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Nr. Dresden, de» 22. Februar 1809. 22. lieber den Obstbau in Sachsen. elchen Einfluß der Obstbau, auf das Wohl eines Landes, sowohl in Rücksicht des Wenigern Verbrauches anderer theuern Con- surntibrlien, als besonders der Gesundheit seiner Bewohner habe, ist schon zu bekannt, als daß ich dessen noch umständlich Erwäh nung thun sollte. Nur der bisher in Sach sen angewendete Meiß soll mich beschäftigen. Der in mancher Hinsicht für das Wohl seines Landes so thänge Kurfürst August war cs, der die nach dem dreißigjährigen Kriege in Sachsin so sehr gesunkene Obstkultur durch eignes Beispiel und sonst alle mögliche Mittel wieder emporzubringen bemühet war. Fast in den meisten Kreisen waren wenig Spuren davon mehr vorhanden, nur in den Aemtern Döbeln, Leißnig, Rochlitz, Dorna und Grimma und in Thüringen halte sich noch ein Andenken davon erhalten. Die sonst so beträchtliche Ausfuhr von gebacknem Obst nach Hamburg und Dänemark war ganz verschwunden. Die Uuterthancn mußten, nach den Ge neralien von »576 und 1,^77, gute Obstkerne einliefcrn, und erhielten dafür so viel Getreide, als das Maaß war. Diese Kerne vertheilte er auf seine Domainen, um Baumschulen anzulegen; und er selbst hatte bei seinen Reisen stets Kerne bei sich, die er in den Hölzern und an den Straßen aus- warf. Im Jahre 1586 konnte er seinen Un« tcrrhanen sehen nur allein vom Vorwerk Ostra 60,000 St. junge Obstbäume zu 2 gl. und 2 gl. 6 pf. das Stück anbieten. Die Nach ahmung der Unterthanen blieb nicht aus, der Obstbau war bis zum siebenjährigen Kriege schon zu einer Hohen Stufe gekommen , ward aber in den meisten Gegenden außerordentlich Verwüstet. Nach Beendigung des Kriegs suchte man durch ansehnliche Prämien die Einwohner zu ermuntern, und nicht ohne Nutzen. Nur seit i?88 bis I8oo sind deren über 10,000 Thlr. verthkilt worden. Allein tn den Jahren 176z bis 1768 sind an frucht tragenden Daumen nur im Amte Augustus burg angepflanzt: 3474Apfel-, 1470 Dirn-, 3914 Pflaum-, 1090 Kirsch-, 15 Nuß-, 4 Mispel - und 1000 Maulbeerbäume. Im ganzen Lande betrug die Summe der, von 1763 bis mit 1768 gepflanzten, Obst bäume, Weiden und Papp.ln über 100,000. Im Jahr 1778 halten nur die jungen Ehe-