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Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger: Gtto Meyer !n Adorf Fernsprecher Nr. 14 Sonnabend, den 5. Oktober 1918 233 einzureichen. nur die Hälfte geliefert werden. jedem Bezugsberechtigten Die Händler hoben und Kohlcnlcheine dürfen Die bis 30. September 1018 gültigen Kohlenkarten Nicht mehr beliefert werden. 8 6. Der Amtshauptmann. Adorf, den 4. Oktober 1918. Stadt. Lebensmittelamt schon den Städt. Lebensmittelamt Adorf, den 4. Oktober 1918. unter An- Oktober nachm. 2 bis mit 5 dieser Bekanni- mit Geldstrafe bis zu zehn- sorgsältig zu sammeln Kommunaloerbaades Verkaufspreis: 1 Mark 70 Pfg. das Pfund. Beliefert wird nur Marke 1. Adorf, den 4. Oktober 1918. 1. Bon Nr. 1 bis mit werden. 2. Bon Un- Kar- 1 - 90 91 —'180 181 — End; Sonderverteisung von Mehl in der 3. fleischlosen Woche im Bezirke Oelsnitz i. V In der fleischlosen Woche vom 30- September bis 6. Oktober 1918 können vom 5. Oktober 1918 ab auf die Fleischmarken L für Erwachsene je 185 Gramm Mehl und auf die Fleischmarken LI für Kinder je 90 Gramm Mehl in den Bäckereien entnommen und abgegeben werden. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Die Bäcker haben die verreinnahmten Fleischmarken sie gesondert mit Lieferschein an die Mehloerteüungsjtelle des zusenden. Oelsnitz i. V., 3. Oktober 1918. Für den Kommunalnerband: ill. Die Derbrancher haben ihren monatlichen Bedarf bei diesen gäbe der Menge und der Brenner- oder Lampenzahl bis spätestens zum 12. Karbidverteilung. Als Ersatz für das im kommenden Winter in voraussichtlich ganz geringer Menge verfügbare Petroleum soll dem Kommunaloerbande monatlich eine bestimmte Menge Kar bid überwiesen werden. Jeder Kartoffelerzeuger, der über eine Kartosselandausläche von «ehr als 2 ar verfügt, ist verpflichtet, 1918 onzumelden. Diese Anmeldung und Bestellung gilt als für das Winterhalbjahr 1918/19 ausgesprochen. Ein Wechsel des Händlers innerhalb dieses Zeitraumes ist nicht zulässig. Spätere Bestellungen können nicht berücksichtigt werden. Dir Verbraucher von Karbid haben keinen Anspruch auf Zuteilung von Petroleum und Kerzen. IV. Die Unterverteiler haben 2 gleichlautende Listen anzulegen, in die Namen, Wohnort, Bedarf und Brenner- oder Lampenzahl der anmeldrnden Verbraucher sowie die Art des Beleuchtungrzweckcs (ob Gasthof, Heimarbeit, Landwirtschaft usw.) einzutra- gen sind. Pferdefleischkarten Nr. kl Schillerstraße 2 — Telephonnummer 131 —. II. Die Unterverteiler werden durch diejenigen Händler gebildet, die bisher Karbidvertrieb hallen. Diese Bekanntmachung tritt sofort in Kraft. Oelsnitz, den 3. Oktober 1918. Für den Kommnnalverbavd: Der Amtshauptmann Sonnabend, den 5. ds. Mts, norm. 8 Kis 12 Wr bei uns eine Aufzeichnungsliste in Empfang zu nehmen und diese richtig aus gefüllt bis spätestens den 10. ds. Mts. wieder hier abzugeben. Wer dieser Aufforderung nicht oder nicht pünktlich uachkommt, macht sich strafbar und hat außerdem die nachteiligen Folgen z« tragen. Wir möchten hierauf ganz besonders aufmerksam machen. I. Die Verteilung dieses Karbids erfolgt von einer Hauptoerieilungsstelle aus an terverteiler, von diesen sodann an die Verbraucher. Die HauptoeNeüungsstsIIe für bid befindet sich bei Nähmaschinenhändier Ferdinand Göke in Oelsnitz i. / Städt. Lebensmittelamt und' ein-. 8 4. bei Verteilung ihrer Vorräte dafür Sorge zu tragen, daß sie Kunden, die noch nicht die zugelassene Menge geliefert bekom- Die Ausgabe der kürzlich beantragten Pferdeflerschkarten erfolgt Sonnabend, den 5. ds. Mts., vorm. 8 — 10 Uhr im Sitzungssaal. 8 3. den Köhlenhauptkarten dürfen bis auf weiteres nur die Kohlenmarken 20 und von den Kohlenzusatzkarten die Marken 1 bis mit 14 beliesert der auf seinem Kohlenscheine vermerkten Menge darf bis auf weiteres 2 — 3 Uhr, 3 4 „ 4 — 5 „ Sonnabend, den 5. ds. Mts, Abgabe von Pferdefleisch (gewiegtes) auf der Freibank. Regelung des Verkehrs mit Hausbrandkohle im Bezirke Oelsnitz. Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung des Kommunaloerbandes über Rege lung des Verkehrs mit Hausbrandkohle vom 3. Mai 1918 wird für den amtshaupt- mannfchastlichen Bezirk einschließlich der Städte folgendes bestimmt: 8 Kohl«nkarten> und Kohlenscheine sind oon den V-rbrauchern bis zum 10. Okto ber 1918 bei den Händlern behufs Kundenanmeldung oorzuiegen- 8 2. Dis Kohlenhändler haben sämtliche von den Kunden vereinnahmten Bestellab schnitte bis zum 17. Oktober 1918 bei der KohlensieUe des Kommunaloerbandes jederzeit diejenigen ihrer Ku.»,r.>, men haben oder die ihre Kohlen in kleinen Mengen zu beziehen pflegen, mit der für den laufenden Bedarf nötigen Kohlenmenge versorgen können. 1. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften der ßß machung werden mit Gefängnis bis zu einem Jahre oder tausend Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. 2. Ferner kann auf Einziehung der Brennstoffe erkannt werden, aus die sich d-e Zuwiderhandlung beziehe, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht. Die eine Liste hoben sie dann bis spätestens zum 15. Oktober 1918 a« bei Kommunalverband einzureichen, die andere bet sich aufzubewahren. Bei der B« lieferuug durch die Hauptverteilungrstrlle wird der listenmäßige Bedarf auf volle 10t, Kilogr. abgerundet. Reste, die sich dadurch ergeben, haben die Kleinhändler aufzubl- wahren, sie werden ihnen bei der nächsten Zuteilung angerechnet. Das Karbid wird an die Unterverteiler zum Preise von 105 Ml. für 100 Kilogi' in Originaltrommel und an die Kleinverbraucher zum Preise von 1,35 Mk. für 1 KUog> abgegeben. Geeignete Gefäße zum Ausbewahren des Karbids sind von den Verbrauchen! mitzubringen, da Verpackungsmaterial nicht zur Verfügung steht. Da Mangel an Beleuchlungsmitteln herrscht, kann nur empfohlen werden, be^ Fahrradhändlern oder sonst im freien Handel erhältliche Karbidlampen auzuschaf feu und sich mehr der Karbidbeleuchtuug zuzuwenden. Belehrung über sachgemäße Behandlung der Karbidlampen, um Unglüäsfälle^ vorzubeugen, erteilen die Karbidverkaussstellen jederzeit. Oelsnitz, den 3. Oktober 1918. Für den Bezirksverbaud: Der Amtshauptmann. Adorser Grenzbote Tel.-Adr.: Grenzbote ) Iahrg. 83. ,! Die vergangene Kriegswoche. Las neue Deutschland und die alte deutsche Kraft. Seitdem der Erlaß des Kaisers über die erhöhte Mitwirkung des deutschen Volkes an der Bestimmung der Geschicke des Vaterlandes und den Eintritt neuer Männer in die Reichsregierung durch den Vizekanzler v. Payer im Hauptausschuß des Reichstages verlesen worden ist, stehen wir in einem neuen Deutschland, das wir nur mit dem aufrichtigen Wunsche begrüßen Wnnen, daß ihm nie die alte kernige deutsche Kraft verloren gehen möge. Die Kundgebung des Monarchen erinnert an einen Ausspruch, den er früher getan hat: ,Hch bin Optimist und werde nie mein Ver trauen auf die Menschen verlieren!" Ohne dies Ver trauen zum deutschen Volke war für den Kaiser, der sich nach dem Vorbild« seines großen Ahnherrn selbst den ersten Diener des Staates genannt hat, die Zu stimmung zur neuen Ordnung, zur Parlameutarifterung des Reichsregimentes, die von der Rcichstagsmehrheit begehrt wurde, unmöglich. Niemand kann in die Zu- Mnft sehen, niemand weiß, ob sich die Erwartungen der einen Seite und die Befürchtungen der anderen Mchtung, die der Parlumcutarisicrung entgegen ge bracht werden, sich erfüllen bezw. als gegenstandslos erweisen werden, aber es ist darauf zu bauen, daß der Tatendrang des Volkes, der immer wach und lebendig ist, den Tüchtigen beistehen wird, das Wohl der Nation im Auge zu behalten und die parlamentarischen Partei kämpfe nach Möglichkeit auszuschalten, die das par lamentarische Regierungsshstem im Auslände vor der Welt durch die Schaffung von schwächlichen Regie rungen so 'sehr diskvediert haben. Daß für uns bei dem Nachäffen fremder Sitten und Gewohnheiten nichts hierauskommt, haben wir vor dem Kriege hinlänglich gemerkt. Und die internationale Parlamentspolitik ist für uns erst recht nichts, die deutsche Eigenart soll auch im neuen Deutschland ihren Wert behalten. Das wird sie um so mehr, wenn sie den gesunden Menschenver stand sprechen läßt, der uns sagt, daß Deutschland schließlich in der Hauptsache doch immer in vielen wichtigen Dingen auf sich selbst angewiesen bleiben wird. Wir sehen das feste Gefüge der Staaten, wie es Verträge schaffen, nicht mehr über alle Zweifel er haben. Obwohl der Bund der Mittelmächte auch für seine Verbündeten im Osten versucht werden sollte, hat der bulgarische Ministerpräsident Malinow sich nicht veranlaßt gesehen, die unbedingte Vertragstreue inne zu halten, zu welcher er verpflichtet War5 Mag das bulgarische Heer, das schon in den Jahren 1912 und 1913 zwei schioere Kriegsjahre hinter sich hatte, durch die Kämpfe des Weltkrieges hart mitgenommen und durch revolutionäre Umtriebe beeinflußt worden sein, so hatte es doch deutsche und österreichische Trup pen in der Nähe, auf die es sicher rechnen konnte, und Malinow hatte nicht nötig, die Flinte ins Korn zu werfen. Zudem haben die Ereignisse früherer Feld züge den Bulgaren bewiesen, daß die Ausdauer den Erfolg behält. Die Tinge in Sofia mögen darum noch immer eine Wendung erleben, die die Kapitulation vor der Entente in letzter Stunde verhindert, die zudem eipe unhaltbare Lage im Balkan schaffen und einen neuen Kriegskeim in sich bergen würde. Aber das stellt fest, auf große Auslandfreundschaften wird Deutsch land in Zukunft nicht so leicht rechnen können, unsere Kriegsgegner werden auch im neuen Frieden ihren Haß und ihren Neid nicht so bald von sich abtun. Haben wir aber nicht viele Freunde, so ist ihre Treue und Aufrichtigkeit doch jetzt erprobt, und wir brauchen dann keinen Undank »veiter zu befürchten. Tie große Schlacht im Wessen, in welcher der Generalissimus der Entente alle seine Kräfte zu- lammenballte, wird nicht zum Tebacle Mr die ^eut-