Volltext Seite (XML)
Zr Tageblatt für Adorf Lk??!amon di« Tsils 46 Psg. Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger; Vtto Meyer inNdorf Tel.-Adr.: Grenzbot^ 20 Sonnabend, den 25. Januar 1019 Kahrg. 84. Uhr 6 Lebensmirtelamt. Städt Adorf, den 23. Januar 1919. Städt. Lebcnsmittelamt. Sonnabend, den 25 dss. Mts, nachm. 3 Uhr Adorf, den 23. Januar 1919. Städt. Lebensmittelamt Adorf, den 21. Januar 1919. der r alle >en r zu Denn orge" Die neubrantragien Pferdefleischdarte« können am Sonnabend, der 25. dfs. Mts., vorm. 8 — 9 Uhr in Empfang genommen werden. r Anzeigen von hl« und au» dorn Amtsgericht»- f t bezirk Adorf iveroen millSpfg^von auswärts s r mit M psg. dis bmal gespaltene Gruudzsiie ; L oder deren Raum berechnet und bi» Mittag» l r 11 Adr für den nächstfolgenden Tag erbeten i der Geschäftsstelle, von den Austrägern de» Klattes, sowie von allen Kaiserlichen Poft- anstalten und Postboten angenommen Bei der Anmeldung ist folgendes zu beachten: l. Schulpflichtig sind alle die Kinder, die Ostern 1919 das 6. Lebensjahr erreicht haben, auch können auf Wunsch der Eltern die Kinder zur Anmeldung gebracht werden, die bis zum 30. Juni a. e. das 6. Lebensjahr erfüllen. 2. Bei der Anmeldung sind vorzulegen der Impfschein, das Taus- und Geburtszeugnis bez. das Familienbuch. Für in der Stadt Adorf geborene Kinder genügt der Impfschein. Die Anmeldung soll nur durch Erwachsene erfolgen, bei Kindern aus gemischten Ehen durch den Vater. Schrift stücke (gerichtliche Verträge) über konfessionelle Erziehung der Kinder sind bei der Anmeldung mitzudringen. 4- Für jedes angemeldete Kind wird den Eltern ein Fragebogen ausgehändigt, dessen genaue und gewissenhafte Aus füllung ois zur Aufnahme des Kindes in die Schule (l. April) zu erfolgen hat. 5. Für Kinder, die wegen körperlicher oder geistiger Schwäche Ostern I9l9 die Schule voraussichtlich nicht besuchen können, ist ein von einem approbierten Arzt ausgestelltes Zeugnis oorzulegen. * - rufschub - - M Otte i Der Grsnzbots erscheint täglich mit Aus- nd mm !, und in einz : Grün Fernsprecher Nr, 14 eroen. Die Schutdirektio» Grietzba ch . »en, hat am 25. dss. Mts. über die Gefangenen eine Zahlung statlzufinden, die in der >ch vom 24- zum 25 dieses Monats aus der betreffenden Stelle anwesend waren, z könnt Die Zählung der unter militärischen Dienststellen befindlichen Gefangrn-n wird von lässt, men Generalkommandos veranlaßt. Hingegen snd alle Gefangenen, die pch zu dem an- ' Lun*;egebenen Zeitpunkte etwa noch bei Zivilpersonen oder in Zioilgesängnissen, Zuchl- r ^^äusern sonstigen Anstalten befinden, von den Hauchnltungsoorsmnden oder An bei dertaltsdirektionen auszunehmen und der örtlichen Polizeibehörde zur Anmeldung zu bringen, m blebie Polizeibehörde Hal ungesäumt dem zuständigen Generalkommando drahtlich Mil- berieieilung zu machen. mnterg der Zählung lind sesizustellen Name, Vorname, Gesangenennummer und Rr- iußte stmcnt, und zwar getrennt noch folgenden Nationen: Franzosen, Engländer, Belgier, Serben, Italiener, Portugiesen, Japaner, Amerikaner, Montenegriner, Griechen, Grafili- striegis*"" (unterschieden nach Kriege- und Zioilgefangenrn). behöri E Anmeldung zur Dürgerschule. dadurch Die Anmeldungen der zu Ostern 1919 schulpflichtig werdenden Kinder sollen Dienstag, den 28. Januar, vormittags von 16-12 Ahr armsch.sn der neuen Bürgerschule, und zwar für die Knaben im Direktorzimmer und für die Mädchen im Schulzimmer Nr. 4, Erdgeschoß ' entgegengenommen werden. zen w, re Ver<! igebun * Lründi- Zurzeit weilt in Dresden (Europäischer Hof) eine Delegation der neutralen ie allierte« Länder (Offiziere und Aerzte in Uniform), die Ermittelungen in allen tvoll zilagern, Lazaretten, J-renanstalten, Gefängnissen und Arbeitsstellen, insbesondere Berg- d ihmoerken, in denen sich Gefangene der Entente befanden, anstellen soll, ob deren Abbeför- entsprechend den Wassenstillstandsbedingungen ersolgt ist. Insbesondere soll sie, aien öffentliche Meinung in drn Lntrnteländern zu beruhlgen, fcststellen, ob etwa noch Äereinübefangene verborgen werden. Gelege, Indem die Oeffenilichkeit von dem Aufenthalte der Delegation und deren Auftrage md ^»irrdurch in Kenntnis gesetzt wird, werden gleichzeitig alle Personen, denen der Derbleib . w^iines alliierten Kriegsgefangenen — gleichviel ob krank oder gesund — bekannt sein SüterwiEe, angewiesen, entsprechende Angaben sofort der nächsten Polizeibehörde oder Lager- betrieb^ommandantur zu machen, die diese Angaben umgehend der Inspektion der Korpege- zelitüäeangenknlager Königsknück zu drahten haben. aen T noch außerhalb der militärischen Dienststellen befindlichen Gefangenen haben Kohlenich schriftlich oder mündlich btt obengenannter Delegation in Dresden zu melden. i bayer- Um festzustellrn, welche Gefangenen der Alliierten sich noch in Deuischland befin» Berkans von Streichpaste in der städtischen Verkaufsstelle. Verkaufspreis: -7,50 Mar! die Büchse (1 k^.) H nähme dss den Gönn-undFoisrtagan folgenden r Tages und kostet vierteljährlich, vorausbezahl- i dar, 2 16 pfg. Destellungen werden in Mdorfer Grenzbote ' (früher: Der Grenzbote) — Vz 5 V,5 — 5 5 Nr. 2301 — 2600 2601 — Ende 1 — 300 301 — 600 Beliefert wird nur Marke 11 bezw. 32. Adorf, den 24. Januar 1919 Personen, die einen Kriegsgefangenen der Allnerten gegen dessen Wunsch oder ohne Anmeldung verbergen, werden, wenn nicht eine höhere Strafe verwirkt ist, mit Geld, strafe bis zu 150 Mark oder Haft bestraft. Dresden, am 21. Januar 19l9. . Die Ministerien dec. Juuern und -er Justiz. Sonnabend, den 25 dss Mts, nachm 4 — 6 Uhr Berkaus von Pferdefleisch (gewiegtes) Verkaufspreis: 2 Mark das Pfund. Bezugsberechtigt: Inhaber de: Pferdcfleischkarten: ss Sie Aheinsrenze. V— Gerade zu Beginn der Lürfriedens-Konfercnz har Marschall Foch die Aeußerung getan, daß die uaiür- !0er kche Grenze -wischen Frankreiü und Deutschland der «Hein sti. Dasselbe Wort haben schon große Franzosen gebraucht, als der feindliche efehlshaber, ohne «L verwirklichen zu können, und auch dem Marschall Wird es nicht gelingen. Er hat » h vielleicht sein« ileußerung gar nicht so bitter ern,r gemeint, sondern sich nur bei seinen Landsleuten in empfehlende Er- " mnerung bringen wollen. Möglicherweise wühlt man ihn zum Präsidenten der Republik, wenn die Amts zeit Poincarees abgelaufen ist. Vielleicht hat er aber och der Konferenz in Paris einen Wink mit dem Zaun- fahl geben wollen, Deutschland nicht zu sanft an- npackcn. Deswegen brauchte er allerdings keine Sorge mie» 4 haben, die Vorfrieden^Kon':-renz ist wahrlich nicht besonderer Nachsicht ».egenub-r Deutschland beseelt. , Daß Clemenceaus, dieses erkla-len Deutschfeindes, t di»,-»rgierung den Rhein «'s Grenze zwischen Deutsch- nd und Frankreich proklamieren n .rde, wenn sie das '' , innte, brauchen wir nicht zu bezweifeln. Sv denkt: lach Wohl jener Teil der Franzosen, der mit dem Ge ¬ danken an die Revanche abends zu Bette gegangen und morgens wieder aufgestandeu ist. Aber denkt wirklich das ganze französische Volk so? Es wird uns versi chert, die französischen Soziaid:motralcn wünschten nicht einmal die Annexion von El'-zß-Lothringen, geschweige denn die Rheingrenze, und d> Mehrheit des übrigen Volkes wolle jedenfalls von der Ausdehnung des fran zösischen Gebietes bis zum Rhein nichts wis-en, weil es in einer solchen Eroberung einen Zankapfel erblickt, der zu einem neuen Weltkriege führen winde. Darum sei das Wort von der Rheingrenze nicht ernst zu. nehmen. Allein auf diese Versicherung hin würden wir kaum der Sorge um das linke Rheinuler uns entschlagen können, denn es gibt verschiedene Wege, dies Gebiet französisch zu machen, ohne daß es direkt annektiert zu werde» braucht. Man könnte von Paris aus eine rheinische Republik errichten, die dein Rainen nach völ lig selbständig wäre, in Wahrheit aber nichts tun dürfte, was an der Seine mißfiele. Wir haben vom Recht und von der Selbstbestimmung der Völker sehr viel reden hören, aber wir vermissen das Handeln danach und müssen also abwarten, ob die Vorfriedens-Konserenz ein solches Tun dringen wird. Aus Paris wird zwar behauptet, die Bevölkerung von Elsaß Lothringen hals sich begeistert für Frankreich erklärt, aber gut beobaep- tende neutrale Zuschauer haben nritgeteikt, -atz der Empfang des Präsidenten Poincaree in SlraHdurg ei« geschickt vorbereitetes Schaustück war, pn -e« da« ei-- saß-lothringische Herz keinen Anteil gehabt hat. Wichtiger für uns ist, daß Frankreich »et sei»-« Wünschen nach Lem linken Rheinuser nicht nur «aätz seinem eigenen Gelüst, sondern auch nach der Stim mung und nach den Kraftverhältnissen in Dentschian» rechnen muß. Man weiß in Paris, saß auch der »enew deutschen Republik nicht alles zugemuiet werden Vann, daß die dentsche Geduld ihre Grenzen hat. Daun kommt aber noch mehr in Betracht. Die EroberRmg des linken Rheinufers durch Frankreich bedeute denn -sa» eine sehr wesentliche französische Machtverstärkunn ge genüber England, daß letzteres nicht mit ei «fachem Räuspern sich abfinden würde. Stüßr die fraufische Alacht bis an den Rhein vor, daun umklammert sie Belgien und Holland und unterwirft diese beiden Staa ten früher oder später ihrem Einfluß. Sie hat Sann eine ganz andere Seefront gegen Großbritannien, als bisher, und damit könnte auch die französische Politik in ein ganz anderes Fahrwasser kommen. Allerdings hat England Sie starke nordfr«utzüsi- sche Seefestung Calais in seinem Be itz. Aber da» ist es gerade, was den französischen Wunsch nach einer ^Erweiterung seiner Machtsphäre beeinflußt. Tie ena-,