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02-Abendausgabe Leipziger Tageblatt und Handelszeitung : 02.07.1914
- Titel
- 02-Abendausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1914-07-02
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id84535308X-19140702026
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id84535308X-1914070202
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-84535308X-1914070202
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Handelszeitung
-
Jahr
1914
-
Monat
1914-07
- Tag 1914-07-02
-
Monat
1914-07
-
Jahr
1914
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Men-»Ausgabe kür Leipzig ««» v,r»rt» -ur» unser, Lra»»r V«AUgvpr«I^ L » un- «p»-tt,ur, rmaltügUch in» hau, gedrachtr «»natlich1.2SM„ »iertey-hriich 3.7» M. Sei -er »eschüsl-strUe, unfern ZiUaie« un-««»sodegellen ad-,holt: monatlich iM., virrtell-hrllch 3 M. Vurch -l» Post: lnuerhold deutschlan-, un- -er Seutfchen Kolonie« monatlich l.LS M., oterteljährltch 4.L4 M., auoschlte-lich postdestellgelü. va» LeipzigerLagediatt erscheint Werktag« rmal.Sonn. «. jetertag» »mal. Vn Leipzig, -en Nachbarorten un- -en tvrten mit eigenen Ziltalen «ir- -te stdea-auogod« noch am «den- -»» «rschetnen» in« Hau» geliesert. Serliaer Ne-aktion: 3a-en Zelten 17, Zrrnsprech'/inschlug: Moabit Nr. 447. ^cmdelsFeituns /strrtsbloü des^Ltcs und des poüseüuntes der Stadt Leipzig Ne-aktion un- SeschSstostellr: lohaaniogaff» Nr. >. o Zrrnsprech-Anschlu- Nr. 14-42, 14-43 unü 14-44. ISS. Jahrgang ca» Inserat» au» Leipztg UN» Umgebung »I« ispalttg»p«tit>»tl«r»ps.,-ieNekiameeetlelM., o»n auewlirt» 30 ps., Neklomea 1.24 M., Klein» «n,eigen -iepetttzetl« nur 20pf.d.wle-erkol.Nad ,Inserat« o»n0«b-r-»n im omliichenLeii -tr Petit zeil» »4 ps. Seschäftran,eigen mit plahvorschrift im Preis» »rb»bt. Nadatt nach Laris. Veilagen: »esamtausl.»M.-a»Lausen- au»schl.Postgebühr. Anzrig«a»Nnaodm»: Zohannisgaste», bet sämtlichen Malen -,» Leipziger Lagedlattr» un- allen stanoncen-Lxpe-itionea -»» 3n- un- stu»lan-e». S«schäst»st»ll» sllrSerlin u.-i»pr.Vran-»nburg: direktionwalterZliegel, 0«rli»S.l4, vrro-enrrStraß«47. Zernsprech-Anschluß: Moriyplatz 14721. Nr. 33 l Donnerstag, -en 2. Juli. 1914. Vas wichtigste. * Der Kaiser hat seine Teilnahme an den Bei. setzungsfeierlichkeiten in Wien abgesagt. (S. Letzte Nachr.) * In Serajewo hat die fortgesetzte Unter suchung neues schwer belastendes Mate rial gegen die großscrbischen Verschwörer zu tage gefördert. (S. des. Art.) * Zn der italienischen Kammer wurden am Mittwoch die Verschleppungsanträge der Sozialisten ab gelehnt, (s. Ausld.) * Die Großmächte haben in Athen in einer Kollektivnote ihre Zustimmung zum Vertrag von Korfu gegeben. (S. bes. Art.) * Der türkische Ma ri n e m i n i sie r ist nach Frankreich abgereist, um den französischen Schiffs manöoern bcizuwohncn. (2. Ausld.) * Die Vereinigten Staaten haben den Wunsch ausgesprochen, daß die Vermittlungs konferenz in Niagara Falls nicht vertagt werden möge. (S. Ausld.) * Der Führer der haitianischen Auf ständischen ist gefallen. (S. Ausld.) * Das Militärluftschiff „2 VI" ist heute um Mitternacht von Leipzig nach Köln ge flogen, wo cs bereits um 8 Uhr landete. Gesterreich-Ungarn un- Serbien Die Meldung der meist gut unterrichteten „Wiener Neuen Freien Presse" von einein Er suchen an .Serbien, die in Bosnien gegen die Urheber der Mordtaten in Serajewo begonnene Untersuchung im Königreictie Serbien fortzu fetzen, ist zwar von einein andern Wiener Blatte bestritten worden. . Wir haben aber bereits in der heutigen Morgennummer die Vermutung ausgesprochen, daß. es sich bei diesem Dementi nur um ein kleinliches Konkurrcnzmanövcr han delt. In dieser Bermutung werden wir durch folgende Drahtnachricht bestärkt: Wien, 2. Juli. Der Minister des Aeußern Graf Berchtold erschien gestern mittag in nahezu ein stündiger Audienz beim Kaiser in Schönbrunn. Die Audienz wird mit den Ergebnissen der Untersuchung in Sera je wo und den wahrscheinlichen Schrit ten des Wiener Kabinetts in Bel grad sowie auch mit der angekündigtcn Prokla mation des Kaisers in Zusammenhang gebracht. Offenbar sind die Vorstellungen in Belgrad selbst noch nicht erfolgt. Das) sie aber beab sichtigt sind und nach den letzten Ergebnissen der Untersuchung'auch zur Ausführung kom men, ist zweifellos. Voraussichtlich wird die serbische Regierung einem solchen Ersuchen auch entsprechen, denn sic hat ja durch das serbische Preszbureau bereits ihren Entschluß ankündigen lassen, „ihr ganzes Augenmerk auf die Um triebe verdächtiger Elemente zu richten, wenn diese sich aus serbischem Gebiet befinden", und strengste Maßregeln zur Vereitelung ihres Trei bens zu ergreifen. Angesichts dieser Kundgebung ist es eine Frage zweiter Ordnung, auf Grund welcher RechtSlitel die Untersuchung der Blut tat von Scrajewo in Serbien fortgesetzt wird. Ob Serbien mit der Donaumonarchie ein Ab kommen über gegenseitige Rechtshilfe geschlossen hat, das im vorliegenden Falle wirksam werden kann, oder ob das österreichische Ersuchen — ab gesehen von seiner sachlichen Stichhaltigkeit — nur auf den guten Sitten des internationalen Verkehrs beruht, ist eine untergeordnete Frage, wenn in Belgrad wirklich der Wille herrscht, nach Kräften zur Sühne des unerhörten Verbrechens beizutragen. In Oesterreich muß nun aber auch alles vermieden werden, was den Serben ihrer seits Anlaß zu Beschwerden gib!. Daher be finden sich auch jene Wiener Studenten auf fal schem Wege, die sich vor der serbischen Gesandt schaft zu einem völkerrechtswidrigen Verhalten hinrcißen ließen. Derartige Zwischenfälle er leichtern keinesfalls der österreichischen Regierung ein in der Sache energisches Vorgehen und passen auch nicht ^u der realpolitischen Taktik des Grafen Berchtold, -. ln der öffentlichen Meinung in Ser bien durch Maßregeln, die die wirtschaftliche An näherung beider Staaten fördern, dem russischen Einfluß in Belgrad ein Paroli zu bieten. Irgend welche Zwischenfälle, die dem betriebsamen russi schen Gesandten von Hartwig in Belgrad ge statten, Rußland als den großen Bruder Ser biens der öffentlichen Meinung des Königreichs in Erinnerung zu bringen, erleichtern lediglich das russische Spiel. Dies darf auch unter dem Eindruck der Stimmungen, die der Meuchelmord von Serajewo naturgemäß erzeugte, in Oester reich-Ungarn nicht vergessen werden. Die Untersuchung in Serajewo. Die Untersuchung über die Ermordung des Thronfolgerpaares wird von 7 Untersuchungs richtern geführt. Es ist zweifellos, daß die Tat auf eine Verschwörung zurückzuführen ist. Der verhaftete Cabrinovic hat angegeben, dcß er die Bombe in der vorigen Woche von einem Komitatschi, namens Michalicanowitsch, in einem Belgrader CafL erhalten habe. Princip hatte ursprünglich die Absicht, den Mord bei dem Manöver in Tarcin zur Ausführung zu bringen. Mit Rücksicht auf die großen Truppen massen und die strenge Absperrung ließ er jedoch den Plan wieder fallen. Bisher haben die beiden Täter leine Komplicen als Mitschuldige angegeben. Außer in Serajewo wurden gestern auch in der Provinz zahlreiche Verhaftungen vorgc- nommen. (Sine „Allee von Bombenwerfern". Serajewo, 2. Juli. (Eigene Draht» Meldung.) Die fieberhaft fortgesetzte Unter suchung fördert immer mehr belastendes Material zutage. Aus vielen Straßen waren Bombenwerfer ausgestellt. Wenn auch das zweite Attentat mißglückt wäre, so wäre doch der Erzherzog dem Tode nicht entronnen, da er auf dem Rückwege eine förmliche Allee von Bombenwerfern hätte passieren müssen. Auf dem Wege nach Bistrik, wohin der Thronfolger einen Ausflug plante, wurde in einer Baum krone eine Bombe gefunden. Große Em pörung verursacht die nachträglich bekanntgewordene Tatsache, daß kaum einige Minuten nach dem Mord aus dem Hause des Serdensührers Zesta- novic eine Trauerflagge gehißt wurde, und daß vom Turm der serbischen Kirche bereits eine halbe Stunde vor der Tat eine Trauerfahne wehte. Erzbischof Stadler er, klärte: „Es ist kein Zufall, daß das Attentat am Jahrestage der Schlacht aus dem Amselseld geschehen ist Wenn der Thronfolger nicht an der Stelle, wo dies geschah, erschossen worden wäre, hätten die Täter an demselben Tage Gelegen heit gesucht und gefunden, ihren furchtbaren Plan auszuführen Ganz Serajewo war voll von Verschwörern, bereit, das Thronfolgerpaar aus dem Wege zu räumen." Wachsende Erregung in Serbien. Serbien und die Vorgänge in Bosnien. Belgrad, 2. Juli. (Erg. D r a h t m c l d u n q.) Die Nachrichten über die Angriffe auf die serbischen Untertanen in Bosnien haben hier einen sehr peinlichen Eindruck hervorgerufen. Trotzdem der Belagerungszustand in Serajewo zur Folge hat, daß fast gar keine Telegramme durchgelasscn werden, be haupten Privarmeldungen doch, daß die Verfol gung der in Bosnien und der Herzegowina an sässigen Serben andauere. Infolgedessen herrscht hier überall eine unbeschreibliche Er regung. Die hiesigen Blätter protestieren in schar fer Form gegen die Haltung der österreichischen und deutschen Presse. Vereitelte Kundgebung in Wien. Zn Wien versuchten am Mittwoch abend etwa fünfhundert Personen vor die serbische Gesandtschaft zu ziehen, was ihnen jedoch wegen des genügenden Wachtaufgebots nicht gelang. Die Leute demonstrierten mit Rufen und Absingen der Volkshymne. Um 10 Uhr war die Kundgebung zu Ende. Bevorstehende Proklamation dcS Kaisers Franz Joseph. Wien, 2. Juli. Wie in unterrichteten Hofkreisen verlautet, wird der Kaiser nach den Beisetzungs feierlichkeiten eine P r o k! a m a t i o n an die Völler seines Reiches erlassen. Zn der Proklamation wird der Kaiser der großen V c r d i e n st e und auf opfernden Pflichttreue des durch Mörder hand dahingerafslen Thronfolgers gedenken. Zn der Proklamation wird der Kaiser ferner in einem besonderen Abschnitt die neue Stellung des Erzherzogs Karl Franz Joseph als des nächsten Thronagnaten würdigen. Vorsichtsmaßregeln in Wien. Wien, 2. Juli. (Lig. D r a h t m e l d u n g.) Da für heute anläßlich der Einholung der Leichen des Thronfolgerpaares vom Südbahnhof große antiserbische Demonstrationen befürchtet werden, haben die Behörden di« umfassendsten Sicherheitsmaßregeln getroffen. Kaiser Wilhelm, der am Freitag mittag um ' ^1? Uhr in Wien ein trifft, wird am Norddahnhose vom Thronfolger Erzherzog Karl Franz Joseph, in Ver tretung des Kaisers Franz Joseph, empfangen werden. Der Kaiser fahrt dann in die Hofburg, in der Kaiser Franz Joseph schon früh eingetroffen sein wird, um die Trauergäste zu empfangen. Mittags findet ein Frühstück im engsten Familienkreise statt. Nachmittags wird der Deutsche Kaiser bei den Mit gliedern der Familie Karten abgeben und auch den Kindern des verstorbenen Erzherzogs einen Besuch abstatten. Nach der Trauerfeier wird um Uhr nachmittags die Rückreise nach Berlin angetreten. Ein seltsamer Zufall. Während der Abwesenheit des Thronfolgers Franz Ferdinand sollte Schloß Konopischt durch einen Zubau vergrößert werden. Dabei wurden F e l s s p r e n g u n g c n mit Dynamit vorgenom men. Ein abgesprengtes Fclsstück flog ins zweite Stockwerk des Schlosses, fiel auf «inen Schreibtisch der Herzogin zu Hohenberg nieder und beschädigte ein aus dem Tische stehendes Bild der Herzogin. (Weitere Meldungen sieh« Seite 3.) Vie Wirren in Albanien. Nach der Niederlage und dem Rückzüge Prenk Bibdodas werden die Streitkräfte der Aufständischen gegen Durazzo vollständig frei, und cs wird deshalb ein baldiger Angriff auf die Stadt befürchtet. Die Kommandanten des internationalen Geschwaders haben daraufhin beschlossen, die Schutzwachen an Land zu verstärken. Aus Epirus, dessen Stellung durch die Zustimmung der Großmächte nun endgültig geregelt ist, kommen Nachrichten über die wachsende Unzufriedenheit der Bauern. Wie in Mittel, albanicn, ist cs auch hier der Gegensatz zwischen den So sollt' sich der Mensch sein Leben einrichtcn, daß er die Augen zumachcn könnt' in jeder Stund' und lachen dabei. G a n g h o f c r. Kunst un- Wissenschaft. * Geheimrat Parisch bleibt in Leipzig Geheimer Hofrat Dr. Josef Parisch, unser Leipziger Geograph, hatte, wie kurz gemeldet, einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Wie wir aber von zuständiger Seite erfahren, hat Geheimrat Parisch den ehrenvollen Ruf abgelehnt, und es ist freudig zu begrüßen, daß er somit unserer Universität erhalten bleibt. * Eine Hans-SachS-Bllhne in Nürnberg. Aus Nürnberg wird geschrieben: 2m Westen der Stadt auf dem Plattnersberg hat mitten in dem alten Park eine kleine Spielertruppe unter dem Direktor Ernst Martin eine Hans-Sachs-Bühne auf geschlagen. Ein außerordentlich einfacher, aber lehr geschickt gedachter Mechanismus läßt die Bühne durch eine Bretterveränderung zu einer Renaissance bühne verändern; eine Möglichkeit, die eine wert volle Bereicherung des Repertoires zuläßt. Zwischen dem Braun der zierlichen Bretterbühne und der vier Vorhänge, die die Ein- und Abgänge verdecken, blickt von oben aus dem Hintergründe eine blaue Butzen scheibe, umrahmt von blühenden Rosen, den Himmel versinnbildlichend, aus dem die Stimme des Herrn erklingen soll, wenn es eines der auszuführenden Stücke erheischt. Außer Hans Sachs gehört zu den bis jetzt gespielten Autoren Andreas Gryphius mit seinem drolligen „Peter Squenz". * Der neue Don-2uan»Text. Die vom Deut schen Bühnenverein preisgekrönte Scheide, mantelsche llebersetzung des Mozartschen „Don Juan" erfährt durch die Wiener Musikkritik eine heftige Ablehnung. Man führt den Dresdener Er folg auf die Beliebtheit der Persönlichkeit Scheide mantels in Dresden zurück, nicht auf sein Werk. Die Kritiker führen aus, daß es schon seit der Altenburger Tagung des Bühnenvereins kein Ge heimnis wäre, daß sich auch seitens einer großen Anzahl von Bühnenleitern ein heftiger Widerstand gegen die allgemeine Einführung des neuen Textes bemerkbar machte. Man beruft sich außer auf Te wel es, der bereits öffentlich protestiert hat, auf den Leiter der Wiener Hofoper Gregor und Ge heimrat Martersteig, die sich entschieden gegen die zwangsweise Einführung ausgesprochen haben und sie für praktisch undurchführbar halten. „Für eine mißlungene, in jedem Sinne unfertige Arbeit" schreibt Jeremias sehr scharf im „N euen Wiener Tagblatt", „zehntausend Mark einzustreichen, sämtliche toten und lebenden Mitbewerber in Ewig keit aus dem Felde zu schlagen und überdies noch zu neuen derartigen Angriffen auf Mozart und den guten Geschmack ermuntert zu werden, war nur einem Liebling Fortunas gegeben. Karl Scheioemantek hat den Don Juan jedenfalls besser gesungen als gedichtet." Ein Künstlerfest größten Stils soll, wie uns van unserem Weimarer Mitarbeiter geschrieben wird, zur Feier des hundertjährigen Bestehens des weimarischen Landes als Großherzogtum im nächsten Jahre in Weimar stattfinden. Das Fest soll als Brenn punkt für all die Fcststimmung, die am Tage der Jahrhundertfeier — Karl August nahm den Titel eines Eroßherzogs am 21. April 181.', an — im ganzen Lande herrschen wird, von allen Ständen des Landes besucht werden. Sämtliche Städte sollen auf dem Huldigungsfest in irgendeiner noch näher zu bestimmenden Form vertreten sein, insbesondere aber auch Körperschaften, die schon vor 100 Jahren bestanden haben und besonders charakteristisch für die Geschickte des Großherzogtums sind. Deshalb ist in erster Linie das ganze Fest als «in „Huldigungs fest des weimarischen Landes" für seinen Fürsten gedacht. Um die vergangene Zeit nun möglichst lebendig vor den Augen der Gegenwart erstehen zu lasten, wird sowohl in der Ocrtlichkeit als auch in der Veranstaltung des Ganzen die Stimmung im Geiste jener Zeit gewählt werden. Das ganze Fest wird den Charakter von 1815 tragen, und die Teil nehmer sollen im Kleide jener Zeit erscheinen. An die eigentliche Huldigung vor dem Großherzog wird sich ein Volksfest oo.n zwei- bis dreitägiger Dauer in großem Stile anschließen. Der Gedanke zu dieser für die in Betracht kommenden Verhältnisse gewaltigen Feier der Künstlerschaft ist in erster Linie von der unter dem Protektorat« des Groß herzogs steh"nden „Renten- und Pcnsionsanstalt für bildende Künstler" ausgegangcn. deren Vorstand im Verein mit dem Direktor der „Hochschule für bildende Kunst", Professor Mackensen,' ffoiote Professor Dr.-Jng. Klopfer die Durchführung des großen Unternehmens übernommen hat. * Kein Bund Ser Schwarzwälder Künstler. Die Kurverwaltung von Badenweiler bittet um i die Mitteilung, daß die Künstler der in Baden weiler veranstalteten Ausstellung sich nicht zu einem „Schwarzwald-Bunb" zusammenge schlossen haben, sondern nur der Einladung zu der gemeinsamen Ausstellung gefolgt sind. Es kommen besonders folgende Maler und Graphiker in Be tracht: Dill, Hellwag. v. Volkmann. Ritter, Goehler, Enqelhorn, Dischler, Bizer, Meid, Zähringer, Goebel, Sprung. Daur. Hajemann. * Das Tagblatt der Stadt Zürich blickt auf eine hundertjährige Vergangenheit zurück. Aus diesem Anlaß hat der Verlag der Buchdrucker«! Berichthaus in Zürich eine wohl ausgestattete, 140 Seiten umfassende Sondernummer herausgegeben, in der in 26 Kapiteln interessante Bilder aus der Züricher Stadtgeschichte von 1814 bis 1914 aufgerollt werden * Der Astronom Hermann 2. Klein gestorben. In Cöln-Lindenthal verschied der bekannte Meteorologe Professor Dr. Hermann 2. Klein. Der Verstorbene, der Direktor der Privatfternwarte der Kölner Zeitung war, hat sich auch mannigfach literarisch betätigt. Bon seinen Schriften seien die „Astronomischen Abende", die „Kosmo logischen Briefe", die „Allgemeine Witte- rungskunde", sowie sein „Handbuch der allgemeinen Himmelsbeschreibungen" hervorgehoben. Klein war 1844 geboren. * Eluckseier. JnWeidenwang, dem Geburts ort des bekannten Komponisten Willibald Gluck, wird zu seinem 209. Geburtstage ein Denkmat errichtet. Die Leipziger Eluckgeselljchast wird zu Ehren des großen Musikers einen Lorbeerkranz niederlegen. Sie wird auch bei der am Sonntag den 5. Juli geplanten Jubelfeier vertreten sein. * Theaterchronik. Das Herten st einer Frei lichttheater bringt am kommenden Sonnabend mit einer Novität drei Uraufführungen heraus. Denn Scribes „Glas Master" ist sowohl Urauffüh rung für Hertenstein. wie für die Freilichtbühnen überhaupt und — in der dort gegebenen Bearbeitung des früheren Meininger 2ntendanten, die vor allem die flüssige Eleganz der französischen Prosa wirksam durch Reimverie ersetzt — ist trotz vieler Aufführungen in Berlin, Meiningen und über 40 anderen Städten Deutschlands und Oesterreichs in der Schwei, noch nie gegeben worden. Die Hauptrolle, den Vicomte von Bollingbroke. spielt Direktor S ta h l, der das ' Lustspiel auch inszeniert. * Hochschulnachrichte«. Der Germanist und o. Pro fessor Dr. 2ulius Petersen in Basel ist als o. Professor an die Universität in Frankfurt a. M. berufen worben. — Der Ordinarius der prak tischen Theologie in der Heidelberger theolo, gischen Fakultät, Geheimer Kirchenrat Professor Dr. tyeol. Johannes Bauer wurde vom Groß herzog von Baden zum Mitglied der General synode berufen. — Der außerordentliche Professor Dr. Arthur Ungnad in Jena erhielt einen Ruf als Ordinarius der orientalischen Philologie an der Universität Philadelphia, wo er rm vorigen Semester Vorlesungen hielt. — Der Professor Dr. Paul Klöbe in Leipzig erhielt einen Ruf als Ordinarius der Mathematik nach Jena. — Wie aus Freiburg i. Br. berichtet wiro, hat der Ordinarius für römisches und deutsches bürgerliches Recht, Dr. Josef Partsch den Ruf nach Leipzig abgelehnt. — Der Historiker, o. Prof. Dr. Walter Otto in Greifswald hat den Ruf nach Mar, bürg als Nachfolger von Prof. E. Klebs zum Wintersemester angenommen. — Der Ordinarius für Strairecht, Völkerrecht und Rechtsphilosophie an der Universität in Wien, Professor Dr. Heinrich L o m m a s ch ist von seinem Lehr amt zurückgetreten. — An der Universität Reyk javik auf Island ist, dem „Hamburger Fremden blatt" zufolge, ein Lehrstuhl für deutsche Sprache und Literatur errichtet worden. Zum Dozenten wurde Dr. Busse, ein junger deuischer Sprachge lehrter, ernannt. — Zum Rektor der Universität Bonn ist sür das Studienjahr 1914/15. am Mitt woch der Strafrechtslchrer Professor Ernst Lands- berg gewählt worden. — Prof. Dr. Felix Rach fahl in Kiel, der als Nachfolger Friedr. Meineckes an die Universität Freiburg i. B. übersiedelt, ist 1867 zu Schömberg i. Schl, geboren. Er studierte 1886 —9) in Breslau, wo er auch mit einer größeren Arbeit über den . Stettiner Erbfolgestreit" tue philo sophische Doktorwürde erwarb. 1893 habilitierte er sich in Kiel, wurde 1898 außerordentlicher Professor in Halle, 1903 Ordinarius in Königsberg, 1907 Nach folger O. Onckens in Gießen; Ostern 1909 wurde er an Stelle von Prof. Richard Fester nach Kiel be rufen. Von seinen Schriften hat namentlich das Buch „Deutschland. König Friedrich Wilhelm IV. und die Märzreoolution" 0901) auch außerhalb der Fachkreise Beachtung gefunden. Außerdem oeröffent- »ichte er eine Studie über „Die Organisation Schlesiens vor dem 30jährigen Kriege" und eine Monographie über „Margarete von Parma" (1898». Sein visheriges Hauptwerk aber ist das von der Kritik tast durchweg höchst anerkennend beurteilte Buch: „Wilhelm von Oranien und der niederländische Ausstand" (2 Bde. 1906/07).
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