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Früher Wochen- und Nachrichtsblatt Tageblatt fir HW«s, Wit Hmslers. Mils. Et. Wa, HcknDM, Rmmi. Mnstl. LrtümSiirs, Ms» St. Mts. Et. Zmh St. Will. SimeM Aim. Mtmils«, AjWM mi MW Amtsblatt für das Kgl. Amtsgericht und den Stadttal zu Lichtenstein Älteste Zeitung im Königlichen Amtsgerichtsbezirt — 87. Jechrgasg — — - Nr. 260. LL2W.SW! Mittwoch, de» 6. November L"WKWW! 1907. Dieser Platt ersattut ISgKL loußer kov»- u»d Fefioar) vocbwttlagt für den folgende» lag. Blerteljührllcher B^uaSprel« I Mart KV Pfennige, dnrch die Post bezogen 1 Mart 7S Pfennig Einzelne Puwmer» 10 Pfennige. — Bestellung»» nehme» außer der Expedition in Lichimstei», Zvickauerpraße Nr. vd, alle Kaiserlich« Popanpattm, Postbote», sowie die Nurtrüger migegen. Inserate werde» dir silvlgeipalteve ErmedzeUr mit 10, für avtvürtige Jnsermtm mtt 1b Pfennige» berech»et. Retlamezeile 30 Psg. I« amttiche» Teste kostet di« zweispaltige Zeil« 30 Pfg, Werirfp «ch.»«schl»tz Nr. 7. Inserate» Annahme täglich Li« spätrstex 10 PH». Telegramm-Adr^e: Dageblatt. Die auf den 6. November 1807, vo»m. 9 Uhr anberaumte Versteigerung von Möbelstücken wird «ufgehobe«. Lichtenstein, den 5. November 1907. Der Gerichtsvollzieher de» »gl. Amtsgericht». Bekarmtmach««g. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß wir den seitherigen HilsSexpedienten Herrn Friedrich Herma«« Härtel zum Ntntscxpedieuteu ernannt haben. Lichtenstein, am 2. November 1907. De» Ttadtrat. Steckner, Bürgermeister. Schm. Stadtsparkafse Lichtenstein. Einlegerguthaben 7400000 Mark, Reservefonds 465000 Mk. Veschästszeit 8—12 und 2—5 Uhr täglich. Einlegerzinsfuß Einlagen in den ersten drei Tagen eines Kalendermonats werden noch für den vollen Monat verzinst. Gewünschte Rückzahlungen er folgen in der Regel ohne Kündigung und ohne Zinsverlust in beliebiger Höhe. Donnerstag u. Freitag Jahrmarkt in Lichtenstein. Das Wichtigste. * In der Zweiten Kammer erklärte Staat». Minister Traf von Hohenthal und Bergen, die Re. gierung könne zurzeit eine Ermäßig- ungder G«t r «i dez ö ll« imBunde». rate nicht befürworten. * Bei Lützen findet am 6. d. M. in Segen« wart de» Prinzen Eitel Fritz von Preußen und de» Kronprinzen von Schweden die Einweihung der Sustav Adolf. Kapell« statt. * Die nächstjährigen Kaisermanöver werden zwischen den beiden Armeekorps Ler Reichslande abgehalten werden. * Die Bank von England hat den Di», tont von 51/, aus 6°/<> erhöht. * Kaiser Franz Josef empfing gestern zum ersten Male seit seiner Erkrankung den österreichischen Ministerpräsidenten zur Berichterstattung über poli- tische Angelegenheiten. Die Englandreise des Kaisers. Binnen kurzem tritt das Katseipaar die Reise nach England an. Mehr al» zehn Jahre hat Kaiser Wilhelm nicht auf englischem Boden geweilt, und ür der Zwischenzeit hat sich gar manche» ereignet, was leicht zu einem folgenschweren Konflikt zwischen beiden Ländern hätte führen können. Schwere Mißstimmung hatte zwischen beiden Völkern Platz gegriffen, man betrachtete einander mit dem größten Mißtrauen, und di« englische Diplomatie arbeitete, wo immer sie konnte, der deutschen entgegen. In« «rischen hat sich da» Blättlein gewendet, König Eduard ist zweimal mit Kaiser Wilhelm zusammen gekommen, und so lag eS nahe, einen Erwiderung», besuch zu machen. Da ist «» dann nicht uninte. restant, zu beobachten, mit welchem Interesse man dem Kaiserbesuche in England entgegensieht. War' doch früher der Deutsche Kaiser jenseits des Kanal» überaus populär, man sah in ihm nicht nur den Enkel der Königin Vittoria, sondern auch einen hervorragenden Monarchen, dem man die größte Verehrung entgegenbrachte. In der Zwischenzeit legte sich erklärlicherweise die Begeisterung, aber jetzt, wo «ach jahrelanger Pause der Kaiser wiederkehrt, dürfte ihm ein« Begrüßung beoorstehen, wie sie fetten einem Herrscher auf englischem Boden -utell geworden ist. Nach allen bisher eingetroffenen Meldungen verspricht der Empfang ein überaus glänzender zu werden. Behörden und Bevölkerung wetteifern mit« einander, denselben so herzlich wie möglich zu ge. statten, ja König Eduard läßt e» sich nicht nehmen, die Vorbereitungen in den Schlössern zur Aufnahme de» Kaiser» selber eir gehend zu kontrollieren. Noch vor einem Jahre hatte niemand eine solche Wendung Ler VollSsttmmung erwartet, indesten haben auch wir in Deutschland keinen Grund, mtt derselben un. zufrieden zu sein, denn eine Annäherung kann nur in unserem Interest« lirgrn, und dieselbe dürste zweiselloS durch dir Kaiserreise weiter gefördert werden. Ist e» doch gerad« dir persönlich« Fühlungnahme gewesen, di« nicht in letzter Linie die Besserung der Beziehungen beider Länder herbeigeführt hat; so» wohl die gegenseitigen Besuche städtischer Verwal tungen, wie diejenigen der Journalistin. ES liegt aus der Hand, daß der Besuch in erster Linie einen höfischen Charakter trägt, war aber einerseits nicht hindert, dcß ihm schon kurch die Tatsache, baß er überhaupt statt findet, eine politische Bedeutung inne« wohnt, andererseits aber auch bet dieser Gelegenheit politische Aussprachen «folgen ««»den. Fürst Bülow wird allerdings nicht teilnehmrn, und e« wird die« offiziös damit motiviert, daß dadurch der Kaisersahrt ein ausgesprochen politisch geschäftlicher Charakter beigelegt werden solle, den er nach der übereinstimmenden Austastung der maßgebenden Persönlichkeiten in Deutschland, wie in England nicht haben soll. Ls wird noch hinzugefügt, der deutschen Diplo matie liegt e» fern, mit dem Empfange de» Kaiser« paare» einen politischen Trumpf auszuspielen, aber man erklärt doch, daß die Annahme der Einladung de» englischen HosrS sich im Sinne der Förderung eine- besseren Verständnisse» zwischen zwei großen Völkern halte. Die Anwesenheit de» Reichskanzlers, der durch die Vorbereitungen sür die parlamen tarische Kampagne übergenug in Anspruch genommen ist, ist keineswegs notwendig; di« Begleitung des Kaisers durch die schon genannten Männer genügt, wie ja auch König Eduard vom Minister des Aeußeren begleitet gewesen war. Durch dieses Fernbleiben der Kanzlers wird di« Bedeutung der Tnglandreise keineswegs herabgesetzt, zumal eS augenblicklich keine Momente gibt, über die irgend welche differierenden Anschauungen beider Regie- rungen vorwalten. Alles in allem kann die Eng- landreise des Kaiser» nur al» eine weitere Bürgschaft de» Weltfrieden» angesehen werden. Deutsches Reich. Dresde«. (Der König) tritt am Dienstag abend di« Reise »ach Tarvis an. Aus der Rückreise von Tarvis nach Dresden wird der König in Wien seine Schwester, die Erz her zogt« Maria Jo srfa, orsuche». — (Die Zweite Kammer des sächsischen Landtage-) behandelte gestern die srrtsinnige Interpellation über Maßnahmen der Staatsregierung imJnteresse einer ausreichenden Volksernährung gegen über den hohenGetretdepreisen. SwatS- Minister Gras Hohenthal erklärte, die sächsische Regierung sei im Hinblick ans die voraussichtlich nur vorübergehende Verteuerung der Gelretde- preis« nicht in der Lag«, im BundeSrat für eine Ermäßigung d«r Getr«td«zülle einzutr«t«n. Er führte u. a. aus, daß dir Getreidrpreise nicht bloß in Deutschland, sondern auf dem Weltmärkte überhaupt In starkem Steigen begriffen sind. Nach einem vor kur^m veröffentlichten Wochenberichte von den Produkten börsen sind die Weizenpreise vom Anfang dies«» Jahres bi» zum 5. Oktober gestiegen in Berlin um 27 Prozent, in Liverpool um 31 Prozent, in Chicago um 37 Prozent, in Pest um 63 Prozent. Bon diesen vier Wetthan delSplätzen hatte also Berlin die geringste Preissteigerung. Aus dem Angeführten ergeben sich zwei wichtig« Umstände, die meist zu wenig beachtet werben: einmal daß wir bet der Klage über geringeren Ernteertrag und steigende Getreidrpreise auf derganzen ErdeLeidenS- gen offen haben und da« verringert unsere Aus sicht, aus sremden Ländern Getreide zu billigeren Preisen zu erlangen, sodann, daß wir di« Ursache der Preissteigerung und damit diese selbst al» eine vorübergehende ansehen dürfen. Dazu kommt, daß insbesondere im Hinblick auf die Preissteigerung der LebenLbedürfniffe die Arbeitslöhne sehr erheblich gestiegen sind. Wir dürfen auch nicht vergessen, daß wir ähnlich hohe Setretdepreise früher, und zwar zu «in« Zeit, wo Deutschland keine Setreidezölle hatte (zwischen Januar 1865 und Juli 1879) und, wo die Arbeitslöhne weit niedriger waren, auch burchgemacht haben, ohne baß sich unerträgliche Folgen gezeigt bätten. Denn in den 1*/» Jahren von Anfang 1873 bis Ende Juli 1874 betrug an der Leipzig« Börse der Preis von 1600 Weizen 240— 270, ja Ende Juni 1873 bis 306 M. und Roggen 180—225 M. Dir Gettridezölle solle« die PrriSbildu»g auf de» «- ländischen Märkten »ach de« einheimische« ErzeuguugS- verhältuiffr« ermögliche«. Sie sind da« u«e«tbehrliche Mittel, de« Getreidebau auf drm heimische« Bode» zu erhalte«. Und die Erhaltung de« heimische« Getreide baues ist ei« Brdürfui« «»srrer »atioualr» Selbstäudig- keit auf einem der wichtigste« Lebe»«gebiete. Auch ist der Landwirtschaft, die jahrelang u«trr der U«gunst der Zollgesetzgebung mtt den größte« Schwierigkeiten zu kämpfen hatte und die heute roch Wege« des Arbeiter- mangel» sich in großer Bedrängnis befindet, die gegen wärtige Konjunktur wohl zu gönnen. Die deutsche Landwirtschaft ist auch nicht müssig gewesen, die durch die Setreidezölle ihr gewährte Mög lichkeit der Drckung de« inländischen Bedarf« a« Brot- srüchten ouSzunützr«. Den« seit dem Jahre 1895 deckle sie diese» Bedarf m fast stetig steigendem Maße. Die Deckung de« «ländische« Bedarf« durch deutsche« Ge treide stieg seit 1895 bei Wrize« vo» 69 auf 79°/», bei Rogge« vo« 89 auf 96°/». Berlin. (DerVtzeadmiral von Ahle- feldt) hat bekanntlich den Posten al« Stationrchef der Nordsee, den er erst einige Monate inne hatte, plötzlich ausgrgebrn. lieber die Gründe zu diesem auffallenden Schritte wird der «Voss. Ztg." au» Wilhelmshaven geschrieben: „Bet einem Versuch«, «inen Austausch von HöslichkeitSsormen anzubahnrn, entstanden zwischen Henn 0. Lhleseldt und Herrn Mminebaumeist« C. Meinungsverschiedenheiten. In- solgedrssen sühlt« Herr C. sich beleidigt und über-