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01-Frühausgabe Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 28.03.1905
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1905-03-28
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-19050328014
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-1905032801
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-1905032801
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1905
-
Monat
1905-03
- Tag 1905-03-28
-
Monat
1905-03
-
Jahr
1905
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Das Leipziger Tageblatt ist allen Ansprüchen gewachsen, die ein moderner Zeitungsleser an die Zuverlässigkeit, Reichhaltigkeit und Neber- sichtlichkeit einer Blattes stellt Zweimal täglich erscheinend, bietet das Leipziger Tageblatt in allen Tagesfragen der Politik, Aunst und Wissenschaft, des Handels, der Industrie und des Verkehrs stets dar Neueste. - Verteilungen werden außer an sämtlichen Postanstalten, der Hauptexpedition, Johannisgasse 8, und der Filialexpedition, Augustusplatz 8, entgegen ¬ genommen : In Leipzig: Vayrrschc 2tr. 45 bei Herrn Neumeister Nachf., Bcrthovenstr. 21 bei Herrn Tb Peter, Brühl 53 bei Herrn Schubert Nachf., Frankfurter 2tr. 22 bei Herrn Gust. Brose, Kerberstr. 8 bei Herrn H. L. Kröger, Äneisenaustr. 12 bei Herrn B. Uhlig, in Fa.: Iba Hartmann, kathartnenftr. 14 bei Herrn Loui- Lösche, König-Plast 7 bei Herrn Loui- Lösche, Löhrstr. 15 bei Herrn Ed. Hetzer, Ranftsche Kasse tz bei Herrn Friedr. Fischer, Ranstädtcr Ttetnwcg 1 bei Herrn O. Engelmann, Ritterstr. 4 in der Linkeschen Buchhandlung, 2chüstenstr. 5 bei Herrn Jul. Schümichen, Lternwartenstr. 24 bei Herrn HanS Pahlitzsch, Lüdplatz 2 bei Herrn Bruno Engelberg, Tauchaer Str. 1» bei Herrn Reichel Nachf., ThomafiuSstr. 1 bei Herrn Otto Klautschke, Waldstr. 38 bei Herrn G. Belterlein, Weststr. 38 am Westplatz bei Herrn P. Hchdenreich, Norkftr. 32 bei Herrn Wilh. Kietz, Zetster 2tr. 35 bei Herrn Bolkm. Küster. In -en Vororten: Anger-Crottendorf bei Herrn Bald. Friedel, Zwei naundorfer Str. 8, Connewitz bei Frau Fischer, Hermannftr. 23, Tölitz bei Frau Trettner, Eutritzsch bei Frau Gläubig, Turnerstr. 0, Kautzsch bei Hrn. 4. Wolf, Oeyscher Str.,K.-Nr. l 57, Kohlt» bei Herrn Paul Schmidt, Brüderstr. 8. Kohlt» bei Herrn Herrn. Nenner, Linventh. Str. 8, Kleinzschocher bei Hrn. Alb. Möbius, Zschoch. Str. 7a, Lenstsch bei Herrn Alb. Lindner, Wettinerstr. 5l, Lindenau bei Herrn Alb. Lindner, Wettinerstr. 5l, Lötznig bei Frau Fischer, Hermannstr. 23, Mockau bei Frau Abmeyer, Berthastr. lO, Möckern bei Herrn Paul Sckmidt, Brüderstr. 8. Reu-Aendnitz bei Herrn Häntsch, Neitzenh. Str. 58, Neu-Lchönefeld bei Herrn Paul Kuck, Eisenbaknstr. l, Reustadt bei Herrn Paul Kuck, Eisenbahnstr. 1, Letzsch bei Herrn Carl Scheffel, Oststr. 10, p,, PannSdorf bei Herrn W Klette, Bolksgartenstr. 8, p., Plagwitz bei Herrn Alb. MöbiuS, Z'choch. Str. 7a, Prodstheida bei Herrn Reinh. Sachse, Hauptstr., Reudnitz bei Hrn. Will). Fugmann, Marschallstr. l. Reudnitz bei Frau Weber. Gabel-bergcrstr. l l, Reudnitz bei Herrn Otto Schmidt, Kohlgartenstr. 87, Reudnitz bei Herrn Alfr. Eitle, Oüvlay 4, Tchteutztg bei Herrn B Michel, Könnerihstr. 58, Ichönrfcld bei Frau Abmeyer, Beribastr. 10, Sellerhausen bei Herrn W Klette, BoikSgarlstr 8,p , Tlötterttz bei Herrn O Grimmer, Schulstr 38, Stünz bei Herrn W Klette, Bolksgartenstr 8, p„ Thonberg beiHerrnHäntich,Reitzenbain«rStr.5ff,p., Bolkwarddorf bei Herrn Paul Kuck, Eilenbadnstr 1, Votkwarodorf bei Hrn. Gg Niemann, Conravstr 55, Wahre« bei Herrn P. Schmidt, Gohlis, Brüderstr * Vas Wichtigste vom rage. * Im preußischen Abgeordnetenhause leitete gestern Graf Bülow persönlich die Beratung der Berggesetz novellen ein. (S. Bericht.) * Der Papst hat gestern in geheimem Konsistorium, vor den Kardinalen, eine Rede über die Kirche und ihre Feinde gehalten. (S. Ausland.) * Fürst Ferdinand von Bulgarien wird dem Präsi denten Loubet in den nächsten Tagen einen offiziellen Be such abstatten. Der Ministerpräsident Petrow wird voraus sichtlich den Fürsten nach Paris begleiten. (S. Ausland.) * Die Rebellion im westlichen Bezirk Kretas, die auf Einverleibung der Insel in Griechenland hindrängt, nimmt an Gefährlichkeit zu. (S. Ausland.) * Der spanische Gouverneur von Ceuta hat ein Vorgehen Spaniens gegen die räuberischen Kabylen- stämme angekündigt (S. Ausland.) * Nach der „Time-* steht die japanische Vorhut schon lOO englische Meilen nördlich von Mulden. (S. russ.- jap. Krieg.) proültreitt «ns IsSnaier. Ter Reichstag war in diesen Lagen wieder der Schauplatz gereizter Erörterungen zwischen Vertretern des Standes der Produzenten und des Handels. Es sind im deutschen Reiche jetzt schlechte Zeiten für den Handclsstand. Wohin man auch blicken mag, über all wird der Handel an die Wand gedrängt, bedrückt und herumgestoßen. Die alten Raubritter sind mit den „verwünschten Pfefsersäcken" auch nicht viel schlimmer umgelprungen, als man es heute mit dem Sandel tut. Durch unser ganzes Wirtschaftsleben geht die Ten denz, den Handel auszufchalten. Der Produzent will allenthalben direkt mit dem Konsumenten verkehrm. In direkt systematischer Weise wird diese Ausschaltung deS Zwischenhandels von den Werksverbänden, den Syndi katen, betrieben. Sie möchten am liebsten jedes Kilo Eisen, jedes Pfund Drahtstifte oder Kupfer direkt an den kleinen Verbraucher absetzen. Der Stahlwerksver band hat die Bewegungsfreiheit deS Handels stark ein geengt und dabei gilt er noch für verhältnismäßig handelsfreundlich: wenigstens hat man nichts davon ge- hört, daß er direkt Existenzen gefährdet. Um so schlimmer ist fein schwarzer Bruder, das Kohlenfyndikat, zu Werke gegangen. Tas Kohlensyndikat hat in souve räner Weise unter dem Handel aufgeräumt und zahl- reiche Existenzen einfach von der Bildfläche weggeblasen. Diejenigen Händler, die es am Leben liest, hat es zu willenlosen Werkzeugen gemacht. Ter Kohlenhandel seufzt schwer unter diesen Verhältnissen, aber er kann nichts daran ändern: ja, er wagt kaum, seine Beschnei den an die Oessentlichkeit zu bringen. Die handelsfeindliche Tendenz unserer Zeit findet ihre Stütze in ganzen politischen Richtungen und Par teien. Zentrum und Agrarier, von ihren kleineren Ge folgsleuten ganz abgesehen, scheuen sich nicht, ganz offen die Unterdrückung des Handels zu proklamieren. Daß diese Bestrebungen in der Gesetzgebung und in dem Ver halten der Regierung deutlich zu Tage treten, wird unS danach gar nicht in Erstaunen setzen. Wir erinnern nur an einige Beispiele. Fiskus und Kalisyndikat gefallen sich in der Zurückdrängung des Handels. Und den Handels- reisenden hat man zum Hausierer degradiert. Wie töricht dieses ganze handelsfeindliche Treiben ist, wird die Zeit schon lehren, werden zu ihrem eigenen Schaden auch die Leute erfahren, die den Handel jetzt zu drücken belieben. Man überdenke nur einmal die Kon- seguenzen einer Ausschaltung des Handels durch die Syndikate. Zunächst darf man nicht übersehen, daß die Entwicklung des VerbandswesenS bei den Werken selbst die kaufmännische Seite des Geschäftes lahm gelegt hat. Bei den Verbänden selbst hat sich ein Schematismus, ein Bnreaukratismus herausgebildet, der die Verzweiflung jedes Kaufmannes erregt. Die Verbände haben weder die Fähigkeit noch die Organ«, den Handel so zu ersetzen, wie es im Interesse des Geschäftes notwendig wäre. Wollen sie sich aber neue Organe für den Verkehr mit der Kundschaft beschaffen, dann belasten sie sich und daS ganze Wirtschaftsleben mit erhöhten Unkosten, ungeachtet des OdiumS, einen volkswirtschaftlich nützlichen Er- werbsstand beseitigt zu haben. Man wirst dem .Handel vor, daß er verdienen wolle. Isa. wollen die andern Stände nicht auch verdienen? Bis hinauf zu den Vertretern einst rein idealer Bestrebungen wird Verdienen heute groß geschrieben. Vielfach findet man unter Mitgliedern gerade dieser Stände die ärgsten Geldmacher, die schlimmsten „Reißer". Schließlich ist da» Verdienen wollen doch die Hauptsache beim Geschäfte Selbst die Leute, die andern gern da» Verdienen zur Schande anrechnen möchten gehören zur Gattung der gefährlichsten „Geschäftsleute". Taß der Handel was verdienen null, liegt dochouf der Hand. Er leistet doch unlerm Wirtschaftsleben auch sehr nützliche Dienste. Daß man die volkswirtschaftliche Nütz- lichkcit und Unentbehrlichkeit des Handels erst noch be sonders betonen muß, ist traurig, aber da feine Feinde nicht müde werden, ihn anzugreifcn, dürfen wir unS auch nickst die Mühe verdrießen lassen, diese Anfein dungen abzuwehren und dabei Selbstverständliches zu wiederholen. Kaum ein Land bedarf der Hülfe deS Handels jetzt so dringend wie gerade Deutschland. Wir haben in der Produktion eine überaus hohe Stufe er reicht. Dank unferm Fleiße und unfern technischen Fortschritten werfen wir auf allen Gebieten immer größere Warenmengen heraus. Aber mit dem Absätze hapert es vielfach: denn der Produzent ist nicht immer der richtige Mann, um seinen Waren auch den Absatz zu sichern. Daß wir des Absatzes dringend bedürfen, daß man diese Notwendigkeit begreift, lehren doch die Flotten vermehrungen. denn sie sollen uns in Kriegszeiten den Weg zur See offen halten. Flottenvergrößerung und Unterdrückung des Handels, welch törichter Widerspruch! Es geht ein Zug tiefer Verbitterung durch den Handelsstand. Und doch sollte er den Mut nicht sinken lassen. Der brutale Egoismus, mit dem sich einseitige Vertreter ber Produzenten aufführen, stößt doch bereits auf Widerstand. Das lehren auch die letzten Verhand- lungen im Reichstage. In dem Streite, den die Agrarier da vom Zaune brachen, standen die Vertreter des Handels ihren Mann sehr wacker. Der Handel erkennt die Be- dentung der Produzenten ja sehr gern an. Produktion und Handel bilden natürliche Ergänzungen zu einander. Deshalb verlangt der Handel mit Recht, daß er den Produzenten jedenfalls gleichgestellt werde. Um dieses Ziel wieder zu erreichen, muß der Handel natürlich toufour» eu veckette sein. T. Vie ffririr in biuriana. Kun, Voinbenattentat in Warschau wird noch gemeldet: Am ExplofionSort lagen zwei Arbeiter schwer, drei Schutzleute leicht verletzt. Sie alle wurden ins Hospital gebracht und dort operiert. Die zwei Arbeiter liegen im Sterben. Der verhaftete Attentäter ver weigert jede Aussage. Mit ihm wurde ein anderer Mann verhaftet, der einen geladenen Revolver bei sich trug. Die „Petersburger Telegraphen-Agentur" meldet: Der Anschlag auf die Polizeistation scheint zu dem Zwecke inS Werk gesetzt worden zu sein, den Polizeimeister zu ver anlassen, sich zur Polizeistation zu begeben. Die Person, die den Anschlag auf den Polizeimeister ausgeübt hat, scheint bei ber Flucht selbst verwundet worden zu sein. Die Unruhen. Nach einer halbamtlichen Meldung aus Bjelostok sind die Fabriken Wied» in Tätigkeit. Die Stadt hat ihr ge wöhnliches Aussehen wiedergewonnen. — Aus Jalta im Gouvernement Taurien meldet die Petersburger Tele- graphcn-Agentur. Fast alle Magazine und Branntweinbuden sowie das Polireiamt sind zerstört worden. Einige Läden wurden in Brand gesteckt. Seil heute früh ist die Stimmung sehr erregt; daS Eintreffen vonTruppen wird erwartet. Die Post wird von Soldaten bewacht. Der Stadtrat ist zu einer außerordentlichen Sitzung zu sammenberufen worden. — Aus Kotschan wird telegraphisch nach Aschabad gemeldet, daß die dortige Bevölkerung sich im Aufruhr befindet; die russischen Einwohner sind geflüchtet. ver imzircb-iapsnirche Weg. Waffenstillstand und dergleichen. Die „Kölnische Zeitung* meldet offiziös aus Peters burg vom Sonntag: Gegenüber den Meldungen von einem bevorstehenden Waffenstillstände zwischen Rnßland und Japan kann versichert werden, daß bei den nächst- beteiligten russischen Regierungsstellen zur Zeit von Waffenstillstands- oder Frieden» - Verhandlungen nichts bekannt ist. Die allervitalsten Interessen Rußlands sprechen gegenwärtig gegen einen Waffenstill stand, wodurch die Lage der russischen Armee um nichts gebessert wurde. Rußlands eigene finanzielle Kraft genügt vollkommen, den Krieg ohne fremde Hülfe fortzu führen; auch für den Fall der Erschöpfung der Geldvorräte würde Rußland Mittel und Wege finden zur Erschließung von HUlfSquellen für die Kriegführung. Die inner- politischeLage dürfte umsoweniger Anlaß zu Schwierigkeiten Hirten, al» die Regierung gewillt ist, die von Kaiser Nikolaus in Aussicht gestellten Reformen möglichst bald in dieTat umzusetzen. — Registriert sei auch die folgende Londoner Depesche des „8.-A": Nach einem Telegramm aus Kobe äußerten die gefangenen Kriegsberichterstatter ihr« Ueber- raschung, zu hören, daß noch keine Vorschläge zum Frieden oder zum Waffenstillstand gemacht seien. Die Lage der Ruffen fei hoffnunglos. Vs« -er Hrent. * Au» Sypingai meldet die Petersburger Telegraphen- Agentur: Unsere Patrouillen näherte« sich der Stadt Tschantufu; «in in die Stadt eingedrungrner Freiwilliger er kundet», daß die Stadt von etwa zwei Infanteriebataillonen und zwei Eskadron- Japanern besetzt sei. Vor der Front unserer Armee wurde «ne im Biwak liegende Chunchusen- bande unter Führung japanischer Offiziere und Unteroffiziere bemerkt. — Nach einer Petersburger Meldung de- „L.-A." brsagrn di« letzten Nachrichten aus Gluntsulina, daß auf der ganz»« Front völlige Ruhe herrsche. Es s»i nicht einmal ein kleine» Scharmützel vorgekommen. Dir Nachricht, das i« Mukde« zurückgeblieben» russische Sani tätspersonal fei van den Chinesen getötet worden, bewahr heitet sich nicht. — Ein amtliche« Telegramm ausToiio hat solgenden Wortlaut: Marschall Oya^na meldet, daß von den Nichtkombattanten, die in der Schlacht von Mukden in die Hände der Japaner gelallen waren, folgende entlassen worden sei^n: Bei der Front unserer Avantgarde 47 im Oisiziersrang und 359 im Untervsfiriersrang stehende, neun Pflegerinnen, zwei Priester und vier Kaufleute, die der Armee attachiert waren. Auf ihren Wunsch werden in Tschifu oder Schanghai entlassen werden: 23 im Offiziersrang und 298 im UnterossizierSrang stehende und 23 Pflegerinnen. — Der „Times", die sich in direktem Widerspruch zu den übrigen Telegrammen setzen, wird aus Tokio vom 24. März gemeldet: „Amtliche» Berichten zusolge haben die Japaner die Palli- laden passiert und rücken in breiter Front auf beiden Seilen der Eisenbahn vor. Die japanische Vorhut steht bereits 100 e» gl. Meile nnördlichvonMukven. Die Russen sind auS allen vomLiau bewässerten Distrikten vertrieben. Der Peters burger Berichterstatter der „Times" drahtet: „Oyama soll dem chinesischen Gouverneur von Kirin angezeigt haben, daß die Japaner dort am 10. April einrücken würden. Einer Privat meldung zusolge setzt Linjewit sch seinen Rückzug fort. Da die Truppen große Entbehrungen leiden, hegen dre mili tärischen Ratgeber des Zaren, Dragomirow und Grobekow, wenn sie auch glaubten, daß Linjewitsch sich nicht zur Zeit in Gefahr befindet, größte Besorgnis wegen Wlaviwoilok. Die Pallisaden bilden die alte Grenze, die sich in einem Bogen von Fakumönn nach Liaukiatsi, einer am Liatastrom belegenen Stadt, hinzieht. Deutsches ffeicft. Leipzig, 27. März. * Zu den Leipziger Konfiskationen. In der „Neuen Freien Presse" finden wir folgende Notiz, die auch dann Be achtung verdient, wenn man sie wie wir als Bluff be trachtet: „Bon wohlinsormierter Seite wird unS mitgeteilt, daß, nachdem in Leipzig der Buchhandel durch fortwährende Konfiskationen beunruhigt wird, einige größere süd deutsche und österreichische Firmen mit dem Plan umgehen, den buchhändlerischen Verkehr über Leipzig möglichst einzuschränken und eventuell eine andere Zentrale zu gründen. Nachdem die Leipziger Vorherrschaft schon längst nicht mehr auf den allerfestesten Grundlagen steht, wäre es ein harter Schlag wenn durch den Uebereifer der Leipziger Staatsanwalt schaft eine derartige Schädigung, die auch das gesamte graphische Gewerbe träfe, eintreten würde." Die „wohlinformierte Seite", von der vorstehende Mitteilung stammen soll, scheint absichtlich übersehen zu wollen, daß in der Mehrzahl der Fälle die Leipziger Staatsanwaltschaft auf Grund auswärtiger Requisitionen vorgeht. In der Hauptsache handelt es sich dabei aber geradezu um lite rarischen Schund, und gute buchhändlerische Kreise rechnen die meisten der hierbei in Betracht kommenden Verleger über haupt nicht zu den ihrigen. Sollten sich die letzteren eine andere Zentrale suchen, so würde man daS hier ohne großes Bedauern sehen. Schließlich sei bemerkt, daß die Staats anwaltschaft in allen Fällen nur auf direkt erstattete Anzeige bin vorgeht. Das geschieht hier wie ander wärts, denn eS ist klar, daß eine Staatsanwaltschaft gar nicht alle Erscheinungen im Buchhandel durch studieren kann. Wenn deshalb in Leipzig eine größere Anzahl von Beschlagnahmungen erfolgt als anderswo, so liegt das ganz einfach an dem buchhändlerischen Centralcharakter der Stadt. Auf ein besonder« rigoroses Vorgehen gerade der Leipziger Staatsanwaltschaft schließen zu wollen, ist ganz verfehlt. Für uns ist es überhaupt klar, daß eS sich hier nur um ein Stimmungsmanöver gegen den Leipziger Platz handeln kany. Auch al« solchem muß ihm aber entgegen getreten werden. Da- Material dazu ist in vorstehenden Zeilen enthalten. * Industrie-Auswanderung infolge per Handelsverträge. Es mehren sich die Nachrichten, daß deutsche Industrie betriebe infolge der neuen Handelsverträge nach dem Aus lande auSwandern oder dort wenigsten« Zweigbetriebe er richten. Und daS Ausland kommt dem natürlich gern entgegen. Der Plenarsitzung der Dessauer Handelskammer für das Herzogtum Anhalt lag ein Anerbieten desZentralkomitees zur Förderung der Erwerbtätigkeit der böhmischen Erzgebirgs bewohner in Prag vor, durch welches da- Komitee In dustriellen, die infolge der neuen Handelsverträge Zweig fabriken in Böhmen zu errichten beabsichtigen, seine Dienste anbietet. Der Vorsitzende der Handelskammer bemerkte hierzu, daß man sich, so bedauerlich e« auch sei, allerdings mit der Auswanderung eines Teil« unserer Industrie infolge der neuen Handelsverträge vertraut machen müsse Berlin, 27. März. * TcS Kaisers Mittelmeerfadrt. Die „Hamburg" hatte sich beim Passieren von Oporto der Signalstation so weit genähert, daß der Kaiser der Kaiserin ein Telegramm senden konnte, worin er ihr von der vorzüglichen Reise der „Hamburg" Mitteilung macht Morgens 6'/, Uhr passierten die „Hamburg" unv der Kreuzer „FriebrichKarl" Kap Carvöiro. Die Lissaboner Zeitungen widmen ver Ankunft des Kaisers ausführliche Artikel, in Venen sie den hohen Gast auf wärmste begrüßen. Die Straßen und Plätze, di« der Kaiser aus seiner Fahrt durch die Stadt passirren wird, sind mit Fahnen, militärischen Emblemen und Wappen in ven deutschen Farben reich geschmückt: an mehreren Stellen sind weitbin sichtbare BegrüßungSinschriften in deutscher Sprache unv deutschen Schristzeichen angebracht. Da« Wetter ,st an dauernd schön. ' Tie Brrggesrtznovelle und das Zentrum. In einer am Sonntag in Gelsenkirchen abgehaltenen großen
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