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Adorfer Grenzbore Hageklatt für Adorf und das oöere Dogttand. Dres Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen des Stadtrats zu Adors. D« .Adorser Grenzboie' ericheint täglich mit Ausnahme der Tage nach Sonn- und Feiertagen. Vorauszuberahlender Bezugspreis monatlich 4 Lkart emichNtk tch Z ' Itellung ins Lau«. Der Raum der S^eipaltenen Peiitzeile wird mit 60 Pfg. berechnet, bei auswärtigen Anzeigen mü 75 Pfg, Lie S^spa^ne ^i^am 1.50 Ml. Bei Pladvorschriit 25°/. Zuschlag. Zeitraubender Satz nach erhöhtem Taris. Jnieratenaufgabe durch Femsprecher ichlietzt jedes Rekl-maltonsrecht aus. Ai zeigenannahmr bis 10 Uhr stütz: größere Inserate iags vorher erbeten. Kernsprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftletter, Drucker und Verleger: Otlv M.eyer io Adorf. Le..»Adr. cvr<n-..^ e O 303, Gemeinde-Giro-Konto 118 Dsnurrslag, den 30. Dezem!rer li^ÄO. Post-check-Konlo Leipzig 87 369 85. AW In SIMM Ikl WWW » Wl »ck» Zur Durchführung ter Kontrolle, ob alle hier zu- m d wrgziehenden Personen sich im Besitze von Steukrbüchern befinden, wird hierdurch angeordnet, bah alle sich beim hiesigen Einwohnermeldeamt an- und abmeldenden Personen außer den sonstigen poli zeilichen Meldepapieren ihr Steuerbuch mit vorzulegen haben. Wir machen besonders die Arbeitgeber darauf aufmerksam, den abgehenden Arbeit nehmern sofort ihr Steuerbuch auszuhändigen und neu eintretende Personen, die nicht im Besitze eines Steuerbuches sind, sofort zwecks Ausstellung eines solchen an die hiesige Stadtstruereinnahme zu weisen. Adorf, den 27. Dezember 1920. Der Stadtrat. WWW Stt MklMMMW« Donnerstag, den 30. ds. Mts., von V-2-4 Uhr nachm. 1 __ 500 von '/r2 - 2 Uhr 501 — 900 „ > 2 -^3 „ 901 -1200 ^3- 3 „ 1201 -1450 „ 3-'/k4 „ 1451 —Ende „ '^4- 4 „ Di- Zeiten find genau einzuhakien. Adorf, den 29. Dezember 1920. ErwerbslofenfürsorgeaMt, Adorf i. B. M1. Ein neues Jahr bedeutet im Leben des einzelnen Menschen wie eines ganzen Volke« eine große Summ- von Arbeit und Tatkraft, von Erfahrung und Erfolg. Auch heute noch nach den schweren Schicksalsschlägen des Weltkrieges. Aber di« Voraussetzung dafür ist Be wegungsfreiheit, und diese fehlt den meisten Nationen tn Europa, darunter auch Deutschland. Selbst der reiche Handel in England ist über feine Zukunft nicht ohne Sorge«. So ist da- Fragezeichen, das über der Pforte zu jedem neue« Jahre steht, nicht kleiner seit Kriegsschluß geworden, sondern es ist gewachsen durch die Kleinlichkeit und Rachsucht, mit der zum Teil immei wieder die Geschicke unseres Erdteils geleitet oder doch beeinflußt wurden. Im Innern und nach außen haben wir eine Menge von Konferenzen, Beratungen und Berichten, die eine ganze Bibliothek füllen, aber dabei ist es bisher geblieben. Tic entscheidende Frage ist ungelöst, wie viel Millionen Deutschland noch an Kriegsentschädigung zahlen soll, und daran stockt der Arbeitsplan. Es ist auch nicht darauf geachtet, daß es nötig ist, infolge dieser Ungewißheit die Ausgaben zu beschränken, sondern eS ist aus vollen Händen ge wirtschaftet. Es ist außerordentlich peinlich, daß das deutsche Volk mit seinen 60 Millionen Seelen, mit seiner Unsumme von Wissen und Können in dieser Weise brachgelegt ist. Uebcrwiegcnde Antipathie gegen uns ini Auslande, mangelnde Energie im Jnlande Haden diese Lage verschuldet. Tie Zahl derer, die der Zukunft nicht entschlossen ins Auge sehen wollen, ist bei uns sehr groß. Sie kümmerten sich am liebsten überhaupt nicht um die Tagesereignisse, um nichts von neuen Steuern oder von anderen mißliebigen Nachrichten zu hören. Und sie hoffen, daß irgend ein Glückszusall alles dies Unan genehme von uns fernhalten wird. Enttäuschungen belehren sie nicht. Vom Waffenstillstand bis zum Frie densschluß ist auf den Beistand des nordamerikanischcn Präsidenten Wilson gehofft; das war umsonst. Seit- dem wird Englands Intervention zur Durchkreuzung der französischen Pläne erwartet. In London wird man wohl uns soweit helfen, daß wir nicht von Frank reich ausgebeutet werden, aber so weit geht die tritisch« Geschäftsklugheit nicht, daß sie uns sofort einen neuett glänzenden wirtschaftlichen Aufstieg gestattet. Es hat uns nicht durch den Waffenstillstand vom 11. November .1918 auf dem Meere matt gesetzt, um in uns einige Jahre später einen neuen scharfen Koulurreuten im Welthandel heranwachsen zu sehen. Von Frankreich haben wir nichts zu erwarten, und das britische Mitleid geht nur bis zur Greuze seines eigenen Geschäftsnutzens. So stehen wir zu den beiden Staaten, auf die wir heute am meisten angewiesen sind. Aendern kann sich die Stimmung ln Paiiis und in London gegen uns erst dann, wenn man Deutschland dort wirklich nötig hat. Engländer und Franzosen werden bestreite«, daß dieser Fall je mals eintrcten könnte, aber i« der Politik gibt es keine Unmöglichkeiten. Bis dahin si«d wir wesentlich auf Mser eigenes Wissen, Wolle« «üb Können, das heißt auf Arbeit, Sparsamkeit und Einschränkung in allen Bevölkerungskreisen angewiesen. Tie Erinnerung ist lehrreich. Am 5. Mai 1821 starb auf der wcltent- legenen Insel St. Helena in britischer Gefangenschaft Englands größter Feind, der erste französische Kaiser Napoleon, und England und Frankreich hatten sich doch schon dreißig Jahre später zu einem Bündnis wiedergefunden. Bis 1914 konnten wir es uns gestatten, in unseren Neujahrshoffnungen dem Optimisnm« und dem Idea lismus einen sehr breiten Platz einzuräumen. Heute dürfen wir nur mit der nüchterne« Wirklichkeit rechne«, denn für alles andere sind wir zu arm. Aber daß eS in den Beziehungen der Völker untereinander keine Unmöglichkeiten gibt, steht fest. Tie Notwendigkeit kann auch ehemaligen Gegnern gemeinsame Interessen er kennen lassen. Höher steht freilich für uns der Grund satz: „Selbst ist der Mann!" Seine Befolgung bedeutet die rechte Goldmark, nämlich diejenige Sichtung in der Welt, auf der sich der rechte Kredit und die ehrliche Valuta aufbauen. Das Streittecht der Beamten. Ein «euer Streikcrlatz des «erkchrsWinisters. Anläßlich der scharfen Streikagitation, die jetzt besonders unter den Eisenbahn- und auch Postbeamten rege ist, und die ihren deutlichen Ausdruck in der energisch und entschieden gehaltenen Streikdrohung sämt licher vereinigten Eisenbahnerverbändc gefunden hat, weist der Reichsverkehrsminister Groener in einem neuen Erlaß an die Präsidenten der Eisenbahndirck- tionen erneut auf den jedes Streikrecht der Be amten ablehnenden Standpunkt der Rerchsrcgierung hin und gibt den Tirektionen folgende Richtlinien: 1. Mit den Bcamtcnpflichten unverein bar ist eine zum Streik treibende Tätigkeit von Beamten usw. in und außer dem Dienst. Dte Vorkommnisse beim Kapp-Putsch haben den Beamten vollkommen die Köpfe verwirrt. 2. Streikagitation innerhalb der Diettststun- den und Diensträumen ist unzulässig, Anschläge an Eisenbahngebäuden, die zum Streik auffordern, sind zu verhindern, ebenso die Verteilung von Druckschriften unter der Beamtenschaft zum Zweck der Streikagitation. 3. Die geeigneten Mittel zur Bekämpfung des Streik« fiebers unter der Beamtenschaft sind anzuwenden. Dazu gehört insbesondere Aufklärung über die schweren Folgen von Bcamtenstreiks für den Einzelnen, für die gesamte Beamtenschaft und ihre Stellung im Staate, für den LtaatSgedanken, sowie für unsere Politische und wirt schaftliche Entwickelung überhaupt. 4. Reichsregierung und Parlament haben die Not der Beamten durch die im Dezember getroffenen Maß nahmen anerkannt und werden auch weiter auf eine Mil derung dieser Notlage hinwirken. Die unbesonnenen fort gesetzten Streikandrohungen dagegen scheinen nur eine Aufgabe zu haben, eine gerechte und, soweit es die Verhältnisse zulassen, befriedigende Lösung der Bcsvl- dimgSfrage zu verhindern. Verhandlungen i« Aussicht. Tie gereizte Stimmuug unter der Beamtenschaft Nimmt immer mehr zu, doch wollen ihre Führer jcg- kiche Verhandlungsmöglichkeit erschöpfen, eh« sie es zur Anwendung des letzten Mittels kommen lassen, das einen schweren Konflikt herbeiführen müßte, dessen Folgen ««absehbar wären. Man rechnet nnt Verhand lungen mit dem Minister schon in diesen Tagen, vielleicht schon Tonnerstag oder gar Mittwoch. Ein sofortiges Ergebnis ist aber dann natürlich nicht zu erwarten, da sich die zuständigen Ressortminister, tu erster Linie der Verkehrs- und der Postminister, krk dieser wichtigen Ftnanzfrag« für unzuständig halten, sondern die Entscheidung dem ganzen Kabinett übe»« lassen. Dessen Mitglieder sind aber z. Zt. größten teil» von der Reichshauptstadt abwesend. Tritt das Kabinett» aber zusammen, so muß eS sich erst mit dem Ergebnis! dec Brüsseler Finanzverhandttmaen befassen, chc e» sich mit einer neuen großen Belastung des Retchsyaus« Halts, wie sie die Beamtensorderungen 'darstellen, be fassen kann. Unterdeß sind bereits am Dienstag die Staats, sekrctüre sämtlicher ReichSministerien zu einer Be sprechung der Beamtenfragen zusammcngetreten, di« den Beratungen des Reichskabinetts die Wege ebne« soll. Hierbei beschlossen sie, der Regierung vorzuschl» gen, die Vorauszahlung der Gehälter zu eins? ständigen Einrichtung zu machen, oder wen.« fo» male Gründe dagegen vorlicgen sollten, die Anzah lung, die am 15. Dezember d. I. erfolgt ist, al» eine Art Weihnachtsgratifikation zu statuieren. Auf jeden Fall besteht bei der Reichsrcgieruu» die Absicht, die wirklich verzweifelte Lage der Beamten-« schäft zu bessern, man weitz nur nicht recht, WoheH man die Mittel dazu nehmen soll. Tie Beamten-« führer sehen diese Verzögerungsgründe ein und wollens deshalb jetzt noch keine Aktton ernleiten, sie setzen abert alles daran, eine möglichst schnelle Erledigung ihrer! Wünsche durchzusetzen. GniVaffnung und Abrüstung. Wo steckm die Militaristen? Ini Mittelpunkt des französischen und deutschen. Interesses steht wieder einmal Deutschlands Eut- waffnungsfragc und insbesondere die Auf-, lösung der Einwohnerwehren. Tie Freitag- Sitzung der französischen Kammer gab ein eindruäs«, volles Bild von Frankreichs schlotternder Angst vov einem wiedcrerstarkendcn Deutschland. Die Aus cungen des früheren Kricgsministers Lcscvre nehmen f H im Hinblick auf Deutschlands militärische Hilflosigc v geradezu grotesk aus. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehre«, d.,A das deutsche Schreckgespenst nur der Rechtfertigung des srauzösischen Militarismus dienen soll, der unent wegt wahre Orgien feiert und in seiner Unerfätt» lichkeit die Verewigung der Rheinlandsbesetzung plant. Bei dem großen Aufwand an militärischen Rüstungen ist die französische Furcht vor dem noch bestehender? militärischen Verbänden und namcittlich den schwacher» Se!bstschutzorga«isatione« Teutschlands verwunderlich und mit dem Ruhm und Selbstbewusstsein der „sieg reichen Nation" schlecht in Einklang zu bringen. Tas iw -tscbc Schwert muß schmerzende Narben hinterlassen haben! Eine neue Errtwafsnnngsnote. — Tie Auftöfrmo der Sipo. Unterdessen hat sich eine neue Note in der Ent--- waffnungsfrage zu den anderen gesellt. Beim Berliner Auswärtigen Amt ist nämlich eine von General Rollet gezeichnete Note der Ententenüichte eingelaufen, in der mit Berufung auf das Abkommen von Spa neuer lich die vollständige Auflösung der Sicher« heitspolizei gefordert wird. Ter Wortlaut dep Note wird vom Auswärtigen Amt zunächst noch g»- heimgehalten, da sic erst im Schoße des Reichskabinett« besprochen und die Antwort auf die Note berate« werden soll. Diese neue Forderung berührt denn doch etwas seltsam, wenn man bedenkt, dah den Schnüfflern d«; Ententekommission, die doch über alles unterrichtet find, bekannt sein mutz, daß die Sicherheitspolizei gemüß den Spaer Forderungen schon längst aufgelöst ist und datz es in Prentzen nur orne einheitliche Schutzpslkqi