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Verantwortlicher Schriftleiter und Verleger Otto Meyer in Adorf. Postscheck-Kto. Leipzig 37369 Jahrs- 8S Freitag, de» 3>. Oktober 1824 Der Stadtrat. Er-« Skandale im Rheinland Mißtrauen gegen die Zuverlässigkeit und die von uns beschrittenen Verständigungspolitik! Grundsätzlich wolle er keiner Partei die Mit- Aushang im Rathaus hiermit bekannt gemacht. Adorf, den 29. Oktober 1924. gerichtsbezirke, die längs der tschechoslowakischen Landesgrenze liegen, die Besitzer das Entlaufen oder Verenden ihrer Hunde ungesäumt der Gemeindebehörde anzuzeigen haben. Diese hat hiervon sofort den Bezirkstierarzt zu benachrichtigen. 1662 L II 6. Oelsnitz i. V., Adorf, Markneukirchen und Schöneck, am 29. Oktober 1924. Die Amtshauptmaanfchaft and die StLdträte. Der V. Nachtrag z» dem Ortsgesetz für die städtische Freibank in Adorf i. V. vom 5. November 1903 wird unter Bezugnahme auf den entsprechenden Verwaltung. Ueber Regie- sich hohnlächelnd hinweg. Verschiedene Meldungen. — Berlin. Die Behauptung eines Berliner Blattes, daß Fürst Bismarck auf eine neue Kandidatur zum Reichstage verzichtet habe, trifft nicht zu. In welcher Form der Fürst wieder aufgestellt wird (ob in seinem Wahlkreis oder auf der Reichswahlliste), hängt noch von der Entschei dung der Parteiinstanzen ab. — Berlin. Reichsaußenminister Dr. Stresemann hat auf die ihm durch einstimmigen Vorstandsbeschluß der Deutschen Volkspartei des Wahlkreisverbandes III wieder angebotene Spitzenkandidatur verzichtet. Er wird voraus sichtlich an der Spitze der Reichsliste kandidieren. Au- der WaWewegiM. Marx und die Deutschnationalen. ein Reichsvarteitaa des Zentrums endete mit Schlußrede des Reichskanzlers Dr. Marx, in der "och einmal auf die Regierungskrise zu sprechen M und erklärte: Rückkehr der Zeppeliumannschaft. New York, 29. Oktober. Von der Besatzung de» „Z. R. 3" haben zehn Mann gestern auf dem Dampfer „München" die Rückreise nach Deutschland angetreten Kapitän Eckener ist unterwegs nach Akron, wo er heut« mit dem Direktorium der Goodyear-Zeppelin-Com- pany konferieren wird. In etwa 14 Tagen wird er dann nach Lakehurst zurückkehren. Oertliches und Sächsisches. Adorf, den 30. Ostober 1924. — Bom 3. November ab wird beim Postamt Adorf (Vogtl.) die zweite Ortsbricfbestellung wieder cinqeführt. — Die Presse brachte kürzlich die Notiz, daß den Beamten in den niedriggcstuften Orten eine einmalige Abfindungssumme in Höhe von 250 Mk. gezahlt würde. Das entspricht nicht den Tatsachen. Die einmalige Abfindungssumme bewegt sich bei einer Rückstufung von Ortsklasse B nach C zwischen 18 und 36 Mk. Das ist herzlich wenig gegenüber dem Verlust, der den Adorfer Beamten durch die Rückstufung nach Ortsklasse C entsteht und jährlich bis zu 3M Mark ausmacht. 2. — Dec „Ausschuß für innere Aufgaben" der Kirchgemeinde- Vertretung veranstaltet ams Donnerstag, den 6. November, einen Familienabend im Echützenhaus, zu dem ein interessanter Bortrag über „Evangelisches Leben in Südamerika" geboten wird. Näheres im heutigen Inserat. — Äm vergangenen Sonntag hielt der Turnverein e. V. einen Opfertag der sächsischen Turnerjugcnd zur Errichtung eines Kreis- jugendhcims in Oberwiesenthal ab. Die turnerischen Uebungen der Jugend, Turner und Turnerinnen sprachen sehr gut an. Nach Hundetollwul. Bei dem Kettenhund des Mühlenbefitzers Franz Weller in Untsrhermsgrüu U Tollwut festgestellt worden. Annehmbar ist der Hund von dem seiner Ze,t in Bad verendeten tollwütigen Jagdhunde des Jagdaufsehers Fritz Mücke in Theuma gr- worden. , Die in der Bekanntmachung der Amtshauptmannschaft Oelsnitz i. V. vom " Oktober 1924 gegen Hundetollwut erlassenen Anordnungen gelten auch für diesen Fall. Außerdem wird noch besonders daraus hingewiesen, daß im Bereiche der Amts Der Kanzler gab dann noch seinem Bedauern Aus- kn.» über den ersten Wahlaufruf der Deutschnationalen "lkspartet. Aus dem Wahlaufruf des Zentrum». ». Das Zentrum veröffentlicht nun ebenfalls feinen ^Maufruf, nachdem dieser die Zustimmung des Partei- gefunden hat. Der Aufruf verteidigt zunächst A einmal die bisherige Politik des Zentrums und dann als Wahlparole aus: „Für eine Politik, die an Deutschlands Zukunft glaubt! Fortsetzung der bisherigen nationalen Rettungsarbeit! «ch für die Befreiung von Ruhr und Rhein! Für den der Weimarer Verfassung und für eine befestigte il-Mautorilät! Für wirtschaftlichen und sozialen Aus- üund gerechte Lastenverteilung! Für christliche Er- »NA und Durchdringung des öffentlichen Lebens in VMaft, Staat und Politik mit den sittlichen Grund- des Christentums!" Weiter heißt es dann in dem 4Iuf- iUoch: „Als Partei der Mitte, stehend auf dem festen Grund Christentums und lebendigen Volkstums, waren wir Weit bereit, mit allen denen zusammenzuwirken, die ""s den Wiederaufbau von Staat und Volk auf dem sch-tn bestehender verfassungsmäßiger Ordnung und fried ig Entwicklung wollen, mögen sie von links oder von «E» kommen. So fetzen wir bewußt beiseite alles, was ^ ohnehin zerrissenes Volk noch mehr zerklüfften könnte. kennen nicht Klassenvorurteil und Klassenhaß, nicht Standes- oder Rasscnradikalismus." Paris, 29. Oktober. Die hiesige Zeitung „Ere Nouvelle" veröffentlicht heute einen zweiten Bktik«! über die „Skandale im Rheinlande", in dem es heitztr Die Redaktion bekomme seit einiger Zeit in zahllosen Briefen Berichte über die Verschwendung in den einzel nen Abteilungen der Rheinarmee. Es gehe wie ei« Fieber durch die Besatzung. Einige Offiziere bezögen auf ungerechte Weise große geldliche Vorteile. Große Privatfeste würden von höheren Offizieren mit Staats- geldern veranstaltet. Tausende von Litern von Ben zin würden verschwendet: denn zahlreiche Automobile führen umher, lediglich zum Vergnügen der Offizier« vom Generalstab und der Verwaltung. Ueber Regie rung und Gesetz setze man sich hohnlächelnd hinweg. Die Wahlparole der Deutschnationale«. tu.Der Wahlaufruf der Deutschnationalen Dolkspar- ^.veschäftigt sich zunächst auch mit der Regierungskrise Macht dabei dem Reichspräsidenten den Vonvurf, er nach dem Ergebnis der letzten Wahlen nicht j-Zd Deutschnationalen mit der Regierungsbildung s^ustragt habe. Dann gibt der Aufruf folgende °hlparole aus: - Jetzt gilt es, so stark zu werden, daß wir^unseren ststt in die Negierung mit dein unserer Stärke^and Be tz ..Ung entsprechenden Einfluß erzwingen, letzt naht der ^"»kampftag im Reich und in Preußen, der über Schwarz- oder Schwarzrotgelb entscheidet. Wir kämpfen für t^urzweitzrot! Auch in diesem Kampfe bleibt unsere Pa- Christlich-völkisch-national-sozial. tz. Besonders scharf wendet sich der Aufruf gegen die ,,"Kaidemokraten, von denen es beißt: „Auf allen d^en Wegen begegnen wir besonders einem Feinde: Christentum abgcwandten, international den- sozialentzw ei enden und wirtschaftlich zerstö- lkr « n Sozialdemokratie. Die Vormacht die- »i^. Partei des Klassenkampses und der roten Jnter- Ikb» ist in Regierung und Parlament noch nicht In Preußen besteht bis heute noch, gestützt die Große Koalition, die sozialdemokratische Miß- hjZmast, pazifistisch-würdelos nach außen und gewalt- yh 8 gegen die rechtlos gemachte vaterländische Bewe- irÄ groß nur in der Zerstörung der altbewährten ^»sichen Verwaltung, unfähig, dem Prcußengeist von Ordnung, von Dienst und Pflicht gerecht zu c Es .mußte unter allen Umständen vermieden werden, . 8 in den früheren Feindstaaten und überhaupt im Aus- Nd neues der Ä griff. an der Regierung verwehren. Wer das Verhalten »7 Deutschnationalen habe gezeigt, daß auf ihre Ber atungen kein Verlaß sei. „Sie haben," meint Marx. für die Zukunft die Arbeit nach dieser Richtung "r schwer gemacht." Neueste Nachrichten. London, 30. Oktober. Die Wahlergebnisse um 6 Uhr früh (deutscher Zeit): Konservative 161, Arbeiterpartei 78, Liberale 22 und Unabhängige 2. Gewinn und Verlust! Konservative 56 bezw. 6, Arbeiterpartei 19 bezw. 32 und Liberale 7 bezw. 44. Das End ergebnis der Wahlen dürfte Reuter zufolge mit ziemlicher Gewißheit ein Sieg der Konservativen sein. Das Ratioualdenkmal für die Gefallenen. Berlin, 29. Oktober. (Amtlich.) „Pressemeldun gen zufolge soll die Platzfrage für das geplante Na- trvnaldenkmal für die Gefallenen im Weltkriege bereits entschieden sein. Dies trifft nicht zu. Die ganze An gelegenheit befindet sich zurzeit noch in vorbereitendem Stadium. Insbesondere liegen über den Aufstellungs ort und die Art der Ausführung des Denkmals noch keinerlei Beschlüsse vor. Mit der weiteren Vorbereitung der Angelegenheit wird sich jetzt der vom Reichsrat in der Sitzung vom 16. Oktober 1924 gewählte Aus schuß, bestehend aus Reichsratsbevollmächtigten der Län der. Preußen, Bayern, Sachsen, Thüringen, Hessen und Hamburg, zu befassen haben." Die Wirtschaftsvcrhandlnngen mit Japan. Berlin, 29. Oktober. Die deutsch-japanischen Han delsvertragsverhandlungen haben das Stadium der Vor verhandlungen überschritten, sodaß nunmehr mit dem baldigen Beginn der offiziellen Vertragsverhandlun gen zu rechnen ist. Die Verhandlungen werden in Ber lin geführt werden. In maßgebenden deutschen Krei sen hofft man, daß der Abschluß eines gegenseitigen Meistbegünstigungsvertrages auch das Fallen der lästi gen Einfuhrbeschränkungen, die japanischerseits für deutsche Farbstoffe bestehen, zur Folge haben werde. Kommunistenverhaftungen in Jena. Weimar, den 29. Oktober. Zu den Verhaftungen von Mitgliedern der Kommunistischen Partei in Jena wird noch berichtet, daß es gelungen ist, den militä rischen Leiter, den Leiter des Nachrichtendienstes und den Leiter der militärischen Jugendorganisation Ser K. P. D. zu verhaften. Es wurde zahlreiches Akten material gefunden, das dem Oberreichsanwalt zuge führt worden ist. Brenn stossein fuhr nach Belgien. Brüssel, 29. Oktober. Ein Ministerialerlaß macht die Einfuhr von mineralischen Brennstoffen aus Deutschland oder Holland von einer besonderen Er laubnis abhängige . Die große Faschistenparave in Rom. Rom, 29. Oktober. Heute vormittag fand auch in Rom die angekündigte große Faschistenparade statt. Extrazüge hatten etwa 20 000 Faschisten aus der Pro vinz nach der Hauptstadt gebracht. Der Aufmarsch be gann bereits gegen 7 Uhr morgens. Auf dem Aventirr hatte ein aus allen Waffengattungen zusammengestelltes Regiment Aufstellung genommen, das zusammen mit den faschistischen Verbänden ein weites Viereck bildete. Punkt elf Uhr verkündete im Beisein des diplomati schen Korps und der geladenen Gäste sowie der Vertre ter des Heeres, der Marine und der Behörden der General der Miliz Varini den Tagesbefehl. Mussolini erschien, und die Fahnen und Banner senkten sich. Fara, der Kommandeur der Bersaglieri, verlas die Eidesformel, die die einzelnen Centurien mit ,Mrr schwören" beantworteten. Unter den Klängen des Kö-. nigsmarsches und der faschistischen Hymne defilierten dann die Legionäre vor den Offizieren des General- stabes des Heeres und der Miliz. Gegen 12 Uhr mit tags war die Feier beendet. In Mailand, Florenz, Neapel und in anderen größeren Städten sowie heut« in Rom hat nunmehr die gesamte Milizia Rational« Von über 400 VOO Mann dem König den Treueid gel«< »et. x Auslands-Rundschau. Oesterreich: Ein sehr vernünftiger Beschluß. -- Der Berkehrsausschuß der Wiener .Handelskam mer hat beschlossen, einen Antrag zu stellen auf gänz liche Abschaffung des Paßvisums gegenüber allen Staa ten Europas, mit Ausnahme Rußlands und seiner Randstaaten, sowie auf Verzicht auf die Grenzüber- schreitungsg ebühr. England: Rücktritt Macdonalds erst «ach Kampf. --- Wie aus London gemeldet wird, hat der Ko- lonialminister Thomas im Namen des Kabinetts er klärt, daß die jetzige Regierung auch nach einem un günstigen Ausgang der Wahlen nicht zurücktreten wird, sondern daß der König das Parlament mit einer Thron rede, die vom sozialistischen Kabinett ausgesetzt ist, eröffnen wird, und daß dann das Unterhaus die Ver antwortung übernehmen muß, durch einen Mißtrauens antrag die Regierung aus dem Amt zu vertreiben. Die Regierung wolle auf diese Art und Weise vor den Wäh lern die Verantwortlichkeit dafür sestgestellt wissen, welche Parteien und Personen die Ausführung des um fassenden Reformprogramms der Regierung zu verhin dern gesonnen sind. Adomr Erenzvoie Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts, der A^ns. anwaltschast und des Stadtrates zu Adorf. Hirse Jeitung erscheint an jedem Wochentage nachmittag mit dem Datum de» folgenden Tages. Sonnabend» »legt die 8seitlg« RoaiamBeilage »Nene Illustrierte- bei. Fernprecher Nr.^14 Nri S 4V^