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Mörser s Gremdote ——"r Vier Blatt enthM die «nttichen Bekanntmachungen der Amtshaupt» f Der Adorf« GrenzVote «langt jÄ)«n Wochent. t Mannschaft Oelsnitz i. Logü., des Amtsgerichts, r Im Falle HSHenr Gewalt (Krieg oder sonstig« ! ! nachm. zur Ausgabe, für den nächsten Tag vorda. ! d« Amtsanwaltschast und der Stadtrate, zu Adorf im Vogtland f Störung des Betriebes) hat der Bezieher keinen ! j tiert.—Anzeigen nach Taris.—Postscheck-Konto t HM Anspruch aus Liesemng oder Nachlieferung d« i s 87869 Leipzig. — Fernruf Nr. 14. Eegr. 18SS ! 2-lIÜLlFLULL LLH ^LIl^^lIl^M l Zeitung oder aus Rückgabe des Bezugspreises. ! für Abork (Bog».), BatNfttt, Bar Brambach, Arnsgrün. Breitenfeld, Bergen, Freiberg, Sb«' L lintemettengrüii, ÄrmWn Amelsbnrg, Lenbecha, Müblhaufen Fiebersrench, Remtengrtin, Schönberg, Eiebenbrnnn, Sohl, Wohlbach «. dasübr. obere BA Sonntags »tno llluftrlorto SnteehaltungSbetlag» Druck und Verlag: Otto Meyer, Adorf (Vogtl.), Bergstraße 1s. — Verantwortlicher Schriftletter: Otto Meyer, Adorf (Vogtl.) Nr. Z2 Frsttsrg, Äsn 1930 96. Jrrhrg. Wahlen zum Berlkkstage. Die Fc-ststellungen der Ergebnisse der an, 9. Februar 1930 vorzunehmenden Wahlen zum Veurlstaae der Amtshauptmannschast Oelsnitz finden in den drei zusammengesetzten Wuhlkrejfin w,e folgt statt: l. zusammengesetzter Wahlkreis Mitt»Voeih, den 12. Februar 1930, nachm. 3 Uhr in der Amtshauplmannfchaft Oelsnitz, II. zusammengesetzter Wahlkreis Mitttvortz, den 12. Februar 1930, vorn,. 11 Uhr in, Gemeindeamt Bad Elfter, III. zusammengesetzter Wahlkreis Dienstag, den 11. Februar 1930, nachm. 6 Uhr im Rathaus GrhäneÄ. Das Fcststellungsverfahren ist öffentlich. — I 6: IV 16 ck./30. — Amishauptmannschaft Oelsnitz i.D., an, 5 Februar 1930. Der früheren Geschäftsinhaberin Lina Höfer in Adorf, Hohestraße 13, wird hiermit, nachdem die Eröffnung des Konkursverfahrens beantragt ist, einstweilen jede Verfügung über ihr Vermögen verboten. Ii 2/30. ' Amtsgericht Adorf i. W., den 5. Februar 1930. An die Bezahlung der MsMuilgssteller für de« MM Februar MV, die bis zum 5. Februar 1930 zu entrichten war, wird hiermit öffentlich erinnert. Schriftliche Mahnung erfolgt nicht. Mahngebühren sind nunmehr erwachsen und mit ab zuführen. Nach Ablauf einer Woche müssen die Rückstände zwangsweise beigetrieben werden. Adorf i. V., den 6. Februar 1930. Der Stadtrat. Am Freitag, den 7. Februar 1930, nachmittags 3 Uhr soll in Bad Brambach im Gasthaus „Schwarzes Rotz" 1 WMgkmbm-AMrat meistbietend gegen Barzahlung versteigert werben. Adorf i. V-, den 6. Februar 1930. H 2261, 2282 u. Der Gerichtsvollzieher des Amtsgerichts. 2293 29 Was gibt es Leues? « Reichskabinett trat am Mittwochnachmittag Sitzung zusammen, um sich mit Haushaltsfragen de" geplanten Steuererhöhungen zu beschäftigen. Gesetz«, stimmte am Mittwoch den Noung- t^^^S^liber Pressemeldungen über Stillstand der Vorverhandlungen in Paris wird von Berliner zuständiger d^Red"s^E^ betont, daß von einem Stillstand nicht deutsche ^eso^fdung eines Hamburger Blattes, daß der Absicht habe Budapest, Freiherr von Schön, die Stelle fürvölkigun^ von Berliner zuständiger rium^n^ 2"^im französischen Außenminister M Sitzu^a d« Arbeitsministers Loucheur di« — D-V Konferenz für Ostreparationen statt. bk, hat E Staatspräsident Ortiz Rm vw ya m^vntttvoch s«ne Amtsgeschäfte übernommen. Int» für Privatdiskon?^^ Mittwochbörse wurde der AinS- tz? Lide^Sich^eLh^ Stau^E^oMe^^ Flederborn bei Jastrow ist Ang Wwursach6 " und hat eine große Ueberschwem» gelang es, an das Wrack des im gestrandeten dänischen Dampfers „Nouy heranzukommen und die 19 Mann starke Besatzung zu retten. — Bei den n Oberstdorf ausgetragenen deutschen Ski" Schobers Romreise. Der Besuch des österreichischen Bundeskanzlers Schober in Rom bedeutet einen Wendepunkt in der Nachkriegspolitik Oesterreichs gegenüber Italien. ES A einmal das Wort geprägt worden, Oesterreich und Italien können nur Feinde oder Bundesgenossen sein. war vor dem Weltkriege, zur Zeit des Dreibundes. E Weltkriege hat es sich dann gezeigt, daß das Ge- der Feindschaft Italiens gegen Oesterreich stärker lvar als der Bündnisvertrag. Man darf nicht ver- tzessen, daß für Italien Oesterreich lange Zeit der Erb- semd war, wie für uns Frankreich. Ehe die nationale ,^fsung Italiens unter der Dynastie Savoyen kam, s^ten die österreichischen Farben noch rn großen Tei- len des Landes, und erst 1866 verschwanden die leh ren Oesterreicher aus Italien. Umstritten blieben seit dem aber noch die Grenz- gebrete, in denen zum Teil italienisch gesprochen wurde. Diese italienische „Jrredcnta" in Südtirol und Dal matien war es, die Italien in die Reihen unserer Feinde trieb. Das Verhältnis hat sich dann durch den Friedensvertrag umgekehrt. Italien dehnte besonders in Südtirol aus strategischen Gründen seine Grenze weit über die Sprachgrenze aus, und heute gibt es Wohl in Italien eine deutsch-österreichische Jrredenta, in Oesterreich aber keine italienische mehr. Der alte Gegensatz zwischen Oesterreich und Italien beruhte aber mehr noch als auf diesen Grenzstrcitig- keiten aus dem Wettbewerb der beiden Staaten auf dem Balkan. Die Zertrümmerung des Habsburgerreichs hat diesen Gegensatz insofern aus der Welt geschafft, als heute Italien nur noch in Jugoslawien den unbe quemen Konkurrenten auf dem Balkan erblickt. Dadurch wäre der Weg frei für eine Verständigung zwischen Italien und Oesterreich, — wenn die Südtiroler Frage nicht wäre, durch die rücksichtslose Art, wie Mussolini die deutsche Minderheit in Südtirol zu vertvelschen sucht, hat sich diese Frage allerdings stark zugespitzt, verwies auf seine letzte Reichstagsrede über die ener gischen Bemühungen der Reichsregierung, schleunigst die sie am das Nachdem ein bayerischer Bertagungsantrag nicht erforderlich« Unterstützung gefunden hatte, wurde Mittwoch im Reichsrat bei der Abstimmung über Haager Abkommen der „Neue Plan" mit 48 gegen Der.Rem Mm" im RMsml Mit großer Mehrheit angenommen. v Stimmen (Thüringen, Ostpreußen, Brandenburg, Niederschlesien und Pommern) und bei 12 Enthaltun gen (Payern und Mecklenburg-Schwerin) angenommen. Im weiteren Verlauf der Verhandlung wurde das Reichsbankgesetz angenommen mit einem Antrag der Stadt Berlin, wonach Schuldverschreibun gen inländischer kommunaler Körperschaften ebenso be handelt werden sollen wie die des Reiches oder dis der Länder. Reichsaußenminister Dr. Curtius erklärte, daß sich die Reichsregierung in diesem Punkte eine Doppelvorlage Vorbehalte. Das Reichsbankgesetz wurde dann mit der dazu beantragten Entschließung in ein facher Abstimmung angenommen. Ohne Aussprache wurde dann auch das Reichsbahngesetz mit Mehrheit angenommen, ebenso das deutsch-amerikanische Schnl- denabkommen. Zum Schluß wurde auch das deutsch-Polnische Liquidationsabkommen mit 43 gegen 12 Stimmen an genommen, nachdem Tr. Curtius erklärt hatte, eine Ablehnung des Abkommens würde für die Reichsregie- rung unannehmbar sein. Ein ostpreußischer Antrag auf Streichung des deutsch-Polnischen Abkommens aus dem Gesetz wurde vbgelehnt, und zwar mit 37 gegen 21 Stimmen bei 8 Enthaltungen. Gegen das deutsch-polnische Abkommen stimmten Ostpreußen, Posen-Westpreußen, Brandenburg, Ober- und Niederschlesien, Schleswig-Holstein, Westfalen, Rheinprovinz, Bayern und Mecklenburg-Schwerin. Ent halten haben sich Württemberg, Thüringen, Bremen und Oldenburg. In der vorausgehenden Aussprache stellte der Generalberichterstatter Ministerialdirektor Dr. Brecht, fest, daß der Durchschnittswert der Annuitäten nach oem neuen Plan einschließlich der Zahlung an di« Bereinigten Staaten ohne die Dawesanleihe für die ersten 37 Jahre 1922,7 Millionen (für die ganze Zeit 1807 Millionen) betrage, also mit der Dawes- «nlethe etwas unter zwei Milliarden Mark. Die Ent lastung für 1929 betrage 613,3 Millionen, für 193» 665,1 Millionen, und der Gegenwartswert der ganzen Reparatiousschuld berechne sich auf rund 34 Milliarden Reichsmark zu fünfeinhalb Prozent. Diese Rechnungs art sei richtig. Man könne nicht statt dessen die Äunnui- täten einfach addieren und sagen, daß unsere Schuld >100 Milliarden betrage. Die jetzt vereinbarten Jahreszahlungen seien immer noch so hoch, daß auch von uns niemand di« Verantwortung übernehmen könne, ihre Aufbringung Und noch weniger ihren Transfer als gesichert zu be trachten. Wir hätten in dieser Hinsicht die größten Zweifel. Für unsere Entscheidung komme es aber nicht nur auf die absolute Höhe der Jahreszahlungen an, sonst würden wir das Abkommen ablehnen. gischen Bemühungen , „ , ... Neichskasse zu sanieren und eine durchgreifende Reichs finanzreform vorzubereiten. Die Arbeiten seien so weit gefördert, daß heute das Reichskabinett sich mit seinen Vorschlägen zum Haushalt 1930 beschäftigen werde. Ende nächster Woche werde er mit den Finanzministern der Länder beraten, vor allem über die Beseitianno der Kassennot. vier Gninde, und zwar erstens die sofortig« Er mäßigung der Gesamtannuität um znnächst rund 700 Million««, zweitens di« Möglichkeit, bei weiterer «n- günstiger WirtschaftSentwicklung neu« Verhandlungen hcrbeizuführen, drittens die wirtschaftlichen katastro phalen Folgen einer Ablehnung, viertens der Fortfall der Finanzkontrolle, hätten die Ansschüsse veranlaßt, trotz der ungeheuren Gesamtlast die Zustimmung zu dem Abkommen zn empfehlen. Zu diesen finanziellen Gründen komme die Räumnng des Rh-inlandes bis zum 3V. Juni ds. IS. Tie Ausschüsse hätten sich fer ner davon überzeugt, daß nach dem neuen Abkommen die Sanktionsklausel des Versailler Vertrages hin fällig werde. Reichsbahn und Reichsbank würden jetzt rein deutsch« Unter««hmungen mit rein deutschen Vor. ständen und Berwaltungsräten. Für die bayerische Staatsregierung bedauerte der bayerische Ministerpräsident Held daß im Ausschuß der bayerische Vertagungsantrag ab gelehnt worden sei. Die Finanzlage des Reichs, der Länder und Gemeinden treibe einer Katastrophe zu. Ohne eine vorherige Sanierung sei es unmöglich, das Haager Abkommen zu erfüllen. Ueberdies, so betonte der Redner, sei dieses Abkommen wiederum auf der Kriegsschuldlüge aufgebaut. Eine Zustim mung zum Haager Abkommen wäre nicht zu verant worten, wenn nicht im gleichen Zeitpunkt wenigstens Vorsorge für eine innere Sanierung "der öffent- lichen Finanzen des Reiches, der Länder und der Gemeinden getroffen sei. Es sei eine unmögliche Zu- inutung, die Entscheidung über das Haager Abkommen in dem vorgesehenen Eiltempo zu treffen. Die baye rische Staatsregierung betrachte das Haager Abkommen und die Sanierung als ein untrennbare Einheit und müsse beantragen, daß beides gleichzeitig behandelt und verabschiedet werde. Reichsaußenminifier Dr. Curtius wandte sich gegen die Bemerkung des Vorredners, daß das neue Abkommen auf der Kriegsschuldlüge auf gebaut sei. Dazu habe ec zu erklären: 1. habe die gegenwärtige Reichsregierung wie alle anderen stets gegen das Kriegsschuldurteil des Versailler Vertrages Einspruch erhöbe« und werde alles daran setzen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, 2. hätte die deutsche Reichsregierung niemals einen Vertrag vertreten, der sie Anerkennung dieses Kriegsschuldurteils in sich ge schlossen hätte. Reichsffnanzmiuister Tr. Moldenhauer und daraus erklärt es sich, daß die Beziehungen zwi schen Oesterreich und Italien bisher äußerst gespannt waren. Der Besuch Schobers in Rom ist als Beweis dafür anzusehcn, daß Oesterreich seine Beziehungen zu Italien revidieren will. Das kommt auch in der Unterzeich nung des Freundschafts- und Ausgleichsvertrages zum Ausdruck, die im Laufe des Donnerstags erfolge«