekt in den erhoben wurve, tn abenteuerlicher Welse ?«i in aller Form annektiert. Es ging da- seiner Zeit d'Annunzto seinen Frei- reich unternahm, wurden ihm Verhaftung und schwere Strafen angedroht, and die Regierung in Rom versicherte, daß sie Fiume nicht behalten würde. Wer die italienische Seele kannte, lächelte darüber und wußte, woran er damit war. Und es ist auch richtig so ge kommen. Es ist eine alte Sache: Italien nimmt, was es kriegen kann, und behält, was es hat. Vor dem Welt kriege war Fiume ungarisch. SeeK und die ZeichMHl. Warnung vor dem Bürgerkrieg. Kurz vor dem Ausbruch des Münchener Putsches, am 4. November, hat der Chef der Heeresleitung, Ge neral v. Seeckt, einen bemerkenswerten Befehl an die Wehrkreiskommandeure ergehen lassen, tn dem es heißt: In diese» Tagen schwerster Röte unseres Vaterlandes sind die Augen weiter Vottskreise ans die Reichswehr gerichtet. Wird die Wehr macht die jetzige Probe bestehen, wird sie ein un bedingt zuverlässiges Instrument in der Hand ihrer Führer blcil-en? Dis ist die Frage, mit der Reichswehrsreunde und -Fei« e sich gleichermaßen gespannt beschäftigen. Weiter sagt General v. Seeckt: Solange ich an meiner Stelle bin, habe ich die Ansicht vertreten, daß nicht von diesem oder jenem Extrem, nicht von äußerer Hilfe oder innerer Revolution — komme sie von links oder rechts — das Heil kommt, sondern daß uns nur harte, nüchterne Arbeit die Möglichkeit zum Wei- terieben gibt. Diese können wir allein auf dem Boden von Gesetz und Verfassung leisten. Wird dieser ver lassen, so tritt der Bürgerkrieg ein — der Bürgerkrieg, der bei unseren heutigen Verhältnissen zwei an Zahl und Machtmitteln gleichstarke Parteien gegeneinander führt, der nicht mit dem Siege der einen Seite, son dern mit ihrer gegenseitigen Zerfleischung endet, für den uns der dreißigjährige Krieg ein furchtbar war nendes Beispiel sein muß. Feinde ringsum — im Jn- , nern Deutle gegen Deutsche! Beim Friedensschluß triumphiert — Frankreich. , An der Reichswehr ist es, diesen Bürgerkrieg zu verhindern. Denn darüber besteht bei Freund und Feind kein Zweifel: Solange in der Reichswehr innere ! Disziplin und unerschütterliches Vertrauen zu ihren « Führern lebt, solange kann kein Feind des Staates ! etwas ausrichten, solange kann die Reichsetnhett nicht ! angetastet werden, solange wird die Hoffnung auf ein i freies und großes Deutschland nicht erlöschen. Sie christlichen Gewerkschaften. Richtlinie» für die Neichstagswahlen. Ter Eesamtvorstand der christlichen Gewerkschaften hat in Berlin seine Tagung abgehalten und zu den bevorstehenden Neichstagswahlen Stellung genommen. Nach sehr eingehenden Beratungen wurden dazu Richt linien aufgestellt, in denen es u. a. heißt: Die christliche Gewerkschaftsbewegung ist nicht nur eine Bewegung zur Erlangung günstiger Lohn- und Ar- ! beitsbedingungen, sondern auch etue Wirtschafts- und ' Kultnrbewegung. Sie muß darauf bedacht sein, «inen stärkere» Einfluß auf die Politik auszuüben. Dieses ist in der heutigen Zeit nur auf dem Wege der Partei möglich. Die christlichen Gewerkschaften müssen als» nach wie vor eine stärkere Vertretung durch Abgeord nete ihrer Gesinnung in den einzelne« Parteien an streben. Die christliche Gewerkschaftsbewegung ist nicht Träger oder Anhang einer einzelnen bestimmten Par- tei. Sie fühlt sich mit allen Parteien verbunden, die für ihre Grundsätze eintreten. Eie warnt aber vor den sozialistischen Parteien und der Wahl von soziali stischen Abgeordneten, weil der Sozialismus dem Geiste der christlichen Bewegung entgegengesetzt ist. Die ge werkschaftliche Veranstaltung müsse frei von Parteipoli- tik bleiben. Es sollen möglichst solche Leute kandidieren, Vorri denen von vornherein feststeht, daß ihr persönliches! Können, sowie ihre Stellung im Verband eine Gewähr^ dafür bieten, daß sie sich mit ganzer Kraft im Parla ment betätigen werden. Die Abgeordneten müssen sich während der Dauer ihrer Abgeordnetenzeit ununter brochen bemühen, persönlich entsprechend dem Sinne des Programms der Bewegung und den von dieser- gefaßten Beschlüssen zu handeln, sowie Partei- und Fraktionsfreunde für eine gleiche Stellungnahme zu gewinnen. Gegen die Sommerzeit. Ablehnende Stellungnahme der Landwirtschaft. . Zu dem Anträge der preußischen Regierung a»E Einführung der Sommerzeit, der von der ReichSregle- rung in Verhandlungen mit den Ländern wohlwollend geprüft ist, war offiziös mitgeteilt worden, daß mit der Einführung der Sommerzeit zu rechnen ist, fallt die Landwirtschaft ihre bisherigen Bedenken fallen läßt^ Wie dazu von maßgebender landwirtschaftliche» Seite erklärt wird, hält die Landwirtschaft ihre Bv» denken tn vollem Umfange aufrecht. Durch die Som-t merzeit, die auch für die Städter nur geringe Vorteils habe, würde auf dem Lande eine allgemeine Verwirf rung entstehen. Infolge der Absatzregelung der land-i wirtschaftlichen Produkte zur Stadt wäre auch die Land wirtschaft zur Einführung der Sommerzeit gezwungen. Dadurch würden aber Unregelmäßigkeiten in der Vieh- Wartung notwendig und es müßte in den Stallungen morgens unnütz Licht verschwendet werden. Auch für i die Feldbestellung ergäben sich nur Nachteile, da die z Arbeit auf dem Felde doch erst nach dem Abtrocknen dell .Taues begonnen werden könnte, während sie abendM eine Stunde zu früh endete. Nach den Erfahrungen^ mit der Sommerzeit im Kriege wären auch Schwierige ketten tn der Milchbelisferung der Städte »»vermeid^ lich, da es nicht regelmäßig möglich sein wird, dies Milch entsprechend früher zur Abholung bereitzuflellen^ Deutsches Reich. - Berlin, den 21. März 1924. ° Hochverrntsprozcß gegen Graefe. Wie verlautet, hat der Untersuchungsrichter beim Staatsgeri6 tshos nunmehr gegen den deutschvölkischen Reichstagsabgeord neten v. Graefe-Goldebee im Zusammenhang mit den Münchener Novemberereignissen die Voruntersuchung wegen Hochverrats eröffnet. Sollte es zu einem Pro- zeß gegen Graefe kommen, dann könnte dieses Ver fahren unter Umständen eine für Norddeutschland in teressante Ergänzung des Hitler-Ludendorff-ProzesseSt bringen. ° Künfmiltionenpfnndtredit für die Reichs-ank. Wie aus London gemeldet wird, hat die Bank von, England der neuen deutschen Goldkreditbank einen Kre dit in Höhe von fünf Millionen Pfund Sterling er öffnet. Es handelt sich hier um die fünf Millionen Pfund, die von der Bank von England nicht der Gold diskontbank direkt, sondern der Reichsbank zur Ver fügung gestellt werden, um von dieser zur Zeichnung und Einzahlung ihres Kapitalanteils an der Gold diskontbank verwendet zu werden. ° WaS «uS der Reichstag kästet. Nach dem bis jetzt vorliegenden Neichsetat beträgt die Aufwandsent schädigung für die 459 Reichstagsabgeordneten 4 549125 Mark. Dazu kommen als Tagegelder für die Teilnahme an Ausschußsitzungen und als Äufwandsoel- der des RetchStagspräsidenten noch 20 000 Mark. Die Uufwandsaelder des Präsidenten betragen das Dop pelte der Diäten der Retchstagsmttglieder. Außerdem hat er freie Amtswohnung mit EeräteauSstattung. Al- Entschädigung an die Reichseisenbahnen für die Frei fahrscheine, die den Abgeordneten »ur Per Wanna ae-