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HolMeiner Tageblatt Erscheint M GG AW s d Jnserate jeden Wochentag abends für den folgenden ^MM MM >M ^MM nehmen die Expedition bis Vorm, ty Uhr Tag und kostet durch die Austräger pro WMMU^WUWWMM W M MM2 W U WW » R sowie für Auswärts alle Austräger, dcSgl. Quartal Mk.1.40; durch die Post Mk. 1.50 V MMDMM R alle Annoncen-Expeditionen zu Original- frei ins Haus. s r Preisen entgegen. für Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf, Luga«, Hermsdorf, Bernsdorf, Langenberg, Falken, Langenchursdorf, Meinsdorf, Rußdorf, Wüstenbrand, Grüna, Mittelbach, Ursprung, Leukersdorf, Seifersdorf, Erlbach, Kirchberg, Pleißa, Reichenbach, Grumbach, Callenberg, Tirschheim, Kuhschnappel, St. Egidien, Hüttengrund u. s. w. Amtsblatt für den Verwaltungsbezirk des Stadtrathes zu Hohenstein. Nr. 127. Freitag den 3. Juni 1892. 42. Jahrgang. A u c t i o n. Dienstag, als den 3. Pfingstfeiertag, von Nachmittag 2 Uhr an sollen im Auftrage des Königlichen Amtsgerichts Hohenstein-Ernstthal die Nachlaßgegenstände des Strumpf wirkers Oswald Friedrich Goldammer in Oberlungwitz, oberer Ortstheil Nr. 289, bestehend in Möbel, Kleider, Haus- und Wirthschaftsgeräthen, gegen Baarzahluvg versteigert werden. Neubauer, Ortsrichter. Sächsisches. Hohenstein, 2. Juni. Die diesjährigen Uebungen der Ersatzreservisten finden zu folgenden Terminen statt: es haben die erste zehnwöchige Ueb- ung die Ersatzreservisten der Infanterie, Jäger, Schützen und Pioniere, welche gelegentlich der diesjährigen Generalstellung zur Ersatzreserve bestimmt wurden, insoweit sie überhaupt zu Uebungen heranzuziehcn sind, was ihnen bis spätestens 15. Juli bekannt gegeben sein muß, vom 20. August bis 28. October; die zur Fußartillerie bestimmten in der Zeit vom 1. Septem ber bis 9. November, und die zum Train bestimmten in der Zeit vom 1. Juli bis 8. September abzuleisten; dabei ist zu bemerken, daß der Aufschub dieser ersten Uebung in Ausnahme fällen durch die BezirkScommandos bis zur Nachübung, welche am 30. November beginnt, auf Ansuchen der Betreffenden ge stattet werden kann, insoweit die militärischen Interessen dem nicht entgegenstehen. Die zweite sechswöchige Uebung fällt bei der Infanterie, Jäger Schützen und Pioniere in die Zeit vom 17. September bis 28. October, für die Fußartillene in die Zeit vom 25. September bis 9. November. Zu dieser Uebung werden solche Ersatzreservisten herangezogen, welche im vorigen Jahre die erste Uebung abgeleistet haben, insoweit Bedarf vor handen ist. Zu einer dritten vierwöchigen Uebung Hessen die jenigen Ersatzreservisten, welche im vorigen Jahre zur zweiten Uebung einberufen waren, sofern sie ihre Ausbildung bei der Infanterie, Jägern, Schützen oder Pionieren erhielten, am 2. Juli, soweit sie der Fußartillerie angehören, am 1. September ein. Ersatzreservisten, welche dem Gestellungsbefehle nicht pünkt lich nachkommen oder sich zur Zeit der Gestellung in Haft be finden, Verden zu einer zweiten bezw. dritten Nachübung her angezogen, und zwar ist für die Nachgestellung zur zweiten sechswöchigen Uebung der 28. Dcccmber und für die dritte vierwöchige Uebung der 11. Januar künftigen Jahres als Uebuugstermin bestimmt. Der Vorstand der Allgemeinen Knappschasts-Pensions- kasse für das Königreich Sachsen hielt am 21. v. M. in Frei berg seine zweite Sitzung in diesem Jahre ab, welcher der Herr Staatscommissar Geheimer RegierungSrath von Bosse aus Dresden beiwohnte. Der vom Verwaltungsdirector vor gelegte Rechnungsabschluß auf 1891 ward dem von der Generalversammlung gewählten Rcvisionsausschusse zur Prüf ung überwiesen. Sodann beriech man über mehrere von Kasfenmitgliedern eingereichte Anträge auf Statuten-Aender- ungen, ferner über die seitens eines Verbandswerkes auf Grund von 8 22 neuerdings gestellten zahlreichen Anträge auf Halb- ivvaUdengeld und im Zusammenhang damit über 8 6 der Statute», welcher den aus der Bergarbeit ausscheidenocn Mit gliedern die Möglichkeit bietet, sich durch Fortzahlung der Bei träge die erworbenen Rechte zu erhalten. Auf eine hierauf zur Berathung gestellte Eingabe des Raths einer sächsischen Stadtgcmeinde ward beschlossen, das erbetene Darlehn von 70,000 Mark gegen die angebotene Sicherheit zu gewähren. Außer diesen Gegenständen fanden noch einige Sachen ge ringerer Wichtigkeit, unter Anderem eine Zuschrift des Frei berger Revierausschusses, die der Freiberger „Bergknappschaft" zustehenden Rechte auf Vergebung einer Freistelle bei der Landcsschule zu Meißen und auf eine Betkapelle im Dom und in St. Petri zu Freiberg betreffend, sowie eine Eingabe der Oberdircction der königlichen Erzbergwerke wegen des Beitritts ihres Expeditions- und Schreiberpersonals zur Kasse ihre Erledigung. Socialdemokratie und Religion. Das Großenhainer Amts blatt hatte die Nachricht von der wunderbaren Rettung eines Geschirrführers gebracht, der mit dem Geschirr in einen Stein bruch gestürzt, aber ohne schwere Verletzungen davon gekommen war. Die betreffende Mitthcilung schloß mit den Worten: „Nach vollbrachter Rettung wurde einem jeden Anwesenden Gottes Allmacht, die in diesem Unglück schützend gewaltet hatte, einleuchtend. Dazu bemerkt die „Sächs. Arbeiterzeitung": „Hübscher wäre es ja allerdings von Gottes Allmacht gewesen, Mann, Wagen und Pferde erst gar nicht in den Steinbruch hinunterzustürzen. Aber freilich wäre sie dabei nicht so „ein leuchtend" gewesen." Das Leipziger „Vaterland" schreibt hierzu: „Wir verzeichnen diese gemeine Spötterei, um sie unserer Sammlung einzuverleiben» die seinerzeit als Illustra tion zu dem Satze: „Religion ist Pcivatsache" veröffentlicht werden wird." Zahlungseinstellungen. Emil Lazarck, Kauf mann, Schwientochlowitz. Firma Ludwig Wilhelm Müller, Mannheim. I. Schrubski, Kaufmann, Mogilno. Gebhard Hosp, Kleidcrhändler, Mülhausen. Georg Löffler, Pinsel- sabrikant, Hummelstein. Werner Emmerich, Kaufmann, Stein heim. Firma Nordd. Filz-, Holzschuh- und Lederwaarenfabrik von L. Hirsch, Inhaberin Laura Hirsch, Stettin. Hermann Eduard Rudolph Schaaf, Messerschmied, Leipzig-Neuschönefeld. Ernst Robert Boden, Agent und Damen-Confektivnsgeschäfts- inhaber, Pulsnitz. Carl August Götz, Bauunternehmer, Nach laß, Netzschkau. Otto Oskar Melchert, Bäcker und Pfeffer küchler, Pulsnitz (Schlußtermin 30. Juni d. I.) — Au f- gehoben: Carl Ernst Richter, Kaufmann, Nachlaß, Rei chenbach. Der Häuer Hrachowy aus Lugau, beim Lugauer Stein kohlenbau-Verein „Vertrauensschacht" beschäftigt, hat sich durch eine Quetschung des Unterleibes innere edle Organe derart verletzt, daß nach kurzem Leiden sein Tod herbeigeführt worden ist. Am 28. Mai wurde der Fördermann Albin Friedrich Drechsel aus Lugau, 18 Jahre alt, auf einem Steinkohlenwerke erheblich verletzt, indem er einen vollen Hunt über einen Haspel berg abbremste, wobei der Hunt seillos geworden und aufge kippt ist. Drechsel hat den Hunt halten wollen, ist aber unter denselben gefallen und am rechten Bein, sowie am Brustkorb schwer beschädigt worden. In Oelsnitz i. E. hat der Gemeindevorstand Möcktl sein Amt als solcher gekündigt und ist am 1. Juni aus dem Gemeindedienste ausgetreten, so daß die Stelle eines Ge- meindevorstandes demnächst zur Ausschreibung gelangen wird. Aus Stollberg wird vom gestrigen Tage berichtet, daß das gestrige Gewitter von Hagelschlaz begleitet war. Man vermuthet, daß auch die Fluren dadurch Schaden genommen. Gestern, Mittwoch, Mittag 11 Uhr 52 Minuten zog ein von Schloßenschlag begleitetes Gewitter über Chemnitz. Die Schloßen, welche die Größe von Haselnüssen, ja sogar von Walnüssen erreichten, richteten an Bäumen und Sträuchern mannichsachen Schaden an. Ein Blitzstrahl schlug in ein Grund stück an der Blankenauerstraße, und zwar in eine Fahnenstange, und zertrümmerte dieselbe. Weiter stürzte um diese Zeit au? der Haubold'traße von einem Schlage getroffen ein Mann besinnungslos nieder und wurde in ein dortiges Haus getragen. Nachdem ein Arzt hcrbeigeholt worden war, erholte sich der Mann wieder und konnte in seine Wohnung geleitet werden. In der Umgegend von Chemnitz hat eS ziemlich stark geschloßt, namentlich nach Westen und Südwesten zu. Mittags 12 Uhr ließ der Schloßenfall nach und trat ein ziemlich ergiebiger Regen ein, der die Fluren erfrischte. CH. T. Vorgestern früh, gegen 4 Uhr, brach in dem Anbau des Gutsbesitzers Anton Gränz in Langenchursdors auf bis jetzt unbekannte Weise Feuer aus, welches jedoch, ohne großen Schaden anzurichten, durch schnell herbeigeeilte Hilfe bald wieder gelöscht wurde. Vorvergangene Nacht gegen V2I Uhr ertönten in Glauchau Fcuersignale und stellte es sich alsbald heraus, daß das frühere, auf der Hoffnung gelegene Restaurant „Kupfergarten" in Hellen Flammen stand. Das einstöckige Haus brannte zum größten Theile nieder, oder mußte zum Zweck der Löscharberten niedergerissen werden. Dank der herrschenden Windstille und dem energischen Eingreifen der „Freiwilligen Feuerwehr", welche pünktlich mit ihren Apparaten dem Brandplatze zueilte, war es möglich, die Nachbarhäuser vor dem Weitergreifen der Feuersbrunst zu schützen. Trotzdem die Letzteren des Schutzes der Brandgicbel entbehrten, ist der in der Hauptsache nur durch die Löscharbeiten angerichtete Schaden ein nur ganz un wesentlicher. Ueber die EntstehungSursache verlautet noch nichts Bestimmtes, doch wird Brandstiftung vermuthet und soll, wie man hört, der Besitzer des Grundstücks vorläufig festgenommen worden sein. Aus Schneeberg wird unterm 1. Juni geschrieben: Heute Vormittag gegen 8 Uhr brach in der Zwickauer Straße, an derselben Stelle, wo es erst kürzlich gebrannt hatte, Feuer aus. Bei der leichteren Bauart der Häuser ver breitete sich das Feuer ungemein rasch; 5 Wohnhäuser, der Wittwe Richter (das Haus ist bereits io voriger Woche halb abgebrannt), Wittwe Looß, Bäcker Martin und Bäcker Jacobi gehörig, stehen in Flammen; es ist Hoffnung vorhanden, daß die benachbarten Gebäude erhalten bleiben. Eine größere An zahl Familien wird von dem Brande schwer geschädigt. Heute vollendeten sich 59 Jahre, daß die Stadt Reichen bach i. V. durch eine große Feuersbrunst heimgesucht wurde. Es war gerade Trinitatissonntag, ein heiterer sonniger Tag, an welchem viele Bewohner auswärts waren, als Nachmittag Vz5 Uhr in dem Hause des Nadlermeisters Schneider am Graben das Feuer ausbrach, welches mit außerordentlicher Schnelligkeit die Verheerung über die ganze innere Stadt trug» so daß aus den entferntesten Häusern meist nichts gerettet werden konnte. Binnen 5 Stunden waren 308 Häuser mit allen Nebengebäuden, das Gerichtshaus, RathhauS, Waisen haus und 3 Scheunen abgebrannt und 520 Familien oder 2040 Menschen hatten Obdach und Habe verloren. Die ver- wittwete Kaufmann Döring verbrannte mit; ihre Gebeine wurden am 20. Juni außerhalb ihres Hauses, in der Mylauer Gasse unter den Trümmern eines eingefallenen Thores ge funden. Das Feuer wurde so weit im Umkreis gesehen, daß spritzen anwesend waren aus Auerbach, Falkenstein, Kirchberg, Lengenfeld, Mylau, Netzschkau, Friesen, Bruno, Cunsdorf, Plauen, Treuen, Werdau, Neumark, Planitz, Beiersdorf, Christgrün, Ebersbrunn, Grün, Hauptmannsgrüo, Leubnitz bei Werdau, Lichtentanne, Limbach, Neuschönfels, Oberhainsdorf, Oberneumark, Oberreichenbach, Pechtelsgrün, Pöhl, Schönbach, schreiersgrün, Stangengrüo, Steinpleiß, Stenn, Waldkirchen, Oelsnitz, Greiz, Zeulenroda und anderen rcußischen Ortschaften. Daß das Feuer so verheerend rasch um sich griff, lag zum Theil an der herrschenden Trockenheit, zum anderen Theil mit daran, daß die Gebäude damals meist noch aus Fachwerk be standen und zum großen Theil noch mit Schindeln gedeckt waren. Für die Brandkalamitoscn, welche so gut wie gar nichts von ihrer Habseligkeit retten konnten, war die Noth doppelt schwer, da cs an Wohnungen fehlte, sodaß viele sich genöthigt sahen, in den umliegenden Ortschaften ein Unter kommen zu finden. Nur langsam konnte sich die Stadt von diesem Schicksalsschlage wieder erholen. Der deutsche Kriegerverein in Mylau hatte es sich nicht nehmen lassen, dem Fürsten Bismarck durch eine Abordnung seine Verehrung zum Ausdruck zu bringen. Am Montag ist denn auch, nachdem ein Verzeichniß der eintreffenden Personen auf Wunsch abgegangen war, gedachte Deputation (14 Mann) im Herrenhause zu Friedrichsruh einqetroffen und von dem Fürsten empfangen worden. Se. Durchlaucht bereitete nicht nur den Anwesenden einen überaus herzlichen Empfang, sondern zog sie auch zur Tafel, die bis gegen 3 Uhr währte. Die beiden vom Döbelner Regiment vor Kurzem beschaff ten Krümperpferde wurden am 31. Mai, als sie mit dem Kastenwagen vor einem Grundstück standen, unruhig und bäumten sich auf. Der das Geschirr führende Soldat ergriff die Pferde bei den Zügeln am Kopfe, erhielt ab.r von dem einen derselben einen Schlag mit dem Huf ins Gesicht, so daß er umfiel. Dem Unglücklichen war durch den Huf des Pferdes der Unterkiefer gebrochen und die Stirne aüsgeschlagen worden; infolge des Sturzes zog er sich noch eiae größere Verletzung des Hinterkopfes zu. Eine Frau rückte den vor dem Geschirr liegenden Schwerverletzten in andere Lage, so daß bei etwaiger Bewegung der Pferde der Wagen nicht über ihn gehen konnte. Später wurde der BcdauernSwerthe, nachdem ihm ein Verband angelegt worden war, nach dem Lazareth gebracht:. Der Riese Karl Westphalen, welcher gegenwärtig in der Neustädter Soc'vts in Dresden zu sehen, ist, ist eine seltene Erscheinung. Sicht seine Länge läßt ihn außergewöhnlich er scheinen, denn 1,84 Meter ist eine zwar höchst respektable Körperhöhe, die aber doch nicht so sehr selten voikommt, aber die riesige Formung einzelner Theile, wie des Kopfes, der Hände, der Arme rc. dürfte in der That nur vereinzelt ange troffen werden. Der wuchtige Mann ist 1849 in Herbram bei Paderborn in Westfalen geboren, von Haus au» Acker- wirlh, hat den Feldzug 1870/71 mitgcmacht. Später ließ er sich auf Anrathen von Aerzten von Prof. Dr. Virchow in Berlin untersuchen, welcher erklärte, daß er trotz feiner reichen Erfahrung und überaus zahlreiche» Schädelmcssungen eine» derartig nach allen Richtungen hin ricsenmäßig entwickelten Kopf und solchen kräftigen Körperbau noch niemals gesehen