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Anzeiger m» Eibebiatt für Riesa, Strehla and deren Umgegend. Wochkllschrist zur Belehrung und Unterhaltung. 10Z. Freitag, de» 2V. December 1850. Glänzende Fische im japanischen Meere. Die nordische „Biene" bringt die Beschreibung einer merkwürdigen Erscheinung, welche ein Wall fischfänger, Whales Fisbermanu genannt im japa nischen Meere hatte, und die sich endlich als eine Unzahl glänzender fliegender Fische herausstellte, von denen einige ins Ncuyorker Museum gebracht wurden und andere nach Paris in das Naturalien- kabinet gesendet werden sollen. — Das Schiff be fand sich in der Nähe der unter dem Namen Mad- schikofima bekannten Inselgruppe unter 25 Grad nördlicher Breite und 125 Grad östlicher Länge von Greenwich; das Wetter war stürmisch, das Meer wogte stark und die Nacht war finster. Plötz lich entdeckten die wachthabenden Matrosen vom Backbord ans in der Entfernnng eines guten Ka nonenschusses etwas, das einer ungeheuren funken sprühenden Woge glich, die mit einem ungewöhn lichen Geräusch aus das Schiff sich zuwälzte und cs zu umringen drohte. Die Wachehaltenden bil deten sich ein, dieß seien Dschonken jchinesischer und japanischer Seeräuber, die in diesen Meeren sehr zahlreich sind, und machten Lärm. Die ganze Mannschaft eilte auf das Verdeck und sah nun ein furchtbares, großartiges Schauspiel: so weit das Auge reichen konnte, schien das Meer in Flam men zu stehen, zuweilen erhob sich daraus mit ei nem unbeschreiblichen Geräusch ein blendender Streif vielfarbiger Feuer, der beim Niederfallen eine oder mehrere eben so bunte als glänzende Garben erzeugte. Beim Anblick einer so unerwar teten Geflihr wußten Kapitäne und Mannschaft nicht, was sie unternehmen sollten; sie glaubten jetzt nicht mehr an Seeräuber, vermutheten aber, es sei dieß irgend ein vulkanischer Auswurf, und fürchteten in einen jener schrecklichen Unfälle hin eingerissen zu werden, welche in den japanischen Meeren bei den noch nicht ganz erloschenen feuer speienden Bergen nicht selten find. Inzwischen näherte sich die flammende Woge, schon war sie nur noch Kabeltaulänge entfernt; sie hofften noch, die Woge werde innehalten, ihre Richtung ändern, — da erscheint eine neue Woge, noch Heller, noch glänzender als die vorangegangenen und fällt auf das Schiff, daß sie buchstäblich in Flammen hüllt. Offiziere, Matrosen, Alles ist betäubt, geblendet; als aber der erste Schreck vorüber ist, sieht die Mannschaft, mit welchem Feinde sie es zu thun hatte: das Verdeck war mit schimmernden Fischen bedeckt. Die Fische sind, so viel bekannt, noch von keinem Naturforscher beschrieben und habe» einige Aehnlichkeit mit unfern Sumpffröschen, nur statt der vorderen Pfoten haben sie breite Schwimm flossen nach Art der Fledermausflügel. Der Kör per endigt in einen Schwanz oder, richtiger gesagt, in einen Fächer, der sich nach der Willkühr des Fisches öffnet und schließt und das Geräusch her vorbringt. Mit Hülfe der Schwimmflossen und des fächerartigen Schweifes erheben sich die Fische zu einer bedeutenden Höhe und können eine gewisse Strecke weit fliegen; ihr Körper ist graugelblich, mit unregelmäßig gezogenen grünen und orange farbigen Streifchen und mit einer klebrigen Flüs sigkeit bedeckt, welche das ungewöhnliche Helle Licht ausstrahlt. Die Matrosen, welche die Fische ohne alle Vorsicht packten, fühlten eine ziemlich starke Hitze. Eine große Anzahl dieser Fische wurden in Glaskasten gesperrt, wo sie nach einigen Tagen abstanden; bemerkenswerth ist aber, daß ihr phos. phorischeS Licht nicht schwächer wurde, sondern im Gegentheil sich noch zu verstärken schien öder we nigstens, wie der Schiffskapitän versichert, so schim mernd blieb, wie am ersten Tage. Vermischtes. Dresden, 16. Dec. Von den neulich auf. gekauften Pferden werden bereits 1300 Stück wieder verkauft. Am 27. Dec. sollen in DreS. den 150 Stück und in Bautzen, Döbeln, Pirna,