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Freitag, äen 4. Februar ISIS. 11. Zshrgrmg Nr. 28. /^uer Tageblatt MMM Än^ejaer für bas Erzaebirae WWW mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Mer Sonntagsblati. LKWW« ks,7r und Nu»s°r^'«u»»7s»»i, eprechflnn-e t«r rwdakfto» mit st««»ahm» Srr Sonntag« nachmittag» 4—s Uh». — T«l»g,amm.ftSnss»r Lagrdlatt fiar»rzg«d!rg«. Jemfpirch«, tt. °>'NN »I, Nufaob, d«. Sns.raL «hm« °o^'.'L°ö« ra» unorrtang« «ingrsan-w MannMpw kann chmotih, nicht g'iristl ««r-«a. ' Die Wegnahme -es /lppam. «in Abkommen Sriechealaa-s «lt -en Mitternächten! — Luftangriffe aus valoua na- Vurazzo. — Der bulgarische Vormarsch la sllbanieu. Vie öfterr.'ungar. Truppen 33 lcm vor Vurazzo. — Ein italienisches Zlugzeug vsa schweizerischen Truppen zur Landung gezwungen. ver amtttzte Kriegsbericht v»» beute! Gderfte Heeresleitung lV.L.0.) » » Passagieren wurde aber im amerikanischen Norfolk freie Landung gewährt. Ser Aufenthalt de» «ppm« in Amerika. (Reuter.) In dem Berichte des Zolleinnehmers von Norfolk an da» Finanzdepartement wird gesagt, daß Leutnant Berg um ein Quantum Steinkohlen und Proviant ersuchte, do» nur für kurze Zeit aus reichen würde. Gr ersuchte nicht Um eine Frist, um Reparaturen Vvrzuneymen. Da» Neutralitätsämt be gann über die rechtlich« Stellung de» Appam und der an Bord befindlichen Personen zu beraten. Dies« Körperschaft wurde von deutscher Sette darauf aufmerk sam gemacht, daß, wenn die deutsch« Prisenbesatzung intoniert würde, dasselbe auch für die Kamrukwe an Bord der britischen Schiff» gelten mUs«. (W. L. B.) Serlla, üra 4. -«drum. st» S1. San. und 1. -»drum hat ein Seutschra Untersecboot ta ü«r T h«m femü nüuug «Inen «ngllfihea armierten Sewachuugsdampftr, «inen bei- gischen, drei englisch, zu S«wachuag»s«»<k«u dienende Zischüampfer verstnkt. da» Martnelufttchiff L. IS ist voa einer stnfNürung«. fahrt nicht zurückgrkehrt. Vt» stageftellten Nachforschungen blieben ergebnislos, vm Lustphlff wurde nach einer Reuter» Meldung am r. -edruar von Sen lm Grimsbp beheimateten englischen -ifchdampfe» ging Steffen in -er Nordsee treibend angetroffen. Gondeln und Lustschiffkörper teilweise unter Wasser, di« Sesatzung befand stch auf -em »brr Wasser bestndllche« Letie de» Luftschiffe». Vi« Vitt» um Rettung wurde von -er Sesatzung de» englische« -tschdampfer» ab» geschlaKnIunter.de« vorgebrn, -a-sein» Sesatzung schwacher sei als SiHeaig» de» Luftschiffes, ver -tschdampfer kehrt« vielmehr «ach Srimsbp zurück, ver Lhrf Sm fttmiralstade». Hro-es Hauptquartier 3. Zebr. vor«. Weftllcher ltrkgsfthauplatz. Liner »er westlich vo« hulluch voa un» besetztra Trichter wurde durch eine erneut» englische Sprengung ver» lchüttet. Set Loo- und bet Neuville lebhaft, Hand. granateakSmpf». die feindlich« strtillerie eutwtckelte au viele« Stellen der -ront, besonders ta üenstrgonnen rege Tätig. . kett. Gestlich von Marl« fiel et« französtscher «amvfüoppel. Secker, -esse« -ührer stch verirrt halt», uuverfehrt ta unser» Hand. Geftliche« Kriegsschauplatz. fteta, besondere« Lretgaiss». Salkaa-Krlegsschauplatz. Uuser» -Ueger beobachte« im wardartal» südlich Sm griechische« Grenz» und bet dm stalegestell« im Hasen von Saloniki lunfangrrtch» Srüude. ttttaugrlN auf (Rmtter.) Mu» den nichtamtlichen Mittelungen Wer den Zeppelinan griff auf England geht hervor, daß die Luftschiffe an der Küste von Norfolk un 3 Uhr nach mittag» ankamen. Gin» der LustschM ließ die Botschaft fallenr Wir kommen später zurück. GS war Dten-tag . stütz ö Uhr, ehe der letzte Zeppelin wieder ad-fuhr." zw-ungen werden zu einer erniedrigenden vasalltznschaft. Der messt« Schaden wurde in Staffordshire im InLmj Es will nicht nur seine politische Souveränität bewach- sttiegebiet angerichtet. Hier Wurden neun PLerrschtzn ge- ren, sondern auch seine wirtschaftlich«, moralisch« und Annäherung der Luftschiffe hin wurden die Lichter in Geist und feine Sitten unberührt erMHe,'. Wenn^ der dea Theatern und Biofkopen verdmllelr, s ' wurde die Vorstellung bet Kerzenlicht fortgesetzt. Unter L der Bevölkerung herrschte kein« Panik. Ein« Bombe ll si«l mitten tu eine religiös« versoMmLung. Drei Frauen Wurden hier getötet und viele verwundet. Eine andtzre Brmbe fiel in einen Billard saal und tütete «inen der Spieler. In einer der Städte der Midlands wurden in einer Straße fast alle Häuser zerstört. Wins Mitglie der einer Familie, Großvater, Großmutter, Tochter und ' zwei Enkel wurden getütet. Uetzer eine andtzre Stadt in den Midland», die sofort in Ainstexnt» gje^J Lur Aufbringung Her Appam. Ter Rotterdamsche Courant meldet aus Newport: Ter deutsche Kommandant des APPcrM Leutnant Berg hat in einem Pressegespräch mitgeitziH, daß er selb st und drei andere Deutsche leicht verwundet wurden. Niemand wurde gelötet. Die Presse spricht sich über die Verwegenheit der Deutschen aus, die ihre Prise quer Über den Ozean -zu bringen wußten. Ter Sun zufolge spricht man in der britischen Botschaft von de.n Fall Appam als von einem verteufelt geschick ten Sweiche. Reuter meldet aus Norfolk: Leutnant Berg erzählte noch, daß der Appam am 16. Januar 60 Meilen nördlich von Madeira genommen wurde. Am 17. Januar griff die Möwe den Danipser Clan Maeta- vish an, der nach einem heftigen Gefecht sank, wobei 15 Dlann der Clan Mactavish getötet wurden. Appam, der bereits meilenweit entfernt war, kehrte zurück uni» rettete vier Mann der Besatzung des gesun kenen Dampfers, die in den Wellen herumtriebln. Späj, ter setzte Leutnant Berg auf BeZshl des Kapitäns der Möwe Kurs nach Amerika. Ter Appam hatte eine Ka none an Bcrd .alS er erbeutet wurde. T-iiese wurde nach der Möwe gebracht, so daß stch, als der Appam im Ha fen ankam, kein Geschütz mehr an Bord befand. Am 10. Januar hatte die Möwe die Farringford er beutet und in den Grund gebohrt und hierauf Coibridge mit einer Ladung Kohlen genommen. An Bord des letzteren Schiffes wurde eine Prisenb^satzung gegeben. Am 13. Januar begegnete die Möwe dem Lro-- awnbh. der keinen Widerstand leistete und versenkt wurde am 15. Januar der Ariadne mit einer Weizenladung, die ebenfalls versenkt wuxde. Am 16. Januar wurden zwei Schüsse auf dem Appam gelöst. Die Möwe näherte j sich dem Schiffe unter britischer Flagge und wechselt« Salutschüsse. Al» sie nahe genug herangeckommen war, hißt« sie die deutsch« Flagge. Der Appam führt« die britische Flagge, bi» er innerhalb der Dreimeilenzone kam Bet der Ankunft erklärte Leutnant Berg, daß er genug Leben-mittel an Bord hab«. Gr erhielt die Er» i laubntS, für «inen Tag Proviant einzunehmen. Ins, einem anderen Telegramm wird mitgeteilt, daß der Appam immer noch im Bereiche der Kanonen de» Forts Monroe liegt und dort bleiben Wird, bi» da» StaatSt- departement über ihn entschieden hat. Die Zollbehörden hoffen, am Dttttwoch ein Schiff nach Norfolk und New- port-News senden und den bürgerlichen Passagieren ge statte r zu können -n Land zu gehen. Kapitän Harrifv« von dem Appam erzählte einem Lotsen: G» war helllichter Lag, al» wir ein Schiff sichteten, da» au-sqh wie «tu «gewöhnlicher Kracht der langsam näher kam. Wir befürchteten nicht» und trafen keine Vorbereitungen, um Widerstand zu leisten, da wir gar nicht aus «inen Angriff gefaßt waren. Plötz- lich feuerte da» Schiff, al» Leichen Wr un», daß wir beidrehen sollten, vor unseren Bug. Zugleich verschwand die falsch« Verschanzung, di« offenbar au» Segettuch her, gestalt war. Wir sahen «in« Batteri« großer Kanonen. Wir ergaben un» ohne Widerstand. Eine Prisei besotzung kam unter dem Schutz« der Kanonen an Brrd und entwaffnete die Mannschaft, di« in die Ka jüten eingeschlossen wurde. 30 deutsch« Gefan gene ^die sich an Bord befanden, wurden befreit und halfen den Angreifern. MS die Reife nach Hamp, ton angetreten wurde, Würde ein Deutscher mit dem Dienst in der drahtlosen Station de» Dampfer» be traut und erhielt den Auftrag, alle Telegramme auftu- nehmen, aber kein» zu versenden. Besatzung und Passas giere durften täglich in Leinen Abteilungen Luft schütz, fen. Auf dies« Weis« vermochten die wenigen Deutschen die Hunderte von Gefangenen leicht zu überwachen. TA Lots« teilte auch mit, daß die Passagiere sich nicht über di« Behandlung beklagt hätte». (W. T. v.) Freilassung der Fahrgäste he» Appamst (Reuter.) Da» Washingtoner Staatsdepartement er suchte die Zollbehörde, di« Fahrgäste do» Appam frei- zulassen, aber die» unter Aufsicht von Einwande-' rumgrbeamten -u tun. AS- r. iS.) SuchtMietMug tzu» AppaMst Nach einer Konferenz, die zwischen Lansing und dem britischen Botschafter Spring Nie« stattfand, hat Lansing laut Dailh Telegraph beschlossen, den Appam und fein« B»m«m«ng zu internieren. Den wieder auf, aber um Mitternacht erschienen die Zepptz- l ne wieder und ließen Bomben fallen, Welche Wgch nur geringen Schaden anrtchtetsn. Bei der Untersuchung vor dem Totengericht in einem der Orte von Lincolnshire wies der Richter darauf Mn, daß HO Bomben abgeworsen, aber nur drei Personen getötet wurden. Aus einer an deren Depesche geht hervor, daß der Zeppeilinangriff auch aus den Eisenbahnverkehr Einfluß hatte. Ter Lokomotivführer eine» Schnellzuges ließ seinen Zug «ine Stunde lang in eignem Tunnel still stehen. Gin anderer Zug hatte mehrer« Stunden nötig, um ein« Strecke von 20 Meilen zurückzulegen, wiedtzr ein anderer Zug brauchte 12 Stunden Mr eine Strecke von 100 Dieilen. Der Lokomotivführer eines Zuge» sah, wie ein Zeppelin immer wieder auf Pie Eisenbahnlinie Bom ben warf, der Zug wurde aber nicht beschädigt. Dar FriedeuSgedawk in England. Laut der Kölnischen Volkszeitung macht der englisch« Schriftsteller Well» in der Londoner Zeitung Daily ChrLnicle vom 17. Januar sehr merbvstrdige Ausfüh rungen, die deshalb beachtenswert sind, well zum ersten Male auf englischer Seit« vom Frieden geredet wird, von einem Frieden, wie er sich gestalten wird, wenn dK jetzige Krieg bis zur völligen Erschöpfung bei der großer Parteien fortgesetzt würde. Die Volkszeitung meint, Wells will seinen Landsleuten den Gedanken nahtz legen, ob es für sie noch Vorteil bietet, den Krieg fortMtuisetzen, wenn schließlich beide Teile nicht» anderes mehr erreichen können, al» daß st« sich wetttzr erschöpfen ohne Hoffnung, daß da» Verhältnis der Er schöpfung zugunsten Englands noch zu verbessern wäre. Da» ist ein sehr nüchterner realtzolittscher Gedanke. Wenn Wells gewagt hat, ihn in sehr vorsichtiger Form klar und verständlich vorzutragen, dann sei anzunehMsn, daß der Boden für diesen! Gedanken in England be reit» weiter vorbereitet ist als man au» den einzelnen bei uns bekannt gewordenen Tatsachen zu schließen wagt. Es ist schließlich nichts wie ejin« Fol gerung pus der altererbten Auffassung Englands, daß der Krieg ein Geschäft ist, das man schleunigst ab- wickeln muß, wenn es keinen Nutzen mehr abwirst. England ««ginnt zu begreifen. .. In einer in Cher seh gehaltenen Rode Zrllärte der Generalleutnant Hut ton, daß die Meinung des Lord Kitcheners, es werde drei Zähre dauern, bi» Deutsch land niedergerungen sei, unrichtig sei. Kitchener Katze die Zeit zu kurz eingeschätzt. Man beginne allmählich zu begreifen, wie groß di« Macht Deutschland» sei, da» sich nun nach Süden ausbreite, wahrscheinlich in der Absicht, von der Nordsee bi» zum Persischen Golf einen breiten Gürtel zu formen. Obi «S dies fertig bringt, werde zum größten Teil von England abhängen,' « polncaker über franlrreftdr Hriegrrirlr. Präsident Poincare« hielt in Anwesenheit zahl, reicher Offiziere und Parlamentarier bei einem vom Journal veranstalteten Fest für die mit dem Krieg», kreuz ausgezeichneten Soldaten eine Ansprache, in weither er unter Betonung der Gintgtzit und der Be geisterung de» ganzen Bolle» u. a. nach längeren Aus» Mhrungen über di« französisch« Geduld und dm Krieg», willen T-rutschland» und dessen Brutalität sagte: Frank reich will nicht sein Opfer werden, e» will nicht go- Der messt« Schaden wurde in Staffordshire im Invuj Es will nicht nur seine politische Souveränität Vewahs. tötet' und verwundet. Auf die erst» Warnung von der geisti ge Unabhängig Kit, es will seine Kultur, seinen in einigen!lE infatz diose» Krieges für, Frankr«ichfurcht- Ibar sei, so sei er «» nicht minder Mr die Verbündeten ! Frankreichs, die ebenfalls nicht di« Beut« germanischer Gier werden wollten. Ja selbst di« Neutralen könnten, wenn sie eine klare Vorstellung von ihren dauernden Interessen hätten, dem Konflikt« nicht gänzlich gleich^ gültig gegenüberstehen. Auch sie Hütten alle» zu fürch ten von den hinterhältigen Eindringlingen die in den von ihnen unterzeichneten Vertrügen nun Popierfetzen sähen und an der Vernichtung kleiner Bül- ker ein wtld«S Vergnügen fänden. Zum Schluß kam hstllt wurde, und deren TrwnWahverkchr sofort «in-ZPoincare« auf da» Krteg-ziel zu spr«hm und sagte: gestellt wurde, fuhr der Zeppelin hin, ohne Bomben l Wir wollen alle, daß der Frieden unserem Lande gret- obzuwerfen. Die Einwohner glaubten, daß die Gefahr heft, Arbeit und Wohlfahrt sichert. Damit aber uns«« vorüb« sei und «ahmen darauf ihr» normale Tätigkeit «irmMigen Wünsch« sich verwirklichen, ist e» nötig, daß