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Zrankenverger Lageölan Druck und «erlag vou L. G. R«ßb«,g la Fiaukub««g i, va. Ler Grmei«d«vor§t»»P. Ebersdorf Brzirt ^hemuitz, den I.Frdruar 1917. veltmeicd-iiilgEiiiuerseeboot-vote wtb Wien, 31. Januar. Infolge der schroffen Ablehnung des Friedensangebotes der Mittelmächte seitens der Gegner und angesichts der hierdurch entstandenen Notwendigkeit, den Krieg mit verstärkter Kraft weiterzusühren, hat die öster- reichych-ungarische Regierung im Einvernehmen mit dem Ber liner xabinett beschloßen, vom 1. Februar ab den Untersee- Var wadre Dieaenrblnllemir England war der Anstifter des Krieges; England zwingt seine Verbündeten zur Fortsetzung, uno während es vor- glbt, für den „Schutz der kleinen Nationen" zu kämpfen, ist es jeden Augenblick bereit, widerstrebende Neutrale durch völkerrechtswidrige Gewaltmittel mit in den Strudel hinein zuziehen. Alle beteiligten Festlandsmächte wurden von England in langsamer und stetiger Arbeit ausgewiegelt; mejsteryaft hat es England verstanden, die matzgebenden und führenden Män ner der Politik und der Presse durch jedes Mittel zu ködern und sie für die Entente-Idee zu gewinnen. Jedem Lande gaukelten die englischen Staatsmänner die herrlichsten Ver- sprechuügen und Zukunftsbilder für den Fall des ja so leichten Sieges vor. Jedem der Beteiligten wurde seine grotze Beute versprochen, und nach und.nach tonnte so die nötige Kriegs temperatur geschaffen werden. Die Niederwerfung der Mit telmächte wurde als unausbleiblich nahes und sicheres Ziel hingestellt und jedem „bewiesen", datz gegen den Ueberzall von- allen Seiten zugleich «in Widerstand unmöglich sei, und datz ein rascher Zusammenbruch der Angegriffenen mit unbedingter Sicherheit folgen müsse. England führt den Krieg nicht zum Schutze der kleinen Nationen, die es jeden Mkgenblick bereit ist, zu erwürgen, England führt diesen Krieg gegen den europäischen Kon ¬ sicht und des Erwachens wird für Englands Trabanten fürch terlich sein. Mit großem Lärm verbreitet England seine Verdienst« und findet des Rühmens seines Anteils an den Opfern dieses Krieges lein Ende. In Wahrheit hetzt es farbige Horden und überseeische Truppen aus Asm«, Indien, Australien und Kanada in den Tod, bildet durch seine Werber Fremden legionen und schont nach Möglichkeit das eigne teure Blut, 1 während es seine Verbündeten restlos die Opfer des Krieges tragen läßt. An einer langen Dauer des Krieges hat nur England ein Interesse. Europas Lebenskraft und Stärke sollen ge brochen werden, die Alliierten sollen sich zu Tode erschöpfen. Dann schlüge Englands Stunde, die Weltherrschaft unge- ' stört an sich zu reitzen. ! In den von England in seine Netze gelockten Staaten fehlt es nicht an Stimmen, die diese wahren Ursachen und Zusammenhänge des Krieges klar erkannt haben. Aber sie vermögen sich nicht durchzuringen, ihre Bemühungen, das Erwägen ihrer Völker vor Eintritt der unfehlbaren Kata strophe zu bewirken, scheitern an dem Widerstand der jetzt verantwortlichen Staatsmänner, deren Furcht vor dem Frieden größer ist als ihr Mut vor dem Kriege war. So erscheint die eine der beiden Möglichkeiten den Krieg zu beende»! der Zusammenschluß der irregesührten Verbündeten gegen ihren heuchlerischen Führer England, ihrer Erfüllung ferner zu sein als die andere: die Wassen Deutschlands und seiner Verbündeten müssen scharf und unerbittlich die Wahnvor stellungen und Traumgebilde der betörten Mitläufer Eng lands zerstören. Deutschland hat den feindlichen Festlandsmächten die Hand zum Frieden geboten und ihnen das wahre Friedens hindernis gezeigt. Der Deutsche Kaiser konnte das tun, weil im Deutschen Reiche Staat und Volk, Regierende und Re gierte eines Willens sind. Anders im seinoltchen Auslande. Auch dort wollen die Völker den Frieden, aber der Regierungs wille ist bei unseren Feinden mächtiger als der Völterwüle. Man vermag dem Volke keine erreichten Kriegsziele auszu weisen. Daher die Angst der Regierungen vor dem Frieden, die Furcht vor dem Gericht im Innern, die die leitenden Staatsmänner sich am Kriege festtlammern heitzt, solange überhaupt noch ein Hoffnungsschimmer besteht, die verzwei felte Lage zu bessern. Volk und Regierung in Deutschland und bei unseren Verbündeten, ihr einiger, starker Wille, ihre organisierte, angespannte Kraft, weroen die nebelhaften Träume der anmaßenden Kriegsziele unserer Feinde hoffent lich rasch und gründlich zerstören und die Veroündeten Eng lands zu der freilich verspäteten Erkenntnis bringen, daß nicht Deutschland, sondern England der wahre Feind des europäischen Festlandes ist. «erautworlllcher RedaVo«: Ernst Roßberg in Frankenberg i. Sa. Somaveud, ve« 3. Felnaar 1817 wand. England' strebt nach einem höheren Ziel: der ganze Kontinent soll sich Weißbluten. Denn England kann seine Welteroberungsgelüste nur befriedigen, wenn alle am Boden liegen, die ein Wort mitreden wollen, wenn alle jahrzehnte lang zu. kranken haben, um ihre Wunden zu heilen. Im stillen aber bringt es seine Beute schon jetzt in Sicherheit: Aegypten wird es ohne harten Zwang me wieder heraus geben. Die wichtigstes Inseln im Mittelmeer und im Ägä ischen Meer hat es besetzt, die besten Teile der deutscyen Kolonien hat es vorläufig in seine Verwaltung gebracht^ Gold- und Menschenopfer sind ihm kein zu hoher Preis für das, was es heute schon sicher in der Hand zu haben glaubt. Und die anderen? Sie sind die gutgelenkten Zugtiere an dem englischen Beutewagen. Sie verbluten sich, ihre Länder sind verwüstet, ihre Finanzen und ihr Handel ruiniert, sie werden leer ausgehen, sie opfern sich auf für den Triumph ihres eigenen grüßten und wahren Feindes! Ko liegen die Ding«, und der verspätete Tag der Ein- König Mckkicd HugM in Müncdrn Ntünchen, 1. Februar. Se. Majestät König Friedrich August von Sachsen ist heute nachmittags 5 Uhr mit dem .Salz burger fahrplanmäßigen Zug hier eingetroffen. Der hohe Gast hatte dem Wunsche Ausdruck Legeven, daß oo^ einem großen Empfang, wie er bei offiziellen Besuchen üblich ist, abgesehen werde. Trotzdem hatte Se. Majestät König Ludwig es sich nicht nehmen lassen, mit dem Herzog von Ealabrien, den Prinzen Karl, Ludwig Ferdinand, Alfons und Herzog Christof den hohen Gast am Bahnhose zu empfangen. Der König hatte die Uniform des sächsischen 3. Infanterie-Re giments, dessen Inhaber er ist, und die Abzeichen des sächsi schen Ordens der Rautenkrone angelegt. Der König von Sachsen trug bei seiner Ankunft die Uniform seines 15. Jay- rischen Jnsantericregiments. König Ludwig begrüßte den König von Sachsen aufs herzlichste. Die Fahrt der beiden Monarchen erfolgte im zweispännigen Hofwagen, da auch hier dem Wunsche des Königs von Sachsen auf Vermeidung des Zeremoniells Rechnung getragen worden war. Hatte der hohe Gast sich auch jeden Empfang verbeten, so begrüßte ihn doch die Bevölkerung der Haupt- und Residenzstadt München von ganzein Herzen als treuen Freund und Bundesgenossen unseres Königs. Der Zufall will es, daß der Besuch in einem Augenblick erfolgt, in dem Deutschland verkündet hat, daß es ent schlossen ist, seine ganze ungeteilte Kraft einzusetzen, um den Frieden, den ihm die Feind« weigern, zu erzwingen, den siegreichen Frieden! Da darf die Zusammenkunft der beiden Monarchen der Welt als neuer Beweis dafür gelten, daß die deutschen Fürsten auch hierin treu zusammenstehen, daß sie einig sind auch in der Anwendung der äußersten Mittel, einig in der Durchführung des Kampfes bis zum letzten End«, Telegramme an Mike» Nachstehende Telegramm« sind in den letzten Lagen aus d« Schweiz an den Präsidenten Wilson abgelassen worden: ' Mirich, SS.^Aanuar. Herr Präsident! Ihr» letzte Dampfkeffelanlagen. Nach Ablauf eimS dreijährigen Ruhens des Betriebes einer,Dampslesselanlage^erkischtlaemüß 8 49 Abs. 3 der Gewerreordnuug die grwerdepotizrtUche tSruehmiumeg, es sei denn, daß Frittung uachgesucht und erhalten wurde. - soütlN elwa m H-. starr Stadt infolge des Krieges Dampsktssekaulagen lmßer Betrieb gekommen sein, so geben wir deren Besitzern anheim, unter genauer Bezeichnung der in Frage kommenden kess t rechlzellig um Fristung bei uns uachzusuchen und dabei mtt auzugrbeu, vou welchem Zeitpunkte ao dte delllfseodtn Amagen außer Betrieb gekommen sind. Frankenberg, am 29. Januar 1917. Der Studtrat. Belauutmachuug für, sie Gemeinde Mersdvrf l-et Ehemuitz Sonnabend, den S. Februar 1917, abends 7 Udr im S,tzn»as,aate de-^Siathanfe-. Tagesordnung hangt am Anschlagsbrett im Rachaus.au». Seit 1902 der.Bezirlsverjammlung^und.seit l910^dem Bezirksausschuß angehörig, Yul er^durch sein ruhiges, llareS^Urteil sseine^ reichen Erfahrungen und durch seine vermittelnde Persönlichkeit dem Bezirkg sein-Bestes ^gegeben. Wir werden dem lieben, allseitig verehrten Verstorbenen jederzeit em danlbareS Andenkengbewahren. Flöha, am 2., Februar 1917.jD^^ . Der Bezirksausschuß^ und- die^,Bezirksversammlung der KömgUchen^Amtshäuptmannschast Flöha. Amlshauplmann^ttr.^E.d elmann. Mitten.aus.seiner Arbeit wurde, uns.am 31. Januar . Herr Gememdevorstaud Oswald Lehnert «... Jnhaber-des-KriegsverdienslkreuzesaMd-des-Albrechtskreuzes, Botschaft an den Senat über den Frieden, der zwischen den Völkern herrschen soll, hat einen edlen und großmütigen Gedanken kunogegeben. Untertanen, die sich unter einer frem den Herrschaft befinden, sollen nur von einer Regierung beherrscht werden, die sie selbst anerkannt haben. Im Atamen der großen Partei unserer muselmännischen Religionsgenossen aus Algerien erklären wir, daß die französische Herrschaft in diesem Lande in keiner Weise unseren Wünschen entspricht, und wir hoffen, daß Amerika uns nicht vergessest, wird, wenn wir die Unabhängigkeit Algeriens und die Befreiung von dem fremden Joch verlangen werden, das uns Frankreich auferlegt hat. Für das Komitee der algerischen Patrioten: El Habjaddallah. 2. Prosa, 29. Januar. Herr Präsident! In dem Augen blick, wo Sie Ihre Stimme haben vernehmen lassen, daß die Regierung ihre Macht nur von der Ueüereinstimmung der Beyerrschren herleiten dürfe, in diesem Augenblick steht Frankreich im Begriff, das marokkanische Volk und sein Gebiet seiner Herrschaft zu unterwerfen. Schon sind, die Söhne Marokkos gezwungen worden, für Framreich zu kämpfen. Schon hat Frankreich im ganzen Kanoe einen Propaganda dienst eingerichtet, der aus bestochenen muselmännischen Be amten besteht. Noch ist die Eroberung unseres Landes aber nicht beendet, und die Tapferkeit der Marokkaner wird ihr den stärksten Widerstand entgegensetzen. Ihre edlen Worte geben uns aber die Hoffnung, daß Sie dieses Werk der Eroberung aufhalten weroen, vevor unser Blut noch weiter für die Eroberung des Landes fließen muß. Abdaliziz ibn Ismail Belarbi al Skirbaout. 3. Luzern, 30. Januar. Herr Präsident! Unter einem unbegründelen Vvrwand hat Frankreich im Jahre 1881 unser Vaterland Tunesien besetzt und den Beys von Tunis ihre Macht entrissen. Wie unsere Brüder in Algerien und Ma rokko, erwarren wir den Tag der Befreiung, und wir rechnen auf die mächtige Hilfe des Präsidenten des großen Amerika, der soeben seine Stimme für die gerechte Sache der kleinen Völker erhoben hat, (Unterschrift fehlt.) Italien herum sowie im östlichen Mittelmeer jeden See verkehr zu unterbinden. Eine in dieser Angelegenheit an sämtliche neutralen Staa ten von dem Minister des Auswärtigen Grafen Czernin ge richtete Note führt aus, daß Oesterreich-Ungarn und seine Verbündeten zur Verteidigung ihres Bestandes und ihrer Lebensinteressen den im August 1914 ihnen aufgezwungenen Kampf ausgenommen und in dreißig Kriegsmonaten der artige Erfolge erzielt haben, daß in dem Aiaße, wie die Er oberungspläne unserer Feinde zunichte wurden, Oesterreich- Ungarn und seine Verbündeten ihre rein defensiven Kriegs ziele als erreicht betrachten konnten. Diese maßvolle Er kenntnis und der Wunsch, weiteres nutzloses Blutvergießen zu vermeiden, zeitigten das Friedensangebot der vier ver bündeten Mächte. Ihre Gegner, vom Wahn geblendet, dem Schicksale ooch noch eine ihnen günstige Wendung geben und uns zerschmettern zu können, wiesen dieses Angebot schroff zurück und stellten eine Forderung für den Friedensschluß aus, welche die völlige Niederwerfung der vier verbündeten Mächte zur Voraussetzung und ihre Vernichtung zum Ziele hätten. Gott und die Welt find Zeugen, wer an der Fortsetzung des Krieges die Schuld trägt. Gegenüber der Absicht der Gegner, i die Heere Oesterreich-Ungarns und seiner Verbündeten zu be zwingen, ihre Flotten zu vernichten und ihre Bevölkerungen auszuyungern, muß der Kampf seinen Fortgang nehmen zu Lande und zur See mit allen, auch den schärfsten Waffen, Die gesteigerte Anwendung aller Kriegsmittel allein macht die Abkürzung des Krieges möglich. Die Gegner waren schon bisher bestrebt, den Seeverkehr Oesterreich-Ungarns und seiner Verbündeten zu unterbinden und diesen Mächten jede Zufuhr abzuschneiden. Gleichwie aus anderen Meeren haben sie auch in der Adria sogar Hospi- talschiffe sowie unbewaffnete Personendampfer ohne vorherige Warnung torpediert. Oesterreich-Ungarn und seine Verbün deten werden fortan ihrerseits die glelche Methode anwenden, indem sie Großbritannien, Frankreich und Italien von jedem Seeverkehr abjchneid«n und zu diesem Behufs vom 1. Februar 1917 ab innerhalb eines bestimmten Sperrgebietes jede Schiff fahrt mit allen Mitteln verhindern werden. Die Note be zeichnet auf Grund beiliegender Karten genau die Sperrgebiete um Großbritannien, Frankreich und Italien herum und im östlichen Mittelmeere, wo vom 1. Februar ab jedem Seever kehr ohne weiteres mit allen Waffen entgegengetreten werden wird. Auch dieser Entschluß wurde von Oesterreich-Ungarn in der Absicht gefaßt, durch wirksame Kriegsmittel den Kampf abzukürzen und einem Frieden näherzukommen, .für den es zum Unterschied von seinen Gegnern mäßige, von keinem Vernichtungsgedanken geleitete Beoingungen ins Auge faßt, nach wie vor beseelt von der Absicht, daß der Endzweck dieses Krieges kein« Eroberungen, sondern freie und gesicherte Ent wicklung des eigenen wie der anderen Staaten ist. In vollem Vertrauen aus die bewährte Tapferkeit ihrer Land- und See- ' streitkräste treten die verbündeten Mächte mit bitterer Ent schlossenheit aber auch mit der Gewißheit in die bevorstehende ernste Phase d«s Kampfes, daß dieselbe zu einem Erfolge führen werde, der das jahrelange Ringen endgültig entscheiden ! ^und hierdurch die Opfer an Gut und Blut rechtfertigen werde. - Dem amerikanischen Botschafter wurde diese Note mit ! einem Zusatz übermittelt, in dem erklärt wird, die österreichisch- ungarische Regierung habe den Inhalt der bedeutsamen und ' von hohem sittlichen Ernst erfüllten Botschaft des Präsi denten Wilson an den Senat einer aufmerksamen Erwägung ' unterzogen. Sie verkennt nicht die erhabenen Ziele, die Wil son ins Auge saßt, muß aber vor allem seststellen, daß sein Wunsch, einen dauernden Frieden anzubahnen, dermalen schon, durch die Ablehnung vereitelt erscheint, die das Friedensan- > gebot Oesterreich-Ungarns und seiner Verbündeten seitens der ! Gegner erfahr«» hat.