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WS. Jahrgang Amtsblatt des Rates und des polrserarates N«»aktlon UN» G»s»Lft«st»ll»« Zohanntogaff» Nr.«. * §<rnspr«ch»Ünfchlu- Nr. >4t»2, >4-4Z un» 14-44. 8» lSl4 Nr. SSS Dirnsisr. Len 3. November Ultimatum Persiens an Rußland Kopenhagen, 3. Nov . »2-«t harte bereits »207!» Zetäe L«e 700 3.0-1 ihvi. escki ltrel Befehl wurde »es r.Lb str.1 ^nst. Die graben ständen in he, sunde reiche , per ros» !tb!. !. und t. auf uatter irrr svn. »unter >e gute unter »440 i, 1. » .47 Vas siebente Opfer -eutsther Unterseeboote. Die deutsche amtliche Bestätigung der Nachricht, dasj der englische Kreuzer „Hermes" durch ein Unterseeboot vernichtet worden ist, wird allent. Halden mit Genugtuung ausgenommen worden sein Noch mehr Freude wird aber die Hinzufügung er» regt haben, das; das erfolgreiche Unterseeboot glück» lich wieder im Heimathafen angelangt ist. Gleich der deutschen Presse ist auch die Wiener Presse voll des Lobes über diese neue Heldentat unseres Unterseeboots Die „Neue Freie Presse" betont, dasz der Kreuzer „Hermes" als ein Mustcrichiff jür Luftfahrzeuge umgedaut worden : 2 -..1t I u 152 Negierung folgen werden. Die Negierung sah sich daher genötigt. Maßnahmen zu ergreifen, um die englischen Interessen und das englische Gebiet Aegyptens nach dem bereits be gonnenen Angriff vor drohenden weiteren Angriffen zu ieli olon^ einen Eins.» Ita« tt. in die r«»» im tieinasiatischen Lchlächterhandwcrf. Tas Pariser Geld mag nun manche türkische Hand bisher gelähmt und gefesselt nnd dadurch das vielen unverständliche Zögern der Pforte be wirkt haben. Tas Konzept Frankreichs ver darben dann aber seine Bnndesgerivj.s.cn gründlich, inoem '-le i,eit Kriegsausbruch die Pforte mitt immerwährenden Nadelstichen sowohl als auch mit groben Fußtritten verfolgten, die allein schon ausgereicht hätten, ein selbstbewusstes Polt auf die Leite der Gegner zu treiben. Unsere Feinde behaupten heule, cs sei der Erfolg der deutschen Umtriebe, das; der Türkei schließlich der Geduldsfaden ris; nnd sic sich dem offenkundig feindseligen Alte der beabjich tigten russischen Mivenlegnng kn der 'Bo-hvorus- Mündung gegenüber zu. einer offensiven Ver teidigung entschloß. Mir 'scheint, 'die deutsche Politik hat bisher die entwIengesetztc Richtung verfolgt. Lie hat in Ltamvul mäßigend, hem mend eingewirki. tt?enn für unsere Tivlomane war eö unübersehbar und u n b cre ch e n b a r . U' welcher A n s d e h n n n g nndi n iv elcher R' i ch t n n a d e r V a l k a n b r o n d s i ch ent- w i ct e l n in n rdc, wenn die Flamme erst an einer Ltelle einvorgezüngelt ivar. Namdenl aber jetzt der Würfel geworfen ist, stehen nur.der Türkei mii unserer vollen Ltzmpathie zur Leite. Wir heißen den türkischen Loldaten als Wasiengesährten von erprobter Tapferkeit will kommen. Nach dem Buren ist er der zweite, der es wagt, jein Lchicksal mit dem Her beiten Kämpfer zu verbinden, k:e allein gegen die Uebermacht einer Welt in Waffen zu streiten haben. Tie Türkei begeht Lelbstmord, unken Londoner Blätter. Tas War! erinnerte mich an eine Prophezeiung, die mir noch am 1 August ein englischer Osn-Fer schrieb: ,,Dtte aufrichtigen Freunde Deutschlands in diesem Lande nennen den Krieg seinen Lelbstmord." Mir scheint, dieses Tratet kann iicki sehr wohl eines Tages wider den Prouneteu selber bewahrheiten. Wenn dies abe. der Fall segn i"ltte, dann ivird möglicher- weise die Krü'gsbeteilignng der Türkei eine nicht nnivichtige Nolle dabei gespielt haben. Ter Stalls, bedroht von England und seinen Vcrbündelen, sendet einen Weckruf an dreihundert Millionen Anhänger des Propheten. Tb er bis zumiGanges nnd Nil gellen, ob er die (Gläubigen kampfbereit finden wird, wir wollen es abwanen. Aber wir wollen nnd dürfen mit solchen Imponderabilien nicht rechnen. Was wir aber bestimmt wissen, ist. daß die tapferen, kampferprobten türkischen Bataillone, wenn ne einmal, unterstützt durch c ne reformierte Intendantur, sechren können, nnsern Feinden schweren L'chaden zufngcn werden. Als ans die Kunde vom Ausbruch der Feind seligkeiten im Lchwarzen Meere eine große Lckiar Berliner zur iürttscoen Botschail zog. da faßte der Vertreter des Lultaiis. Miikhtar Pascha, des großen Ghazi Lohn, selber ein tüchtiger Loldat, der früher lange Jahre hindurch preußi scher Gardevsiizier mar, die Empfindungen, die Deutsche nnd Türken gleicherweise beseelten, zu sammen in dem Nnfe: Heil dir im'Liegcrkranz! Möge er ein günstiges Omen sein! — Vie Kämpfe an -er Mr. : Rotterdam, tt. November. Aus Llups wird gemeldet, daß vorgestern und gestern die Kämpfe an der P s c r andanertcn nnd die Geschütze ohne Unterlaß donnerten. An der gan zen Front wird ununterbrochen gekämpft. Tie Deutschen dringen mit Todesverachtung vor und gewinnen stetig an Boden. Anch haben sic die Linie zwischen T st e n d c u n d K n ockevc r- stärkt. Augenzeugen berichten, daß cs geradezu wunderbar sei, wie die Deutschen alle Hin dernisse durch die hochentwickelte Technik zu überwinden versuchen. Längs der Küste ge lang cs ihnen, viele belgische Loldaten, die in Zivilkleidcru flüchten wollten, sestzunchmen. Pom Meere her wird häufig das Erp kodie ren treibender Minen gehört. England uns -ie Türkei. Rotterdam, 3. November. Der englische Staats sekretär des Aeußcrn gibt offiziell bekannt: „Die türkische Regierung hat am Freitag die telegraphische Verbindung mit der eng lischen Botschaft in Konstantinopel ab geschnitten. Es unterliegt keinem Iweifel, daß weitere Feindseligkeiten seitens der türkischen »»rr». kür Kn»«ia»n «u» L»ipKa UI,» Um,»du«, s>« /tklItlAkklvkklsr. 1 spalt!,»p»tttz»tl«23 pf., »I» NrNam»4»ll«t m.. ovo ouswürt» ro Pf., N»klam»n i.2»M.,«l»In» fin,»ig»n üi»p»Nt,»U»nur 2»pf.d.w>»»«rhol.Nod.,Nn;»tg«nvon0»k0rü»n Im amtUch»«r«tl»i»p»tit» ,»N» so Pf. »»fchäftsanz»!,»« mit pla«oorf»rlft >m priU» »rhödt. Nadatt nack» Tarif. v»Nag»n: Sesamtauf>.;M.Sa»Touf»aü ouafchl pastgtbühr. Ü«z»ig»n-stanat>mr: lodanniagolf»», d»i samtii»ra j >ai»n »»« r»lpzi,»e To,»blatt»» un» all»« stnnonc»a-Exp»Si«ionen »»« »n» u«S Nuolaa»»». va» L»ipzi,»r ilag»dlatt erscheint «»rktog» rmol, Sonn. u. ;»l»rta,»tm<U. «»rliarr NcüoNion: 3n ü»nS»lt»n »7, ZrrnlprcG-flnschluS: yansa Nr. 4,7. (Eist. Drahtmcldung. Nichtamtlich.) „Lerlinstökc Tidende" meldet aus Petersburg: Der persische Gesandte überreichte der russischen Regierung die Forderung auf sofortige Abberufung der russischen Truppen aus den persischen Territorien. schütze n." Englische Truppenparaöe in Kairo. Kopenhagen. 3. November. Die „Berlingske Tidende" erfährt aus London, die große Mili tärparade in Kairo habe ihre Wirkung auf die eingeborene Bevölkerung nicht verfehlt. (?) Umfangreiche Maßnahmen seien getroffen, um einen türkischen Einfall zu verhindern. Vie kabel im Schwarzen Meer un beschädigt. Sofia, tt. November. Bisher find keine See kabel im Schwarzen Meer beschädigt worden. Das Kabel Sewastopol—Warna arbeitet, ebenso das Kabel Konstantza Konstantinopel. Das Kabel von Konstantinopel ist unversehrt, befördert aber keine Depe'chen aus Konstantinopel. Vie russische Mtte lahmgelegt? * Mailand, 3. November. lEigener Drahtberrcht.) „Lombardin" meldet aus Konstantinopel: Die türkische Flotte bat im Schwarzen Meer die ihr bekannt gewordenen Stützpunkte der russischen Kriegsflotte mit Minen blockiert. Das Auslaufen der russischen Schwarzen-Meer-Flottc zum Eingreifen in Aktion ist dadurch unmöglich gemacht worden. Furcht vor üer türkischen Klotte. : Bukarest, tt. November. In die Pruth-Mün- oung haben sich aus Furcht vor der türkischen Flotte 7b russische Frachtschiffe und 11 Schlepp dampfer geflüchtet, oie bisher den Verkehr zwischen Rußland und den rumänischen Donauhäf.'n versahen. Der russische Personendampser „Pulgaria". der den Verkehr mit Odessa aufrechterhielt, hat ebenfalls im Prnth Zuflucht gejucht. Ein Schlachtschiff üer russischen Schwarze- Meer-Zlotte vernichtet! Dem „B. T." wird aus Sofia aemeldet Gerüchtweise verlautet hier, daß die Türken das große russische Kriegsschiff „Sinope" zum Sinken gebracht hätten. Das Linienschiff „S i n o p c" ist ein ganz alter Kasten aus dem Jahre 1887. Seine Wasserverdrängung beträgt 11 700 T.. seine Schnelligkeit nur Ni,5 See meilen. Er war mit 6 Geschützen von !10,5 em, mit 7 von 15 em und mit 1 von 1,7 <-m sowie mit zwei Maschinengewehren bestückt. Die Besatzung betrug 665 Mann. Türkisch-persisches Militär abkommen. Mailand, tt. November. (Eigene Draht nachricht.) „Sera" berichtet ans Konstantinopel: Gemäß eines türkisch-persischen Ueber- eintommcns haben die türkischen Trup pen Choi in der persischen Provinz Aserbeidschan, an der Grenze des russischen Interessengebietes b e - setzt. Starke türkische Truppenabteilungen sind in die persische Festung Urmia «ingerückt. Der Walt der Provinz Aserbeidschan hat seine noch von russischen Truppen besetzte Residenz» verlassen und ist in Urmia eingetrofsen. Türkisch« Blätter melden, daß das russische Detache ment in Täbris Vorbereitungen zum Verlaßen der Stadt treffe. Ernstliche Schwierigkeiten in Mgier. Amsterdam, tt. November. „Handelsblad" meldet: Der Madrider „Zmparcial" habe von ernstlichen Schwierigkeiten in Algier erfahren. Der Beschluß der Regierung, daß alle Männer von 17 bis zu 45 Fahren dienstpflichtig sein sollen, stößt auf lebhaften Wider st and. Gendarmen sollen getötet worden jein. Vie Seschießung Tsingtaus. * Die Londoner „Central News" wissen aus Schanghai von einem heftigen Bombarde ment auf Tsingtau zu berichten. Das Fort HcitIchua n erwiderte das Feuer. P c t r o l e u m t ci n k s im Hasen F l a m in c n. Die von Neuler bediente Preise gestern die völlige Zerstörung Tsingtaus gemeldet. Nach der neueren Meldung ist es ober dant der heldenmütigen, bcwnndernscvcrten Ausdauer unserer wackeren Besatzung erfreulicherweise noch nicht so weit. Edinas Protest gegen ^apan. ' * Zürich, tt. November. Der „Netsch" erfährt aus diplomatischer Ouclle, daß sämtliche Pro teste Chinas gegen die Verletzung seiner Neutralität durch Japan in völligem Einvernehmen mit den Vereinigten Staaten erhoben worden seien. — Nach einer weiteren Petersburger Meldung bat China zum Schutze der 'Neutralität van Schantung außer dem Bahnschutz noch starke Streitkräfte unter dem des Kriegsministers konzentriert. Die Küste ebenfalls stark besetzt. Parade sächsischer Truppen im vor König Friedrich August. Dresden. 2. November Ein jetzt im Felde stehen der Mitarbeiter des Welffsclren Ländesdienstes über mittelt in einem Feldpostbriefe folgende an- «chauliche Schilderung der Parade, die König Friedrich Augu st bei seinem Besuche auf dem westlichen Kriegsschauplätze am tttt Oktober über einen Teil seiner Truppen abnahm. Mittags Itt Uhr erschien der König, der Generalsuniform trug. Die in Parade stehenden Sachsen begrüßten ihren Landesherr» mit einem mehrmaligen Hurraruf, der weit dahin hallte über die Trlliumerstätie des Schlachtfeldes. Der König schritt die Front ab, wobei er die einzelnen Kom panien mit einem ..Guten Morgen" begrüßte. Als dann formierten sich die Kompanien zum Parade marsche. In strammer Haltung und ruhigen, festen Schrittes rückten die alten vollbärtigen Land» sturm - und L a n d w e h r m ci n n e r heran und zogen stolzen Gefühls an ihrem König und Kriegs- Herrn vorüber. Die Herbstsonne leuchtete hernieder und ließ die ausqepslanzten Seitengewehre blinken und blitzen. Kein Trommelwichel erschallte und keine Musik erklang bei dieser Königsparade. Nur schwerer Kanonendonner hallte dröhnend herüber von der Gefechtssront als einzige, ernste Musik, und im nahen Tale rauschte die Aisne. Der König war sichtlich erfreut über den Vorbeimarsch. In einer an die Truppen gerichieten Ansprache äußerte der König, daß es ihm eine ganz besondere Freude sei, daß der L a n d st u r m. den er heute so stramm ge sehen. zur g r ö ß t e n Z u f r i e d e n h e i t der Vor- aejetzten im schweren Etappendienst seine Pflicht getan, und erwarte dies auch im weiteren Verlause des Feldzuges. Daraufhin verabschiedete sich der König und besuchte alsdann die Lazarette, die anläßlich des Königsbesuches mit Blumen und Nanlcn geschmückt waren. An den Krankenlagern der Sachsen waren grün weiße Fähnchen ausgestellt. Der König sprach die meisten der Landeslinder an und spendete ihnen Trost. Graf Haeseler im Schützengraben. Die sozialdemokratische ..Arbeiterstimme" in So lingen veröffentlicht einen Feldpostbrief eines bekannten Walder Parteigenossen, in welchem dieser u. a. über den Besuch des allgemein bei den Sol daten beliebten und geachteten ergrauten Heer führers in der Kampffront des Argonncnwaldes berichtet: „Gestern war Gras Hacscler bei uns im Schützengraben und hat uns eine Stunde unterhalten. Er erzählte, daß er 1870 hier auch gelegen habe, auch 1870 fei hier gekämpft worden. Wir werden mit diesem Gefecht das Gefähr lichste und Aufopferndste leisten, was die Kriegsgeschichte je gekannt hat." Der Sozialdemokrat spricht es nicht aus, sicher ist aber, daß das Erscheinen des Grafen im Schützen graben und die zwanglose Unterhaltung mit feinen Kameraden den braven „sechgrauen Maulwürfen" wieder neuen Mut eingeflögt hat. M bltslch . sonst, md rc. Beste 03 au Ionier- r, perf. .Jahre ).,aus- Hilfe. Ulliig schäft., rzt, in 2ff.au g.2,11. S«4Z längs. /lbenö-Msgabe. lripKs UN» Vorort» Sur» uns«» Trtlq-r VkAUgvpkuIs*. nn»ep»»lt»ur»rmolt»gU»in«y«u»grbra»tr «onoiU» 1.« M-, vl»rt»l>ahrltch Z.7Z M. Sri S»r »tfchüst«si»U». unsrrn Mol»« un» Ü«»sad»st»ll»n «»-»hott: monatlichtM.,vt»rt»pahrU»SM. Durch unser» a«»»ärtt-«n ZUtolrn tn» hau» grdrochtr monatlich 1^» M., ot»rt«l>ahr»ch 4.SS M. durch üi»Post: tnn»rhald drutsch. la«»» ua» »«r »rutsch»« ltolon!»n niooatUch 1.SS M„ v!»rt»ljührUch 4^0 M-, au»schll»KUch p»std»st»Ua»tü. prel» »er <t«)»Iaumm«r t» Pf. 2a Lilpzlp, »»n Nachbarort»« uns S«n cvrtrn mit «ia»n»n ZMal»« wir» »t» tzd»a»auogad» noch am std«n» »»» <rsch»in»n» In» hau» g»U»s«rt. art- heizb. chBas später «LS20 rt zu 1 Tr. Vie Seteiligung »er Türkei am Kriege. Von Legationsrar a. D. Hermann vom Rath. Tas Verhältnis L.iiliclilnuös zur Türkei hat seit ungefähr zwei Juhrzeimlen die öffent liche Meinung sehr lebhaft beschäftig!. Laitan Abdul Hamid pflegte es siisteniarisch, er bat be reits den ersten Tentfchen Kaiser nm Ueberlas- sung von Tffizicren und Beamten als Refor matoren der türkischen Armee nnd Verwaltung. Tie deutsch-türiischen Bezielningen gewannen aber an Herzlichkeit, als der dritte Kaiser bald nach seiner Thronbesteigung dem Lullan euien persönlichen Besuch abßattcte, als der jugendliche .Herrscher unter dem Eindrneie des romantischen Zaubers des Orients auch ein tieferes Inter esse für die Bewohner und die Verhältnisse des Osmanischen Ncicbes bewies. Unter Kaiser Wilhelms Förderung gelangte neben der nnlitäriseven nnd administrativen auch die wirtschaftliche Hebung der Türkei durch deutsche Intelligenz nnd Lattraft in größerem Maße zur Verwirklichung. Tas bekannteste deutsche Unternehmen in der Türkei, allerdings unter internationaler Flagge, ist die Bagdad rahn, die inzwischen erheblich gefördert, aber immer noch niclil ganz vollendet ist. Dieses Werk, mit dem nackt einem Worte des Fürsten Bülow Deutschland sich mit einem Kompliment vor dem russischen Bären vnd einem Knir vor dem bri ttsckien Löwen in das Neff zwischen Mittel^ ländischem Meer nnd Persischem Echse inneim setzte, ist van der zengenösnschen Kritii außer- -'rdentlicki verschieden beurteilt worden. Die einen knüvsten die vhantastisrbsten Hvssnnngen einer deutschen Einflnßzone von der Handels- eiikvore an der Elbe bis zur niärchenreicheil Ltadt Harun als Raschids an diesen Lchienenstrang, die anderen tadelten das Wagnis, Deutschland zum Puffer zwischen der russischen Loiamvti'.'e und dem englischen Prellbock zu machen. Wie winzig klein, wie kleinlich erscheinen nn.- heute diese und andere Erwägungen, die uns damals so ungeheuer wichtig düntten. Heute, wo wir Augenzeugen des furchtbarsten Krieges und, der jemals die Menschheit erschüttert Hai. Vie bleiche Lchemen verschwimmen sie am Rane- des Horizonts, alle die Eifersüchteleien, die jiö au die Bestrebungen der Mächte knüpften, am Goldenen Horn die Führung zu gewinnen. Wel chen Einfluß hatten sie, diese Palast- nnd Diner- Intrigen, diese Bestechungen und schlimmeren Mittel ehrgeiziger Botschafter und Militär attaches auf die Rolle, die jetzt die Türkei tat sächlich in dein Wettdrama spielt? Dem Zwange der unbedingten historischen Notwendigkeit ge horcht sie, wenn sie gegen den D reiverband zu den Waffen greift. Man kann rtzre Lage viel leicht vergleichen nut der Preußens im Jahre l81tt. Tie damaltgc Rolle Napoleons ließ Zar Nikolaus durch seine Vasallen ani dem Balkan spielen und verstümmelt wie Preunen nach Jena ging die Türkei ans den Baltankriegen veroor. Allerdings gestattete ihr der Großen nnd Kleinen Zank nnd Zwietracht, das Pflästerchen Adria- nopei ans die große Wunde ;n legen. Aber die Gefahr fernerer Zerfleischung durch den über- mächtigen russischen Nachbar bestand fort. Der war jetzt, wie einst Napoleon, nach der Nieder lage von 1812, in schwerer Not und Bedrängnis, und diesem einzig günstigen Moment zukünftiger Eristenz Gewähr zu schaffen, konnte nnd durfte die Pforte nicht ungenutzt verstreichen lassen. lEigener Lebenstrieb, nutzt nur Lhwvalhic für Deutschland nnd seinen Bundesgenossen, drückte daher den Türken das Lchwerl in die Hand. Allerdings führte die Not das Osmanenrcich an die Leite der Macht, die ziemlich allein unter allen niemals eine beutegierige Hand nach einem Gebiete ausgestreckt, die im Elcgenteil allein unter allen ehrlich sich bemüht hatte, die politische Lelbständtgkeit und die wirtschaftliche Erstarkung und Aufnalnn.fühigleit des Reiches zu fördern. Nach dem Bukarester Frieden schien in wirt schaftlicher Beziehung der französische den deut schen Einfluß verdrängen zu wollen. Tic aller- wärts Darlehen spendende Marianne versprach der nach den Kriegen auch finanziell erschöpften Türkei einen Goldregen von vielen bändert Mil lionen, dafür ließ sie sich aber als 'Wucherzins verschreiben, was noch an Konzessionen nnd Ge rechtsamen im kleinasiatischcn Reiche anfzutrciben war. Aber Frankreich ist acs Mv-kon iters Freund, Bundesgenassc und Hclfcrshcl»cr auch