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Elbeblatt für Riesa, Strehla und deren Umgegend. Dienstag, den 12. October Bermischteö. Dresden. ES wurden hier kürzlich Fälscher österreichischer Münzscheine aufgegriffen. Wie es fich iu der Untersuchung zeigte, war die veraus gabte Menge der Falfificate nicht sehr bedeutend. ÄluS der Lausitz, 4. Oct. lDr. I.) Aw letztvrrwichenen OberleukerSdorfer Jahrmärkte, 28. Sept., wurde auf der Straße von Leukersdorf «ach Rumburg ein Arbeiter aus Rumburg von dem Weber Wünsche aus NiederleukerSdorf ohne Gründ und Ursache meuchlerisch «ngesallen und erhielt so viel« Mefferstichwunden, daß er sogleich nirderstürzte. Kurz zuvor hatten noch beide in der Älingerscheu Schänkwirthschast in Frieden gemein schaftlich ein Glas Bier getrunken. Wünsche hatte sich aber zuvor entfernt. Er soll überhaupt ein hämisches und ganz lüderlicheS Subject von jeher gewesen sein. Au« dem Voigtlaude. (L. Z.) Die Perlenfischerei in der Eister und zugehörigen Ge- wässern hat tu diesem Jahre ein sehr günstiges Resultat geliefert. ES sind nämlich 105 Stück Helle, 54 Stück halbhelle, 17 Stück Sand- und 23 Stück verdorbiw Perlen, zusammen 19S Stück, 60 mchr, als iru vorigen Jahre, abgeliefert wor den. Einige vorzüglich große und schöne i^em- plare haben die diesjährige Lieferung anSgrzeich- nett A«S Magdeburg schreibt mau: Vor nicht lan- ger Zeit versuchte bekanntlich ein hiesiger junger Mensch , sich selber den, Tod zu geben , indem er «neu Pfeisenkopf von Porzellan mit Pulver füllte, auf däs Pulver ein Stück brennende» Feuer schwammes legte und nun rasch de« Pfeiseukopf i» den geöffneten Mund schob- indem er glaubte das explodirende Pulver werde ihm den Kopf sprenge». Der Versuch hatte aber nicht die er wartete Folge,, da ihm nur der Mund weit aus» gerissen wurde, der Kopf aber ganz blieb. — Lor einigen Tagen wiederholte ein hiesiges Dienst mädchen denselben Selbstmordversuch, aber mit eben so ungünstigem Erfolge. Aus S t e t t i n wird vom 27. Sept, berichtet: Der Bauerhofs-Besitzer und Kreisboniteur Dräger zu PommerenSdorf wurde vor acht Tagen auf der Rückfahrt nach seinem Dorfe von einer Flieg« auf der Oberlippe gestochen. Anfänglich glaubet er den Schmerz, welchen er an dieser «Aelle em pfand, durch Auflegen kalten Wasser» zu besMgen, waö jedoch nicht gelang; vielmehr bildete sich da selbst eine Geschwulst. Er suchte nun Hüls« bet einem hiesigen Arzte, dessen Substitut, da ersterer verreist war, die Geschwulst für eine sich ent wickelnde Gesichtsrose erklärte und demgemäß be handelte. AiS trotz dessen die Geschwulst im mer mehr um sich griff und de» Kopf in wahrhaft unförmliche Gestalt versetzte, wurde« zwei andere Acrzte binzufiezoge», welche unzweiscl- hafte Symptome des Milzbrandes erkannten und leider zu spät dagegen einschritten, da gestern Abends der Kranke unter heftigen Schmerzen ge storben ist. Höchst wahrscheinlich war der Stich der Fliege durch das von einem von Milzbrand gefallene» Stück Vieh eingesogen« Gift d«e Ur sache des Todes geworden. Die Berliner Polizeiverwaltung zählt gegen-, wärtig: an Bureaubeamten: 1 Präsidenten, 1 OberregierungSrath, 2 NegierungSräthe, 5 Ab- theilungs-Dirigenten, 8 Räthe und Assessoren,, 46 Sübalrernbeamte, 6 Eäffeiibeamte, 4 Eanzlei- beamle, 1 Botcnmeister, 12 Boten und Dimer, 1 Easteüan. v. An Executivbeamten: 1 Polizei- Obersten, 10 Hauptleute, 60 Lieutenants, 100 Wachtmeister, 1050 Schutzmänner, wovon 53 be ritten find. Die Homburger Bank ist am 28. Sept. fit sprengt worden, und zwar durch einen Napoleo« niden, Herrn Lucian Bonoparte. Er leerte ihre Kasse bsS auf den Grund, indem er nur mit Sätzen von 10,000 Fr. spielte und fortwährend gewann. Als der Dankdirector dem glückliche» Spieler anzeigte, daß für diesen Abend nicht Wtl' ter gespielt werden könne, strich Lncian Donoparte die vor ihm liegenden Haufen GofdeS mit größ ter Ruhe unter dem Beifall der zahlreiche» An wesenden eiu. Sein Gewinnst dürste sich Met 300,000 Fr. belaufen. Am 23. Sept, hat fich in kolomea fOester- reich) eiu höchst tragischer Vorfall ereignet. E» verbreitete sich nämlich im der Synagoge, während dir Gemeinde in derselben am Bersöhuhig-tagb zum Gebet versammelt war, gegen 6 Uhr Adenht bas Gerücht, daß im obern Stockwerke im hrrMt die Frauen bestimmten Gasterts Feuer altSge- brochen sei. ES war Lur eiu falscher Lärw- ade» ei» panischer Schrecke« bemächtigt« sich dtt Knuten,