Volltext Seite (XML)
1882. Donnerstag, den S7. Juli AiutzenerAMchnchlm Heerklotz, Stadtrath. Die auf Bekanntmachung. Donnerstag, den 27. Juli 1882, zu, öffentlichen Kenntlich gebracht. Bantzen, den 24. Juli 1882. wiUdc. vUbniz in Wcibciibcrq, , m Pulir >>I l..> eniiv. M. Rcusmci itt cbcr-euunersdorf. dabinaeaen bleiben die übrigen aus den Promenadenwegen befindlichen Ruhebänke anderen Promenadenbesuchern zur ausschließlichen Benutzung Vorbehalten: es wird daher den Kinderwärierinnen und den Kindern der Aufenthalt an diesen Bänken und die Benutzung derselben hierdurch ausdrücklich untersagt. 3 Zuwiderhandlungen gegen diese Vorschriften werden aus Grund 8 366,>o des Reichsstras- ' gesetzbuchs mit Geldstrafe bis zu 60 oder mit Hast bis zu 14 Tagen bestraft. Indem dies- Bestimmungen zur Nachachtung veröffentlicht werden, wird zugleich daran erinnert, daß nach hierüber früher erlassenen Bekanntmachungen Beschävigungen der hiesigen öfsent ichen Promenaden und Anlaaen insbesondere der Wege, Bänke, Einfriedigungen, owie das Abbrechen von Blülhen, Blumen und Zweigen,' ing!^ der Rasenplätze, soweit derartige Handlungen nicht schon nach 88 M und 301 des Reichsstrafgesebbuchs strafrechtlich zu verfolgen sind, in gleicher Weise wie oben unter 3. erwähnt ist, ohne Nachsicht geahndet werden. Der Stadtrath zu Bautzen, am 26. Juli 1882. anberaumte Versteigerung von Roggen und Heu bei dem Handelsmann Blüllsrtze in ÜRdschlottz findet nicht statt, Bautzen, den 26. Juli 1882. Der Gerichtsvollzieher des Königlichen Amtsgerichts daselbst. Hänsch. Aie Kreisttauptmarmschaft. Berndt. Bekanntmachung. Vielfache und woblbegründete Beschwerden über den Verkehr der Kinderwärterinnen auf den Promenaden zwischen dem äußeren Lauen- und dem äußeren Reichenthore veranlagen die unterzeichnete Behörde zu folgenden polizeilichen Anordnungen: I. Das Fahren von zwei und mehr als zwei Kinderwagen neben einander, ferner das Stehen bleiben mehrerer Kinderwärterinnen mit oder ohne Kinderwagen inmitten der Fußwege wird verboten,' 2. diejenigen Rukebänke, die an dem längs der Stadtmauer sich hinziehenden Fußwege, wie auch die zwei Ruhebänke, welche aus der Nordseite des Bassinplatzes ausgestellt sind, dürfen von den Kinderwärterinnen und den ihrer Aussicht unterstellten Kindern mit benutzt werden, Bekanntmachung. Nachdem von der Königlichen Commission für das Vctcrinärwcsen dem Herrn Be zirksthierarzte Fünfstück z» Kittlitz ans die Zeit vom 25. dieses bis 14. nächsten Monats Urlaub ertheilt und die Stellvertretung desselben während der gedachten Urlaubszcit dem Herrn Bezirksthicrarzt König zu Bautzen übertragen worden ist, so wird dies; hiermit der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Hermhut, Bernstadt, Ostritz und Reichenau, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Benis a , sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. Organ der Handels» und Gewerbekammer zu Zittau. B. v. Lindenau in Pulsnitz und C. E. Wiedemann in Reichen- in dem abends auSzugebcnden V bach O.-L. Blatte Aufnahme. VerormmugSblatt der Krcishauptmanuschaft Bautze« zugleich als KanfistorialdehSrde der Odcrlausttz. Alle als solid bekannten An- noncendUlcans »cbmen, Ulme Preis«böbuna. Iweraie siir die .Patchen« Nachrichten" cm» acaen t desql dieherrenTemper IN Patchen -cMn'iMb.1. Antike iti Lvban. vippilich in SchirgiS- Nr 172. Die „Bautzener Nachrichten" erscheinen (äusser Sonn- u. Fest tags» täglich abends 7 Uhr für den folgenden Tag. Nbonne mcntspreis vicrieljahrl. 3./L Iniertionsbetrag für den RaumeinerPetil-Lpaltäcile I2^l Nachwcisgebii h r p. Inserat 20 <1 Geb ii h r für briefliche Sluslunflscrlcilung 10 innd Porto). Kleinere, bis früh 9 Uhr eingehende Interalc finden noch Telegraphische Korrespondenz. Wien, 25. Juli. Nach einer inspirierten Pariser Zuschrift der „Pol. Korr." hat das französische Kabinett bereits Schritte in Nom gethan, um den Beistand Italiens bei den bevorstehenden militärischen Schritten in betreff Agyptenszu erwirken. Das italienische Kabinett schwanke. Die Pforte könne auf die Bereitwilligkeit der Westmächte zählen, wenn sie etwa militärische Kommissäre entsendet, sich den europäischen Truppen anzuschließen, oder vielleicht ein ganz kleines Truppenkontingent, mehr um als Figurant zu dienen. Die Ostmächte billigen stillschweigend den eng lisch-französischen Vorgang mit dem Vorbehalte diplomati scher Intervention bei den endgiltigen Arrangements. Eng land sei entschlossen, bis Kairo vorzudringcn, Frank reich werde ihm dahin kaum folgen, sich aber nützlich machen, indem cs etwa Alexandrien und Port Said besetzt hält und die Kommunikationen sichert. Nom, 25. Juli. Der „Diritto" bespricht die durch die Besetzung des Suezkanals seitens Englands und Frankreichs geschaffene Situation und sagt, Italien werde wie die anderen Mächte die Wcstmächte auf ihre Gefahr hin gewähren lassen. Es sei erfreulich, daß Italien sich auf diese mißliche Angelegenheit nicht eingelassen habe. Italien gebe ein glänzendes Beispiel politischer Loyalität, indem cs der Gruppe jener Mächte treu bleibe, an die es sich angeschlossen und welche ohne Zweifel im passenden Zeitpunkte diesem seinem Verhalten Rechnung tragen würden. Paris, 25. Juli. (K. Z.) Gestern nachmittags fand eine Sitzung des GemeinderatcS statt. Die Radi kalen, welche eigentlich samt und sonders anszutreten ge sonnen waren, weil die Regierung die am Freitag beschlossene Tagesordnung für null und nichtig erklärt hatte, entschieden sich heute, es nicht zu thun, sondern zu bleiben, weil sie in der gegenwärtigen schwierigen Lage der Negierung nicht noch mehr Verlegenheiten bereiten wollen. Paris, 25. Juli, abends. Das im Parlamente heute zur Verteilung gelangte Gelb buch enthält De peschen bis zum 2. Juni. In einer Depesche vom 14. Mai spricht der Ministerpräsident Frchcinet die Ansicht aus, daß es nicht angezeigt wäre, die anderen Mächte aufzufordcrn, auch ihrerseits Kriegsschiffe an Seiten der englischen und französischen nach Ägypten zu senden. Ein derartiger Schritt würde der englisch-französischen Aktion den leitenden Cha rakter benehmen,„welchen ihr Europa zugcstehe und welchen Europa ihr in Ägypten belassen zu wollen scheine. — In einer Depesche vom 16. Mai teilt der französische Botschafter in Petersburg, Admiral Jaurcs, mit, daß der Minister von Giers anläßlich der Flvttcndcmonstration erklärte, Rußland würde in keinem Falle Instruktionen erteilen, welche denen Frankreichs und Englands entgegengesetzt wären; man werde entweder in Zurückhaltung verharren oder sich im Sinne Frankreichs und Englands äußern. — Der französische Bot schafter in Berlin, Baron de Courccl, berichtet am 20. Mai, daß Deutschland im allgemeinen den Standpunkt fcsthaltc, welchen es in Übereinstimmung mit Frankreich in der ägyp tischen Frage eingenommen habe. Nichtsdestoweniger glaube Deutschland in Konstantinopel die Äußerungen Frankreichs nicht offiziell unterstützen zu können, wegen der Verschieden heit der Anschauung, welche in dieser Hinsicht bei den übrigen Negierungen, von denen sich Deutschland nicht trennen wolle, zu Tage getreten sei. Indes wolle Deutschland sich bemühen, diese Negierungen zu einer Anschauung zu führen, welche der Frankreichs gleichartiger wäre. Der türkische Botschafter in Berlin, Sadullah Bey, habe die Berliner Re gierung ersucht, ihren Einfluß geltend zu machen, um die Flottcudemonstration zu verhindern, indem er, der Bot schafter, für den Sultan das ausschließliche Recht der In tervention in Ägypten in Anspruch nahm. Der Unterstaats sckrctär vr. Busch antwortete dem Botschafter, seine persön liche Meinung ginge dahin, daß die Türkei besser thun würde, sich mit den Wcstmächten zu verständigen, um eine Regelung der ägyptischen Frage hcrbcizuführen. Verschiedene Depeschen des französischen Vertreters in Alexandrien, Sien kiewicz, namentlich eine vom 23. Mai, führen das Scheitern der Bemühungen um eine Verständigung auf den Einfluß der Pforte zurück. — Eine weitere Depesche des Baron de Courccl meldet, daß Deutschland die Konferenz billige als ein geeignetes Mittel, um zwischen den Mächten das wün schenswerte Einvernehmen herzustellen. London, 24. Juli, abends. Unterhaus. Unter staatssekretär Dilke erwiderte auf eine Anfrage Bourkes, der Vorschlag, welchen der Botschafter Graf Corti in der Kon- fercnzsitzung vom 27. Juni gemacht, daß nämlich während der Dauer der Konferenz die Mächte von isolierten Unter nehmungen in Ägypten abstehcn sollten, sei mit dem Vor behalt der sorcv nmst-nro, wie der Notwendigkeit des Schutzes der Person und des Eigentums der resp. Staatsangehörigen angenommen worden. In der folgenden Sitzung vom 30. Juni habe dann Lord Dufferin deutlich erklärt, die englische Regierung werde jeden Angriff auf den Suczkanal, sowie jede plötzliche Veränderung oder Katastrophe, die Englands spccielle Interessen bedrohe, als unter den Begriff der torac majauro fallend ansehen. Hinsichtlich dieser Erklärung sei aus der Konferenz keine Erwägung gemacht worden. Dem Deputierten Bartlett entgegnete Dilke, er glaube, die im Innern Ägyptens wohnenden Europäer seien ermordet worden. Die in Port Said lebenden Europäer seien nicht der Gnade der ägyptischen Truppen oder der Araber preisgegebcn, son dern könnten durch die französischen nnd englischen Streit kräfte in Port Said geschützt werden. Fitzmaurice gegenüber erklärte Dilke, die Regierung habe keine positive Mitteilung bezüglich der Bildung des neuen Ministeriums in Bulgarien; es sei aber wahrscheinlich, daß die im bulgarischen Kabinett befindlichen russischen Offiziere nicht beabsichtigen, isolierte Vorstellungen zu Gunsten Zancoffs zu machen, da ein solcher Schritt in Übereinstimmung mit den Unterzeichnern des Berliner Vertrages geschehen sollte. Im Fortgange der Sitzung begründete der Premier Gladstone die beantragte Kreditforderung und teilte mit, er wolle das Geld durch eine Erhöhung der Einkommensteuer um 3 Pence per Pfund für das letzte Halbjahr aufbringen. Die Erhöhung würde dem nach 1 Pence per mmnm betragen. Bei der Begründung der Kreditfordcrung bemerkte Gladstone, dem Hanse werde morgen in einer Botschaft der Königin mitgetcilt werden, daß ein Notfall bestehe und daß England einer Ver mehrung seines Heeres bedürfe. „Wir haben uns nicht cin- mischcn wollen in die legitime Autorität des Sultans und haben niemals einen Kreuzzug gegen die Türkei gepredigt, wir haben gewünscht, die Souveränität des Sultans inner halb der Grenzen des loyalen Rechtes aufrecht zu erhalten, wir haben versucht, die Empfindlichkeiten des Sultans mög lichst zu beruhigen. Unseres Erachtens hat aber der Sultan die Gelegenheit zur Intervention verpaßt. Angesichts der Zustände in Ägypten ist nicht zu hoffen, daß eine Abhilfe von der militärischen Macht des Sultans kommen kann oder kommen wird. Wir haben zunächst die vereinte Autorität Europas gewünscht, haben indes ebenfalls nnr ein negatives Resultat erlangt. Während die Mächte nicht bereit sind, sich unmittelbar an einer militärischen Aktion zu beteiligen oder gewissen Mächten ein Mandat zu erteilen, besitzen wir jedoch die moralische Zustimmung Europas. Selbstverständlich haben wir in der Frage in sehr spccicllcm Grade nach Frank reich geblickt, seine Zustimmung übersteigt eine bloß mora lische Zustimmung. Frankreich ist bereit, mit uns die Sicher heit und den freien Verkehr auf dem Suezkanal zu ver bürgen. Wir haben keinen Grund, zu glauben, daß Frank ¬ reich weiter gehen werde. Indes ist die Verteidigung des Suezkanals jetzt nicht mehr genügend nnd wir würden noch immer die Mitwirkung Europas wünschen, nicht nnr um die Last Englands zu erleichtern und seine Aktion zu stärken, sondern auch, um dieser Aktion jeden selbstsüchtigen aggressiven Charakter zu nehmen. Gelingt cs nicht, eine Kooperation zu erlangen, so werden wir nicht davor zurück- schrcckcn, unserer Pflicht allein gerecht zu werde«." (Beifall.) Schließlich gab Gladstone der Überzeugung Ausdruck, daß die Aktion Englands die Sanktion der Mächte erhalten werde, sowie der Hoffnung, daß die Unterdrückung der mili tärischen Tyrannei in Ägypten gelinge. England werde dann und wie er wünsche recht bald eine Lösung der ägyp tischen Frage fordern, die basiert sei auf der Aufrechterhaltung der internationalen Rechte und der Unterstützung des Khe- dives. Die Debatte wurde schließlich auf morgen vertagt. Oberhaus. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Lord Granville, gab einen historischen Überblick über die Er eignisse in Ägypten und erklärte hierbei, die Entsendung der Flotte habe Tausenden von Europäern nnd wahrscheinlich auch dem Khedive das Leben gerettet. Eine frühere Entsend ung von Truppen wäre wahrscheinlich seitens der anderen Mächte als eine feindselige Demonstration angesehen worden. Die Regierung habe mit Befriedigung die Nachricht ent- gcgengenommen, daß die Pforte die Konferenz beschicke, sie sei jedoch noch ohne Information darüber, ob der Sultan Truppen zu entsenden beabsichtige. Frankreich, das sich 'n vollem Einvernehmen mit England befinde, werde die Sorge für die Sicherheit des Suezkanals übernehmen; Italien werde sich hoffentlich anschließen. Was den Vor marsch in das Innere von Ägypten angche, so stehe noch nicht fest, ob Frankreich an einer solchen Bewegung teil- nehmcn werde oder nicht. Die öffentliche Meinung Europas sei der Aktion Englands günstig, deren Ziel die Aufrecht erhaltung der Autorität des Khedive und eine weise Ent wickelung der Freiheit des ägyptischen Volkes, sobald es von der jetzigen militärischen Tyrannei befreit sei, bilde. (Beifall.) Der MarguiS von Salisbury billigt das jetzige Vorgehen Englands. London, 25. Juli. Das „Reutersche Bureau" läßt sich aus Alexandrien von gestern telegraphieren, dem Khedive sei die Anzeige zugegangen, daß herumstrcifendcs Volk aus Alexandrien, bereit zu brennen und zu plündern, nach Kairo gegangen sei; in Kairo herrschten große Befürchtungen. Von den englischen Behörden sei die türkische Telegraphen-Verbindung von Ägypten nach Stambul aufgehoben worden. Die „Daily News" erfährt, die Konferenz be schäftigte sich mit dem Vorschläge, den Sultan auf zufordern, Arabi Pascha durch eine Proklamation als Re bellen zu erklären. — Demselben Blatte wird aus Alexandrien gemeldet, der englische Vertreter habe den Khedive davon verständigt, daß England das gegenwärtige ägyptische Ministerium anerkenne, der Khedive möge mög lichst schnell einen neuen Kriegsminister an Stelle Arabi Paschas ernennen. London, 25. Juli, abends. Unterhaus. Der Premier Gladstone legte die Botschaft der Königin vor, welche die Einberufung derNeserven oder eines Teiles derselben ankündigt, da die Zustände in Ägypten Schritte zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung und zum Schutze des Khedive und der Interessen des Reiches not wendig machten. Es sei somit der Dringlichkeitsfall kon stituiert. Gladstone kündigte an, er werde morgen bean-