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A-orfer U Grenzbote Wc?'°° Zageblatt und Anzeiger r« Z? -" für Adorf (Vogt!.), Bad Elster, Sladiambad Brambach, Arnsgrün, Bergen, Freiberg, Ober- und Untergettengrü«, Hermsgrüu, Ingelsbnrg, Lenbetha, Mühlhanfe«, Aebersrenth, Aemtengrün, Schönberg, Siebenbrunn, Sohl, Wohlbach und das übrige obere Vogtland. Unterhaltsame Sonntagsbeilage / Landwirtschaftliche Beilage für Hof, Land und Garten. Der .Adorfer Grenzbott' ist da« zur Veröffentlichung der amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz i. B. und des Stadttores zu Adorf i. V. behördlicher seits bestimmte Blatt; außerdem enthält der »Adorfer Grenzbote' auch amtliche Bekanntmachungen des Finanzamts Adorf i. V-, des Amtsgerichts und des Gerichtsvollziehers zu Adorf i. V. und anderer Behörden. Erscheint täglich mit Ausnahm» drr Sonn- und Feiertag». B«tugspr»t» halbmonatlich 1.20 RM. einschl. TrSgerlohn. 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Wir erinnern uns, ähnliche Urteile auch bei früheren Gelegenheiten gehört zu haben. Das eben ist das Kennzeichen der deutschen Staatsführnng, daß sie jede MentcurerpolUik ablehnt und notwendige Maßnahmen umsichtig vorbereitet. Zu verdanken ist dieser glatte Verlauf deutscher Aktionen der Kraft der Organisation und des Genies unserer Führung und daneben dem Um stand, daß die deutsche Politik geschichtliche Not wendigkeiten realisiert. Deutschland ist der Reprä sentant der neuen Ordnung, die aus diesem Kriege als Sieger hervorgehe und den europäischen Völkern ein Leben schöpferischer Arbeit ermöglichen wird. Wo immer Deutschland diplomatisch und militärisch antritt, da siegt es auch, weil das System, durch das England groß ge worden ist, abgewirtschaftet hat. Wo England in diesem neuen Kamps bisher zu „Gegenaktionen" ausgeholt hat, siud diese über DeMon stra t i o n e n , A b l e n k u n g s m a n ö v e r und Aden- teuer nicht hinausgekommcn! Solche Ablenkungs manöver waren z. B. die britische Offensive in Afrika, die, wie sich nun die Welt in der ersten Woche des Früh- lingsmonats überzeugen konnte, die weitere Entwicklung ganz und gar nicht beeinflußt hat. Trotz der Erfolge des Generals Wavell setzt in Europa die Selbstbesinnung sich fort, erkennen die Völker, daß England der Feind der europäischen Nationen ist. Ein Ablenkungsversuch gerade zu jämmerlicher Art stellt der im OKW.-Bericht vom 5. März erwähnte Ueberfaü aus eine der norwegischen Küste vorgelagerte Insel dar. Wir sind überzeugt da von, daß die Besorgnis in England unter diesen Umstän den nach wie vor außerordentlich groß ist. Der britische Rundfunksprecher McGicky dürfte daher auch weiter hin auf die britische Offensive, der er angeblich mit „Un geduld" cntgegensieht, warten müssen. Wie eine Vorklage nimmt es sich aus, wenn McGicky erklärt, Deutschland sei ein gewaltiger Gegner, der sich auf der Höhe seiner eisernen Stärke befinde, während Englands Rüstung „noch immer nicht vollstän dig" sei. Eine Wandlung zum Bessern erwartet nun der britische Schriftsteller Priestley davon, daß England zu größerer und positiverer Aktivität aufgerüttelt werde. Allerdings will Priestley diese Aktivierung von „neuen Männern" durchgesiihrt wissen, insbesondere von jungen Kräften. Da aber Priestley im gleichen Atemzuge davon spricht, daß ganz besonders die britische Jugend in den letzten 20 Jahren bitter gefehlt habe, fehlt diesen Hoffnungen vor allem das Fundament. Auf alle Fälle bestätigen diese Aeußerungen, daß Deutschland den Briten auf zwei Gebieten überlegen ist, nämlich in der Rüstung und in der Führung! Erkennt Priestley doch unumwunden an, daß die deutsche Führung die „Männer der einfachen Routine", die England ihnen ent- gegenstcttte, glatt überflügelt hat. Der britische Lord Chatfield hat daher nur die Wahrheit ausgesprochen, wenn er die Erklärung abge geben hat, der Feind befinde sich im Vorteil. Die Hilfe nun, die England von den Vereinigten Staaten er bettelt, wird in dieser Hinsicht nichts ändern. Wie die Dinge liegen, muß England in den entscheidenden Kämpfen dieses Jahres gegen Deutschland mit den Waffen «ntrcten, die es in der H and hat und nicht mit denen, die man etwa im Herbst 1941 oder gar im Jahre 1942 in den Vereinigten Staaten produzieren könnte. Zu die ser Feststellung ist übrigens auch der Leitartikler der Scripps Howard Blätter, Raymond Clapper, gelangt. Ebenso nüchtern denkt offenbar der Generalsekretär des britischen Gewerkschaftskongresses, Citrine, der nach einer Rundreise durch die Vereinigten Staaten zu der Er kenntnis gekommen ist, es sei abwegig, eine schnelle Umstellung der amerikanischen Automobilindustrie «uf die Massenherstellung von Flugzeugen „vor Mitte oder Ende des nächsten Jahres" zu er warten. Aber auch N o o s e v e l t selbst hat dadurch saß er die totale Englandhilfe davon abhängig gemacht hat, daß die britischen Schiffe im Falle einer Besetzung Englands von feiten Deutschlands sofort ihren Kurs nach den Vereinigten Staaten nehmen müßten, eingestanden, daß er an die Möglichkeit einer Rettung Englands selbst nicht glaubt. England hat sich eben, als es im Herbst 1939 Deutschland den Krieg erklärt hat, gründlich ver rechnet. Die von England erhoffte Einkreisung ist ge scheitert, und dazu sind auch noch die Mächte, die sich bercitgefunden haben, England Waffenhilse zu gewäh ren, in einem Zeitraum von Deutschland überrannt wor- Aatemsm und Ming ln Wien N Reichsmarschall Göring traf sich am Mittwoch, dem 5 März in Wien mit dem rumänischen Staatsführer Ge neral Antonescu. Hierbei sanden längere Besprechungen im Schloß Belvedere statt. Diese erstreckten sich besonders aus wichtige, gemeinsam interessierende Wirtschaftspakt« tische Fragen und wurden im Geiste der dentsch-rumchei- schen Freundschaft und engen Zusammenarbeit geführt. den, der in der Geschichte ohne Beispiel ist. Aber das isi eben das Charakteristikum des Genies, neue Moment, ins Treffen zu führen. Rumäniens WirWasismimster bei ZM Reichswirtschaftsminister und Rcichsbankpräsideni Walcher Funk empfing den zur Zeit in Berlin weilenden rumänischen Wirtschastsminister, Generalleutnant Ptopeanu, zu einer län geren Besprechung über deutsch-rumänische Winschasissragcn Bedrohliche und Wale Lage Lord Amery bereitet England auf neue Opfer, Entbehrungen nnd Schläge vor. Zu den Mißvergnügten über die Entwicklung aus dem Bal kan gesellt sich Englands Jndienminister Lord Amery. „Wir stehen vor schwierigen und gefährlichen Aufgaben", so bekennt Amery angesichts der „bedrohlichen und fatalen Lage" aus dem Ballan, in die London durch die Katastrophcn- politik seiner Kriegsschürer geraten ist. Hinz» komme die Gefahr, „die noch näher der Heimat zn suchen sei". Es wäre anzunehmen, klagt der Jndienminister, „daß der Angriff auf Englands Schiffahrt, seine Docks und Städte nach der ver hältnismäßigen (!) Ruhe der. letzten Zeit um ein Vielfaches intensiviert und ohne Unterlaß entschlossen dnrchgeführt würde. Britannien müsse ans jedes Opfer, jede Entbehrung und neue Schläge gefaßt sein." Es ist verständlich, daß gerade Amery die Entwicklung aus dem Balkan sehr peinlich und schmerzlich ist. Noch vor einem Vierteljahr hat der Jndienminister in einer Rede in Newmarket die Lage Englands aus dem Balkan in den rosigsten Farben geschildert und von „großen ermutigenden Möglichkei ten gesprochen, die das gesamte Gesicht des Krieges verändern würden". Damals hat wohl Amery, wenn er sich dringend eine „Veränderung" wünscht, schon gemerkt, daß seine kühnen Behauptungen, mit denen er das zweite Jahr des englischen Krieges eröffnete, aus schwachen Füßen standen. „Das Ende des ersten Kriegsjahres", so hatte Amery im August verkün det, „finde England bereit und gerüstet für jede Angrifssform. Wenn Deutschland glaube, es könne durch seine Luftangriffe Englands Industrie und seine Schiffahrt zermürben, so habe es sich gewaltig geirrt." Tiefe Depression des Drachentöters Heute ist von diesen großen Tönen nichts mehr zu hören. Der „Erfolg" in Nordasrika, den selbstverständlich auch Amery ausschlachtet, ist nur eine dünne Begleitmusik für die Klage- slöte tiefster Depression, aus der der Lord von zu erwartenden Opfern, Entbehrungen nud neuen Schlägen singt. Seine ein stige kecke Drohung, „dem deutschen Drachen den Todesstoß ver setzen" zu wollen, ist — wie alle Londoner Illusionen — durch harte Tatsachen jämmerlich zerplatzt. „Nacht der Schreckens" Brennendes Geschäftsviertel in Cardiff als Wegweiser. Den im OKW. Bericht vom 4. März gemeldeten Angriff auf Cardiff nennt der Londoner Berichterstatter der „New Uort Sun" den schwersten Angriff, den dieses Gebiet bis her erlebt hat. Leuchtbomben und Hunderte von Brandbom ben, so schreibt der Korrespondent, eröffneten den Angriff. Es war eine Nacht des Schreckens. Während Feucrwächter verzweifelt versuchten, der Brände Herr zu werden, diente daS brennende Geschäftsviertcl als Wegweiser für die immer wieder herankommenden deutschen Flugzeuge. Der Polizeichcs von Cardiff, James Watson, stellt in Frage, ob aus irgend eine andere englische Stadt so viele Brandbomben abgcwor- fen wurden wie aus Cardiff. Ein anderer städtischer Beamter bezeichnete den Angriff als den größten Feuernngrifs seit Kriegsausbruch. Der Nachtangriff aus Cardiff zeige, lvie der Korrcspon- dem unier dem Zwang der britischen Zensur vorsichtig be merkt, daß England mindestens nur teilweise den Nachthimme! kontrolliere * Cardiss, die Hauptstadt von Südwales, ist ein bedeutendes Fndustriezentrnm Englands und eine bedeutende Hafenstadt. Lie Dockanlagen, deren Bau vor hundert Jahren, nämlich 1838. begann, sind derart umfangreich, daß sie eine Wasserfläche von 120 Hektar einnehmen. Mit einem Schiffsverkehr von 12.8 Millionen Registertonnen ist Lardiss der drittgrößte Hafen der britischen Insel. Darüber hinaus ist Cardiff als größter Kohlen aussuhrhasen Englands geradezu welt- bedeutend. Vor dem Kriege waren es nicht weniger als 25 Millionen Tonnen Kohlen, die von Cardiff aus ihren Weg in alle Welt nahmen. Neben der Kohle sind von Cardiff vor allem noch Eisen, Metallwaren und Maschinen ausgesührt worden. Die Einwohnerzahl der Stadt wurde in der letzten Statistik mit über 200 OVO angegeben. Dit richtige Antwort Verteidiger von Giarabub beantworten britische Ueber» gabeausforderung mit Artillericfeuer Oberstleutnant Castagna, der Verteidiger der Oase Giav» öub, hat, wie Agenzia Stefani aus Tripolis meldet, am 2. Marg gegen 11 Uhr gefunkt, daß die feindliche Artillerie von 7 bis 9 Uhr schweres Feuer aus die italienischen Stellungen in Ker Oase sowie aus die Sperrposten gelegi habe, das von den italienischen vorgeschobenen Geschützen lebhaft erwidert worden sei. 9.15 bis 9.45 überflogen feindliche Flugzeuge Giarabub und warfen Flugblätter ab, in denen die Besatzung zur Ueber« gäbe anfgesordett wurde, da jede Hoffnung aus Rückzug zer« stört, jede Verbindung abgeschnitten und dadurch keine Hoff nung auf Entsatz mehr vorhanden sei. Wörtlich sagten die Flugblätter: „Wir wünschen eure Leben zu retten und euch gut zu behandeln und zu ernähren. Ergebt euch jetzt! Warum einen verzweifelten Kamps fortsetzen? Legt die Wassen nieder!" Die Antwort sei dem Feind nach dem Funkspruch von Oberstleutnant Castagna, der mit Hochrufen auf Italien, den Kaiser und König sowie ans den Duce schließt, durch das seit Morgengrauen unaufhörlich wütende italienische Artillcriefeuer erteilt worden. Churchill lW Lady Koward verhallen Die britische Plutokratie kann die Wahrheit nicht vertragen. Schweizer Zeitungen melden ans London, daß dort in aller Heimlichkeit eine Frau verhaftet worden ist, die der obersten Gesellschaftsschicht angehört und in politischen Kreisen sehr bekannt ist: Lady Howard, die Gattin von Lord Effingham. Lady Howard ist ungarischer Abstammung. In der Lon doner Gesellschaft hatte sie sich rasch große Beliebtheit er worben und wurde oft in den Salons gesehen, in denen viele Staatsmänner verkehrten. Die Verhaftung soll nach den oben genannten Quellen erfolgt sein, nachdem Lady Howarb Wendell Willkie während seiner Englandreise wiederholt ge troffen und sich lange mit ihm unterhalten hatte. Laotz Howard habe in diesen Gesprächen die Lage in England in einem Lichte geschildert, das der Churchill-Regierung nicht nur „parteiisch", sondern „geradezu verdächtig" erschienen sei. Es sei eine Untersuchung eingeleitet worden und man habe Lady Howard aufgefordert, sich gegenüber Scotland Narb zu äußern. Ihre Erklärungen hätten aber nicht befriedigt und sie sei in ein Konzentrationslager gebracht worden. Ein flußreiche Personen hätten sich für sie verwendet, aber er folglos. Churchill zeige sich unnachgiebig, Lady Howard müsse in Haft bleiben. Durch Englands Schuld Katastrophale Notlage der patagonischen Viehzüchter und Fleischbetriebe. Den katastrophalen Wirtschastsschaden, Ken die patagonischen Fleischbetriebe und die Vieh züchter im Zusammenhang mit dem englischen Schiffsmangel erleiden, schildert der Sekretär des süd- argentinischen Landwirtschaftsverbandes in der Zeitung „C»i- tica". London habe die Flcischkäufe in Argentinien so stark eingeschränkt, daß die Betriebe in den Gebieten von Santa Cruz und Feuerland, die früher fast ausschließlich für den Englandkonsum arbeiteten, in schlimmste Bedrängnis geraten seien. Die Absicht der britischen Regierung, das Fleisch in Buenos Aires abzuholen, könne nichts daran ändern. Diese Feststellung eines argentinischen Fachmannes ist ein neuer Beweis für die große Schiffsraumnot der Briten, die gar nicht in der Lage sind, den genügenden Schiffsraum für die Abholung der Waren zur Verfügung zu stellen. Der Ver- sasser der Schilderung weist schließlich daraus hin, daß auch, Argentinien nicht über Schiffe verfüge, um die Ladungen aus den weit entfernten Gebieten im Süden des Landes heran- zuholcn. Dokument der WasienbrilderlüM Italienische Tapferkcitsmcdaillen für deutsche Soldaten. Wie aus Nom gemeldet wird, ist deutschen Soldaten, die sich in einem Frriwilligcnverband Seite an Seite mit den Kameraden der talicnischcn Kriegsmarine besondere Verdienste erworben haben, die Tapferkeitsmcdaille verliehen worden. Diese Auszeichnung bildet ein neues Dokument der deutsch- italienischen Waffenbrüderschaft. Ausgezeichnet wurden: Ge schützführer Heinrich Krcidesch aus Dortmund, Kanonier Günther Diekmann aus Rüstringcn, Kanonier Walter Eschosf aus Kiel, Kanonier Werner Wesselburg aus Hamburg. In der Verleihunasurkunde heißt es: „Zu einer Flak batterie kommandiert, haben Sie sich während der zahlreichen feindlichen Bombenangriffe durch Ruhe, Kaltblütigkeit und Unerschrockenheit ausgezeichnet. Als stetes Vorbild der an deren haben Sie sich für Ihre Aufgabe ausgeopfert und oft mals feindliche Bombenangriffe zum Scheitern gebracht."