Volltext Seite (XML)
Vermvannqrchlatt der Kre'tzyauv m«nn?chnft Bautze» als ttonsistorialbehörve der Oberlaufitz Amtsblatt ?er Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Lnndqe^chts Buutzen und der Amtsgerichte Bautzen. Schirgiswalde Herrnhut und Bernstadt, 2es HauptzoUamts Bautzen, ingteichcn der Siadträte zu Bautzen und BernUadt, sowie der Stadtg-meinderäte zu Schirgiswalde und Weltzenderg «r. 292 Donnerstag, de» 16. Dezember 19VS, abends Königliche Bezirksschulinspektion. Ba upen, den 13. Dezember 1909. 128. Jahrgang der in Z 7 sollende deS Gesetze« vom 1 November 1836 angegebenen Erkordernisse hierüber unier sich etwa, anderes seslzusetzen, solange die Kinder da« 6 Lebensjahr noch nicht erfüllt haben. Die unlerzeichnete Königliche VezirlsschulinspelNon macht hieraus mit dem Bemerlen aufmerksam, daß der Abschluss derartiger Beiträge, ebenso wie die Aufhebung und Veränderung deri lbe», aus die religiöse Er ziehung derjenigen Kinder, welche das tt. Lebensjahr bereits erfüllt haben, ohne Einfluss ist. Rrligiöse Erziehung von Kindern betreffend. Kinder ans gemischten Ehen, das heisa unter Personen evangelischen und katholischen Glaubens- '»ekeuninisses geschlossenen Ehen, sind in der Regel in der Konfession des Vaters zu erziehen. Es ist jedoch den Eltern gestaltet, durch einen vor Gericht abzuschliesiende» Vertrag unter Beachtung Organ der Haudtls- and (tt e w e r b e l « m m e r zn Zittau. Verantwortl. Schriftleiter: Arno Zschuope (Sprechstunden wochentags von 10—I l uno von 4 —5 Uhr) — Verlag, Schriftleitung u. Geschäftsstellet Inner« Laueastr « Telegramm-Ad, esse: Amtsblatt Bautzen. — Fernsprech-Anfchlutz Rr. 51. ^auuener Nachrichten erfchetnea. <nll Musaah-n- ,<r dann and Primat «glich weoS» Üteilel,äh rltche Ueju g«c,ednhr « « o u,ebü-r Mr den Raum »tun veNt-Kd«>t»«Ue --We« tu -1, in gertgnktea Fällen anrer A-w<ilvnng ->oo ^'inssnaun-j tav'8-o ar» anderer ichwleriqer 4a» -niw-cchei,» «rare» 4<«chn>e'sqehühi tü> lebe Anzeige nac zllonlctnng HO t deeeftt^r »-.c-ku..,,Zerteilung 10 - „ad Porl,». ,^üt dir Änfnuhmk oon -lnzktgtv und Elnorrtiungev av bestimmter Stelle Wirt keine Gewähr vbernommen. MM" Nur bis früh W Uhi etngehenve Anzeigen »nde» uvch iv dem abends erfchetuendev Blatt» Aufnahme "HWG Anzeigen nehm« die Geschäftsstelle dieses BlaNcs und di« Airzeigenvermineiungsnellen an. desgleichen du verren Walde in Löbau. Tloud in Wechenberg. Ltppillct t» SchNgrtwai»« Huuar Kröltnp in Bernstadt, Buhr in Königshain bei Ostrttz, Rcuyncr In Oder-CunnkrSdort and von Lindenau in Pulsnitz Tic Weltpolitil des Tcutschen Reiches. > IV. Das ottomanische Reich hat neuerdings wieder alle, Augen auf sich gelenkt, während unmittelbar vorher sich die große Politik fast ausschließlich mit dem fernen Osten be schäftigt hatte. Vom deutschen Standpunkte aus kann man mit dem Systemwechscl in Konstantinopel durchaus zu frieden sein, da er mit einem neuen Aufschwünge und einer Entwicklung bis dahin schlummernder Kräfte verblinden ist, die aller Voraussicht nach schließlich zu einer politischen und wirtschaftlichen Machtsteigerung führen wird. Uns kann eine starke Türkei aber nur erwünscht sein, denn sie wird voraussichtlich nie unser Feind, wohl aber möglicher weise einmal der Gegner unserer Gegner sein. Schon aus diesem Grunde ist es hochbedcntsam, daß jetzt so viele tür kische Offiziere bei uns und manche von unseren Offizieren bei den Türken eingetreten sind, ganz abgesehen von ge wissen anderen Vorteilen, die uns daraus erwachsen. Trotz der beispiellosen Unterdrückung jeder geistigen Regung durch Abdul Hamid, hat sich' doch in den letzten 30 Jahren in der Türkei eine junge Generation herausgebildet, die durch jahrelange geduldige Arbeit die wahre Urheberin der letzten Umwälzung geworden ist. Ihre vorzüglichsten Vertreter sind in der Armee zu suchen, und zwar unter denjenigen jungen Offizieren, die in Deutschland ihre Erziehung ge noßen haben. Daher bleibt in diesen Kreisen nach wie vor die Sympathie für Deutschland durchaus überwiegend. General v. der Goltz gilt in Konstantinopel als der ge nialste lebende. Staatsmann und Militär. Zwei deutsche Mediziner, die Professoren Rieder Pascha und v. Düring Pascha, haben durch eine jahrelange unermüdliche Tätigkeit dem Lande hervorragende Dienste geleistet. Der erste ist als Mitbegründer der großen. medizinischen Hochschule in Konstantinopel in den weitesten Kreisen bekannt und all gemein verehrt. Professor v. Düring hat durch eine' auf opfernde Tätigkeit in Kleinasien sich unvergeßliche Ver dienste erworben. Der Einfluß dieser beiden hervorragen den Männer Pflanzt sich fort durch die zahlreiche» Schüler, die sie herangebildet haben. Als bedeutender deutscher Tech niker in der Lürkei ist Meißner Pascha in den letzten Jahren hervorgetreten. Er hat einen hervorragenden Anteil an dem Ausbau der Hsdjaz-Bahn genommen, deren technische Ober leitung in seinen Händen lag. In allen diesen Zweigen des öffentlichen Lebens machen sich die deutschen Kultur- bestrebungxn geltend, und es ist anzunehmen, daß bei dem bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung, der sich, aller menschlichen Voraussicht nach, in der Türkei vorbereitet, für die deutsche Wirksamkeit ein ausgedehntes Feld zu ihrer weiteren Wirksamkeit finden wird. Neben der Reor ganisation von Heer und Flotte hat die neue ottomanische Regierung sich die Reform ihrer gesamten Verwaltung vor genommen. Hierbei haben sich zwei Richtungen gebildet, von denen die eine für Zentralisation, die andere für De zentralisation ist. Man müßte wohl einen Mittelweg zwischen beiden Systemen wählen, also eine starte Zentral regierung in Konstantinopel schaffen, daneben aber den ein zelnen Provinzen ein möglichst großes Maß von Selbst verwaltung geben. Gewiß werden schwere Kämpfe nicht ausbleiben, ehe die Türkei ihr Ziel erreicht hat, aber sie wird auch in schwierigen Lagen stets auf unsere Sym pathie rechnen können, da wir eine Schwächung der Türkei als eigenen Machtverlust zu beklagen yaben würden. Japan hat das, was das ottomanische Reich erst an- strebt, bereits erreicht und ist durch seine staunenswerten Kriegserfolge zur Weltmacht geworden. Allerdings haben seine Finanzen dadurch in einer Weise gelitten, daß vor läufig nicht abzusehen ist, wann und in welchem Tempo Japan seine bisherige Expansion wird fortsctzen können Zudem bildet das japanische Jnsrlrcich mit seinen sämt lichen Kolonien dem Flächeninhalte nach noch nicht ein mal den hundertsten Teil Asiens, steht sich also Länder massen gegenüber, die nur bei einem in der Weltgeschichte bisher noch nicht beobachteten andauernden Kiiegsglück unter japanische Herrschaft kommen könnten. Anerkannt muß aber werden, daß die Japaner sich nach ihren sieg ¬ reichen Kriegen große Mäßigung auferlegt, strenge Spar samkcit in ihren Verwaltungsausgaben beobachtet und mit den anderen Weltmächten Abkommen über die Integrität Chinas und die Politik der offenen Tür abgeschlossen haben. Das erste Abkommen dieser Art war das deutsch japanische Agreement vom 16. Oktober 1900. Neuerdings hat sich Japan auch dem chinesischem Reiche wieder ge nähert und sich zunächst mit ihm über die Mandschurei und über Korea geeinigt. Die nervösen Russen haben so gar an eine bereits abgeschlossene chinesisch japanische Äiilitärkonvention geglaubt. Demgegenüber ist jedoch von zuverlässiger Seite versichert worden, daß eine solche Kon vention nicht nur nicht existiert, sondern daß überhaupt keine Verhandlungen in dieser Hinsicht stattgefunden haben. China ist noch schwerer zu beurteilen als Japan, da uns hier alle europäischen Erfahrungen verlassen und wir die dortigen Verhältnisse so studieren müssen, als wären wir plötzlich auf einen anderen Planeten verschlagen. Mit besonderer Freude ist es zu begrüßen, daß die deutsche Presse von Tag zu Tag den politischen Vorgängen im fernen Osten mehr gerecht wird und sich bei ihrer Beurteilung endlich von fremden, hauptsächlich von englischen Ideen zu befreien sucht. Daß Deutschland nur kommerzielle und keinerlei Landerwerbungspläne in China verfolgt, weiß man in Peking jetzt sehr wohl, und das Vertrauen zu uns hat dazu geführt, daß jetzt alljährlich chinesische Offiziere in wachsender Zahl bei uns ihre Ausbildung erhalten. Es wäre zu wünschen, daß diese chinesischen Offiziere mit einer besseren Kenntnis der deutschen Sprache hierher kämen und länger, als es jetzt der Fall ist, blieben, da nur dann ihre militärische Schulung eine vollkommene sein wird. Auf administrativem Gebiete ist China jetzt dabei, eine scharfe Zentralisation an Stelle der früheren Herrschaft der Vize- könige durchzuführen und für die allzu gelehrten und allzu viel geprüften Beamten überall praktisch erfahrene Leute cinznsetzen. Unser Handel und unsere Seeschiffahrt haben an einer wirtschaftlichen Entwickelung Chinas das größte Interesse. China kann daher stets auf unser Entgegen kommen rechnen. Unter der Voraussetzung, daß unsere öffentliche Meinung sich in Zukunft davor hütet, auswärtige Politik mit dem Gefühle anstatt mit dem Verstände zu treiben, und daß sie sich daran gewöhnt, bei Verfolgung großer, für unsere ganze Zukunft wichtiger Ziele geschlossen hinter der Regierung zu stehen, wird das Deutsche Reich auch eine würdige und erfolgreiche Rolle auf dem Welttheatcr spielen können — niemand zu Freud und niemand zu Leid! Wir dürfen uns nicht länger beirren lassen durch das Geschrei, das aus der fremden Presse zu uns dringt, denn Hunde, um die man sich nicht kümmert, hören schnell auf zu bellen. Daß der Deutsche in der Welt nicht beliebt ist, hat auch Bismarck nicht geleugnet, und seitdem ist es nicht besser damit geworden. Wenn wir, gestützt äuf unser vortreffliches Heer und unsere Flotte, in der Politik ruhige, feste Ziele verfolgen, niemaiwen reizen, aber auch niemandem nach laufen, vor allem aber das einmal als richtig Erkannte auch wirklich mit -Anstrengung der letzten Faser durchzusetzen suchen, dann werden wir, so Gott will, auf dem großen Erbe unserer Väter weiter bauen. Letzte Drahlmelduugen. . (Nachdruck verboten.> Sächsischer Landtag. Etatberatungen. Dresden, 16. Dezember. Zweite Kammer. Auf der Tagesordnung stehen mehrere Kapitel des ordentlichen und Kapitel 35 des ordentlichen Etats, das Hauptstaatsarchiv betreffend. Berichterstatter Abg. Ui. Mangler (kons.) beantragt nach der Vorlage die Einnahme mit i40Mk. und die Ausgaben mit 74913 Mk., darunter 9550 Mk. künftig wegfallend, zu genehmigen. Abg. Hettncr (natl.) fragt an, wieweit die Vorberatung zu dem Neubau eines Hauptstaatsarchivs gediehen sei. Finanzminister Ur. Rüger erwidert, daß die Vorarbeiten soweit gefördert seien, daß eine entsprechende Vorlage im gegenwärtigen Lank tage hätte zngehen können, wenn er die Sache im Etat Hütte unterzubringen vermocht. Er hoffe, das im nächsten Landtage nachholen zu können. Die Kammer beschließt hierauf einstimmig dem Antrag der Deputation gemäß über Kapitel 36 a des ordentlichen Etats, Oberverwaltungsgcricht betreffend. Berichterstatter ebenfalls Abg. Ur. Mangler (kons ). Er beantragt nach der Vorlage die Einnahmen mit 11020 Mk. und die Ausgaben mit 223 421 Mk. zu genehmigen. Abg. Brodaus (freis.) erklärt namens seiner politischen Freunde, daß sie zwar die Notwendigkeit der Neueinstellung eines Assessors beim Oberverwaltungsgcricht nicht einsehen, trotzdem aber dem Antrag zustimmen würden. Die Kammer beschließt sodann einstimmig antragsgemäß. Hierauf berichtet Abg. Rentsch (kons.) über Titel 24 des außerordentlichen Etat für 1910/11, die Erweiterung der Verkehrsanlagen am neuen Hafen in Riesa be treffend. Er beantragt namens der Finanzdeputation II, nach der Vorlage 367000 Mk. zu bewilligen. Abg. Greulich (kons.) dankt der Regierung für das Ent gegenkommen, das sie dem Riesaer Hafen bewiesen habe und bittet auch ferner die Entwickelung dieses Hafens zu fördern. Die Kammer beschließt einstimmig nach dem Antrag der Deputation. Alsdann wird eine große Anzahl Artikel aus dem Rechen schaftsberichte auf die Finauzperiode 1906 und 1907 erledigt und die bezüglichen Etatsüberschreitnngen ohne Debatte ge nehmigt. Nächste Sitzung Freitag vormittags '/zlO llhr. Ter deutsche Kronprinz aus Lebensgefahr gerettet. Berlin, 16. Dezember. Heute Nacht stieß auf der Charlottenburger Chaussee in der Nähe des Bahnhofes Tiergarten das nach Potsdam fahrende Automobil des Kronprinzen mit einem entgegenkommenden Privat automobil dadurch zusammen, daß dieses kurz vor dem krouprinzlichen Automobil, dessen Fahrrichtung kreuzend, in eine Nebenstraße einbiegen wollte und nun die Chauf feure beider Automobile, um auszuweichen, nach derselben Seite lenkten. Ein Trittbrett des krouprinzlichen Auto mobils wurde eingedrückt, mehrere Fensterscheiben gingen entzwei. Der Kronprinz blieb unverletzt, sein Ad jutant, Oberstleutnant von Oppen, erlitt leichte Schnitt verletzungen, die ihn in der Ausübung seines Dienstes nicht hindern. Der Kronprinz setzte die Weiterfahrt nach Potsdam alsbald in einer Autvmobildroschke fort. Das kronprinzliche Automobil folgte später mit eigener Kraft. Den Insassen des anderen Automobils ist nichts geschehen. Wine Tauersitzung. Wien, 16. Dezember. Die Obstruktion im Abge ordnete nh an se dauert fort. Der tschechische Agrarier Kotlarsch, der seine Rede gestern um 1 Uhr nachmittags begonnen hatte, sprach nm Mitternacht noch immer. (Vgl. Oesterreich-Ungarn.) Wien, 16. Dezember. Um l2'/, Uhr nachts fielen von der Galerie des Abgeordnetenhauses Rufe gegen die Tschechen, die daraufhin stürmisch die Räumung der Ga lerie verlangten. Auch der Redner, noch immer der Abg. Kotlarsch, erklärte, erst nach der Räumung der Galerie seine Rede fortsctzen zu wollen. Unter großem Lärm des ganzen Hauses erfolgte deren Räumung, worauf Kot larsch weiter sprach. Kotlarsch schloß seine fast 13 stün dige Rede um 1"/« Uhr nachts. Nachdem Seliger die Obstruktion aufs Schärfste verurteilt hatte, schloß die De batte. Die Generalredner verzichteten aufs Wort. Der Antragsteller Holly hielt das Schlußwort. Wien, 16. Dezember, tU? Uhr früh. Um 6", Uhr morgens beendete Abg. Holly sein vierstündiges Schluß wort. Das Haus lehnte die Dringlichkeit des ersten, von 37 tschechischen Agrariern eingebrachten Antrags ab und