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»u,ch z«n> sprich,, ,t«, »a« Manuskript nicht »«ttUch l««»«r «ft, Mer Tageblatt Nimm ft», Sas««tt, «n» ft«, »s «»tMaftaa »«, ftmt»tz««»t- maaaschaft ech»»««,t,r, It Pf,., UW /lnzeiger für -as Erzgebirge NNsLW^ mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Mer Sonntagsblatt. MZWWW n»s Sp-chfi-U. ml! ü»r e.nnlag. nachmttlaa. <—s m,. — r.,aramm-n»r«>s« I r.a.dlott «mnMdlra«. rirusocichn ». »8ÄÄ AL'-ML.A ML »»»->.»,> I<m» «..«d, »Ich,»«»,». ÄLM.U'UNML'« Nr. 13. Dienstag» clen 18. Januar ISIS. 11. Jahrgang veüingmgslsse AaMstreckung Montenegros. 2m ungarischen Abgeoränetenhause erhob sich gestern nach äer Annahme eines Paragraphen äer Vorlage über eine Zinanzzentrale Ministerpräsiäent Gras Tisza unä sagte: Ich bitte um äie Erlaubnis» äie Derhanälung aus einen Augenblick mit äer Mitteilung unterbrechen zu äürfen» äaß äer Rönig unä äie Regierung von Monte negro um äie Einteilung von Frieäensverhanälungen gebeten haben. (Große Bewegung.) Als Antwort äarauf haben wir als Dorbeäingung von Zrieäensverhanä- langen äie unbeäingte Waffenstreckung verlangt. (Lljen-Ruse!) Eben setzt er halte ich äie Nachricht» äaß Montenegro äie unbeäingte Wasfennieäerlegung ange nommen hat. (Langanhaltenäer Beifall» Cljen-Rufe im ganzen Hause.) Znsolgeäessen weräen nach Durchführung äer Aapitulation äie Zrieäensverhanälungen beginnen können. (Clsen-Nufel) Ohne äie Beäeutung äieses Ereignisses zu überschätzen» glaube ich» äasselbe als wichtiges Ereignis bezeichnen zu können» in welchem äie Mo narchie unä äie ungarische Nation äie erste Frucht ihres bisherigen Ausharrens unä ihres Heläennnttes erntet. (Langanhattenäer Beifall» Clsen-Nufe im ganzen Hause.) Die Sitzung wuräe auf fünf Minuten unterbrochen. (W. T. D.) Als der Lovcen erstürmt worden war und die öster- veichischaingarlschen Heere Cettinje in Besitz genom men hatten, konnte kaum noch ein Zweifel darüber be stehen, daß das Schicksal des tteinen Ländchens besiegelt war. Laß König Nikita aber aus den Niederlagen sei ns Truppen und dem Versagen der Hilfe seiner bts-- Gerigen großen Freunde so rasch die Konsequenzen ziehen würde, war nach dem Beispiel Serbiens kaum zu erwarten. Außerdem hat die römische Tribuna noch in den allerletzten Tagen aus angeblich zuverlässiger serbisch-montenegrinischer Quelle zu melden gewußt, daß es nrit allen Gerichten von einem Sonderfrieden Montenegros nichts auf sich habe. König und Volk von Montenegro würden, so erklärte das Blatt Salan- draS, dis zum letzten Mann und bis zur letzten Patrone kämpfen. König Nikita hat sich eines Besseren beson nen, hat sich als klügerer Politiker erwiesen als der Serbenkünig, der heute heimatlos umcherirrt und — auf Vie Hilfe wartet, die ihm der Bierverband nun einmal nicht bringen kann. Wir wissen heute noch nicht, auf welcher Grundlage ein Friedensvertrag zwi schen dem kleinen Staat an der Adria und den Mittel mächten — Montenegro hat bekanntlich auch Deutsch land den Krieg erklärt — zustande kommen wird, ganz sicher ist es aber, daß für den König der Schwarzen Berge aus Grund der militärischen Lage die Einleitung von Friedensverhandlungen das einzige Mittel gewesen ist, sein Heer vor gänzlicher Vernichtung zu bewahren. Ti« montenegrinische Regierung hat sich zur unbeding ten Wasfenstreckung bereit erklärt und damit den voll ständigen Sieg Oesterreich-Ungarns zugegeben. Wir wollen da- Ereignis des montenegrinischen Friedensangebots nicht überschätzen. Montenegro ist der kleinste Staat unter den uns feindlichen Mächten und seine HeereSmacht ist winzig zu nennen im Vergleich zu denen der anderen. Zudem war «S ihm leicht, den Ent schluß zu fassen, da es sich nicht gebunden hatte. Aber es steht fest: Der König von Montenegro hat sich in di« Hand Oesterretch-UngarnS, des bisherigen Feinde», gegeben in dem Bewußtsein, auf dies« Weis« seinem Lande am besten zu dienen. ES darf als sicher ange- nommen werden daß durch den Viervervand, insbeson dere durch Italien, alles geschehen ist, um ihn von diesem Schritte abzuhalten. Wenn er ihn trotzdem unter nommen und all die Versprechungen und Vertröstungen aus «ine Vesser« Zukunft, mit denen die Regierungen und die Press« der VierverVandSmächte st» freigebig sind, Unberücksichtigt gelassen hat, so hat er damit zu er- kennen gegeben, daß auch er die Vach« des Bierver- bande» für verloren ansteht. Man kann an dem Kö nig von Montenegro auszusetzen Hoven, War man will, daß er ein schlauer Staatsmann schon immer gewesen ist, wird man nicht bestreiten können. Und es ist vev- hetßungsvoll, seit anderthalbem Jahve zum ersten Male Wieder das kleine und doch so bedeutungsschwere Wört chen Frieden gehört zu hoben. Die Presse über »ie AwpUMlatim». (Drahrmeldung.) Im Einklang mit der Wirkung der Vorlesung der W. T. B^Nachricht über da» Zn- sich Kommen de» ersten Sonderfrieden» im Reichstag be- 'ver amtliche WrgrbeMl von deutel' Großes Hauptquartier, IS. Jauuar vorrn. westlicher Kriegsschauplatz. Allgemein war -le Zerrertätlgkeit bei leicht klarem Wetter gesteigert. Leus wur-e wie-er- um lebhaft beschossen. Zwei englische Zlugzeuge unterlagen bei passelieucle un- Va-izcale sZlan- -ernj im Lustkampfe, von -en vier Insassen fln- -rel tot. Ein frauzöflsches Zlugzeng wur-e bei Ne-owich lMopevlcr) von einem unserer Zlleger abgeschossea. Zührer un- öeodachter stn- gefangen genommen. Gestllcher Kriegsschauplatz. Sei vucnhof lst-östllch von Riga un- sü-- llch von Vi-sp) gelang es -en Nüssen, unter -em Schutz -er Dunkelheit un- -er Schueestür- me vorgeschobene kleine -rutsche postleruugen zu überfallen «n- zu zerstreuen. Salkaa-Krlegsschauplatz. Nichts Neues. Gbrrst« Heeresleitung. grüßen die heutigen Berlin« Morgenblätt« Montene gros bedingungslos« Unterwerfung. Der Lokalan- zeiger sagt: Kais« Franz Zvses ist großmütig genug, seinen auf montenegrinischem Boden stehenden Truppen Holl zu gebieten, bevor sie ihre Arbeit im Königreich der Schwarzen Berge bi» zum letzten Schritt getan ha ben. Mit Genugtuung begrüßen wir diesen ersten Vor boten de» endgültigen Siege». Wir können nun mehr noch als bisher der weiteren Entwicklung der Tinge mit felsenfestem Vertrauen «ntgegensehen. Im Berliner Tageblatt heißt e»r Die Lr^weite der Kapitula tion geht weit über den Rahmen ihve» unmittelbaren militärischen Zusammenhanges hinaus, denn sie beleuch tet für alle Well sichtbar die allgemeine krieg-politische Situation. Ein« der Alliierten hat di« Tatsache aner kannt, daß die Mittelmächte die Stärkeren sind, und daß ihnen die Kraft tnnewohnt, den Ring zu sprengen und niederzuwerfen, der sie «drücken und «drosseln will. Wir können in ruhig« Zuversicht de» Wetteren harren. Dio Vosstsche Zeitung schreibt: Mag Montenegro auch nicht üb« viel Truppen mehr verfügt haben, so ist doch sein erzwungene» Ausscheiden aus dem Kampf, ein Vorgang von niederdrückender! moralisch« Wucht für den vi«v«bLnd und solche Rationen, di« mit ihm liebäugeln. Tie Macht Oesterreich» erstreckt sich nun mehr bis Durazzo. Zn d« Kreuzzeitung wird aus geführt: Der König und feine Regierung sahen, Ka der Vierverband ihnen kein« Hilf!« bringen würde. Darin liegt das Eingeständnis, daß das Spiel nicht nur für den Augenblick und auf dem Balkan, sondern Überhaupt für die bisherigen Bundesgenossen Montenegro» schlecht, hin verloren ist. Wir dürfen die Unterwerfung als «in Symptom für die im ganzen eingetretenen Machtvev- schiebungen herzlich willkommen heißen. Die Deutsch« Tageszeitung äußert: Man wird in den nächsten Tagen noch manche interessante und schöne Erörterung aus dem Lag« unser« Gegner Höven. In hoher lln- erkennung beglückwünschen wir unser« Bundesgenossen, insbesondere auch den Generalstabschef giretherrn Eon rad von Hörendorf. — Die Kölnisch« Leitung schreibt unter der Ueberschrift: Der erste Bekehrter König Nikita hat Wied« einmal die Entschlossenheit ge zeigt, die er ost bewiesen hat. Die Kölnisch« Volks zeitung sagt u. a.r Die FriedenMtte Montenegro» ist der erste entscheidende Endersvlg. Mn einem Punkt« wird jetzt ein Desinittvum geschaffen werden. — Die Wiener Zeit schreibt: Die Kapitulation Montene gros hat üb« ihre militärische Bedeutung hinaus einen außerordentlichen moralischen Wert. Die Wiener AUgeme ine Zeitung sagt: Au- der Kapitulation kann man schließen, daß der König nicht mehr daran zweifelt, aus welch« Sette der Erfolg in dem Weltkrieg sein wird. — Az Est teilt die Ansicht verschieden« politisch« Persönlichkeiten über da» Friedensgesuch Montenegros mit. Gras Khuen-Hedervarh sagt«, « fei der Ansicht, daß Montenegro den Schritt ohne Zu stimmung Rußlands, hingegen wahrscheinlich ttn Einver nahmen mit Malten unternommen habe. Derselben An sicht ist auch Andrasstz. Der ehemalige Unterricht-mH- nist« und gewesene Präsident de» Abgeordnetenhauses, Berzevtczh sagt«: Die Bedeutung des Friedensg«suche» liegt darin, daß Italien all« Wahrscheinlichkeit nach die notgedrungene Zustimmung hierzu gegeben hat. Vie vearüöttmg aer SrieLen in Sal-MI. Griechische Reisende aus Saloniki «zählen, daß die unruhige Stimmung.der griechischen Bevölkerung in Saloniki imm« mehr wächst und zuweilen direkt in eine Panik auszuarten droht. Ta» ist eine Folge der imm« gewaltigeren Befestigungen der Alli ierten, die den Griechen den Kampf um Saloniki und den Einmarsch der Mittelmächte immer näh« und drohend« vor Augen rückt. Die Panikstimmung wurde noch «höht durch ein Rundschreiben Garrail» an all« Militärkommandanten in und um Saloniki, in dem «s heißt, daß ein besonder» wachsame» Bug« auf Eingeborene zu richten sei, was zu vielen Verhaftungen harmlos« Einwohner führt. Biele Griechen benutzen daher die erste Gelegenheit, um nach den Inseln zu flüchten od« direkt auszuwandern. Much inKawalla wächst die Unruhe infolge englisch« Ausschiffungen. Man befürchtet militärisch« Ueberraschungen durch di« Bulgaren, denen die Stadt sich wehrlos preisgegeben sähe; aus diesem Grunde macht sich «ine starke Ab wanderung nach ThasoS bemerkbar. Andere richten Bitt schriften an die griechische Regierung nach Athen, um solch« Ententelandungen zu verhindern; sie können sich selbst aber bei d« augenblicklichen allgemeinen politi schen Lag« keine Wirkung ihrer Hilferufe versprechen. Au» Amerika angekommene Griechen erzählen, daß di« Werke von Richardson in Lleveland /ich weigern noch wett« Munition zu liefern, so daß Agenten von Peter», bürg mit Riesenbestellungen auf Munition unterrichteter Sach« wieder adziehen müßten.