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1882. Nr. 262 Freitag, den 10. November AL« al« lall« di kannten L» JautzenerKAWien Dl« „vansencr Nachrichten" oer Amtshauptmannschaften Bautzm und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt, Ostritz und Reichenau, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. Wald«. HUbenj in Wettenberg, Düring tn ikder<dach, Buhr m W ltamabham bei OsM«. M. Reußner tn Ober>Sunner«doN, v. v. Lindenau in Pulint» u»G tk. S. Wiedemann tn Reiche» »egen; bergt. dteHerrenrem»« In Bautzen iLaurnarb.). »nick« in Löbau, Lipptlich tn Schirgi» »«Ichetnen lauter Sonn. u. Heil- tag«) täglich abend« 7 Uhr für de» salzenden Tag. Adanne- »entixret« vterieliädrl. Inierttonrdelrag für den NaumeinerPetit-Spalljeileir^ Nachwetigeblihr p. Inserat ro Gebühr für drtesltche Lu«tunslScrlktluna l<> ,und Porto). Kleinere, bi« früh » Uhr eingehende Inserate finden noch tn dem abend« auijugebenoen V^7 » V g-» O -L »lalle Aufnahme. . Veror»«««gSvlatt der SreiSH««ptma»»fchast Bautze« zugleich als Koufiftorialbehörde »er Oberlaufitz. »ancendureau« n.dmen, ohn« Pret«erhöhuna, Anterate für bi« »Bautzener Nachrichten" eni. Organ der Handel-» und G e w e r b e k a m me r zu Zittau. Bekanntmachung. Zur Wahl eines Abgeordneten zur BejirkSversammIung tn dem 10«c», djg Orte Crostau, WurbiS, Petersbach und WehcSdorf umfassenden Wahlbezirke an Stelle des verstorbenen Herrn Fabrikant Karl Richter zu WehrSdorf ist der 28. November 1882 terminlich anberauml, die Mildner'sche Schanlwirthschaft in Petersbach zum Wahllocale bestimmt und Herr Gemeindevorstand Augst za Wehrsdors mit Leitung der Wahl beauftragt worden. Bautzen, den 3.November 1882. Die Königliche Amtshauptmannschaft. von Salza. Steglich. S t e «k b r i e Gegen den am 21. Mai 1838 in Sobland an der Spree geborenen Arbeiter Karl Traugott Hölzel, welcher flüchtig ist, ist die Untersuchungsbatt wegen schweren Diebstahls verhängt. Es wird ersucht, denselben zu verhaften und in das hiesige Gerichts-Gefängniß abzuliesern. Bauben, den 7. November 1882. Königliche Staatsanwaltschaft. I. V: Dachse«, Ass. In dem Handelsregister sür die Stadt Bautzen ist heute auf dem die Firma L. G. Tteyen'ö Mdam m Bautzen betreffenden Fol. 66 Herr Kaufmann Ruvolvh Walther Reinhardt in Bautzen als Piocurist eingetragen worben. Bautzen, am 8. November 1882. Das Königliche Amtsgericht. Meusel. Hmvl. Ja dem Handelsregister sür die Stadt Bautzen ist heute auf dem Fol. 247 die neu errichtete Firma: F. A. Trumpler in Bautzen und als Inhaber derselben Herr Conditor Friedrich August Trumpler in Bautzen eingetragen worden. Bautzen, den 8.November 1882. Das Königliche Amtsgericht. Meusel. Hmpl. Bekanntmachung, die Einkommensteuer aus das Jahr 1883 betreffend. Als Unterlage zur Ausstellung des Einkommensteuerkatasters aus das Jahr 1883 hat jeder Besitzer eines Hausgrundstücls oder dessen Stellvertreter der GemeindebehSrde auf einem ihm zu behändigenden For mulare binnen mindestens achttägiger Frist die in dem Grundstücke Einkommen haben, sowie die in demselben em Gewerbe betreibenden und anderwärts wohnenden Personen, ingleichen Beitragspflichtige der in 8 1 »eS Einkommensteuergesetzes vom 2. Juli 1878 bezeichneten Arten (Gemeinden juristische Personen des öffentlichen Rechts, Actiengesellschaften, Ecwerbsgenoffenschaften, Stift ungen rc.), welche in dem Grundstücke ein Geschästslocal haben, anzugeben. , . , , » , „. Diese Formulare (Hauslisten) werden im Laufe der nächsten Tage in jedes bewohnte Hausgrundstück ausgetragen werden, sind nach Maßgabe der daraus abgedruckten Bestimmungen von den Hausbesitzern be- ziehentlich deren Stellvertretern auS-uMen und binnen w Tagen von der Jufert.gung an gerechnet aus- gesüllt bei unserer Stadthauptcaffe wieder einzureichen. Die Versäummß dieser Frist zieht eine Geldstrafe de"r"rchenden Hausgrundstücke haften sür die Steuerbeträge, welche in Folge von ihnen verschuldeter unrichtiger oder unvollständiger Angaben dem Staate entgehen In gleicher We.se ist j-deS Faniilitnoberbaupt für die richtige Angabe aller zu seinem Hausstande gehörigen, em eigenes Einkommen habenden Personen, einschließlich der Aftermiether und Schlasstellenmiether, verantwortlich. -jur Nachachtung wird dies hierdurch bekannt gemacht. Bautzen, den 8.November 1882. Der Stadtrat h. Löhr, Bürgermeister. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Kramers Karl August Knoblauch in Wilthen wird, nachdem der in dem Vergleichstermine vom 29. September 1832 angenommene Zwangsvergleich durch rechts- kräftigen Beschluß vom 29. September 1882 bestätigt ist, hierdurch aujgeboben. Schirgiswalde, den 7. November 1882. Königliches Amtsgericht. Schmalz. Tetegrapytschk Korrespondenz. Darmstadt, 8. November. Die Großfürsten Ser gius und Paul sind zu einem Besuche bei dem Prinzen Alexander von Hessen hier eingetroffen. Wien, 8. November. Großfürst Konstantin von Rußland ist heute nach Benedig abgereist, Großfürst Wla dimir wird heute über Berlin die Rückreise nach Schwerin antreten. Bei dem gestrigen Versuchsschießen in der Nähe von Felixdorf zersprang ein 15 - Centimeter-Hinterlader- Mörserrohr, wobei der von Teilen des Mörserrohrs ge troffene Hauptmann Matousek getötet, der Oberlieutenant Kuczera schwer verwundet wurden. Sonstige Verletzungen haben nicht stattgefunden. Bestem Vernehmen nach war düs zersprungene Mörserrohr aus Gußeisen und nicht — wie ein hiesiges Blatt meldet — aus Stahlbronze hcrgestellt. Pesth, 7. November, nachts. Der Biererausschuß der ungarischen Delegation beriet heute den Kosten-Vor anschlag für die OccupationStruppen. Der Minister vvn Kallay erörterte dabei, in Beantwortung der von dem Be richterstatter Baroß gestellten Anfragen, die Ursachen des letzten Aufstandes und erblickte dieselben nicht in der Occu- pation, sondern in der Antipathie jener Völkerschaften gegen alles Fremde, sowie in dem Einflüsse der montenegrinischen Bevölkerung und mehreren anderen Umständen. Als solche bezeichnete der Minister das vielleicht z» große, wenn auch berechtigte Vertrauen der Verwaltung in die Befestigung der Verhältnisse, die im Interesse der Kostenersparnisse von den gesetzgebenden Körperschaften gewünschten Truppenreduktionen und das ohne nachweisbaren Grund vorhandene lokale Miß behagen, das durch Agitationen von außen und durch Mangel an gehöriger Energie bei Beginn des Aufstandes ermutigt worden sei. Auch die Rekrutierung sei nur ein Agitationsmittel, nicht aber die Ursache des Aufstandes ge wesen. Das an sich tapfere Volk sei irregesührt und terro risiert worden, die meisten Insurgenten hätten an der In surrektion nicht freiwillig, sondern gezwungen teilgcnommcn, wie ein Jnsurgentenchef selbst bestätigt habe. Zahlreiche Gefangene hätten betont, daß sie von außen kommenden Ein schüchterungen nachgegeben hätten, dies aber bereuten, nach dem sie die Macht der Monarchie gesehen, gegen welche sie sich niemals wieder erheben würden. In der Genesis und in dem Verlaufe der Insurrektion, sowie in dem Mangel an bestimmten Bestrebungen und Tendenzen liege die Hoffnung einer Garantie für die Zukunft, daß bei dem Eintritt gewisser Umstände dort eine solche Bewegung nicht mehr vorkommen, eventuell aber auf ein kleines Terrain beschränkt bleiben werde. Dazu sei aber notwendig, daß eine gewisse Zeit hin durch genügend zahlreiche OccupationStruppen dort belassen würden. Bezüglich der Administration — fuhr der Minister fort — habe er darauf gehalten, eine vollkommen einheit liche Administration mit dem Centrum in Serajewo zu be gründen und unter Beibehaltung der bisherigen Hierarchie namentlich die Sphäre des Kreishauptmanns stark zu be festigen. Allen Beamten sei zur Pflicht gemacht worden, mit dem Volke lebhaften und unmittelbaren Verkehr nicht nur in amtlicher, sondern auch in privater Hinsicht zu unter halten, um das Vertrauen des Volkes zu gewinnen. Die Hauptaufgabe bilde die Konsolidierung der Administration und die Verhinderung fremden Einflusses. In letzterer Be ziehung würden in nächster Zeit gewisse Vorsichtsmaßregeln zu treffen sein, welche hoffentlich diesen Einfluß würden beseitigen können, wenn er nochmals versucht werden sollte. Übrigens sei nach den Berichten an den Minister des Aus wärtigen in der letzten Zeit in dieser Beziehung in Monte negro ein gewisser Umschwung eingetretcn, vielleicht infolge der loyalen Mitwirkung des Fürsten. Der Minister betonte ferner die Wichtigkeit der Hebung des Volkswohlstandes ans dem politischen Gesichtspunkte. Im Rahmen deS gegen wärtigen Budgets könne zur Hebung des Wohlstandes dieser Länder mit Ausnahme der Förderung der natürlichen Ent wickelung seitens der Regierung nichts geschehen. Die vom Kriegsminister geforderte Truppenzahl halte er noch eine Zeit lang für absolut notwendig, er glaube aber, daß bei Er füllung der erwähnten Bedingungen eine Reduktion möglich sein werde. Zur Besiegung des Räubcrunwesens in einigen Grenzdistrikten sei eine in Aussicht genommene fliegende Kolonne von 300 Freiwilligen jedenfalls der geeignetste Modus. (Lebhafte Zustimmung.) In Beantwortung weiterer Anfragen erklärt der Minister, das bosnische Budget pro 1883 beruhe auf vollständig realen Grundlagen, was der Minister aus den Voranschlägen der hervorragendsten direkten Steuern ziffermäßig nachwcist. Was die Höhe der Ausgaben anlange, so müsse berücksichtigt werden, daß zur Einbürgerung des Monopols eine längere Zeit und Investitionen nötig seien. Die größeren Ausgaben der Finanzgebarung entfielen wesent lich auf das Tabaksmonopol und hätten bereits günstige Resultate gehabt. Der Minister erkennt die Wichtigkeit der Agrarfragen an, hält aber eine solche Lösung derselben kaum sür möglich, welche die Opfcrwilligkeit beider Neichshälften zu sehr beanspruche» würde. Man müsse für dieselbe eine den spccicllen Lokalverhältnisscn und Interessen entsprechende Lösung suchen. Erfreulicherweise besitze diese Frage dort, wo geschickte Beamte ein leidliches Verhältnis zwischen Beg und Knez zu stände brachten, keinen akuten Charakter mehr. Der Minister erklärte es für unwahr, daß die Einführung des Tabaksmonopols Erbitterung hervorgcrufen habe. Die produzierte Quantität habe bedeutend zugenommen. Das bosnische Bureau des gemeinsamen Ministeriums werde aus bosnischen Einkünften bezahlt. In allen Kreisen der Herze gowina herrsche die Civilregierung, einzelne als Beamte fun- sierende Offiziere gehörten ebenfalls dem Nahmen derselben an, der an der Spitze der Herzegowina stehende Major sei als Kreisvorstand der Civilregierung untergeordnet. Die Re krutierung werde im Jahre 1883 wie in diesem Jahr durch geführt werden. Der Kriegsminister konstatiert, daß bei den n Bosnien und der Herzegowina rekrutierten Truppen De- ertionen in größerer Anzahl nicht vorgekommen seien. Der Reichsfinanzminister v. Kallay erklärte, daß die bereits fcrtig- ebauten Straßen sämtlich unter der Verwaltung der Landes- cgierung stehen. Nachdem der Minister sodann noch mehrere , Anfragen beantwortet hatte, wird die Debatte geschlossen, worauf die einzelnen Posten des Extraordinariums für die in den occupicrten Ländern dislozierten Kommandos, Truppen und Anstalten angenommen werden. Hinsichtlich der Ent lassung der Reservisten und der Reduktion des Truppen bestandes überhaupt gab der Kriegsminister eine detaillierte Erklärung ab und sagte, es würde, insofern eventuell auch eine Inanspruchnahme der Ersatzreserve in Aussicht gestellt wurde, der Beschluß der Legislativen einzuholen sein. Pesth, 8. November. Im Abgeordnetenhause legte heute die Regierung den mit der Staatsbahnverwalt ung abgeschlossenen Vertrag vor, sowie einen Gesetzentwurf, welcher die Regierung ermächtigt, der StaatSbahn für die Einhaltung des Vertrages eine entsprechende Nachfrist zu gewähren, falls die Staatsbahn-Verwaltung durch unab wendbare Schwierigkeiten verhindert sein sollte, die ab geänderten Statuten zu Neujahr 1883 ins Leben treten zu lasten. Auch konzessioniert der Gesetzentwurf den Bau der Linie Preßburg-Trencsin nebst Flügelbahnen. Ferner wurde ein Gesetzentwurf, betreffend den Bau einer Eisenbahn von Pesth nach Neuszocny, sowie ein Gesetzentwurf vorgelegt, welcher die ausnahmsweise Einteilung einiger Bataillone ungarischer Regimenter in neu zu bildende, nicht in Ungarn rekrutierende Regimenter zum Gegenstände hat. Pesth, 8. November. Die nächste Plenarsitzung der österreichischen Delegation ist sür nächsten Freitag in Aussicht genommen, in derselben gelangt das Ordinarium des Hecreserfordcrnisses zur Beratung. Der BudgetauS- schuß wird morgen über die Budgets des Ministeriums des Auswärtigen, des Finanzministeriums und des obersten Rechnungshofes beraten. Paris,8.November. Dieministerielle Erklär ung, welche bei Wiedereröffnung der Kammern zur Ver lesung gelangt, wird gutem Vernehmen nach besagen, es sei das Ziel der Regierung gewesen und sei das Ziel der selben gegenwärtig noch, alle Spaltungen der republikanischen Partei zu verwischen, um den anderen Faktionen widerstehen zu können; die Negierung werde alle faktiösen Kundgebungen, woher immer dieselben kommen möchten, mit allen gesetz lichen Mitteln unterdrücken. Auf dem wirtschaftlichen Ge biete werde sich die Regierung nur mit den allgemeinen In teressen beschäftigen, mit dem Finanz-System des Finanz- miuisters Tirard sei die Bevölkerung durchaus einverstanden, die Votierung der Gesetze über die Militärorganisation werde sie entschlossen in die Hand nehmen. Die ministerielle Er klärung wird ferner die guten Beziehungen Frankreichs zu den Mächten konstatieren, die auswärtige Politik Frankreichs werde weder eine Politik der Provokation, noch aber auch eine Politik des Verwischens sein. Da viele Deputierte noch nicht eingetrosfen sind, so dürfte die morgige Sitzung nur von kurzer Dauer und ohne besonderes Interesse sein; wie es heißt, wird sich die Kam mer nach der Verlesung der ministeriellen Erklärung, deren Wortlaut noch nicht festgestellt ist, bis Montag vertagen. In den parlamentarischen Kreisen ist man im allgemeinen für Erhaltung des gegenwärtigen Kabinetts; über etwaige Interpellationen verlautet bis jetzt noch nichts. — Thom son, Präfekt des Loire-Departements, ist zum Gouverneur von Cochinchina ernannt worden. —. Heute ist der Ge ne r a l r a t des Seine-DepartementS eröffnet worden. Der Präsident bedauerte in Erwiderung auf eine Ansprache des Seine-Präfekten, daß Paris noch immer keine Mairie habe, wie die andern Städte; er hoffe, der Präfekt werde bei der Negierung die berechtigten Ansprüche der Stadt Paris unterstützen — Wie der „Temps" wissen will, wäre Ge neral Menabrea zum Botschafter Italiens in Paris ernannt. Paris, 8. November. (K. Ztg.) Die Gerber und Saffian-Gerber in Marseille haben die Arbeit eingestellt. Infolge verbreiteter brandstifterischer Mauer anschläge wurden daselbst Haussuchungen und Verhaftungen vorgcnommcn. London, 7. November, abds. Unterhaus. Lawson teilte mit, er werde zu dem gestern von Northcote angekün- ügten Anträge betreffs der Verwendung der englischen Truppen in Ägypten ein Amendement einbringen, dahin gehend, das Haus möge erklären, daß eö die Notwendigkeit, genau über die Verwendung der englischen Truppen infor miert zu werden, anerkenne, gleichzeitig aber der Ansicht sei, cs sollten keine militärischen Operationen in Ägypten geneh-