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02-Abendausgabe Leipziger Tageblatt und Handelszeitung : 25.05.1914
- Titel
- 02-Abendausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-05-25
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id84535308X-19140525021
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id84535308X-1914052502
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-84535308X-1914052502
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Handelszeitung
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-05
- Tag 1914-05-25
-
Monat
1914-05
-
Jahr
1914
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Jahrgang L—für Snserat, au« Leipzig un» Umgebung »le /MAeigeNpreise. >fpalttg«petUzeil,2»ps., »ie KeklamereUe 1 m., von au.wirt» »S Pf., Neklamen 1.2» M., Klein« »»zeigen »lepetltzeil« nu« 2»ps.b.wl»»erhol.Kad.,Inserate »on Srhoröen im amlNchenTrii »ie petlt- zell« S»ps. Seschästoanzeigrn mit planvorschrlft im Preis« erhöht. Nabatt nach Taris. Vellage»: Sesamtausl.» M.»o« Tauseaü auoschl.Postgebühr, slnzeigen-flnuabme: Zohannisgalse», bei sämtlichen Zilialea »», Leipziger Tageblatt«» un» allen ftnnoncea-TxpeSitionen üe» In- un» sluslanüe». SeschäftsslrU« sür Serlin u. Sie pr. VranSenburg: DtrektionwalterZliegel, Serlln w. 1». Margarethenttraße «. Zernsprech-slnschluh: LUhow 5»7>. Mmllng, »en 2S. Mei. ISl< Die Uänrpfe Es ist etivas Eigentümliches mit der Nach- richtenübermittlilug aus Durazzo. Aus italieni- scheu Quellen werden wir mit langen Berichten über die Einzelheiten der Kämpfe um Durazzo und mit beunruhigenden Meldungen über die Lage der Regierung des Fürsten gespeist. Fran zösische Blätter wissen sehr gefährlich tlingende Nachrichten zu verbreiten, nach denen Fürst Wil helm bereits seine Abdankungsurkunde unter zeichnet haben soll. Anderseits — und das ist immerhin auffällig — laufen Mitteilungen über Wien recht spärlich ein. Daraus scheint hcrvor- zugehen, das; Italien, von Frantreich unter stützt, eine den österreichischen Interessen ent gegengesetzte Politik in bezug aus Albanien zu betreiben beginnt. Es fehlt jede Möglichkeit der Kontrolle der tendenziös zugestutzten italienisch französischen Meldungen; eS herrscht keine Klar heit über die Berhandlungen des Fürsten mit den Aufständischen. Sicher ist nur der Eindruck völliger Verwirrung in dem zu künstlichem Leben gebrachten jungen Fürstentum. Bor allen Din gen ist jetzt zu wünschen, daß der österreichisch italienische Gegensatz durch die nationalistische Presse beider Länder nicht noch verschärft wird. Im einzelnen verzeichnen wir folgende Mel dungen : Nom, 24. Mai. Die „Agenzia Stesairi" meldet, daß der italienische Gesandte in Durazzo Aliotti an den Minister des Auswärtigen Marquis diSan Giuliano folgende Depesche gesandt hat: Nach dem Kampfe, der von der Gendarmerie unter dem Befehl von holländischen Offizieren geführt wurde und in welchem diese mit ihren Mannschaften sämtlich von den Insurgenten ge fangen genommen wurden, wurde der Befehl gegeben, dos Fener der Batterien auf dem Sladtschloß und an der Strohe nach Tirana einzustellen. Gegen Abend kamen einzelne Flüchtlinge in eiligem Laufe nach Durazzo, die erzählten, dah die kleine An zahl von Nationalisten, die zu den Massen gegriffen hatten, zersprengt wäre und dah die Insurgenten aus die Stadt losmarschierten. Man erfuhr ferner, dah die Leibwache der katholischen Malissoren, die 2U0 Mann stark unter dem Befehl von zwei Priestern standen, bei den ersten Schüssen davongelaufen sei. Man beschloh in groher Eile, im Namen des Fürsten Mehmed Pascha Draga als Unterhändler ab» zusenden. Dieser kehrte bald darauf mit der Mel» düng zurück, dah die Insurgenten nur verhandeln wollten, wenn sie bis ans Meer gelangt seien, und dah ein weiterer Berhandlungsversuch unnütz wäre. unA Durazzo. Infolge des Gewehrfeuers und aus Besorg nis, dah die Insurgenten, deren Grimm durch die Kanonade und infolge ihres Fanatismus aufs höchste gestiegen war, Durazzo plündern könnten, bemühte ich mich, Maßnahmen zu treffen, um die italienische Kolonie in der Gesandtschaft oder auf den Schiffen in Sicherheit zu bringen. Bald darauf brach eine unbeschreibliche Panik aus. Ich begab mich zu dem Fürsten, machte ihn von der Flucht der Nationalisten Mitteilung und bat ihn mit anderen, die Fürstin und die kleinen Kinder in Sicherheit zu bringen und dann die Landungs detachements znrückzuziehen, um ernstere Zwischenfälle zu vermeiden. Das war auch notwendig, weil die katholischen Molissoren einen Gegenstand der Pro vokation für die Muselmanen bildeten. Es wurde denn auch beschlossen, die katholischen Malissoren aus die Schiffe zu bringen. Die Fürstin aber hatte er klärt, sie würde sich nicht von dem Fürsten trennen. Man beschloh daher, dah auch der Fürst sich zeit weise an Bord des „Misurata" begeben solle. Alle diese Anordnungen wurden mit größter Schnelligkeit getroffen. Gegen Abend machte ich mich in Begleitung des rumänischen Gesandten und der österreichischen, französischen und englischen Delegierten auf den Weg, um mit Unterhändlern der Insur genten zusammenzutreffen. Auf der Strahe nach Tirana begegneten wir dem holländischen Kapitän, der unter Geleit vcn drei unbewaffneten Insurgenten, die eine Porlamentärflagge trügen, stand und erklärte, er sei gekommen, um im Namen der Insurgenten dem Fürsten folgende Bedingungen der Insurgenten mitzuteilen: Erstens, die Insurgenten wollten durch Unter händler ihre Forderungen dem Fürsten überreichen. Zweitens, die Gefangenen würden alle erschossen werden, wenn bis morgen abend 8 Uhr der Kapitän nicht n it einem Briefe des Fürsten zurückkehrte, der eine günstige Antwort enthielte. Drittens, die Insurgenten forderten, dah die Waffen niemals mehr gegen sie gekehrt würden. Dem Fürsten wurde ge raten, sich sogleich in den Palast zu begeben, wo er den Kapitän empfing und den Brief, betreffend die Forderungen der Insurgenten, »nterzeichnete. Der Fürst forderte, man solle ihm von neuem Matrosen abteilungen als Estortr mitgeben. Ich verhandele noch mit meinem österreichischen Kollegen über diese Frage, damit keine Zwischenfälle eintreten oder es zu einem Konflikt kommt, in den die italienischen Matrosen verwickelt werden könnten. Der von den Insurgenten mit ihren Forderungen abgesandte Ka» pitän berichtet, diese seien 20VÜ Mann und mehr stark. Die Bewegung scheine hauptsächlich religiösen Charakter zu haben, aber es sei nicht ausgeschlossen, dah Bonden von Anhängern Essad Paschas im geheimen daran teilnehmen. Auf jeden Fall handle es sich, da dieser niemals die Möglichkeit gehabt habe, mit seinen Anhängern in Verbindung zu treten, sicherlich um eine Erhebung spontaner Na- t u r. Die italienische Gesandtschaft ist voll von Mit gliedern der Kolonien, Albanesen und diplomatischen Vertretern, denen sie Gastfreundschaft gewährt. Nom, 21. Mai. „Kiornale d'Italia" veröffent licht ein Telegramm ihres Korrespondenten aus Durazzo, der u. a. berichtet: Kestern mittag verkün dete ein Kanonenschuß den Beginn des Kampfes. Der holländische Oberst Thompson, der von den Hügeln bei Durazzo aus zwei Geschütze befehligte, hatte den Befehl zum Feuern gegeben. Die Schüsse waren aber ohne Wirkung. Die albanesischen Truppen standen unter dem Befehl der Majore Eluys und Roffelma und des Hauptmanns Gum- penberg, der in der Schlacht schwer verwundet wurde. Die Bevölkerung von Durazzo geriet in Schrecken und verbarrikadierte sich in den Häusern, während die italienischen Seeleute zur Verteidigung der Gesandtschaft und des Palastes des Fürsten Vorbereitungen trafen. Am 'Nachmittag wurde der Kampf noch heftiger. Das Automobil eines Italieners, namens Moscia, brachte Tote und Verwundete in die Stadt. Zahlreiche muselmanische Frauen flüchteten sich in die italienische Gesandt schast und auf die Schisse, die den Flüchtlingen zur Verfügung gestellt wurden. In der Stadt befinden sich mehrere hundert Verwundete. Die Verluste der Aufständischen sollen groß jein. Abdankung des Fürsten Wilhelm? Paris, 25. Mai. Die hiesigen Blätter fahren fort, die Lage in Albanien als äußerst kritisch z» bezeichnen. Es liegen Blättermeldungen aus Durazzo vor, wonach Fürst Wilhelm vollständig in die Bedingungen der Aufständischen eingewilligt hat und sogar bereits seinen A b - dankungsvertrag unterzeichnet haben soll. Wenn die Aufständischen ihre Angriffe gegen Durazzo weiter sortsetzen, so wäre Fürst Wilhelm ge zwungen, sich von neuem an Bord eines italienischen Kriegsschiffes zu begeben, um jedoch in diesem Fall definitiv nach Italien zurückzukehren und nie mehr in Albanien an Land zu kommen. Ein mohammedanischer Prinz Fürst von Albanien? Paris, 26. Mai. Das „Journal" veröffentlicht eine Konstantuiooeler Dcpesche, derzufolge man ln dortigen diplomatische» Kreisen erklärt, daß der ita lienische Botschafter, Marauis Garroni, bei der Pforte im gehe» m e n angesragt hat, um ihre Meinung über die eventuelle Aufstellung eines mohammedanischen Prinzen für den Thron von Albanien zu erfahren. In Gegensatz zu diesem verdächtigen Eifer, mit dem französische Meldungen die Lage des Fürsten Wilhelm als rettungslos verfahren hinstellen, steht solgende Wiener Drahtnachricht: Ruhige Auffassung in Wien. Wien, 25. Mai. An hiesiger maßgebender Stelle werden die ans Rom hier einlaufenden Meldungen von der Flucht des F ü r st e n p a a r c s aus Durazzo an Bord des italienischen Kriegsschiffes „Misurata" in rukiger Weise beurteilt. Es wird erklärt, daß die Einschiffung des Fürsten paares auf das italienische Kriegsschiff nur deshalb erfolgt sei. weil die Anwesenheit der fürstlichen Familie im Schlosse die kriegerischen Operationen gegen die Aufitändijchen hätte behindern können. Man b.egt hier die starke lleberzcuguna, daß, nachdem die Fürstenfamilie an Land zurückgekehrt ist und Ver handlungen mit einer Abordnung der Aufstän dischen gepflogen wurden, in k n r z er Zeit eine Verständigung gelingen wird. Die Serben sind natürlich aufs lebhafteste bemüht, Italiens Argwohn gegen Oesterreich wachmhalten Aus Belgrad wird daher folgende Meldung ver breitet: Mobilisierung in Oesterreich? Belgrad, 25. Mai. Hier eingetrofsene Meldungen aus Wien bringen die Mitteilung, daß die öster reichische Militärbehörde in großer Hast dbe M a bilisierung der ersten R e s e r v e k l a ss e vorbereitet. In Belgrader diplomatischen Krcin-n ist man der Ansicht, daß diese Tatsache auf eine baldige militärische B e j c tz u n g A l b a n i c n s durch O c st c r r e i ch schließen lasse. Essad Pascha in Nom. Rom, 2,'». Mai. Essad Pascha ist um Mit er nacht, aus Neapel kommend, hier e i n g e t r o f f e n. Unterredung mit dem Veilmrzt des Kirsten. Der unter etwas eigentümlich anmutenden Um ständen aus Durazzo nach Deutschland zurückgekchrte Leibarzt des Fürsten Wilhelm. Dr. Berghausen, teilt einem Berichterstatter des Triester „Piccolo" über, die Festnahme Essad Paschas folgendes mit: „Essad hatte sich mit ieineii Anhängern in seinem Hause verbarrikadiert. Dies beunruhigte den Fürsten sehr, und er sandte mich zusammen mit einem Offizier zu Eisad. In der Stadt herrschte um diese Wie es der Charakter großer Keistcr ist, viel Sinn in wenig Worte zu legen, so ist es die Gabe kleiner, viel zu sprechen und nichts zu sagen. Larochefoucauld. Ein Porphprvulkan bei Halle. Rettor E. Haase in H alte ist nach langen und mühseligen Forschungen zu dem wissenschaft lich hochbedeutsamen Resultat gekommen, daß sich in alter Zeit in der Nähe von Halle, nördlich voll Trotha, ein Porphhrvnlkan befunden habe. Rek tor Haase setzte dieser Tage den Erfolg seiner Studien einem kleinen Kreis von Naturwissen schaftlern auseinander. Er führte aus: Wenn man die Lage alter Vutkauschlotc feststellcn will, stößt man auf mancherlei Schwierigkeiten, weil der Zusammenhang der einzelnen Teile der Lava ströme in der Regel nicht mehr klar zu übersehen ist. An einem der Porphyrvultane in der Nähe von Halle liefen aber die Verhältnisse derart, daß man mit Sicherheit die Ausbruchsjtelle nach weisen kann. Am Heidengrabe in der Nähe der Wasscrglasfabrit nördlich'von Trotha, zeigt die Felswand den typischen Anblick einer Krater wand. ES wechseln Tusfschichten und Porphyr bänke miteinander ab und in die Tnffmassen find faustgroße Auswürflinge eingebettet. Der Tufs besteht aus losen Kristallen und ans einer grün lichen Grundmassc, die aus lauter wiuzigcn Kü gelchen zusammengesetzt ist. Diese Kügelchen be stehen aus vulkanischem Glase. Die Rinde der Auswürflinge und die Masse der dünnen Por- phyrbänte zeigen Spuren rascher Erstarrung. Das alles deutet darauf hin, daß dort in der Nähe der Krater des Vulkans gelegen haben muß. Eine wichtige Ergänzung zu diesen Bc- obachtungen bot die Durchtunnelung des Klaus- bergcs dar. Hierbei wurde nahe am Eingang ein grünes Gestein angctrofscn, das äußerlich dem Tuff am Heidengrabe sehr ähnlich war. Lei der ist das Gestein start zerdrückt und verwittert, so daß cs die ursprüngliche Struktur nicht mehr zeigt. Trotzdem sind Auzcickfeu vorhanden, die sür die Ucbereinslimmung mit dem Tuff vom Heidegrabe sprechen. In diesem Gestein wurden auch Reste der gleichfalls völlig zerdrückten Por- Phyrbünle gefunden. An einzelnen unverletzten Bröckelchen daraus tonuten wichtige Merkmale der Porphyrbünkchen vom Heidengrabe wieder erkannt werden (Sphärolithstruktur, wolkige Ver teilung der Ferrite mit Keinen Glimmerblätt- chen an den Hellen Stellen, wasserheller Feld spat). Im Klausbergtunnel kehren also dieselben Erscheinungen wieder, wie am Heidengrabe. Das läßt darauf schließen, daß der Krater des Vul- tans zwischen beiden Stellen, also etwa mitten zwischen Trotha und Lettin, .gelegen hat. Der Aschen- und Lapilliansbrnch, der die Tuffmasse aus dem Gipfel des Reilsberges ansgeschütcet har, dürfte aus emem Nebenkräter des Vulkans herrühren und erst dann erfolgt sein, als der Hanptkratcr seine Tätigkeit schon eingestellt hatte. Die ersten Ausbrüche des Halleschen Vulkans ent luden nur feine Asche und kleine Lavaströme. Dann fand der Haupterguß statt, bei dem der ganze Berg unter einer mächtigen Lavamassc begraben wurde. Endlich erfolgte noch der Aus bruch des südlichen Nebenkraters, bei dem an scheinend nur Asche und Lapilli aufgeschüttet wurden, ohne daß ein neuer Lavaerguß erfolgte. K. t'. Kunst un- Wissenschaft. * „Iphigenie auf Tauris" im Kristallpalast. In folge Erkrankung eines Hauptd«rstellers muß die sür Dienstag, den 26. Mai, im Kristallpalast lTheater- jaal) angesetzte Aufführung von Goethes „Iphi genie" aus Freitag, den 12. Juni, verlegt werden, Die bereits gelösten Karts« behalten ihre Gültigkeit. Die Nolle des Orcst wird von Robert Rohde dar gestellt werden. Die künstlerische Leitung liegt in Händen von Oderregisseur Nordmann. Beginn der Maifestspiele in Stuttgart. 2m Zeichen Lessings begann gestern, wie unier Stutt garter 'V - Mitarbeiter telegraphiert, der Maifestspiel-Zyklus des dortigen Hostheaters Sorg samst eingeübt und neu ausgestattet sand Minna von Barnhelm, unser Haifisches Lustspiel, eine sehr wirksame Wiedergabe. Minna und Franziska wurden von Berliner Gästen, Elie Heims und HeleneThimig mit gewinnender Natürlichkeit und Schelmerei dargestellt. Auch Roderich Arndt, unsere neue Kraft, führte sich als Tellheim vorteilhaft ein. lvnit. * Mascagni als Filmopesnkomponift. Die Eines gefellschaft in Rom hat mit Pietro Mascagni einen Vertrag abgeschlossen, wonach der Künstler dl: Komposition des nächsten großen Eines-Films „Die Rhapsodie ocs Satans" übernimmt. Die bekannte italienische Tragödin Lyda Borelli wird die Haupt rolle spielen. Vielleicht iindet Mascagni nun im Kino den Erfolg, oer ihm auf der Bühne seit der „Cavalleria" so beharrlich versagt blieb. * Ein Bild des Leipziger Reichsgerichts im Züricher Universitätsgebäude. Anläßlich der Ein weihung eines ncu-en Unioersitätsgebäudes in Zürich hat ein dortiger Rechtslehrcr, der früher in Leipzig gewirkt hat, seiner Fakultät ein Wand bild unseres Reichs gerichts zum Geschenk gemacht. Es handelt sich um die bekannte Original radierung von Otto Sager, die im hiesigen Kunst verlag Louis Pcrnitzsch erschienen ist. * Das Botschaftspalais für Washington. Die zum engeren Wettbewerb ausgeforderten Architekten, Professor Bruno Möhring, Geheimrat Dülfer- Dresden und Geheimrat v. Ihne müssen ihre Ent würfe bis zum 81. Mai ecngereicht haben. Für diesen Wettbewerb ist kein Preisgericht ge bildet worden, und man weiß heute noch nicht, wer die Projekte prüfen wird. Die Architektenorgani sationen wollen beantragen, die Entwürfe der Aka- demie des Bauwesens zu überweisen. * Geheimrat Pros. Lossow gestorben. Wie unser Dresdener b - Mitarbeiter erfährt, ist Sonntag abend nach langem Leiden der Direktor der Kunst gewerbeschule Geh Hofrat Pros. Lossow, Mit inhaber der Architekturfirma Lossow Sc Kühn, 62 Jahre alt gestorben. Von ihm stammt neben einer ganzen Reihe öffentlicher und privater Bauten u. a. auch der Bau des Leipziger Haupt bahn h o f s. Seit 1966 war er Direktor der Kunst- gewerbeichule. * Geheimrat Hettnrr s. Der Professor der Mathe matik an der Technischen Hochschule in Char- lottenburg und d«er Universität zu Berlin Geheimrat H c t t n e r, ein Bruder des Abgeordneten Hettner in Dresden, ist heute nacht im Alter von 60 Jahren einem Schlaganfall erlegen. Ein Jahr lang war er früher auch Rektor der Technischen Hochschule. * Motorschlitten in der Siidpolforschung. Shacklcton, der im August von England aus seine neue Südpolexpedition antritt, hat soeben bci Finsc, der in der Hochgebirgsrcgion der Eilen bahn Ckristiania—Bergen dclegenen Station, damit begonnen, eine neue Art Motorschlitten und sonstige Ausrüstung, die bei der Expedition zur Anwendung kommen sollen, zu prüfen. Der mächtige Hardanger Gletscher, der sich bis nach Finsc erstreckt, bildet näm lich eine wahre Polarlonsschast und ist daher sür eine Polarerpeditiou zu Versuchszwecken geeignet. So liegt aus dem See bei Finse jortgesetzt eine fetze Eisdecke. Shacklcton legte sofort aus dem Gletscher Depots cn und hat dort seine Zelte aufgeschlage», um darin in Schlassäcken zu übernachten. An M o to rschlitten hat Shacklcton nicht weniger als fünf verschiedene Arten mit nach Finse ge nommen. Sie sind mit Luftpropcllern, mit rotieren den Apparaten usw. versehen. Erweisen sich die Motorschlitten als praktisch, jo sollen sie im süspolar-, gebiet benutzt werden. Zuletzt hatte die Scottjche Südpolarerpedition einen Motorschlitten angewandt, der sich wenigstens bei Anlegung von Depots als nützlich erwies. Indessen wird es wohl niemals eine Expedition wagen, die Hauptjchlittenreisc ledig lich mit Motorschlitten cuszuführcn Shacklerons neue Schlitten wiegen mit Ausrüstung 500 Kilo gramm und sind stark gebaut, und dieser Forschungs reisende setzt großes Vertrauen in deren Brauchbar keit in der Antarktis. Die Shackletonsch-e Erpedition, die im Oktober in Buenos Aires sein kann, beginnt ihre Schlittenrcisen bekanntlich von den am Weddellmeer dclegenen antarktischen Randgebieten aus, wo auch die österreichische Südpolexpedition des Dr. König ihren Ausgangspunkt haben wird. " Russische Polorexpedition. Die Ausrüstung der neuen Nvrdpolexpeditron unter Kapitän D. Wil li tz k i ist beendet. Die Expedition, bestehend aus zwei Schiffen und einem Wasserflugzeug, wird Mitte Juni aus Wladiwostok aussahren und zwei bis drei Monate unterwegs iein. Die Reise geht die Küste entlang durch den Beringichen Meerbuien nach dem Karijchen Meer. Hauptsächlich sollen meteoro logische Beobachtungen und Tiefenmessungen an gestellt werden. * Die neuerlichen Ausgrabungen aus dem Io genannten Kaiser bleck bci Koslar haben sehr wichtige Ergebnisse gehabt. Nach dem Auf finden von Grund- und Kcllermaurrn sind jetzt auch endlich Reste von Umfassungsmauern freigelegt worden, und durch die weiteren Grabungen hofft man wichtige Aufschlüße über den einstigen Palatialbezirk zu gewinnen, der mit seinen schönen kirchlichen und weltlichen Bauten als das elaviic-iimnin n'-rni lll>mieiliiim gepriesen wurdr. — Die Nachgrabungen erfolgen aus Veranlassung des Vereins für deutsche Geschichte, der es sich zur Auj gäbe gemacht hat, eine Untersuchung des früheren baulichen Zustandes der sämtlichen deutschen Kaiser pfalzen durchzusühren.
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