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Telegraphische Korrespondenz. München, 17. Februar. Die Abgeordneten kammer hat heute die Branntweinsteuervorlage im Wesentlichen in der Ncgicrungsfassung bei namentlicher Abstimmung mit 121 gegen 20 Stimmen angenommen. Wien, 17. Februar. Die amtliche „Wiener Ztg." veröffentlicht ein Handschreiben des Kaisers, durch welches der Justizminister v. S trcmay r unter voller Anerkennung seiner bewährten patriotischen Hingebung von der Leitung des Ministeriums für Cultus und Unterricht enthoben wird. Durch weitere Handschreiben wird der bisherige Statthalter in Nieder-Oesterreich Freiherr Conrad von Eybesfeld zum Cultus- und Uuterrichtsmiuistcr, der Sectionschef Freiherr von Krieg Sau zum Finanz- Minister ernannt nnd der Sectionschef Chcrtck unter Verleihung der Eisernen Krone 2. Clasfe von der Leitung des Finanzministeriums enthoben. Nach einer Mitthcilung der „Polit. Correip." aus Konstantinopel hätte die Pforte die Absicht, Monte negro außer Kucikraina auch den vou slavischer Bevölkerung bewohnten Theil des Districts von Gussiuje, sowie einen Theil deö Distriktes von Grudi und mehrere Ortschaften in der Ebene von Podgoricza anzubicten. Wien, 17. Februar. (Boh.) Der serbische Agent Mariks ist nach Belgrad abgereist, um seine neuen Instructionen zu verlangen. Rom, 17. Februar. Die Thronrede, mit welcher die Kammern heute wieder eröffnet wurden, kündigt neben anderen Vorlagen die Gesetzentwürfe über eine stufenweise Aushebung der Mahlstcucr und über die Wahlreform als die dringendsten Berathungsgcgenstände an. In der ans das Berhältniß Italiens zum AuSlande bezüglichen Stelle heißt cs: Wir haben gute und freundschaftliche Bezieh ungen zn allen Staaten und dieselben werden uns gegen über von allen Staateil erwiedert, sie befestigen die Ucber- zeugung, daß die Unparteilichkeit und Loyalität der Ne gierungen das sicherste Mittel sind, das Einvernehmen unter den Völkern aufrecht zu erhalten. Die Erhaltung des Friedens ist nnser lebhafter Wunsch und von hohem Interesse für Italien. Für Italien ist daher eine scru- pulöse Beobachtung des Berliner Vertrages etwas Nature lichcs und ebenso ist es für Italien ein Leichtes, scin- der Welt erthcilte Zusage zu erfüllen, daß Italien, wicbcr- hergcstellt in seiner Einheit, ein Element der Eintracht und des Fortschrittes sein werde. Paris, 16. Februar, Abends. Der Senat hat das Gesetz über die Zusammensetzung des oberen Unter- richtsrathcs in zweiter Lesung angenommen. — Der Conseilspräsident Frey ein et wird demnächst ein neues Gelbbuch veröffentliche«, welches sämmtliche auf die griechisch-türkische GrenzrcgulirungSfrage, sowie auf die Frage wegen der Emancipation der Juden bezüglichen Schriftstücke enthalten wird. London, 17. Februar. Der „Daily Telegraph" meldet in einem inspirirten Artikel als vollendete That- sache, daß Persien Großbritanniens Suzerainität anerkannte und Herat als ihm von Großbritannien an vertrauten Platz in Verwahrung nimmt. London, 17. Februar. Unterhaus. Bei Ge legenheit des Antrages auf Beginn der Specialdebattc über die irische Nothstandsbill erneuerte der Dcputirte Synan sein Amendement, daß die zur Linderung des Nolhstandes erforderlichen Mittel nicht dem Kirchenfonds, sondern dem Reichsschatze entnommen würden. Seitens der Regierung wurde im Laufe der Debatte mitgcthcilt, daß beabsichtigt werde, den Vorschußfonds von 500000 aus 750000 Pfd. Sterl, zu erhöhen. Das Synan'schc Amendement wurde schließlich mit 126 gegen 34 Stim men abgelehnt. Das Haus begann darauf die Spccial- debatte über die irische Nothstandsbill. London, 17. Februar, Abends. Unterhaus. Auf ciue Anfrage Dilke'ö crwiederte Schatzcanzler Northcote, daß die Unterhandlungen wegen der Ernennung einer internationalen LiguidatiouScommission für Egypten noch fortdauerten und daß es daher unmöglich sei, zu sagen, ob sie erfolgreich sein würden oder nicht. — Unterstaats- secrctair Bourke erklärte Simon gegenüber, der Vertreter Englands in Marokko sei wegen des auf die Juden in Fez gemachten Angriffes vorstellig geworden, die englische Regierung habe dieses Vorgehen ihres Vertreters gebilligt. Die Frage wegen des Schutzes der in Marokko lebenden Nichtmuhamcdaner sei vou mehreren Negierungen, welche deshalb mit der englischen in Verhandlungen ständen, in Erwägung gezogen. Petersburg, 17. Februar. Die Nachricht, der Kaiser Hale den General Fleury empfangen, ist un begründet. General Flcnry, der in persönlichen und finanziellen Angelegenheiten hicr eingetroffen war, ist nur von dem Neichscanzlcr, Fürsten Gortschakoff, empfangen worden. — Der diesseitige Botschafter in Berlin, Sa- bnrosf, ist hicr eingetroffen. Ailläßlich des Vorschlages Englands wegen Beilegung des englisch-türkischen ConflictcS schreibt die „Agcnce Russe", daß jede Lösung dieser Frage, welche Griechenland convcniren könne, auch die Zustimmung Rußlands finden würde. * Petersburg, 17. Februar. (Telegramm der Bautzener Nachrichten, am Mittwoch früh bereits durch Extrablatt mitgcthcilt.) Im kaiserlichen Winter- pnlaiö fand heute eine Explosiv» statt, durch welche jedoch vou der kaiserlichen Familie Niemand verletzt worden ist. Die Mine lag unter dem Wachzimmer, welches sich unter dem Speisezimmer befindet. Bon der Wach mannschaft sind futtsmrddreisrigPersonen Ver letzt, fünf davon sind bereits gestorben. In den Fußboden des Speisezimmers ward durch die Explosion eine Oeffnung gerissen, welche 10 Fuß lang und 6 Fuß breit ist. Die Kaiserfamilie war in Folge einer zufälligen Verspätung zur Zeit der Katastrophe noch nicht im Speisezimmer vcr- s a m m e l t. * Petersburg, 13. Februar. (Telegramm der Bautzener Nachrichten.) Der „NegierungSbote" meldet: Gestern Nachmittogs gegen 7 Uhr erfolgte im Erdgeschoß des kaiserlichen Wiutcrpalais nnter dem Hauptwachziminer eine Explosion, wobei von den ans der Wache aus gestellten Soldaten des finnländischcn Lcibgardcregimeuts acht Mann getödtet nnd füufnndvierzig ver wundet wurden. Die Dielen des Wachzimmers und mehrere Gasröhren wurden beschädigt. Die amtlichen Erhebungen sind im Gange. Cettinjc, 17. Februar. (D. Z.) Die fürstliche Ne gierung erklärte dem italienischen Vertreter, daß sie weitcre VcrmittelnngSvorschläge nicht acceptiren könne, da sie im Einvernehmen mit den Signatarmächtcn auf Abtretung von Gussinjc und Plawa bestehen müsse. Konstantinopel, 16. Februar, Abends. Ueber den Vorschlag der englischen Regierung, die Feststellung der griechischen Grenze einer technischen Commission zn unterwerfen, ist der Pforte nunmehr eine osficiöse Mit- theilung zugegangen. New-Jork, 16. Februar, Abends. (Schluß-Cvursc.) Wechsel auf London in Gold 4 D. 83^ C. Wechsel ans Pans 5,20, 5K fundirte Anleihe 103^, 4K fundirte Anleihe von 1877 107. Eric-Bahn 47!s. Central-Pacific 110Z. New-Jork Centralbahn 132. — Waaren bericht. Baum wolle in New-Jork 13 z, do. in New-Orleans 12?. Petro leum in New-Jork 7z Gd., do. in Philadelphia 7? Gd., rohes Petroleum 6z, do. Pipe line Certificats 1 D. 04 C. Mehl 5 D. 60 C. Rother Wintcrweizcn 1 D. 50 C. Mais (old mixed) 60 C. Zucker (Fair rcfining MnscovadoS) 7s, Kaffee (Rio-) 15z. Schmalz (Marke Wilcox) 8^, do. Fair banks 8 z, do. Rohe L Brothers 8,'g. Speck (short clcar) 7 C. Gctreidefracht 3s, Deutsches Reich. Dresden, 17. Februar. Se. Majestät der König hat den außerordentlichen Professor am hiesigen Polytechnikum l)r. pb. Walther Matthias Hempel zum ordentlichen Pro fessor der technischen Chemie an genannter Anstalt zu er nennen, dem Obcrhoftrompeter Gottlob August Pomsel aus Anlaß seines fünfzigjährigen Dienstjubiläums das Ver- dienstkrcuz zn verleihen und zu genehmigen gernht, daß der Geheime Cvmmerzicnrath Günther aus Leipzig, zur Zeit in Brüssel, das von dem Herzoge zu Sachseu-Altenburg ihm verliehene Ritterkreuz I. Classc des Sachsen-Eruestüüschcn Hausordens anuehme und trage. — Dem Postcassirer Krauße in Plauen i. N. ist die Borsteherstclle des Postamts I. in Kamenz in Sachsen und dem Ober-Postdirectivussecretair Hertzsch uh in Leipzig die PvstcassirerstcUc bei dem Postamte I. in Zittau übertragen worden. — Schon wieder ist eine Lücke nnter den höheren Offi zieren des königl. süchs. Armee - Corps durch den Tod ein getreten. Der frühere Commandcur der 1. Infanterie-Divi sion Nr. 23, Sc. Excellenz Generallieutenant Heinrich von Abendroth, welcher auf sein Ansuchen im Jahre 1878 unter gleichzeitiger Berleihuug dcsGrvßkreuzcsvvmNlbrechts- orden für im Kriege wie im Frieden allezeit treu und vor züglich geleistete Dienste zur Disposition gestellt wurde, ver- tarb am Montag Abend z7 Uhr au Hcrzlahmnug im Alter wn 60 Jahren. Jin Jahre 1819 in Wurzen geboren, trat derselbe 1836 als Portepeefähnrich in die active Armee und wurde im Jahre 1837 zum Lieutenant, im Jahre 1846 zum Oberlientcnant, 1849 zum Hauptmaun, 1862 zum Major, 1866 zum Oberstlicutcuant, 1868 zum Oberst, 1871 zum Generalmajor und 1876 zum Generallicntenant befördert. Als Oberst connnaudirtc er früher das 7. Jnfant.-Regiment „Prinz Georg" Nr. 106 und vom Jahre 1871 an die 1. Infanterie-Brigade Nr. 45, sowie vom Jahre 1876 an die 1. Infanterie-Division Nr. 23. Der Berstorbene hat an einer größeren Anzahl Schlachten und Gefechten (1866 wurde v. A. schwer verwundet), in mehreren Feldzügen als tapferer, unerschrockener Vorgänger theilgenommen und besaß zahl reiche Ordcnsdccorationcn, als: Großkreuz, Comthur- re. Der Verewigte war ein allseits beliebter Kamerad wie Vorgesetzter. Einem Wunsche des Verstorbenen entsprechend, ist jede Be stellung zu seiner letzten Ruhestätte, sowie Blumenschmuck dankend abgclehnt worden. Se. Maj. der König ließ hcnte Nachmittag der Frau Generalin von Abendroth, Exc., durch seinen Flügcladjutantcn Oberstlieutenant von Minckwitz, sein herzlichstes Beileid ansdrückeu. (D. N.) Leipzig, 17. Februar. (L. Ztg.) Heute begeht die mcdicimsche und die philosophische Facultät, sowie die Hoch schule überhaupt das seltene Jubelfest der Leipziger Pro motion des Geh. Mcdicinalraths vr. mock. ot pliil. Iustus Radius, Seniors der medicinischcn Facultät, Professors der Hygiene und der Pharmakologie, zum I)r. pbll. und Nagistcr vor 60 Jahren! Dem sich einer wunderbaren Leibes- nnd Gcistesfrischc in hohem Alter erfreuenden Jubilar vurdcu von Seiten des Oberhauptes der Universität, des ioetor NagniücuZ Prof. vr. Lange, des Rcgierungsbevoll- mchtigten bei der Universität, der Facultäten und der )occnten, der ihn als Ehren-Präsidenten verehrenden „Me dicinischen Gesellschaft", der „Fraternität der Notarien und Literaten von 1624" rc. durch mündliche, schriftliche und telegraphische Glückwünsche die zahlreichsten verdienten Liebes und Ehrciibcweise cntgcgcugcbracht. Berlin, 17. Februar. Der Kaiser nahm heute die Vorträge dcS Munsters des Innern, des Polizei-Präsidenten und des Militair-Cabincts, sowie uulitairische Meldungen entgegen. Ferner empfing Se. Majestät die crbprinzlich schwarzburg-sondershauscnschcn Herrschaften und stattete dcn- selbcn einen Gegenbesuch ab. Die Kaifcri n besuchte gestern das Augusta-Hospital und empfing heute den Erbprinzen und die Erbprinzcssin von Schwarzburg - Sondershausen. 1880 No. Organ der Handels und Gewerbekammer zu Zittau Heerklotz, Stadtrath. aufmerksam zu machen. Stadtrath zu Bautzen, den 16. Februar 1680. bekannt gemacht wird. Herrnhut, am 11. Februar 1880. Königliches Amtsgericht. Or Wauer. Bekanntmachung, die Herstellung von Lichtschächten betreffend. Die Herstellung von Lichlschächten siir Keller und Svuterrainräumc darf, sofern bei deren Anlegung Trottoirs oder überhaupt öffentlicher Stadtraum in Anspruch genommen wird, nur nach vorher eingeholter baupolizeilicher Genehmigung erfolgen. Die unterzeichnete Baupolizeibehörde nimmt Veranlassung, hierauf noch ausdrücklich zur Nachachlung »kd» . üvnxl. üis U«rr«u'I'vwps iu tttzutev» (Ootnüiirltr), ^ulelcs i» I^ppiUzel» iu Zodlr^i»- VLlä«, IlilkEr iu Horii»? in Ldvnldücd, Italic Lu Lüui^d»iu t-vi Oslritr, kl. i» J.O'.Il«i»rv ia(_'«llvv»Iü«,Ü. r. i» »oä 6. Li. 1 " A. MM M. 1- der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löhgu, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt, Ostritz und Reichenau, des Hauptsteueramtes Bautzen, iugleichen der Stadträthe zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgememderathe zn Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. BL« vr^d«L»6u (»ü«vrS«»»- ». tLx») tLUtisL 7 vtsr kir äsa fol^o»äoa Xbo»»«- msLtsprst« viorkHLbrl. I»»»rtio»sdotr»x 1»r ä«n «L»or?»Ut-8DtUtL«Llv II -iüvL^oiirodüdrp. LOH Vvdütirfür brivkUoliv Donnerstag, den 19. Februar LIsiLsrs, l»^ kriU» » Ulir Lüsew LUiLuxsbvLÜva X X i. L«Ls^»nbLeLtO./Ia Verordnungsblatt der Mcishauptmannschaft Bautzen zugleich als Consistorialbehörde der Oberlausitz. ^Il« »I» »oltä bsIkLiuitchQ »vtrwvu, otuis t*r»i„rtiüduu^, kür <1is Von dem unterzeichneten Amtsgericht soll i vui» den 24. April iscw rllcksichtigung der Oblasten auf 2 8 8 2 Mark itt notbmpndiaer Vleiie versteigert werden, was unter Bezugnahme aus den an hiesiger GerichtSstelle und in' der Richter'schen Schankmirthschaft zu Berthelsdorf auShängenden Anschlag hierdurch