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zur Belehrung und Unterhaltung. Nr. Dresden, den 17. May 1809. §5. Glas Wühlerei. ^)ie Gtasmahlerei, welche im I2ten Jahr hunderte ans Licht trat, und im i6ten Jahr hunderte zu einer großen Vollkommenheit ge reift war, kam durch die damals herrschenten Kriegsunruhen größtentheils wieder in Ver gessenheit ; daher haben bisher viele geglaubt: sie sei auf ewige Zeiten verloren. — Die älteste Art, wovon wir noch einige Ueberre- ste besitzen, oder geshen haben, war nicht eigentliche Mahlern, sondern es war nur durch und durch auf Glashütten gefärbtes Glas, weiches die damaligen Künstler zu ihren Vor stellungen, von allerln Zarbenrönen auf einer Zeichnung zusammen fügten, die Schattirun- gen mit schwarzer Farbe mahlten und hernach einbrannten. Nach den Einbrennen legten sie chre Stückchen auf derselben Zeichnung sorgfältig zusammen, verbanden sie mit ge hobelten schmalen Blei, und befestigten sie in die Mauern der Fenster. Die Wirkung sol cher Mahlereien, ist wegen ihres Kolortts über alle Beschreibung schön, und man kann sich nur durch's Auschauen einen Begriff da von machen; daher kem-ul auch ^ie unrichtige Sage: die älteste Mahlerei sei ganz durch ¬ sichtig, und die Farben hätte» das Glas durchdrungen. — Dre zweite Periode, welche im Anfang des iZten Jahrhunderts erschien, war eben falls auf Glashütten gefärbtes Glas, jedoch dieses hatte nur eine sehr dünne farbige De cke, etwa einer schwachen Papierdicke auf einer Seite; diese Decke ward vermittelst Schleiferei nach beliebiger Zeichnung weqge- nommrn, die entblößten weißen Flächen mit den schönsten Farben bemahlt und einge brannt und stellten in Fenstern ein zum bewun dern prächtiges Gemälde dar. Einige schö ne Ueberreste davon befinden fich gegenwär tig noch in der Ritterburg bet Machern. Diese Art Glas zu machen, scheint nur we niger bekannt gewesen zu ftyn, desgleichen auch der Gebrauch für die Mühlerei, weil dergleichen nur selten noch ang troffen wer den; und die Art GUs zu machen, ganz in Dunkelheit vergraben liegt. Sowohl alte als neuere Vorschnften, solches her-ustellen, sind unbekannt. Die dritte und letzte Periode, diese die Sinne bozaubernte Mahlern, erschien gegen das Ende des iZten Jahrhunderts; und ist die Mahlerei aus weiße durchsichtige T^eLn,