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ropfg. — Deutsch« postzeitungs- <M Sonn- mit Foiirtagrn. , Pies« rr««r«»ew ««fsrtzt 6 Seite« > atzer,. 0« «luNoorUtch» A»dakt«o«: ck«i, «rnl,. l» M »i« Jufiat« v«ant»»Nlich: Walt«« Arau, b«td« tu A«. -Mh«k KN^Mken.w! Das Wichtt-fte vo« Lage. In Schneeberg hat heute Nacht ein Großfeuer sechs Häuser etngeäschert, zwanzigMietsparteien find dabei um ihre Habe gekommen. (S. Oertl.) KönigFriedrichAugust ist gestern morgen inTarviS: eingetroffen. Das Kaiserpaar ist gestern mittag von Straßburg wieder in Berkin eingetrosfen. Zum Nachfolger des Staatssekretärs vonElsaß- Lothringen, v. K ö ll er, der mit Ablauf dieses Jahres von seinem Posten zurücklritt, ist Frhr. v. Bulach er nannt worden. « Das neue Ouinquen'natsgesetz wird jedenfalls e rst 1910 eingebr ach t werden. Sine Erhöhung derSchaumweinfteuerauf IM pro Flasche wird angekündigt. Der Prager Bestechungsskandal nimmt immer kom- promittierendcre Formen an. Annahme von Anzeige« St» spätesten» g Stea« San« mw «m» a« Jnserttoniprei»: Vt» fftbrnKP M «nser. D-Z.b A«I>«»P «i» Durch uns«» Loten frei in» San» monatlich »o pfg. Lei der < tzo pjS- «d «oSchenuich io — Bet der Post bestellt und selbst abgeholt, »en «i«Mg« fmt in» Sau» eierteljShrUch l.zr Mk. — Linzeln« Nummee t0 katelog. — Erscheint tllglich tu »en Milta^stnnden, nut Auinahme von Der Fall Schttckiug. Bo« angeblich zuverläsfiger Seite erhiilt di« Ber- li««r Unioersal-Korrespondenz folgende Meldung: Per R^ierungspräfident von Schleswig, Herr von Dole- ga-Kozierowski, wird noch vor Ablauf sein« Urlaub» dem Minister des Innern sein Rücktritts, gesuch unterbreiten. Die Gründe sür den Rücktritt d« Regierungspräsidenten find darin zu suchen, daß ver schiedene seiner Maßnahmen im Fall« Schiicking die Billigung seiner vorgesetzten Behörde nicht gesun- de« haben. S» find heutzutage nicht die Monarchen, die absolut regieren, sondern die Bureaukraten. In einer Ansprache an Besucher aus Schwaben hat Bismarck diese» Wort vor sechzehn Jahren geprägt. Und wenige Monate später sprach er die Hoffnung aus, es möchten die Bureaukraten, die Hermann im Teutoburger Walde erschlug^ die Procuratoren, wie man fie damals nannte, nicht wieder die Alleinherrscher werden. Diese Hoffnung ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Vielmehr hat sich die Lureaukrattsche Autokratie bei uns gerade in den letzten Jahren besonder- stark entwickelt* Sie tat es und konnte es tun unter dem Schutze der konservativen Partei. Derselben politischen Macht, di« sich sonst bet jeher Hfleghnheit auf di« Bismarckschen Traditionen beruft, deren Vorlieb« fürttnabss- lutistischr» R«gim« der Bureaukraten aber stärker ist al» die Achtung vor der staatsmännische« Weisheit d« großen Kanzlers. Da» unkluge Vovgehen eine» Landrat» und eines RegkruNgs- präfidenten im Falle Schiicking hat eine schwere Gefahr für den weiteren Bestand der Blockpolitik im Reiche hermlf- beschworen. Auch konservative Tageszeitungen haben die Ein leitung des Disziplinarverfahrens gegen den Husumer Bürger meister zum Zwecke der Dienstentlassung für einen Mißgriff ge halten. Und das Zeugniszwangsverfahren gegen die Frank furter Zeitung wurde von niemand verteidigt. Man glaubte daher, als dieses Verfahren eingeste ft war und der Regierungs präsident von Schleswig seinen Urlaub angetreten hatte, die weitere Entwicklung der Angelegenheit ruhig abwarten zu dürfen. Das konnte der Freisinn tun, weil für. ihn kein Zweifel mehr darüber besteht, daß der ganze Handel weder von der Reichsleitung, noch von der preußischen Staatsregierung ge billigt wird. Es war aber auch de« Konservativen möglich, da die jüngst«» Ereignisse das Disziplinarverfahren gegen Schiicking nicht unbedingt berühren. Sie haben die Gemüter auf der einen Seite etwas beruhigt, und die Hoffnung bestärkt, daß die Ange legenheit doch noch zu einem guten Ende geführt wird. Damit hätten sich vorläufig, Leide Teile zufrieden geben sollen. Nun treten aber die Konservativen neuerdings auf den Plan, um über ihren besonderen Liebling, die Bureaukratie, den schützenden Schild zu halten. Patteioffiziös protestiert die Kon servative Korrespondenz dagegen, daß di« Beurlaubung des Re gierungspräsidenten von Schleswig in irgend welchen ursächlichen Zusammenhang mit der Schücking-Affäre gebracht und etwa auf politische Motive, die außerhalb der Sache selbst lägen, zurück geführt werden könnte. Di« Kreuzzejtuug. «gäuz^diese Er klärung durch eine weitere Verwahrung, nämlich dagegen, daß einem noch im Amte befindlichen Regierungspräsidenten di« durch den vorletzten Minister dienstlich ausgesprochene Unzu friedenheit noch öffentlich durch die Presse bezeugt und ihm damit seine Stellung unmöglich gemacht werde. Gemeint ist ein Artikel der Kölnischen Zeitung, der die > Vermutung ausspricht, Regierungspräsident v. Dolega-Kozierowski habe seinen Urlaub auf Veranlassung des Ministers des Innern angetreten. Die Kreuzzeitung vermutet, daß die Veröffentlichung der getroffenen Maßnahmen lediglich Zwecke der Blockpolitik verfolge, und glaubt, Liese Sachlage müsse ein« berechtigte Verstimmung der Konservativen zur Folge haben. Warum? Die parteiöffiziöse Erklärung verrät es, indem sie sagt: Di« Autorität und Selb ständigkeit des preußischen Staatsdienstes ist wichtig genug, um nicht ohne fremde Rücksicht gewahrt werden zu müssen. Demgegenüber muß man sich vor Augen halten, um was es sich eigentlich handelt. In der Anklageschrift des Regierungs präsidenten v. Kozierowskt an den Bürgermeister von Husum heißt es mit Bezug auf dessen Publikationen: Sie Haben evie Gesinnung bekundet und sich zu Anschau ungen bekannt, die mit Ihrer Stellung als Bürgermeister und mittelbarer Staatsbeamter unvereinbar Md. Sie haben hierdurch nicht mur die Pflichten vertzht, die Ihnen Ihre Nebel zugastoßen war. Seien Sie froh, daß Mnen nichts .Schlimmeres, zugeftoßen ist, sagte der Arzt. Wer diesen Nebel nicht kennt, soll fich vor ihm Wen. Ich kann Ihnen eine Ge schichte erzählen. — Er spitzt« die Lippen und kietz einen pfeifen den Ton hören. Erzählen Sie, erzählen Sie, sagte der Geschäfts reisende. Der Arzt erzählte: Es ist schon ttn« Weile her. Ich wohnte erst ein halbes Jahr in diesem Nest. Sie Missen, sch habe Pferd und Wagen, wegen der Patienten in den umliegen den Dörfern. Eines Tages wurde mir der Gaul krank und durfte den Stall nicht verlassen. In einer der folgenden Nächte kommt MN und ruft mich dringend zu einem Kranken nach R-, einem Orte, «twa eine M«il« östlich. Ich wettere, und am End« muß ich Len Mann zu Fuß zu seinem schwerkranken Vater be gleiten. Es war «ine Helle, sternklare Frühherbstnacht, weich und duftig, und eigentlich war es eine Lust, so Wch die mondbeschie nenen Felder zu schreiten. Di« unbequeme Müdigkeit war bald aus meinen Gliedern gewichen, mit ihr die schlechte Laune, und ich fand wirklich Freude an diesem nächtlichen Spaziergang. Auf einer alten Steinbrücke hatten wir den Fluß zu überschreiten. Das lautlose Wasser blitzte und strahlte in unzähligen feinen Silberstrichen, durch die eine rastlose flimmernde Bewegung ging. Gleich jenseits der Brück« duckte fich «ine kleine Schenke an d«n Lieg. Auf dem Dach lag der Mond wie Schnee. Aus einem der niedrigen Feaster schien ein Licht in die Nacht. Wir gingen daran vorüber und hörten von drinnen einige lachende Stimmen. Mein Begleiter sagte mir» däß das italienisch« Arbeiter seien, hie eine Straße in cher Mhe chtsbeflerten und in der Schenke " "Lp wtedu, die große Stille um uns her. n wft aik-Mnser Ziel, in das von ziemlich , knmebeste Dorf, dessen Turm wir , schon elfen Himchel hatten auftagen stchfN.^Vtt M «tel Mtmr. Druck juck DettaG G«drstW-AbstWW » arS-mm «n Weg mar. in. « Kck in die Ftnsti McklUNsM^vk Ein Sturz. Skizze von -an» vtthge. ' Nachdruck orrbolrn. Einmal brachte ich im Sommer einige Wochen in dem kleinen norddeutschen Dorfe S. zu. Ich streifte damals viel im Freien herum und kam während des Tages mit Menschen w«nig in Berührung. Nur an einigen Abenden der Woche ging ich ins Wirtshaus, um «in paar Stunden mit dem Arzt, dem Förster, pxNeUin auch dem Pfarrer zu verplaudern. Es war ein beson- Ms heißer Sommer. Am Abend stellten sich zuweilen unver- 'Muter Nebel ein und verhüllten das Land. Wenn dann über ihnen die Stern« zu scheinen anfingen oder der Mond feine blassen Strahlen in fie hineinwarf, daß sie funkelten gleich Sil bersträhnen od«r perlenbesetzten Gewändern, so schien diese Land schaft nicht Wirklichkeit, sondern einem fernen Traum entstiegen^ tU sein. Eines Tages kam ich bei anbrechender Dunkelheit und klar- s stem Wetter, von allerlei Streifereien ermüdet, in das Dorf fMdück, begab mich in meine einfache Behausung, lieferte der WWersfrau, deren Dach mich beherbergte, einige. Vögel aus, die Mch.Leschossen hatte, und fiel über das ländliche Abendessen her. WM las ich bei der Lampe in einem Huch, das mich fesselt«, M,macht-,Pich,, als es draußen an der Kirchuhr zehn schlug, M UMM Has Gasthaus zu gehen und dort den Rest des Abends ,,Al» ich ^«.Haustür hin- LhttWt., tzo.Msfig gefthen.^Jch tappte Wb lte endlich bet dem Mrt»- yete stich «intrrten wollte, Acht atrserlM, sdnvew'M-ÄM Mt AihtstE-d« WMW und des Vertrauen», die Ihr Beruf erfordert, unwüstdig-W» zettg. Di« staatsgsfährlichen Anschauungen Dr. SchückinD» stim» men mit den«« fichrtt' MMschen Freund« übereich sta chMM also in manchen Punkten sehr wesentlich von den konservativ«« ab. Daß deshalb gegen "einen städtischenBeamten ein DisztMMr- »erfahren zum Zwecke der DieNstentfasiung eingel«itetM«»chHstt die berechtigte Entrüstung der Liberal«« «Iler Sch«ttt«ru>^n >: F hervorgerufen. Au» demseSen Grmchä gab der Abveorvnet« Dr. Wirmer die bekannte Erklärung ach: . Wir lehnen e» ab, die Blockpartei weiter zu/unter- stützen^ wenn nicht dem liberal«« Parteien voll« Weich» Berechtigung zuteil wird. A Damit sprach der freisinnige Führer aus, Mas auch nach Ansicht des Fürsten Bülpw die Grusidlagö Ler BlockpolitU biche^» ; muß. Herr v. Moltte hat sich auf den gleichen Boden g<" indem er das Vorgehen gegen Dchüffing chiWligte. Sief nun der Regierungspräsident vM Schleswig veranlaßt, ,m Beurlaubung Nachgusüchen, so Ärd dMfttz Mar Kpch MÄ der Konservativen die Autorität und Selbstinchigkeit V«s ßischen Staats dienst«» gefährdet, «btt zugbeich die Aut-, und Selbständigkeit der preußischen Staats regierst» g^be- festigt. Schließlich ist doch auch in Prcußen die Autorität Mr Staatsregierung wichttger als die eines Landrat» oder "Re gierungspräsidenten. Eie wird aber dann nicht gewahrt, wenn jeder Bureaukrat die Politik der verantwortlichen Staatsleitung durchkreuzen darf. Und das ist tnrAglleSchÜcking geschMn. Die Aufregung der Konservativen Ms di« Nestle PhajHM Falle SchÜcking kann man sichMrdann erklären, weNn tn ihttch Kre.M unter WahWM.:WWWM,MMMWMMiW: - preußischen Staatsdienstes nWWWftre»verstanden wird» al« Förderung d«s koNsMvPt1»«M PMri«titrtarVst s e s. Das ist jedoch eine FraK^die uns hier nicht weittr jnichef- fiert. Darüber ntzögen sich di« Liberalen im pr«ußischen LandMt mir den Konservativen auseinandersetzen. Für der notwendige Einflqß diestr WMig« auf di« RriWpoljM ? in Betracht. . - Im Interesse der Klarheit ist es jedoch zu begrüße«, dW wie nun feststeht, die Konservativen nicht gesonmsn sM würden, dem Friedensschlüsse zwischen der Regierung und dem Freisinn die Interessen des Staatsdienste» und der Beamtep» diszipltn zum Opfer zu bringen. Wenn di« Regierung utjd die polittfchen Führer'««» Liberalismus, soweit «» ihnen «M der Blockpolitik Ernst ist, diesem für di« Konserva" gebene« Standpunkte Rechnung tragen wollen, so ' immer noch, daß die die innere Reichspolitik bedrohe glücklich vorüberzieht. . S» die Kreuzzeitung. Man braucht, Neuesten Nachrichten betonen, zu nehmen, darf fie aber doch nicht ustbeachtet lassen, auf di« nur um DM und Anzeiger für das Lrzgebir mit der wöchentlichen UnterhaltungKbBaA: )LHeiertes SonnlagsUatL Sprechstunde drr »rdaktton mit Ausnahme der Sonntag« nachmittag» von 4—» Uhr. — Urltgramw-Adr^s«- Lag«blatt An«. Zrrnsprrch« , E» un»«rlangt «ingrsan^dt« Manuskript« kann S«»Lhr nicht gU«tst«t uxrdrn. schWen - - .... fi« schtteßlich WstandU ^ , ^fend und lautlos, «in Arm " klobige Mass« ab, wie etwas stnMmlich Lebloses, K das Leben doch wohnte und itur darauf ' "" weifte: Dann passierte ich Lie BÄck«. Ich schtft^M Schatten wahrnehm«». Jenseits des MWr» «n schlimmer. Es kam mir vor, daß kleiW Wirbel um mich her tanzten, zuweilen eröffnete sich ttMmU , eipigr Bäume, «in Stück ^FeW GmM-Wch einander, fetzt schob fich Men mich vor, und ich l . Wig . stl '' , " > - Rhr«b «ar es z« spät. Ich W auf LM an braucht, wie die Münchenep 7'-^ , diese Worte nicht «Hst tragtsM^M zu nehmen, darf fie aber doch nicht unbeachtet lassen, da st« sich auf die partttoffiztöft Erkürung stützen. Soweft es fich dabei ? nur um den G^anken einer Attion im preußtsche« Landtage handelt, Mg man den kommenden Ding«n ruhig entgegensetzen. > nächtliche Wanderung hatte mir Hunger gemacht. Ah MH" W mich also und befriedigte mit Genuß meinen gesunden Appetits Endlich erhob ich mich, schärfte dem jungen Bauern noch einmal--^ Vie Verhaltungsmaßregeln ein und ging davon. Als ich in» Freie trat, sah ich, daß sich vielfache silbern« Nebelstriche Über die Felder gelagert HÄttE'Der Himmel wat noch klar und voller Sterne, und der Weg war gut zu erkenn«. Ich Mrftt zu »Nd merfte Nun auch, daß es Whler gewocheß war. Mitunter, wenn die Nebel an mir vorkWrichM wWHM.- mich efn eiskalter Hauch an. Nach und ^näch bezga llck -dü» Firmament, die Gestirn« «loschen und dtp Rebel rour und zahlreicher. Weiß der Himmel, woh«r fip kamen, ' aus der Erde zu wachsen, fie türmte« fich wt« WoMn der, st« schoben und drängten sich, bis " und sich nicht mehr regen konnten schenke vorbei, die jetzt ohne Sicht, .Flußufer hockte. Eie hob sich in klobige Mass« ab, wie etwas unheimlich Lebloses, in Vem ckttr das Leben doch wohnte und Mur darauf Murrtt. daG ^ 2 7-.I7 .2^ '7^ .ckWWWWH^ Gelärcher entlang und konnte das r«HA »iür nochäftttn Schatten wahrnehm«. Jchchttts des FMM « Noch Wimmer. Es kam nfir vor, daß kl«kM - MiAMMHHstzA' um mich her tanzten, eipigr BSlim«, «kn - dann schnürte fich wieder all« Z«, . .. ..... n»^von da, jetz mtttnommen zn tzEn> MD