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Adorker Wochenblatt. MLttheilungen über örtliche und vaterländische Angelegenheiten. Sechzehnter Jahrgang. «reit für den Jahrgang bei Bestellung von der Post: 1 Thaler, bet Bestellung de« Blatte» durch Lotengetegeaheltr rs Ngr. 17. Mittwoch, ven 23. April 1851 TageSgefcllichte. Der Bundestag ist uns gewiß, «der eben sv sicher — schreibt die „Scblrs. Ztg." — ist uns eine neue Auflage der österreichischen Pläne, diesmal von einer voluminösen Denkschrift begleitet, die klar und deut lich sagen wird, daß allein Oesterreich das Vorrecht bade, die Bundesgcwall zu bekleiden, daß allein in seinen Händen der Damm gegen eine mitteleuropäi. sche Revolution zu finden sei. Dasselbe Oesterreich wirv uns dies sagen, dessen Politik allein Europa in den Strudel der Revolution riß. Damals gab eS noch keinen österreichischenKaisersiaat wie beute, keine österrria iscbe GrsammlmenarHie, und den Eintritt die ser in den deutschen Bund wüd die Denkschrift als die unerläßliche Bedingung zur Bezwingung der revo lutionären Elemente in Europa hinstellen. Mit sol' chcn Gründen ausgerüstet, soll die Bundesversammlung an die verheißene Revision der Bundesverfassung ge hen. Wem ist diese Revision verheißen? Dem deut schen Volke. Und für wen wird man revidiren? Für Oesterreich und, wenn Oesterreichs Absichten durchge- hen, vielleicht für Baiern. DaS ist der Kern der Versicherung, mit welcher Oesterreich und die kleinen Königreiche jetzt den Eintritt Preußens in die Bun desversammlung zuqcben, nach welcher die Herstellung der Bundesversammlung nur die Rechtscontinuität wahren soll, ohne daß man zu den alten Formen zu- rückzukchren beabsichtigt. Was insbesondere Oesterreichs Verhältniß zu Bai ern betrifft, so soll — nach den „Const. Blatt a. B." — es sich nicht um einen gemeinschaftlichen Operati onsglan gegen Preußen gehandelt Huben, die diesfall- sigcn gegenseitigen Mitthcilungen hätten sich vielmehr nur auf das in München erwachsene Mißtrauen bezo gen, indem das Wiener Cabinet sich beeilt habe, den Münchner Hok vollständig mit dem Stande der Ver handlungen bekannt zu machen und die früheren Ver- sichcrungen zu wiederholen, um dadurch die Mißstim mung einer Regierung zu beseitigen, die vom Beginn der deutschen Verwickelungen an, treu auf Oesterreichs Seite gestanden habe. Daß Oesterreich auch seinen ZolleinigungS- plan noch nicht aufgegeben habe, wird von dem han noverschen Correspondenten der „Hamburger Nachr." ausführlich entwickelt. Täusche man sich nicht! schließt er — Oesterreich, so lau und gleichgültig eS sich in diesem Augenblicke der Zollfrage gegenüber äu ßerlich benimmt, ist mehr als je im Stillen lhä:ig, um sich diese, seine letzte Aussicht zu retten, und sind wir ander» nicht falsch berichtet, so dürfte der Beweis für unsere Anschauung sich bald genug der Well vor Augen legen. Dasselbe Blatt bringt einen interessanten Artikel über „die nächste Revolution," worin zugleich da» Handeln und Nichlhandeln der verschiedenen Parteien scharf beleuchtet wird. In Sachen der Horzogthümer Schleswig-Hol ste in erhält dasselbe Blatt auS Frankfurt die „»u- verkässige" Miltheilung, daß eS zu Anfang dieses Mo- natS zu einer Uebcreinstimmung zwischen den beiden deutschen Großmächten über das Verfahren gekommen sei, welches in Betreff der Herzogthümer eingeschlagen werden soll. ES wurden demnach die Commissarien noch so lange in Holstein fungiren, bis ein neue- Bundesccntralorgan eingesetzt ist. Dieses würde dann weiter über die Verwaltung Holsteins disponiren und dasselbe erst dann dem Könige von Dänemark restitu« iren, wenn definitiv dem BundcSrcchte seitens dessel- den genügt sei. Der Bundestag würde dann auch die definitiven Verhandlungen in Betreff deS Verhält nisses Holstein- zu Schleswig in die Hand nehmen. München, 19. April. (D. A. Z.) Es werden jetzt zwei RegierungSrespripte aus dem Januar diese- Jahres bekannt, in denen den Schulvorstchem und Lehrern angedeutet wird, wie dairische Geschichte in den Schulen vorgetragen werden soll. ES soll nämlich bei diesen Vorträgen besonders darauf hinge- wiesen werden, daß die Geschichte der neuesten Zeit wiederholt die providentielle Bestimmung BaiernS in Deutschland kundgethan, indem es der Revolution und den Gelüsten nach einer Zerreißung Deutschlands mit Entschiedenheit und Erfolg entgegengetreten; wie treu da» Volk an seinem angestammten Fürstenhause immer gehalten, und wie endlich, da dem eigenthüm» lich naturwüchsigen Charakter der deutschen Völker schaften eine unitarische SlaatSverfassung im Inner-