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Adorm Grenzome Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschast Oelsnitz, des Amtsgerichts, der Amts, anwaltschaft und des Stadtrates zu Adorf. Anzeigenpreise: U, bgespaltene Petitzeile oder deren Raum 15 Goldpfennige, bei auswärtigen Anzeigen 20 Gvldpfennige, für die amtliche Zeile 40 Goldpfennige, Reklamezeile 60 Goldpfenntg«, Diese Zeitung erscheint an jedem Wochentage nachmittag mit dem Datum de» folgenden Tages. Sonnabends liegt die 8seitige Roman-Beilage „Neue Illustrierte« bei. Fernprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter und Verlegers tto Meyer in Adorf. Postscheck-Kw. Leipzig 37369 ' den IS. Imn 1924 IM^89. 17. Januar 1921 hinzuweisen, wonach unter Anderem alle Fahrzeuge, auch Hand-, und Kinderwagen sowie Fahrräder, auf öffentlichen Wegen stets die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten haben. Das Ueberholen der Fahrzeuge hat auf der linken Sette zu geschehen. Wir haben unsere Polizeibeamten angewiesen, auf strengste Einhaltung der Bor-» schristen zu achten und Zuwiderhandlungen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen. Adorf, den 16. Juni 1924. Der Stadtrat. Aekarmtmachung. Das bisherige Staatsforstrevier Elfter und das Fvrstamt Elster z« Adorf führen ab 1. Juni 1924 die Bezeichnung AIMIM» I« M Ml« ML AWMk»« IL Die im 2. Halbjahr 1924 für die hiesige Stadtgemeinde zu leistenden Fuhren sollen "«»eben werden Bewerber darum können Vordrucke zu den Angeboten auf der hiesigen «nM in Empfang nehmen. Die Angebote sind spätestens bis 23. Juni 1924 uns wieder «inzureichen. Adorf, den 16. Juni 1924. Der «tadtrat. Uechtsfahren. Wir schen uns veranlaßt, auf die gemeinschaftliche Bekanntmachung d«r Amtshsupt- ^nschaft Oelsnitz und der Stadträte Oelsnitz, Adorf, Markneukirchen und Schöneck vom Was gibt es Aeues? Tie Aufhebung der Ausreisesperre steht bevor. Reichspräsident sandte denv ReichstagSabgeorb- Dr. Kahl zu seinem.75jährigen Geburtstag ein »munschtelegramm. sitz erklärt, daß er nicht beabsichtigt, vom Vor' aer Reparationskommission zurückzutreten. gab Herriot in der Kammer die Re- -ngserklarung ab. Zusammenhang mit dem Fall Matteotti hat eine ung der italienischen Regierung stattgesunden. Herriots Pläne. ! dkl- ^Um ist Herr Doumergue mit den Stimmen ^Rechten gewählt, so beeilt sich Herriot, der, seinem Uerigen Schwur zum Trotz, fein Portefeurlle doch solcher Hand entgegen genommen hat, dre Homoge- kr t zwischen Quai d'Orsay und Elysee herzustellen, ernennt Herrn Rollet zum Kriegsministcr, Rollet, General, der die' Leitung der Schnüffelkommissio- Deutschland in der Hand hatte, deren Weiter- Friedensvcrtrage von Versailles keine Stütze mA findet und deren entwürdigende Tätigkeit trotz vem provokatorisch fortgesetzt werden soll. Diese Innung ist ein Schlag in das Gesicht Deutschlands, noch eines Beweises bedurft, daß die Erben ^.^acht Poincares auch die Erben seiner Sinnesart die?.'eines Politischen Willens sind, so ist er durch ^ Ernennung vollgültig gegeben und außerdem ?urch die Erklärungen Herriots auf das schärfste Estrichen worden. !ty. Der alte Kriegssteuermann Frankreichs ist zwar Bord gegangen, doch der Kurs der Politik bleibt dst>-- - Der Unterschied ist lediglich der, daß Herr »i das andere Pferd, das auch Herr Poincarc Stalle hatte, nun etwas mehr hervorzieht und es mehr rötlichem Gehänge aufzäumt. Es ist das gleiche Pferd und cs soll auch das gleiche machen. Tie sogenannte Sicherheitssrage wird Vordergrund geschoben, gänzlich ungeachtet der fr^en Tatsache des immer noch bestehenden Ruhrver- . deweist, daß, wenn eins von den beiden " Sicherheiten gegen feinen übelwollenden Nach ts ""twendig hat, einzig und allein Deutschland : ist. Was will dabei das schöne Phrasen- ^en, nach dem Herriot eine Verkürzung ^"itardienstzeit und eine Reorganisation der Ar- I Grund der Vorschläge von Jaures beab- § unglaublichcrwcisc überhaupt imstande, .Programm in die Wirklichkeit umzusetzen, gegen- gänzlich wehrlosem Deutschland ist auch dann ."och das Frankreich der allgemeinen Wehr da überragende Gegner, der jede Vergewaltig » vermag. Und,Vergewaltigung plant or beweist nur seine Geschicklichkeit pro- ^Unk ^Er Vorbereitung, wenn er dabei den Böl- i oinzuschaltcn gedenkt. Das Ziel <N>s vI^^Eigung geht auf nichts anderes hinaus. Aheins" französischen Plan der Einbeziehuna möglichst auch des Ruhrgcbietes in für ewige Zeiten, des- so I ^e „Neutralisierung- des Rheines V der der Völkerbund Büttel und gehör- Handlanger zu spielen berufen ist. Gegen die Schuldiüge. ^Aufruf Kundgebunge» am 29. Auni. - r Arbeitsausschuß deutscher Verbände erloßi rme Kundgebung, in der es u. a. heißt: Ter 28. Juni ist ein Schicksalstag besonderer Art. Vor 10 Jahren fielen in Serajewv die ver hängnisvollen Schüsse, die die Entfesselung des Welt krieges zur Folge hatten. Vor 5 Jahren mußte au diesem Tage unter dem Drucke der waffenstarrender, feindlichen Heere und unter der Androhung fortge setzter Aushungerung das Diktat von Versailles unter- schrieben werden. Mit einem Wortbruch suchte man die Reichseinheit zu zerschlagen, die deutsche Wirtschaft zu zerstören, den lehren Rest deutscher Volkskrast ver nichtend zu treffen. Mit der Kriegsschuldlüge sucht« man auch weiterhin das moralische Ansehen Deutsch, lands in der ganzen Welt zu untergraben. Jahre hindurch hat die Wett infolge einer ge wissenlosen Propaganda die Lüge von der deutschen Schuld am Kriege, von der deutschen Schuld im Kriege, )ie Lüge von der Kolonialschuld geglaubt und der wutschen Not im allgemeinen gleichgültig zugesehen. Hie in- und ausländische wissenschaftliche Forschung hat die Unhaltbarkeit dieser Schuldanklagen längst be wiesen. Die deutsche Reichsregierung hat ihre geheim sten Archive aller Wett willig geöffnet. Die Gegner haben dies bisher unterlassen und nichts getan, um der Wahrheit zum Siege zu verhelfen. Deutsche Brüdern, deutsche Schwestern! Am Tage der fünfjährigen Wiederkehr der Unterzeichnung des Diktats muß auch das deutsche Volk der Welt seinen Willen deutlich und ausdrucksvoll zeigen. Wir rufen daher alle Berufsstände im ganzen Reiche auf, am Sonntag, den 29. Juni, allerorts würdevolle Kund gebungen zu veranstalten. Tie Kundgebungen müssen sein ein flammender Protest gegen die Lüge von der deutschen Schuld am Weltkrieg/, gegen weitere Ge walt und weitere Bedrohung, ein Ausdruck des ge schlossenen Willens zum Frieden und zur Freiheit, eine Forderung des Rechtes auf Leben und Entwickel lungsmöglichkeiten. England und MM. Tic Ausweisung des englischen Geschäftsträgers. Im Umterhause gab Macdonald über die Lage des britischen diplomatischen Agenten in Stadt Mexi ko, Cummins, ab, den die mexikanische Regierung unter allen Umstünden ausweisen möchte, und der gegenwärtig in der britischen Botschaft belagert wird. Macdonald erklärte, daß schon seit geraumer Zeit eine Spannung zwischen der mexikanischen Regierung und Cummins bestanden habe. Die britische Regierung sei nicht in der Lage gewesen, die Berechtigung der Be schwerden, die gegen Cummins vorgebracht wurdeix, anzuerkennen. Am 13. Mai sei die Regierung ver ständigt worden, daß Cummins am 10. Juni ausge- wiesen werden würde, falls nicht noch vorher seine Ab berufung erfolge. Macdonald erwähnte, da er bestrebt gewesen sei, die Beziehungen mit Mexiko zu bessern, hätte er beschlossen, daß Sir Thomas Hohler, der früher schon in Mexiko diese Arbeiten verrichtet habe, dorthin zurückkehren sollte, um über die Lage zu be richten. Man habe der mexikanischen Regierung diese Absicht mitgeteilt. Tie mexikanische Regierung habe jedoch nicht ihren Ausweisungsbefehl gegen Cummins zurückgezogen, sondern jetzt sogar Schritte ergriffen, um ihn auszuführen. Gegenwärtig sei Cummins tat sächlich im Botschaftsgebäude belagert. * Rücktritt dcS omcrikanischrn Botschafters in Mexiko. Nach Meldungen aus Washington ist der ameri- kanisckc Botschafter in Mexiko, Charles Warren, von seinem Amte zurückgetreten. Ser MtteM-Skandal. Umbildung des Kabinetts. Wie vorauszusehcn, wächst sich die Affäre Blatte- vtti immer mehr zu einer politischen Krise ersten langes aus. Auf Anregung einiger Minister hat das gesamte Kabinett Mussolini die Portefeuilles'zur Verfügung gestellt. Ter König ernannte auf Vorschlag- Mussolinis den Kolonialminister Fcderzoni zum Mini ster des Innern. Mussolini übernimmt interimistisch das Kolonialministerium. Diese Lösung der Krisis wird alle die enttäuschen, die eine radikale Erneuerung erwartet hatten. Ins besondere erregt es Befremden, daß der General d? Bono, dem vorgeworfen wird, daß er die Flucht ein« Anzahl der Hauptbeschuldigten in dem Matteotti-Skan- dal nicht zu verhindern gewußt hat, erster komman«. dicrender General der faszistischen Miliz bleibt. I, Verhaftung der Mörder. - Ter geflüchtete Direktor des „Corriere Jtaliano^ Filipelli, der als einer der Haupturheber an des Komplott gegen Matteotti angesehen wird, ist in G» nua verhaftet worden. Sein Freund Naldi, der früher« Direktor des Blattes „Tempo", der Filipelli zur Flucht verhalfen hatte, wurde in Bologna festgenommen. Ao» Montag abend hat sich auch der Chauffeur Fili, Pellis, Colini, der das Automobil, das zur Ford» schaffung Matteottis diente, in Sicherheit gebracht hatt^ der Gerichtsbehörde in Rom selbst gestellt. Endlich wurde in Leeco ein Mann namens Volpi, der von der sozialistischen Presse als einer der Mörder Matt», ottis bezeichnet wird, und jedenfalls an der Beiseite, schaffung des Abgeordneten beteiligt war, verhaftet. Der frühere Pressechef des Ministerpräsidiums, Rossi, der ebenfalls geflüchtet ist, scheint ins AuH». land entkommen zu sein. Wie Matteotti starb. Ter in Lecco verhaftete Volpi hat, wie das kom^ mnnistische Blatt Unita in Mailand berichtet, einigens Freunden geschildert, wie der Mord geschah. Er «-j zählte: „Matteotti hat, während wir ihn erdolchten, herausfordernden Mut gezeigt. Er sagte uns bis anU Ende ins Gesicht: „Blörder! Barbaren! Feiglinge!* So blieb er fest, ohne um Mitleid zu flehen, und wäh rend wir fortfuhren, ihn zu schlagen, rief er: „Schlagt mich tot, mein Ideal werdet ihr nicht umbringen!* Vielleicht, wenn er sich nur einen Augenblick furcht sam gezeigt hätte, wenn er gebeten hätte, ihn zu schonen, hätten wir den Mord nicht bis ans End«/ durchgeführt." Das erste Kirchenbundesgeses. Nom Evangelischen Kirchentag. Ter Evangelische Kirchentag nahm am Montags in zwei Plenarsitzungen die gesetzgeberischen Arbeitet» aus. In der Vormittagssitzung gab Vizepräsident 0- Dr. Kapler-Berlin eine Begründung des Gesetzent« Ivurfes betr. den Anschluß deutscher evangelischer Kiv-f chengcmeinschasten, Gemeinden und Geistlichen äußere halb Deutschlands an den Kirchenbund. Dieser Ent wurf, dessen rechtliche Grundlage eine Bestimmung der Bundesverfassung bildet, hat den Zweck, den deut* schen Evangelischen und ihren Gemeinden, im Aug;