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Adorfer Grenzbote (früher: Der Grenzbote) -Rsslumsn dis ^«äe 4-1 Hf-^ Amtsblatt für den Stadtrat zu Adorf Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger: Gtto Meyer ln Adorf el.-Adr.: Gcsnzbot» Fernsprecher Nr. 14 Sonntag, den 26. Januar iM9 Iahrg. 21 nachjtehrnden Reihenfolge geschieht in der Uhr « Die Abgabe der Kartoffeln erfolgt für vormittag Buchstaben - l) Uhr ß — 9 Oelsnitz i- V., 24. Januar 1919. Milit. Meldeamt. 9 — 10 nachm. Stadt. Lebeusmittelamt. MUit. Meldeamt. an Rohstoffen und mit Niesenüoer 8 9 10 II 10 11 1 2 - 11 - 12 — 2 - 3 Erster Meldetag ist der t. Februar 1919. O » I » n i tz i. B., 24. Januar 1919. - ll - Zi - — .9 können am Montag eingelöst w-ro«n. Adorf, den 25 Januar I9l9. vormittag >» da- sich vielleicht strotzend reiche Länder mit einem na türlichen Ueberfluß Arbeitslosen-Versammlung am Montag, 27 dss Mts, nachm. 3 Uhr im Feldschlötzche«. Der Arbeiter-Rat. star? genug war, Deutschlands Wi derstandskraft zu vernichten, und dies war Deutschland selbst." Seine Worte zielten auf unser militärisches Unglück. Sollen sie auch für unsere Industrie Geltung erlangen? ,— Z. Die fehlenden Sühstoffkarten sind eingegangen. Abholungszeit. Montag omm. 8 — 12 Uhr im Meldeamt. Der Stadtrat. : Anzeigen von hi« vad au» Ssn- Amtsasrichts- r » bszirp Adorf iverosn out In Hfq., von auswärts i ! mit 20 Hf^. »ie Smal gefpaiwne Grna-zei!« ! ; oder derea Roum berechnet und bis Mittag» l > I I Ahr süe deu nächstfolgenden Tag erbeten 1 Tageblatt für Adorf und das obere Vogtland U - y k — 8 D - K >1 l " st 9 erzielen, als mit der Mänuerarbeit. Hiifkarbeit frei lich wird eS im allgemeinen bleiben müssen, was die Frau macht, Ausnahmen bestätigen da nur die Regel. Besonders bei Maschinenmontage wurde bemerkt, Lag der Frau der konstruktive Sinn gänzlich abgeht. Natür lich spielt da auch der Hemmschuh der mangelnden Kör- perkräfte mit. Aber bei ewig gleich bleibenden Ar beiten, bei denen auch der erfinderischste Kopf unter den männlichen Arbeitern sich keine den Geist befrie digende Beschäftigung heraustüfteln kann, ist die Kran am Platze. Das ist bei der weitaus grüßten Masse be sonders dann der Fall, wenn Unterhaltung mit anderen Arbeiterinnen gestattet ist. „Wenn gute Reden sie begleiten, dann fließt die Arbeit munter fort," das trifft auch hier zu. Manche sind da gern mit etwas weniger Lohn zufrieden, wert sie „seelisch" weiter- kommen. Freilich sind von den zuständigen Beobachtern überall auch Erscheinungen konstatiert worden, bei de nen der entschlossene Wille zu möglichst umfangreicher Arbeit auftritt und sich zur Geltung bringt. Frei lich ist das nur ein kleiner Prozentsatz, mit dem die Industrie bei ihrer großen Arbensverteilung kauw rechnen kann. A. «. Montag, den 27. dss Mts. Verkauf von Kartoffeln aus die bis 26 4. gültigen Bezirkskartoffelkorten. Lus Wunich werden wir die vom 29. 1. gültige Bezirkskartosfelkarle mit einem Zentner beliefern, wenn i!e im Ganzen bei uns eingelöst wird. Das Pfund kostet 12 Pfg. Die Abgabe der Kartoffeln erfolgt in der Bekanntmachung. Am 1. und 3. Sonnabend jeden Monats wird ein Benrksseidw-bri in Adorf nachmittags von 3 — 6 Uhr im Hinteren Zimmer des Ratskellers zur Entgegennahme von Meldungen anwesend sein. ulte« Schule. Die Ausgabe der Bezugsscheine im Sitzungszimmer Buchstabe F — 61 Aufforderung. Sämtliche entlassene Mannschaften der Krastsahrtruppen werden hiermit aufgesordrrt» die noch in ihrem Besitz befindlichen Sonderdekleidnngsstücke (Pelze, Lederanzüze usw ), die Eigentum der Heeresverwaltung sind, umgehend an das zuständige Meldeamt abzugrben. — 9 — 10 — 11 - 12 die schüssen aus gewaltiger Ausfuhr leisten können. Auf u n s t r i fft d i es, wenigstens augenblicklich nicht zu. Wir lähmen durch Sozialisierungsbestrebungen die Kraft unserer Industrie. Sven Hedin schrieb vor kurzem über den deutschen Zusammenbruch: nur eine Macht, die starr genug war, Deutsch - Ser GrsnHots er>chemt täglich mit Aus nahme des den Sonn-undAsiertogsn folgenden Tage» und kostet vierteljährlich, vorausdezo hl- dar, 2 ly Pfg. Gestellungen werden in - der Gescl-äftsitÄle, von den Austrägern des i Vlattes, sowie von allen Kaiserlichen Hoft- t anstalten und Hostboten angenommen - Nie Hrauenalbeit ln Favmen. Tie weibliche Tätigkeit in der Munitionsiudnstrie hat Veranlassung zu tiefgehenden Untersuchungen übe»' die Lerwendung weiblicher Kräfte im eigentlichen Pro duktionsprozeß der Industrie veranlaßt. Die Frau war bisher durchweg, auch in der Textil-Jndvstrie mit Aus nahme der Spinnerei nicht direkt produktiv, sondern nur beihelsend, nebenbei, tätig. Der Mangel an Arbeitskräften 'Wang im Krige zu weitgehenden Versuchen zu unmitteioarer Produktion. Und diese sind zum guten Teil befriedigend ausgefallen. Ueberall doit, wo es sich um schematische Arbeiten handelt, hat die Fran infolge ihrer größeren Anpas sungsfertigkeit einen Borsprung vor dem Manne. Nach einiger Einarbeitung führt die Frau die einzelnen Handreichungen regelmäßig und ohne Störung und or- dentlich aus, während beim Manne, auch bei Akkord arbeit nach einiger Zeit ein Nachlassen der Aufmerk samkeit und damit der Qualität der Leistung zu beobach. ten ist; und zwar, je mehr, desto schematischer die Ar beit ist, und je jünger und intelligenter und tatkräf tiger der Mann ist. Bei solchen schematischen Arbeiten kann daber der Kabrttdetrieb mit der Frauenarbeit dieselben .Erfolg« Uch »etzisn Ende- für den Staat weniger übrig, als er früher von der selbständigen Industrie in der Form von Steuern empfangen hat. Gemischt-Wirtschaftliche Betriebe empfehlen sich hier vielleicht mehr. Auw im Interesse der Arbeiter, für die dadurch die Perlust möglichkeiten verkleinert werden. Denn bei der So- ziaiisierung hätten doch Wohl sie das Risiko zu tragen, das schlechter Geschäftsgang, Unruhen, Krieg usw. her- beiftthren können. Reue Anlage« -ibts dann nicht mehr. Tie schlimmste Schattenseite der Pergesellschastung ist die restlose Verstreuung der Ueberschüsse an Staat und Arbeiter. Während der Privatbesitzer aus deck Erträgen seines Unternehmens Betriebs-Verbesserungen bestreitet, Erweiterungs- und Neubauten aufführt, und so das werbende Volksvermögen erhöht, ist davon bei Staats- und Gemeindebetrieben nicht die Rede. Dabei bedürfen w.ir in dieser Zeit deutscher Verarmung des allereifrigsten Spargeistes! Nur hart arbeitend, das Erarbeitete fest zusammenhaltend, können wir wieder emporkommen. Vcrgescllschastuug ist ein Wagnis, Weimar. - Die Hauptstadt des früheren Gr^hee^»,s««ü Sachsen, die zum Sitz sür die NativnakversammänH, ausersehen ist, ist weltbekannt. Das hat die Ueberlie» ferung der Goethe- und Schillerzeit bewirkt, Zehn- tausende von Ausländern besuchen alljährlich die an mutige Stadt an der Ilm, in der die großen deutschen Geistesheroen mit ihren Zrzüyhen gewirkt, nnd wo sie in der Fürstengruft ihre letzte Ruhestätte gesunde» haben. Diese klassische Poetenzeit eins-ßMüflc: Wiederbelebung durch die Wirksamkeit des große« M«- sikkünstlers Liszt vor sechzig Jahren gefunden, und heute noch versammeln sich alljährlich hochgesinnte nnd kunstfreudige Männer an der Ilm. Weimar fteht oben an unter den deutschen Städten, die sich einen ganz per sönlichen »und eigenartigen Charakter gesichert habe«. Weimar ist weimarisch! Tie elegante, aber doch i» einzelnen stille« Winkel» an frühere Kleinstadtzeiten gemahnende, Mxmehme Mit telstadt, zählt etwa 35 000 Einwohner, aufgeweckte «n» intelligente Menschen, die die Bedeutung ihrer Stad« zu würdigen wissen, leben froh und mit künstlerischem Sinn wie alle Thüringer. Tie Stadt wirkt schon beim Betreten durch weite Plätze und schölle Anlagen, histo rische Gebäude und Naturschönheiten wechsel« ab. Herr lich ist der Schloßpark und die Landschaft a« der Das großherzogliche Schloß ist ein ioetter Va«, da«? neuerbaute Theater hat mit Recht eine« großen Ruf. Die Industrie ist nur spärlich in Weimar oerrreten, so daß das Leben einen starken Zug von Behaglichkeit hat. Es ist eine Stadt, die Friede und Ruhe atmet, lind als solche wohl geeignet zur Besänftigung erregter Politischer Nerven. Ter deutsche Selbstmord. Experiment zu unrechter Zeit Im Rheinland ist eine Sozialisierungskommission «« Werk, um festzustellen, ob die von den Arbeitern angestrebte und als dringend bezeichnete Verstaatli chung der großindustriellen Betriebe sich zur Zeit durch- Führen läßt. Die Arbeiter haben am 9. November polt- Nsch die Schlacht gewonnen: daß sie jetzt die Bente etnzuheimsen trachten und Erfüllung aller der Ver- ßprechungen verlangen, die ihre Führer ihnen vierzig Jahre lang verschwenderisch gemacht haben, ist mensch- Äch verständlich. Und so bleibt nur die Frage zu beant worten, ob die Vergesellschaftung ihnen alle erhofften Borteile bringen oder ob sie sich bei Anwendung dieser Waffe nicht ins eigene Fleisch schneiden werden. Tas Ausland ist einverstanden und — zufrieden. Zu einiger Vorsicht mahnt von vornherein di« Haltung des Auslandes den grundstürzenden Plänen unserer neuesten Wirtschaftsreformer gegenüber. Man lehnt sich in der Presse, der feindlichen sowohl wie der neutralen, nicht Wider die Aenderung auf, obgleich sü doch Deutschlands Zahlungsfähigkeit beeinflussen, di« für die Entschädigungsansprüche des Vielverbandes be reitstehenden Pfänder im Werle herabmindern kann. Englische wie holländische Zeitungen weisen vielmehr ganz glaublich daraus hin, daß z. B. die Sozialisierung der rheinisch-westfälischen Kohlengruben, der Hochöfen usw. den niederländischen Markt, nicht minder den lo thringischen, vielleicht sogar den süddeutschen, für die englische Kohle frei machen könnte. Bisher führte daS rheinisch-westfälische Kohlenshndikat über 7 Millionen Tonnen deutscher Kohle alljährlich nach Holland ans. Wird der Preis dieser Kohle jedoch durch die erhöhten Unkosten des Staatsbetriebes wesentlich gesteigert, so "vermag sie den Wettbewerb der englischen nicht«mehr «uüznhalten. Nnd Sozialisierung bedeutet, schon weil selbstverständlich die Arbeiter unter ihrer Herrschaft bedeutend bessere Löhne verlangen. Und ebenso selbst verständlich auch der Staat mindestens verdoppelten Gewinn erzielen will, unweigerlich eine gewaltige Er höhung der Preise des deutschen Erzeugnisses. Und der Ttaat verrechnet sich. Nun fragt es sich aber gleich weiter, ob der Staat mit seiner Annahme, durch die Sozialisierung vrsl Geld in die Kassen zu bekommen, recht haben wird. Die sehr hohen Ansprüche der Arbeiter pflegen bekannt lich allen Staats- lind Gcmeindcbetrieben gefährlich zu werden; gerade ihnen stellt man stets sofort straff« Forderungen hinsichtlich der Löhne und der Tarifge- staltung. Bei ihrer bürokratischen Berwaltnng und natürlichen Schwerfälligkeit müssen sie ohnehin auf einen Teil des Gewinnes verzichten, der dem flinkeren, bewegungsfreieren Privat-Untcrne hmer zufällt;, drückt kürzere Arbeitszeit, allzu milde Aussicht, die Wahl der Beamten nach politischen Gesichtspunkten u. a. den Reinertrag noch stärker herab, so bleibt wahrschein- — /- 3 - 4 ,, Die kürzlich aus die 8 Sblchniüe aurgegrdenen Bezugsscheine über einen Zentner