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Allgemeiner Anzeiger. Amtsblatt für dir Ortsbehörde und den Gemeinderat ?u Bretnig. Icknl-Rnzeiger für die krMo>'e! Metins, Hauswalde, Großröhrsdorf, Frankenthal und Umgegend. Ter Allgemeine Anzeiger erscheint wöchentlich zw^ " oiittwoch und Sonnabend. : brnrewentLpreit intl. de« allwöchentlich beigegebenen „ riu inerten NnterbaltungsblaitrS" l-ertcijöhrlich ab Schalter 1 Mark, bei freier Zusendung durch Noten in« Haus t Mark 8 li tennige, durch die Post I Mark exkl. Bestellgeld. ' '» A«?erate, die -«gespaltene Korpu«tsile io Pfg., sowie Bestellungen aus dkv -ll gemeinen Anzeiger nehmen außer unserer Expedition auch unsere sämtliche« Zeitunz-boteu jederzeit gern entgegen. — Bei größere« Aufträgen und Wirtzerhaluuge« gewähre» »ir Rabatt nach Ueberein^unft. Inserate bitten wir für die Mittwoch-Num-ner bis Dienstag vormittag l/,n Uhr, für die Soausbend-Num «er bi« Freitag vormittag »»ll^Uhr einzusendrn L o<iltl!rilimK, k?ruck und Vertag von A. Athuvig, Bretnig. 19. Jahrgang Nr. 9. Sonnabend, den 3V. Januar 1909. ^ertliches «nL «Schstsckes. Bretnig. Der Zirka« Maine traf, von Sceligstadt kommend, am Donnerstag vorm. mit 25 Pfcrden hier ein und gab schon am Abend derselben Tages im Gasthof »um deutschen Hause seine Eröffnung« Vorstellung vor gutdes-tztem Hause. Die Leistungen der Trupps waren ganz außergewöhnliche, nament lich setzten die Ausführungen der Bravour- Tuiner (ein Franzos« und ein Ungar) am dreifachen Reck da« Publikum in fortwähren de« Erstaunen. Aber auch den Reitkünsten, den P erde-Dressuren und dem sicheren Arbeiten des Kraftmenschen zollte man da« größte Jn- tereffe. Noch sei de« kleinen Lohne« Erwäh nung getan, der durch sein urkomisches Auf treten schnell die Lacher auf seiner Seite hatte. Wer sich daher einen Kunstgenuß ver schaffen will, dem kann dec Besuch dieser Vorstellungen nicht warm genug empfohlen werden. Bretnig Aus Anlaß de» Seburtttag«» Sr. Maj. be« deutschen Kaiser« hatten viel« Privat- und öffentlicheGebäude Flaggenschmuck angelegt. Zn den Schulen fanden Schulfeiern statt. — Die 3. Klaff» der 155. Königlich Säch sischen Landes-Lotterie wird am 10. «nd 11. Februar gezogen. Die Erneuerung der Lose ist noch vor Ablauf de« 1. Februar bei dem Kollekteur, dessen Name und Wohnort auf dem Lose aufgedruckt und aufgestempelt ist, zu bewirke. Bautzen. Beim Rodeln auf dem Mönchr- walder Berge verunglückte Fräulein Hünlich, die Tochter d.« Herrn Kommerzienrat Hünlich in Wilthen, wobei dieseld« einen Bruch de« rechten Beine« erlitt. — In rin Listgeschirr hineingelaufen ist die 8 Jahre alte Tochter des Wirtschastsbesitzer« Friese in Oberneukirch, das Kind brach dabei den rechten Arm. S t e i n i g t w o l m « d o r f. Ein sehr starker Adler, der über d«m hiesige« Orte seine Kreise zog, erregte große« Aufsehen und beunruhigte die ganze Logelwelt. Aengsttich suchten die Taube» ihre Schläge, bie Sper linge ihre Verstecke auf und nirgends war ein Vogellaut zu hören, weil sie vor dem Gewal tigen in den Lüsten wie gebannt waren. Nachdem der Adler etwa eine halbe Stunde einen Stand von durchschnittlich 50 Metern eingehalten hatte, verschwand der gefürchtete Raubvogel in östlicher Richtung. — Ein vie-beiniger Au«reißer. Am Sonn abend mittag ist au» dem Raudtierwagen de« jetzt in Weißenberg gastierenden Zirku» Maine ein Bär aurgcdrochen. Er halt« an der Tür de« Wagen» so lange gerüttelt, bis der Vorstecker herau«g«sprunge» war und dieselbe sodann oufzing. Sein Sang war zunächst nach der Molkerei zu. Dort riß er einige Milchkannen um, ging dann aus einen Mol kereigehilfen, welcher dem Bär entgegcntrat, zu. Dec junge Mann »ahm aber schleunigst Reißaus. Der Bär kehrte um und schlug die Richtung erst nach Weicha, später nach Kotitz ein. Bor Kotitz begegneten zwei Frauen dem Bären. Er trabte ruhig an ihnen vor über. In Kotitz b«llte et« Hund den Bären an, diesem gab er eine so kräftige Ohrfeige, daß ec über die Hunüthütl« hinwegflog. Al» em Mann mit der Peitsche auf den Bären zuging, .erhob er sich auf seine Hinterbeine und fing ganz gemütlich an zu tanzen. Seine Verfolger trieben ihn nun in die Scheune de« - Gaslhoftbesitzer« Schwarz, wo er dann vom ' Personal ,des Zirkus gefesselt uns »ach seinem früheren Stall zurückgesührt wurde. Er ist Streit» wieder al« .Kunstreiter" ausgetreten. — „Mutter Geier" im Kloster zu Zittau, die am Donnerstag ihr 103. Lebensjahr vollendete, war schon in den letzten Tagen Gegenstand zahlreicher Glückwünsche und son stiger Aufmerksamkeiten; einige Gratulanten lieben s« sich nicht nehmen, ds« hochbetagte Mütterchen in seinem kleinen Stübchen per sönlich aufzusuchen und sich nach dem Befin den de» Geburtstagskindes zu erkundigen. Allgemein «ar man erfreut darüber, die Grei sin verhältnismäßig munter und wohlauf an- zutreffen. Di« Witwe Geier hört zwar nur noch schlecht, aber wer über ein laute« Organ verfügt, kann sich mit ihr noch ganz gut unter halten. Speziell in diesen Tagen schien die Brnsin ganz besonder» gut bei Stimmung zu sein; sogar zu kleinen Scherz«» war sie auf gelegt. Klag« führte sie nur darüber, daß sic in den letzten J«hren häufir u»t«r Schwin- delanfällen zu leiden hätte; sonst fühlt sie sich zirmlich wohl. Unter diesen Umständen ist zu hoffen, daß Frau Stier die Aufregungen, die ihr d«r Geburtttaz gebracht hat, «acker über- stehrn wird. — In Lötzschen b«i Taucha brach Sonntag nachmittag g«gen 3 Uhr in dem Besitztum de« Maurer« und Wirtschafter« Peschel Feuer au«, wodurch die Wirtschaft bi« auf die Um- faffung»mauern zerstört wurde. Lno«r ist ein schwere» Unglück dabei zu beklagen; da« 5- jährig« Söhnchen de« Besitzer« ist mit ver brannt. V»m Inventar wurde da« meiste gerettet. Man nimmt an, daß der Brand durch den umgekommencn Knaben verulsacht worden ist. Pirna. Am Dienstag abend gegen halb s«chs Uhr fand man am Elbufer unweit her Zellulosefadrik einen steifen schwarzen Hut, eine grblümte West«, «in braune» Jackitt und einen Spazierstock. Die Gegen ständ« rühren wahrscheinlich von ein«m Men schen her, der den Tod in de» eisigen Fluten der Elbe suchte und auch fand. Kurz zuvor hatte man einen ziemlich großen Mann an dem Slbufer gesehen und will auch Hilferufe vernommen haben. In d«n Taschen d«t Ja keit« fanden sich Papiere, d>« auf einen Rei senden d«r Westdiutschen Te'ephonzellen-Äesell- schaft in Esse» mit Namen M. Kuhnt, hin deuten. Auf einem Zettel, an dem dis Adresse abgiriflen war, hat der Mann Abschied von irgend einer Person genommen. Die mit Bleistift geschri«benen Ädschi»d«worte lauten: „Mein Schatz! Auch Schwermut kann den Men schen beeinflussen, da« so zwecklose Leben «uf- zugebrn. Daher sind die, welche den Mut besitzen, sich das Leben zu nehmen, glücklich zu nennen." Als Aoreffe war angegeben: M. Kuhnt, Altenessm, Vereintste. 9. Schandau. In hiesigen sächsischen Elb- grenzbezirke hat die Bewohnerschaft beschloss»,, zunächst den hier aufhältlichen tschechischen Geschäft«leuten nicht« ab,»kaufen und dann de« Deutschen in Böhmen, die bekanntlich van dem tschechischen Anstürme arg bedrängt wer den, entspcrchsnoe anhaltende Hilfe zuteil werden zu lassen. Demzufolge sam nelt msn für die naheltegenoen norddöhmischen Orts gruppen vom Schulo-rein und vom Buns der Deutschen in Böhmen in hiesigen Ortschaften u«d >n unserer Stadt eifrig 8-iträg?. Be reit« am 10. d. M. konnten solche Spenden in Herrnskretschen abgegeben werden, auch trat man dem Bund der Deutschs» bei. Dresden. Das Dresdner Grwerbe- Hau«-Orchester, da« in den Sommermonaten auf dem känigl. B'loeder« spielt und unter d«r Leitung de« Kapellmeister« Willi Ohlsen steht, unternimmt im Frühjahr diese« Jahre« ein« Konzertreise durch mehrere Staaten von Nordamerika. Der Manager ist ein in Dre«den lebender junger Amerikaner namens Viktor I. Klark. — Bon nnem schweren Unglückssall wurde die bei «inem Gut«besitz«r in Weißig dienende Magd betroffen. Da« Mädchin trieb die vor den Göpel gespannten Pferde an, als ein« der jungen Tiere plötzlich autschlug und ihm den linken Unterschenkel zerschmettert». Die Schwerverletzt« wurde nach dem Johan- niter-Krankenhause in Heidin«» übergeführt. — Eine Stiftung von 120000 Mark ist jetzt der Stadt Meißen endgültig zugefallen, nachdem ein gewisser Löbel, welcher zue>st d,e Summe «erhalten sollte, aber seit zirka 30 Jahren verschollen war, jetzt gerichtlich für tot erklärt worden ist. — G«meinsam in den Tod gegangen. Die Nachbar« de« Grundstück« Hauptstraße 79 in Leutzsch machten di« Wahrnehmung, daß sich seit zirka zwei Tagen in dem Hause, da« di« beiden Schwestern Marie (62 Jahre alt) und Louise Hennig (58 Johr« alt) be wohnten, kein« der boiden Person«» hatte blicken lassen. Man benachrichtigte di« Po- liz«i, und diese fand beim Oeffnin dir Türe die beiden Schwestern tot aus dem Sofa sitzend vor. Sir hatten vorher ihre Klriver und Wäsche, die fie beim Begräbnis tragen wollten, zurechtgelegt, auch ihren l«tzten Wil len niedscgeschrieben und alle erdenklichen schriftlichen Anordnungen hinterlassen, und dann Lysol genommen. Sie scheinen sich über den Tov ihres Bruder« («r starb am 5. Ok tober v. I.) nicht haben hinwegsetzen können; j-de der Schwestern hatte eine Photograph«« de« Bruder» W sich gesteckt und auf eitlen Z«tte'. geschrieben: »Wir nehmen unsern guten Hemrich mit." Sowohl der »erstorben« Bru der als auch sie beisrn Schwestern waren un- verheirat«t. Zschopau. Am 22. Januar früh hat in der hiesigen Bezirksanstalt die dort seit Jahren untergebrachle verw. Kaden ihr auf dem Schlassaal der Anstalt befindliche« Bett in Brand gesteckt, wob«i sie sich schwer« Brandwunden zuzog. Am ganzen Körper brsnnenv, ist sie Hilfe rufend die Treppe herunlergelaufen. Trotz der ihr sofort zuteil gewordenen Hilfs ist sie infolge de» «ingeat- meten Rauches kurz daraus gestorben. — Seit Jahren brennt da» Innere der Halde der früheren Beckecschachte» in Hänichen. Nachdem vor längerer Zeit ein größeres Stück derselben zusammenbrach (wahrscheinlich war durch das Feuer ein Hohlraum im Innern entstanden), entsteigt neuerdings dem Bahn- körver des Reserveglsise« der Bahnhossanlags Rauch, ein Zeichen, daß der Branr sich nach dieser Seite hin ausgedehnt hat. Die Be nutzung diese» Gleises ist wohl damit ua- möglich geworden. Die Ursache de« Brandes ist jedenfalls darin zu suchen, daß früher der sogenannte Schlamm, ein Gemisch von Koh lenstaub und Wasser, das beim Kohlenwäschen «nistan», in großen Mengen auf di« Haioe geschafft und dort durch dre heiße Asche ans oem Maschinenhause oder durch die «lustehea-e Wärme von selbst entzündet wurde. Eppendorf bei Oederan. Eine gewal tige F?ü'"-»b,nnst wütete am Dienstag in unserem Q.te. Aus noch unausgekiäNe Weise brach in d«r bekannten L«onh«rdschen Sprel- warenfadrik Feuer au», wa» so schnell um sich griff, daß di« Fabrik total ni«derbran«te. Der Schaden ist bedeutrnd, wenn auch zum Teil versichert, da di« m«ist«n Maschinen mit vernichtet find. Bei den Rettung»arbeit«n wurde ein Feuerwehrmann leicht v«rl«tzt. Di« Arbeiter werden vorläufig bei den Riumung«- arbeiten beschäftigt. — Die Eheleute Lohmann, di« de» Ver brechen« der Lohnabtreibung und der Auffor« deruitg zum Verbrechen sowie der Beiseite, schaffang eine»Leichnam» angeklagt sind, l«ugnen nach wie »or, bei der Emma. Heine, deren Kopf immer noch nicht gefunden ist, irgend welche strafbaren Handlungen vorginommen zu haben. Sir wollt,! auch nicht« davon wissen, wie die Heine zu Tode g,kommen ist, wer die Leiche zerstückelt hat und wo der Kopf geblie- d«n ist. Zu der am 3. Februar vor dem Schwurgericht in Leipzig g«gen die Lohmann» und Genossin beginnenden Verhandlung sind di« jetzt gegen 50 Z«ugen geladen, e< werden aber von orr Staat«anwaltschaft und der Ver teidigung noch immer Z«ug«n nachgeladen. — Ll« am Montag «ine Abteilung de» 181. Jnfant«ru-Rcgiment« und eine Abteilung der Kaiser-Ulanen au« Chemnitz im Gelände bei Glösa eine FelddienstÜbung abhielten, wurde der achtjährige Sohn de» Former« Max Wern«r au« Furth von einem Ulanen angeschoffen. Eine Platzpatrone verwundete den Knaben an der richten Schulter. Die Vrrletzung ist jedoch nicht gefährlich. G«gen den unglücklichen Schützen ist eine Untersu chung »iugeleitet. Kirchennachrichten von Bretnig. 4. Sonntag p. Epiphania»: 9 Uhr: Pre- diztgotteSdi«nst, Text: Matth. 8, 23—27. Geburten: dem Färber Alfred Martin Oswald eine Tochter. Getauft: Hermann Wilhelm, S. d. Ci- garrenarb«iter» Emil Robert Dratdo. — Met» Gerda, T. d. ledigen Dienstmädchen» Anna Meta Berger. Ev. luth. Männer- und Jünglingsverein zu Br-tnig. Sonntag abend» 8 Uhr im Anker: Vortragsabend und Besprechung de« am Palm sonntage abzuhaltenden Fainilienabende«. Da» E.scheinen aller Mitglieder erwünscht. Gäste und Freunde der Sache jederzeit herzlich will kommen. Kirchennachrichten von Großröhrsdorf. Geburten: Gertrud Wella, T. d. Packers Friedrich Edwin Thoma» Nr. 101. — Lisbeth Käthe, T. d. Drechslers Eli Melißan- brr Alban Seifert Nr. 270y. — Kurt Oskar Richard, S. d. Apotheker» Carl Friedrich Gustav Lips Nr. 86 d. Sterbefälle: Friedrich Aug. Schulz, Privztus Nr. 47, 66 I. 4 M. 20 T. alt. — Frieorich Wilhelm Körner, Fabcikarb. Nr. 268, 56 I. 11 M. S T. alt. hr<bs^rz,uedrtgfters! s yrn« Marktpreise in Kamenz am 28. Januar 1909. 50 Kilo Korn Weizen Amte Öascr Heidokcro Lirse <. ?. i 8- i 1620 I vs" 8 10 41-- 14 50 S. ?. S 7 70 1V>- ! 8 50 S 7 70 j 10 50 S 14-i Heu 50 Kilo, 4 - Stroh !200 Pfs.>26- "Ntz 2 30 Erbsen 50- Kilo l4 50 KorloNein 5>' Ni«» , 3s —