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Aus Eurer Kaiserlichen Hoheit Munde habe ich soeben den Ausdruck des aufrichtigen und tiefen Bedauerns Seiner Majestät des Kaisers von China über das Vorkommnis ver nommen. Ich will gern glauben, daß Eurer Kaiserlichen Hoheit Kaiserlicher Bruder persönlich dem Verbrechen und den weiteren Gewaltthaten gegen unverletzliche Gesandt- schäften und friedliche Fremde fern gestanden hat. Um so schwerere Schuld trifft seine Ratgeber und seine Regierung. Diese mögen sich nicht darüber täuschen, daß ihnen Ent sühnung und Verzeihung für ihr Verschulden nicht durch die Sühnegesandtschaft allein ausgewirkt werden kann, son dern nur durch ihr späteres Verhalten gemäß den Vor- chriften des Völkerrechts und der Sitte civilisierter Nationen. Wenn Se. Majestät der Kaiser von China die Regierung eines großen Reiches fürderhin streng im Geiste dieser Vorschriften führt, wird auch seine Hoffnung sich erfüllen, daß die trüben Folgen der Wirrsale des vergangenen Jahres überwunden werden und zwischen Deutschland und China wieder wie früher dauernd friedliche und freundliche Bezieh ungen herrschen, die den beiden Völkern und der gesamten menschlichen Civilisation zum Segen gereichen. In dem ganzen Hauptweg entlang zum Neuen Palais. In der Jaspisgalerie deS Neuen Palais hatte die Schloßgarde unter Oberstleutnant Freiherrn v. Berg Aufstellung ge nommen, ebenso eine Abteilung der Gardes du Corps. Im Muschelsaale, wo ein Thron errichtet war, empfing der Kaiser, den Marschallstab in der Hand, den Prinzen. Bei der Audienz waren gegenwärtig Prinz Eitel-Friedrich und die übrigen hier anwesenden Prinzen, die anwesen den Hofchargen, der Staatssekretär des Auswärtigen Amtes vr. Freiherr v. Richthofen, die Staatsminister und der Minister des Königlichen Hauses, das Kaiserliche Haupt quartier, die Kabinettschefs, die Generale von Berlin im Range von kommandierenden Generalen, die Generale und Regiments-Kommandeure von Potsdam. Der Prinz verlas ein Schreiben des chinesischen Kaisers, das auf gelber Seide geschrieben und ebenso eingebunden Ivar. Inzwischen hatte aus der Terraffe vor dem Neuen Palais eine Ehren- eompagnie des Lehr-Jnsanterie-Bataillons mit Fahne und Musik sich aufgestellt, und zur Seite war eine Schwadron der Leib-Garde-Husaren aufgeritten. Als der Prinz aus dem Palais heraustrat, präsentiette die Ehrencompagnie und die Musik intonierte den Präsentiermarsch. Der Prinz, von General-Major v. Höpfner begleitet, schritt die Front der beiden Truppenabteilungen ab, indem er nach chine sischer Art mit gefalteten Händen salutierte. Der Kaiser stattete nachmittags 3 Uhr dem Prinzen Tschun in der Orangerie einen Besuch ab. — Der »Reichs-Anz.^ meldet über den Empfang wörtlich folgendes: Der Kaiser hat heute mittags 12'/, Uhr im Neuen Palais zu Potsdam den Kaiser!, chinesischen Botschafter in außerordentlicher Mission, Se. Kaiser!. Hoheit den Prinzen Tschun Tsaifong von China in besonderer Audienz zu empfangen und aus dessen Händen ein Schreiben entgegenzunehmen geruht, in welchem Se.Maj. der Kaiser von China in feierlicher Weise seinem tiefsten Bedauern über die Ermordung des Kaiser!. Gesandten Frhrn. v. Ketteier Ausdruck giebt. Die von dem Prinzen Tschun bei diesem Anlaß gehaltene An rede hatte, ins Deutsche übertragen, folgenden Wortlaut: „Im Auftrage des Großen Kaisers, meines Allergnädigsten Herrn und Gebieters, habe ich die Ehre, Allerhvchstdcssen Schreiben in Eurer Majestät Kaiserliche Hände zu übergeben. Nach den im vergangenen Jahre in China eingetretenen aufständischen Beweg ungen fühlte der Kaiserliche Hof aus eigenem Antriebe nicht weniger als aus Verlangen der Mächte die Verpflichtung, durch eine beson dere Mission nach Deutschland Eurer Majestät sein aufrichtiges Bedauern über diese Vorkommnisse, insbesondere über.den Vor- fall, welchem Eurer Majestät ausgezeichneter Gesandter Freiherr von i Der Empfang des Sühnepriuzen Tschun. Aus dem Neuen Palais bei Potsdam melde W. T. B. unterm 4. September: Heute mittags 12 Uh begab sich Prinz Tschun von dem Orangeriegebäude nac dem Neuen Palais; der Prinz fuhr in einem offenen Zwei spänner mit einem Kaiserlichen Jäger auf dem Bock. Nebei ihm saß der neue chinesische Gesandte, auf dem Rückst General-Major v. Höpfner. In vier weiteren Königlichen Wagen folgten die chinesischen Würdenträger und Major Freiherr v. Lüttwitz. Der Weg führte die Chaussee ent lang an der historischen Mühle vorbei und bei dem Obelisken in das Hauptportal von Sanssouci hinein, den aufrichtigen und ernsten Wunsche, daß den: so sein möge, heiße ich Eure Kaiserliche Hoheit willkommen.' — Die Uebertmgung der gehaltenen Reden ins Deutsche bezw. Chinesische erfolgte durch den Konsul Frhrn. v. Secken dorfs und den Kaiserlich chinesischen Generalleutnant Aintschang. —Das von dem Prinzen Tschun übergebene Handschreiben des Kaisers von China lautet in deutscher Uebertragung, wie folgt: „Der Groß-Kaiser des Tatsing-Reichcs entbietet Seiner Majestät dem Großen Deutschen Kaiser Gruß. Seitdem Unsere Reiche gegenseitig durch ständige Gesandtschaften vertreten sind, haben Wir ununterbrochen in den freundschaftlichsten Beziehungen zu einander gestanden. Die Be ziehungen wurden noch inniger, als Se. Königliche Hoheit Prinz Heinrich von Preußen nach Peking kam und Wir hierbei den Vorzug hatten, Se. Königliche Hoheit häufiger empfangen und mit ihm m vertrauter Weise verkehren zu können. Leider drangen inzwischen, im fünften Monat des vergangenen Jahres, die Boxer in Peking ein; aufständische Soldaten schlossen sich ihnen an, und es kam dahin, daß Eurer Majestät Gesandter, Freiherr v. Kctteler, ermordet wurde, ein Mann, der, so lange er seinen Posten in Peking beklei dete, die Interessen Unserer Länder auf das wärmste wahrnahm und dem Wir Unsere besondere Anerkennung zollen mußten. Wir be dauern aus das tiefste, daß Freiherr v. Kctteler ein so schrecklichc» Ende gesunden hat, umsomehr als Uns das Gefühl der Verant wortung schmerzt, nicht in der Lage gewesen zu sein, rechtzeitig schützende Maßregeln zu treffen. Aus dem Gefühl Unserer schwere« Verantwortlichkeit heraus haben Wir befohlen, ein Denkmal an der Stelle des Mordes zu errichten als ein Warnzeichen, daß Verbreche« nicht ungesühnt bleiben dürfen. Weiterhin haben Wir den Kaiser lichen Prinzen Tschun Tsaifong an der Spitze einer Svndcrgesandt- schaft nach Deutschland entsandt mit diesem Unserem Handschreiben. Prinz Tschun, Unser leiblicher Bruder, soll Eurer Majestät ver sichern, wie sehr Uns die Vorgänge im verflossenen Jahre betrübt haben, und wie sehr die Gefühle der Reue und der Beschämung Uns noch beseelen. Eure Majestät sandten aus weiter Ferne Ihre Truppen, um den Boxeraufstand niederzuwerscn und Frieden zu chaffcn zum Wohle Unseres Volkes. Wir haben daher dem Prinzen Tschun befohlen, Eurer Majestät Unseren Dank für die Förderung des Friedens persönlich anszusprechen. Wir geben Uns der Hoff nung hin, daß Eurer Majestät Entrüstung den alten freundschaft lichen Gesinnungen wieder Raum gegeben hat und daß in Zukunft die Beziehungen Unserer Reiche zu einander sich noch vielseitiger, inniger und segensreicher gestalten mögen als bisher. Dieses ist Unsere feste Zuversicht.' 'Berlin, 4.September, abends. Die »Berl. Neuesten Nachrichten" berichten noch über den Empfang des Prinze» Tschun, daß der Prinz, wie verabredet, unter drei Ver ¬ beugungen sich dem Kaiser näherte und mit den gleichen Ehrfurchtsbezeugungen den Audienzsaal verließ. Die vom Zrinzen gehaltene Ansprache wurde von dem Dolmetscher bersetzt. — Weitere Mitteilungen besagen noch: Als der Zrinz um 12'/, Uhr am Neuen Palais vorfuhr, erwies sm die dort aufgestellte Compagnie keinerlei Honneur, tand vielmehr unter »Rührt euch", ohne den Prinzen zu »rächten. Ebensowenig grüßten die Offiziere. Der Kaiser rüg zum Empfange den weißen Koller der Gardes du Corps, mit dem Abzeichen tiefer Trauer, auf dem Haupt den Stahlhelm. Ein Lokalblatt meldet: Der Kaiser war ernst, fast streng. Als der Sühneprinz den Saal betrat. Kctteler zum Opfer gefallen ist, auszudrückcn. Um die Aufrichtig keit dieses Bedauerns über allen Zwnsel zu erheben, bestimmte S Majestät der Kaiser seine» allernächsten Blutsverwandten für die Mission. Ich bin in der Lage, Eurer Majestät zu versichern, da der Kaiser, mein Allerguädigster Hcrr, diesen Wirren, welche große Unglück über China gebracht haben und für Deutschland Verluste und Sorgen, iin vollsten Sinne des Wortes fern gestanden hat. Dennoch hat nach dem seit Jahrtausenden bestehenden Gebrauche der Kaiser von China die Schuld dafür ans seine eigene geheiligte Person genommen. Ich habe daher den Auftrag, die innigsten Gefühle des Kaisers, meines erhabenen Herrn, für Eure Majestät bei Ucber- reichung dieses Schreibens zum Ausdruck zu bringen. Auch bei Ihrer Majestät der Kaiserin und der ganzen Kaiserlichen Familie bin ich beauftragt, Dolmetsch dieser Gefühle des Große» Kaisers von China zu sein und den Wunsch auszndrückcn, daß Eurer Ma jestät Haus blühe und Gesundheit, Glück und Segen im vollsten Maße genieße. Se. Majestät der Kaiser von China hofft, daß die Ereignisse des vergangenen Jahres nur eine vorübergehende Trübung gewesen sind und daß, nachdem das Gewölk nunmehr der Klarheit des Friedens gewichen, die Völker Deutschlands und Chinas sich gegenseitig immer besser verstehen und schätzen lernen mögen. Dies ist auch mein aufrichtigster Wunsch." — Hierauf richtete der Kaiser nachstehende Antwort an den Prinzen Tschun: »Nicht ein heiterer, festlicher Anlaß, noch die Erfüllung einer einfachen Höflichkeitspflicht haben Eure Kaiserliche D autzener M Mach richten. Verordnungsblatt der KretShauptmaunschaft Bautzen zugleich als Konsistorialbehörde der Oberlansitz VerantwortlicherRedakteurjGeorg G. Monse (Sprechstunden wochentags von 10—11 und von 3-4 Uhr). — Telegramm-Adreffe: Amtsblatt Bautzen. — Fernsprechanschluß Str. 51. m. 207 1001 Donnerstag, den 5. September, abends Bautzen, am 3l. August 1901. Dresden, am 2. September 1901. Herr Bezirksarzt Or. von Stieglitz in Löbau ist vom 15. September bis 15 Königliches Amtsgericht. der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und OstrtF. des Hauptzollamtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Schirgiswalde und Weißenberg. Ok- Herr Abhaltung deS SchlußrerminS hierdurch ausgehoben. Bautzen, den 3. September 1901. »t« Bautzener Nachrichten erscheinen, mit Ausnahme der Sonn- und Festtage, täglich abends. Preis des vierteljährlichen Abonnements S ZujerttonSgedühr für den Rau« einer Petit- «Spaltzeile gewöhnlichen Satzes IS 4, in geeigneten Fällen unter Gewährung von Rabatt; Ziffern-, Tabellen- und anderer schwieriger Satz entsprechend teurer. Rachweisgebühr für jede Anzeige und Insertion LS Pfg., für briefliche AnSkunftserteilnug 10 Pfg. «und Porto). Nur bis früh Uhr eingehende Inserate finde« noch i» dem abends erscheinende» Blatte Aufnahme. "W8 Inserate nehmen die Geschäftsstelle de« Blattes und die Annoucenbureaus an, desgleichen die Herren Walde tu Löbau, Clauß in Weißenberg Lippitsch in Schirgiswalde, Gustav Kröling in Bernstadt, Buhr in Königshain bei Ostritz, Reußner in Ober-Cunnersdorf und von Lindenau in Pulsnitz. Ministerium des Inner», v. MePch. alS Trichinenschauer sür Berge, Groß- und Kleindöbichütz mit Lehn, Mönchswaide mit Klelnboblltz und Obergurig mit Rittergut, sowie alS stellvertretender Trichinenschauer sür Binnewitz, Bobittz, Deniwitz, Ebe»- döisel, Grubbitz mit Soculahora und Rittergut Jeßnitz, Oberkaina, Rascha, SchwarznauSütz und Singwitz und Herr Gustav Hermann ThomaS l» Weißnauslih alS Trichinenschauer sür SchwarznauSlip und Gingwitz, sowie alS stellvertretender Trichinenschauer sür Berge, Lobe,schau mit Rittergut, Groß- und Klelndöbschütz mit Lehn, MönchSwalde mit Kletnboblitz, Obergurig mit Rittergut und Preuschwitz verpflichte» worden. Die Untersuchung geschlachteter Hunde auf Trichinen betr. Nach einer Verordnung deS Königlichen Ministeriums deS Inner» vom 6. Juli 1901 — Gesetz und Verordnungsblatt Sette 98, etnzuseyen In jedem Gemeindeamt — unterliegen von jetzt an auch üte ge- schlachlticu Hunde der Untersuchung auf Trichine». Die Königliche AmiShauptmannschasl ulmml Veranlassung, die bethefllgten Kreise ihres Bezirkes auf diese Verordnung zur künftig!» Nachachlung hierdurcv noch besonders htnzuweisen. Königliche Amtshaupunannschafl Löbau, am 28. August i!«0l. von «urlowitz. tober dieses Jahres beurlaubt. Mit seiner Vertretung während dieser Zeit ist Bezirksarzt Medicinalrath t)r. von Mücke in Zittan bcanftragt worden. Bautzen, am 31. August 1901. Königliche Kreis Hauptmannschaft. von Schlieben. Konkursverfahren. DaS KonkurSoersahren über das Vermögen de« GelbgießerS und Mechaniker- Otto Emil Georg Schober tn Bautzen, Inhaber der dasigm nicht eingetragenen Firma Bernhard Schober, wird nach ersoigter Trichinenschau. Bis zur Neubesetzung der Oberguriger Trichinen schauerstelle sind Herr Kail August Zieschaul in Hainitz Orga» der Ha»delS- und Gewerbekammer r» Zittan. Königliche AmtSbauptmannschast. vr. Hempel. S«. Bekanntmachung, die Vornahme von Ergänzungswahlen sür die l. Kammer der Ständeversammlung betr., vom 2. September 1901. Nachdem theilS In Folge freiwilliger MandalSniederlegung, Iheils tn Folge Ablebens der bisherigen Anhober fech« der in 8 63 unter Nr. 13 der Verfassungsurkunde tn Verbindung mit Punkt IN d«S Gesetzes, einige Abänderungen der VeisassungSurkunde bettessend, vom 3. Dezember 1868 bezeichnelen Stellen In der I. Kammer der Siändeversammlung und zwar eine tn der Ob-riausitz, eine Im Meißner Kreise, eine Im Leipziger Kreise, eine im Erzgebirgtschen Kreise und zwei im Voigiländischen Kreise zur Erledlgunz ge kommen sind, haben die Beihetligien Neuwahlen zu bewlrken. Die Vornahme dieser Wahlen wird unter Bezugnahme aus die an den LandeSälleften der Oberlausitz bezw. an die Vorsitzenden der betreffenden Kreise deSyaib ergehende besondere Bersügung hiermit »«geordnet.