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LSS«. Rr. ^7. Sonntag, de« 2. April >r der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt, Ostritz und Reichenau, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. il-«L, Mu AautzeUrDIMM Verordnungsblatt »er Kreishauptmanaschast Bautze« zugleich als KonfistortalvehSrde der Oberlaufitz. Organ der Handels- und Gewerbekammer zu Zittau. Bekanntmachung. Die Beschädigung der Telegraphen-Anlagen betreffend. Die ReichS-Tele-raphenlinien sind häufig vorsätzlichen oder fahrlässigen Beschädigungen, namentlich »und Zertrümmerung der Isolatoren mittelst Steinwürse -c. ausgesetzt. Da durch diesen Unfug die Be nutzung der TelegrAhen-Anstalten verhindert oder gestört wird, so wird hierdurch aus die durch das Straf- Gesetzbuch für das Deutsche Reich festgesetzten Strafen wegen dergleichen Beschädigungen aufmerksam gemacht. Gleichzeitig wird bemerkt, dah demjenigen, welcher die Thater vorsätzlicher oder fahrlässiger Beschädig ungen der Telegraphen-Anlagen der Art ermittelt und zur Anzeige bringt, daß dieselben zum Ersätze und »ur Strafe gezogen werden können, Belohnungen bis zur Höhe von 15 Mark in jedem einzelnen Falle aus den Fonds der R«ichs-Post > und Telegraphen-Verwaltung werden gezahlt werden. Diese Belohnungen werden auch dann bewilligt werden, wenn die Schuldigen wegen jugendlichen Alters oder wegen sonstiger persönlicher Gründe gesetzlich nicht haben bestraft oder zum Ersätze herangezogen werden können; desgleichen wenn die Be- strasung des Schuldigen erfolgen kann. , Die Bestimmungen in dem Strafgesetzbuch« für das Deutsche Reich lautm. ti »17 Wer aeaen eine zu öffentlichen Zwecken dienende Telrgraphen-Anstalt vorsätzlich Han». 2 langen begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt verhindern oder stören,, wird mit Eesängniß von Einem Monat bis zu Drei Jahren bestraft. 8 »18. Wer gegen eine zu öffentlichen Zwecken dienende Telegraphen-Anstalt fahrlässiger Weise * Handlungen begeht, welche die Benutzung dieser Anstalt verhmdern oder stören, wird mit Gesängniß bis zu Einem Jahre oder mit Geldstrafe bis zu Neunhundert Mark bestraft. Dresden, den I. April 1832. Der Kaiserliche Ober-Postdirector Geheime Postrath Zschüschner. ». Telegraphische Korrespondenz. München, 31. März. Abgeordnetenkammer. DaS Postulat der Regierung für das Universitätsjubiläum von Würzburg nebst bezüglichen Anträgen von Herz und und HauS wurde ab gelehnt, dagegen mit 80 gegen 67 Stimmen der Vorschlag des Kultusministers, ein Stipen dium von 20000 Mark zu begründen, angenommen. Die Verteilung des Stipendiums soll unter den Fakultäten jähr lich wechseln. Wien, 31. März, abdS. Wie mehrere Blätter wissen wollen, würde das Generalkommando in Serajewo unmittel bar nach der Bewilligung des Kredits in den Delegationen und unter dem unmittelbaren Eindruck der Waffenthaten der österreichischen Truppen, sowie in Rücksicht auf die loyale Haltung Serbiens und Montenegros mit der Durch führung der Rekrutierung in den occupierten Ländern beginnen. — In einer Meldung aus Cettinje wird die Zeitungsnachricht, daß der „Glas Crnagorza" Österreich feindliche Artikel und ein Telegramm dcö SenatSpräsidcnten Petrovics an den General Skobeleff veröffentlicht habe, als vollständig erfunden bezeichnet. Prag, 31. März. Der Abg. Rieger wurde gestern in der städtischen „Beseda" mit einer Ovation begrüßt. Auf die Ansprache des Obmanns erwiderte derselbe: „Nicht alle«, was wir anstreben, können wir erreichen, wir müssen uns gedulden und unsere Forderungen mäßigen; wir müssen bedenken, daß wir österreichische Staatsbürger sind und müssen unsere Forderungen nach den Bedürfnissen des Staates einrichten. Wir wollen vor den Deutschen nichts voraushaben, wir wollen neben ihnen unsere Rechte ge nießen. Wir haben Fortschritte gemacht, die man anderswo suchen würde." Rom, 31. März. Der Papst hielt gestern ein öffentliches Konsistorium ab, in welchem den neu er nannten Kardinälen Agostini, Mac Cabe, Ricci-Paracciani, Lasagni und Jacobini der Kardinalöhut überreicht wurde und die neuen Kardinäle den Eid leisteten. Nachdem hierauf die Konsistorialadvokaten zum ersten Male die Sache der Seligsprechung Pirotti'S von Bencvent vertreten hatten, fand ein geheime« Konsistorium statt, in welchem der Papst an den neu ernannten Kardinälen die Ceremonie de« Mund- schließen« vornahm und Beneficiate für verschiedene Kirchen designierte. Hiernach notifizierte der Papst die mittelst Breve« erfolgten Ernennungen für verschiedene Kirchen, darunter diejenige de« Generaloikar« vr. Bernhard Höting zum Bischof von Osnabrück, des Propstes Robert Herzog zum Fürstbischof von Breslau und des vr. Caspar Drobe zum Bischof von Paderborn. Nach der Ceremonie des MundöffnenS überreichte der Papst den neuen Kardinälen die KardinalSringe und verlieh denselben den PreSbyterial- Titel. Schließlich ernannte der Papst apostolische Dele gaten und zwar Msgr. Sambucetti für Ecuador, Bolivia und Peru, Msgr. del Frate für Chili und Msgr. Magno für Costa-Rica. Der Prinz Heinrich von Preußen ist heute hier angekommen und hat in der deutschen Botschaft sein Ab steigequartier genommen. Palermo, 30. März. Die Stadt ist anläßlich der Gedenkfeier der sicilianischen Vesper belebt, doch herrscht vollkommene Ordnung. Die Nachricht, die hier lebenden Franzosen seien abgereist aus Furcht, belästigt zu werden, ist unbegründet. Garibaldi hat seinen Einfluß geltend gemacht und Ruhe empfohlen. Die Festlichkeiten beginnen morgen und sollen rein munizipalen Charakters sein. Morgen wird CriSpi eine Rede halten. Luxemburg, 30. März, abends. Die Kammer beriet heute über die Ursachen des Sturzes der Nationalbank. Die Majorität der Kommission findet dieselben in der Nichteinzahlung von Kapital, so, daß die Bank mit den von der Regierung, der Sparkasse, den Gemeinden, Fabriken und Kirchen bei ihr deponierten Geldern operierte, sowie in verschiedenen statutenwidrigen Operationen, ferner in der Intervention der Regierung, um Philippart den Erwerb von 16000 Bankaktien vermittelst der eigenen Fonds der Bank zu erleichtern, in der unzeitgemäßen Kapitalsreduktion gerade in dem Augenblick, wo die Hilfsquellen der Bank bereits unbeweglich gemacht waren und endlich in der schlechten Führung der Verwaltung und in dem Mangel einer Über wachung durch die Regierung. Die Minorität der Kom mission schreibt die Katastrophe lediglich der schlechten Leitung zu. Die Negierung verlangte für ihre Antwort eine Frist auf unbestimmte Zeit. Die Kammer vertagte die weitere Beratung. Paris, 30. März, abdS. Vom Senat wurde heute die General-Diskussion über den französisch-italienischen Handelsvertrag fortgesetzt, Buffet und Pouyer-Quertier sprachen sich lebhaft gegen das System der Handelsverträge aus. Der Handelsminister Tirard verteidigte dasselbe. Die Beratung wurde hierauf auf nächsten Sonnabend vertagt. Die Vertreter von 50 Handelskammern haben sich in einer heute abgehaltenen Versammlung für die Aufrecht erhaltung der specifischen Zölle ausgesprochen, gegen jede Reduktion im Generaltarif, welche 24 Prozent übersteigt, protestiert und den Wunsch ausgesprochen, daß das System des Generaltarifs an die Stelle des Systems der Verträge trete. Damit, daß die Klausel der meist begünstigten Nation bestehen bleibe, erklärten sich die Vertreter der Handels kammern einverstanden; sie sprachen aber das Verlangen an«, daß die Verträge wenigstens eine Dauer von 5 Jahren nicht überschreiten dürften. Graf Wolkenstein ist gestern nach Wien zurückgcreist; der Zweck seines Hierherkommens war lediglich, sich über die Ansichten der französischen Regierung betreffs der Donau frage zu unterrichten. Graf Wolkenstein hatte eine einzige Unterredung mit dem Ministerpräsidenten Freycinet, aber mehrere Besprechungen mit Barröre und überbringt die offiziellen Vorschläge Frankreich«. Die weiteren Verhand lungen sollen auf diplomatischem Wege geführt werden. Paris, 31. März. Die Deputiertenkammer hat heute in dringlicher Beratung die Handelskonventionen mit der Schweiz, England und Österreich-Ungarn und die Handelsverträge mit Spanien, Portugal und Schweden- Norwegen genehmigt. Au« Tunis eingegangene Meldungen bestätigen, daß Ali Ben Kalifa die Absicht ausgesprochen hat, sich zu unterwerfen. Die Aufständischen in SüdtuniS sehen die Unmöglichkeit ein, weiteren Widerstand zu leisten und suchen entweder die Grenze zu gewinnen oder unterwerfen sich der Regierung. Zwischen Kairouan und Gafsa wurde eine gegen 200 Mann zählende Schar Aufständischer unter zwei Feuer genommen und ergab sich auf Gnade und Ungnade. Paris, 31. März. (N.-Z.) Gestern fand in den Abteilungen die Wahl der Kommission zur Prüfung der Regierungsvorlage über die Rekrutierung und des von Gambetta eingebrachten Projektes statt. Gambetta wurde in seiner Abteilung einstimmig zum Kommissar ernannt, nachdem er in längerer Rede seinen Entwurf verteidigt hatte. Gleichzeitig wurde aber auch der Baron Reille, der sich als Gegner des von Gambetta ein gebrachten Projektes erklärte, einstimmig zum zweiten Kom missar der Abteilung gewählt. London, 30. März, abends. Oberhaus. Lord Granville antwortete auf eine bezügliche Anfrage Lord Stra- thedenS und Lord Salisburys, er erwarte erst weitere Nach richten über das Einlaufen eine« russischen Schiffes mit einem Militärtransport in den Bosporus und über die zur Passage eines zweiten russischen Schiffe« mit Verbannten unter militärischer Bedeckung nachgesuchte Erlaubnis, ehe er darüber beschließen könne, ob Rußland deshalb Vorstellungen zu machen seien. Im Unter Hause wurde von Bright die Debatte über die Reform der Geschäftsordnung fortgesetzt. Das von Mariott zu Gladstones Cloturebill eingebrachte Amendement, nach welchem einfache Majorität nicht genügen sollte, die Cloture herbeizuführen, wurde mit 318 gegen 279 Stimmen abgelehnt und schließlich die Debatte wieder vertagt. London, 31. März, abends. Unterhaus. Der Premier Gladstone teilte mit, daß er das Budget, am 24. k. M. vorlegen werde. Hierauf wurde die Beratung der Cloturebill fortgesetzt. Gladstone erklärte auf eine Anfrage Bartletts, daß die Regierung bezüglich der die Cloture be treffenden Resolution keine Änderung vorzuschlagen habe. Madrid, 30. März. Nach eingegangenen Meldungen wurden in Barcelona mehrere Fabriken geschlossen, um damit eine Art von Protest gegen den französisch-spani schen Handelsvertrag und gegen den Jndustriezoll ein zulegen; die Arbeiter durchzogen in mehreren Hausen die Straßen unter aufrührerischen Rufen, schließlich wurden 35 Verhaftungen vorgenommen. Die dem Ministerium nahestehenden Journale beschuldigen die Konservativen und Klerikalen, daß die Agitation in den Provinzen Valencia, Arragonien und Catalonien von ihnen zu politischen Zwecken auSgebeutet werde. Das Ministerium scheint entschlossen, gegen die geheime Gewalt, welche den Widerstand gegen die Gesetze organisiert, energisch einzuschreiten. Die Majorität der Kammer ist dem französich-spanischen Handelsverträge zugeneigt. Madrid, 31. März. Wie das Journal „Jl Correo" meldet, hat sich die Bewegung in Barcelona ge steigert und die Schließung von Werkstätten verallge meinert. Eine Gruppe von Arbeitern wollte die Bahnzüge am Ablaufen verhindern. Auf die Polizei, welche einschritt, wurden Gewehrschüsse abgefeuert, die Züge konnten aber abgehen. Es heißt, der Belagerungszustand werde über ganz Catalonien verhängt werden. Die catalonischen Deputierten baten Sagasta, die Annahme des französisch spanischen Handelsvertrags angesichts der Opposition, welcher derselbe in Catalonien begegne, nicht zur KabinettSfrage zu machen. Sagasta ging keine diesbezügliche Verpflichtung ein und wird die Angelegenheit mit seinen Kollegen be sprechen. Der Finanzminister Comacho erklärte in der Kammer, er übernehme allein die Verantwortlichkeit für eine Finanzentwürfe und würde seine Entlassung im Falle »er Ablehnung derselben nehmen. Madrid, 31. März, abdS. Das gesamte Kabinett »eschloß, aus der Annahme der Finanzgesetzentwürfe eine Kabinettsfrage zu machen, gleichzeitig wurde die Entschließ ung gefaßt, gegen die aufrührerische Bewegung in Cata lonien energisch vorzugehen. Petersburg, 30. März. Der Gouverneur von Archangel, General Baranow, ist gestern vom Kaiser n einer Audienz in Gatschina empfangen worden. Dem Vernehmen nach fanden seine Vorschläge bezüglich der Hebung von Handel und Wandel im Norden des Reichs geneigte Auf nahme. Graf Baranow begiebt sich in diesen Tagen nach Irchangel zurück. — Der „GoloS" erwähnt das Gerücht, daß ur Teilnahme an der bevorstehenden Krönungsfeier au« eder Bauerngemeinde ein Vertreter entsendet werden solle. Petersburg, 31. März. Der „Regierungs-An zeiger" meldet: Auf eine Vorlage deS JustizministecS vom 29. März an den Kaiser um Begnadigung der zwanzig m Trigonja-Prozesse Verurteilten erfolgte ein kaiserlicher Befehl, welcher die Todesstrafen in Zwangsarbeit in den Bergwerken auf nicht bestimmte Dauer umändert. Ausgenommen ist Suchan off, dessen Todesstrafe, dq er