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Ur. 292. Montag, den 16. Dezember, abends. 1901. Bekanntmachung, die Aufkündigung des Ristes der als Staatsschuld übernommenen 3'/,prozentigen, ursorüngllch t'/,proze»tigen, später 4proz«ntigen Priorttätsanlrlhe der vormallgrn Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie vom 1. Juli 1872 betreffmo. DaS Königliche Finarz-Minikerium hat beschlossen, den noch umlaufenden Rest der al» StaalSschuld übernommenen 3'/,vrozeniigen, mspriinglich 4'/,piozenttgen, später äprozenitgen PiiorilätSanleihe der vor- «allgen Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie vom 1 Juli 1872 aus Grund deS in Punkt 3 der über die Anleihe ausgestellten Generalschuldverschreibung enthaltenen VoibehaUes der Rückzahlung nach einer drei Monate vorher eisolgten Auslündigung unter vers^ssungsmähiger Miiwirkung deS LandlagSa Sschussrs zu Verwaltung der Staatsschulden aus einmal zurückzahlen zu lassen. Demgemäß weiden alle bis j yr noch nicht auSgeloosten Schuldscheine der bezeichneten Anleihe hiermit dergestalt ausgekitndlgt. daß deren Kapital, betrüge am 1. Juli 1902 fällig werden. Die Inhaber der Schuldscheine werden ausgesordert, die KapUal- beträge gegen Rückgabe der Schuldscheine nebst den dazu gehörigen ZlnSIelslrn und den über den Fälligkeits termin htnausreichendcn ZInSschetnen vom l. Juli 1902 ad bet der Staaisschuldenkosje In Drrsden, der LotteriedarlehnSkasse in Leipzig oder den sonst bestehenden EinlöjungSstellen In Empfang zu nehmen, da «ine «eitere Verzinsung über diesen Termin hinaus nicht stattfindet. Dresden, den 14. Dezember 1901. Der Landtaasausschuß zu Verwaltung der Staatsschulden, vr. Mehnert, v. Trützschler. Meusel. Opitz Ur. Schill. Die laut Bekanntmachung deS König!. Ministeriums des Innern vom 5. November 1901 zum Ge jchäsiSbrtiiibe im Königreich Sachsen zugelassene FeuerveisichciungSgelellschasl „Rheinland' in Neuß Hai mm hierländischen Beoollmächiigten den Generalagent Herrn August Heinrich Anton Watzel In Lelpzlg- Reudniy erwählt. Der Genannte Ist von der Kgl. Brandversicherungs-Kammer In dieser Eigenschast be stätigt und vom Stadtrath zu Leipzig sür das Ihm übertragene Amt m Pflicht genommen worden. Dresden, am 13. Dezember 1901. Königliche Brandversicherungs-Kammer. vr. Bonitz. Groh. Sämmtliche Bundesregierungen und der Kaiserliche Statthalter in Elsaß-Lothiingen haben sich damit einverstanden erklärt, daß die Grundsätze der im Jahre 1894 für den Uebernahme- und Hcimschaffungsverkehr Hülfsbediirftiger getroffenen Vereinbarung auch auf den «uSwetsuugsverkeyr angewendet werden. Die Polizeibehörden des Regierungsbezirks werden daher angewiesen, die in Ziffer 1 und 3 der kreishauptmannschaftlichen Verordnung vom 16. Januar 1895 — Nr. 150. 1. — näher bezeichneten G'undsätze in Zukunft auch dann zur Anwendung zu bringen, wenn Reichsausländer auf Grund des Strafgesetzbuchs aus dem Reichsgebiete oder durch polizci- ffche Verfügung aus dem Gebiete eines Bundesstaates ausgewiesen werden. Bautzen,'den 12. Dezember 1901. Die Königliche Kreishauptmannschaft, von Schltrbm. K Aufzeichnung der Pferde und Rinder. Die nach 8 4 unter o der Verordnung vom 4. März 1881 (Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 1») vorgeschriebene Aufzeichnung der Pferde und Rinder ist für d'as lausende Jahr am 18. Dezember zu bewirten. Dabei Ist besonders zu vermerken, wie viel sich unter den ausgezeichneten Rindern Kälber im Alter Von weniger aiS 6 Wochen befinden. Die ausgesiillten Formulare sind bis spätestcuS den 8. Januar 1902 hierher elnzurelchen. Bautzen, am 21. Dezember 1S01. Königliche AmtShauptmamlschaft. Nr. Hempel. 542 des Handelsregister«, Schlesisches Holzeomptoir Hitze L Winkler in Bautzen. Heute ist eingetragen: Dl« offene Handels-Gesellschaft ist am 28. Oktober 1901 errichtet. Bautzen, 12. Dezember 1901. Königliches Amtsgericht. In da« GüterrechtSregtster ist heute eingctragen woiden, daß der Landwirlh Herr Jvhann Ernst Schulze in Grubvttz und dessen Ehesrau, die WirthschaftSbesitzerin Frau Helene August« Schulze geb. Pohla» daselbst, Gütertrennung vereinbart haben. Bauyen, den 13. Dezember 1901. Königliches Amtsgericht. Bekannt machuug, «irSgelovste Schuldscheine der Anleihe der evangelischen Schulgemeinde Bautzen betr. Bei der am 18. Juli d. I. ersolgten Planmäßigen 12. AuSloosung von Schuldverschreibungen der Bautzener Schulanleihc des Jahres 1887 sind solgende Nummern gezogen worden: I4t. A »500^ No. 34, 169, 190, 243, 307 , 318, 389, 440, 450, 513, 518, 553, 628, 643, «50, 668, 693, I,it.L a 200^ No. 164, 225, 264, 288, 367, 446, 562, 587, 594, 678, 679, 717, 722, 726, 819, 826, 834, 883, 953, 969. Am 31. Dezember 1901 werden die auf diesen Schuldverschreibungen bemerkten Kapitalbeträge zahlbar und gegen Rückgabe der Schuldscheine, sowie der dazu gehörigen Zinsleisten und der noch nicht fälligen Zinsscheine bet folgenden Stellen, alS: Stavthauptkasse Bautzen, Landständische Bank des König!. Sächs. Mnrkgrasihums Oberlausitz zu Bautzen und deren Filiale zu Dresden, Bankgeschäft G. E. Heydemann in Bautzen, Löbau und Zittau, Bankgeschäft G. H. Reinhardt In Bautzen, Bankgeschäft Schmidt L Gottschalk In Bautzen, Allgemeine Deutsche Credit-Anstalt In Leipzig und Löbauer Bank in Löbau sowie deren Filialen zu Bautzen, Neugersdorf und Zittau ausgezahlt werden. DieS wird unter Kündigung der betreffenden Schuldbeträge mit dem Hinzusügen bekannt gemacht, daß die Verzinsung der ausgeioosten Schuldverschreibungen mit dem 31. Dezember 1901 aushört. Bautzen, am 19. Juli 1901. Der evangelische Schulausschuß. Bürgermeister Lindner, Bors. H Verordnungsblatt der SreiShan-t»a««fchaft Vautze» zugleich als Koufistorialbehörde der Oberlaufitz. Amtsblatt 5er Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und Ostritz des Hauptzollamtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Schirgiswalde und Weißenberg, vr , IX der H « » » el » - » » » GewerhekK«»«» zu Litt«». »Verantwortlicher RedakteurGeorg G. Monse (Sprechstunden wochentags von 10—11 und von 3—4 Uhr). — Telegramm-Adresse: Amtsblatt Bautzen. Fernsprechanschluß Nr. VL. WM « Ä« Samtzeuer Nachrichten erscheinen, mit Ausnahme der Gönn- »nb Festtags täglich abend». Preis be» vierteltLhrltchrn Abonnement» L JofertionSgebützl tür deu Raum einer Petit. Vpaltzeile gewöhnlichen Satze« 15 tu geeigneten Fällen unter Gewährung von Rabatt; Ziffern-, Tabellen» «nb anderer schwieriger Satz entsprechend teurer. Rachweisgrbühr für jede Anzeige «t llferttou r» Pfg., für britfttch. «oskuuftsertrttung 10 Pfg. (und Porto). Nur bis früh 1v Uhr eingehende Inserate finde» »och t» de« a-e»dD rrfchei»eude» Vlntte Aufnahme. Inserat« nehmen ot« Geschäftsstelle de« Blatte« «Nb die Aunoncenburea«« an, desgleichen die Herren Wald« in Löbau, Llauß tu weißeutzmo. Lippitfch tu Schirgiswalde, Gustav Kröltng iu Bernstadt, Buhr in Königshain bei Ostrik Reußner tu Ober-Cunnersdorf «nd von Lindenau tu PulSnitz. D Mhener Nachrichten. Letzte Meld««-. »er Urie« M TUasrHa. * London, 14. Dezember. Heute ist ein Blaubuch veröffentlicht worden, welches die Schriftwechsel zwischen dem Oberkommiffar Milner und Chamberlain enthält den Bevollmächtigten den Entwurf des Vertrages v»r, der sich nur wenig von dem bereits veröffentlichten unter» scheidet. Tie Vorgänge m Lhma. Berlin, 15. Dezember. Der Kaiser richtete gestern Wochenschau. Auf die Jubiläumsfeier zweier sächsischen Regimente die auf eine ehrenvolle zweihundertjährige Geschichte zurück blicken konnten, folgte am 12. Dezember die Feier des hundertjährigen Geburtstages weiland Sr. Majestät des Königs Johann, die im ganzen Lande in dankbarer Er innerung an den hochfinnigen, edelen Fürsten begangen wurde. Im deutschen Reichstage ist endlich nach den Zoll debatten, einem Wortgefechte von ungewöhnlicher Ausdehn ung, das nur am letzten Dienstag durch die Interpellation des Fürsten Radziwill bezüglich der Wreschener Vorgänge unterbrochen wurde, Vertagung bis zum 8. Januar ein getreten, nachdem der Zolltarifs-Entwurf beim Abschlusse der ersten Lesung an eine Kommission von achtundzwanzig Mitgliedern gewiesen worden war. Die polnische Inter pellation wurde vom Reichskanzler in einer Weise ab gefertigt, daß den polnischen Abgeordneten die Lust ver gangen sein wird, polnische bez. preußisch-polnische An gelegenheiten wieder vor den deutschen Reichstag, anstatt vor den hierin kompetenten preußischen Landtag zu bringen. Den Versuch, durch eine künstliche Formulierung der Inter pellation für diese den deutschen Reichstag als die zustän- reich solle eine Annäherung an ! ziehen, um eventuell gegen England (öder ich ausdrückte, gegen .einen gemeinsamen, jahrhundert- angen Feind') sich zu kehren, dieser Vorschlag hat wider Erwarten doch auch Anklang und Zustimmung gefunden. Ganz offen traten zwei namhafte Politiker, der Socialist fauräs und der Nationalist Cassagnac auf die Seite Kaffabuaus. Cassagnac sagt in seiner „Autoritö', die ffentliche Meinung in Frankreich werde zwar anfangs er» aunt sein, bald aber diese Politik billigen; man müsse ie daran erinnern, „daß Deutschland nur ein zufälliger, England aber der unerbittliche und beständige Feind Frank- und genau die Absichten der Regierung bezüglich der Herab, eich«" sei. (Brgl. Nr. 286.) Die Unterstützung, welcheisetzung der Zahl der Flüchtlinge in den großen Konzen ¬ handlungen dieser Woche war aber die große Rede des I der unerschrockene Massabuau bei Cassagnac und JauröS Ministerpräsidenten bei der zweiten Lesung des Budget- findet, ist nicht gering anzuschlagen. Provisoriums in der Montagssitzung, in welcher Herr Aus China kam die Nachricht von einem seltsamen von Körber auf den Ernst der parlamentarischen Lage und Vorfall in Tientsin, deu die Tobsucht (das Amokläufen) die Notwendigkeit, das Abgeordnetenhaus endlich wirklich eines zu den indischen Truppen der Engländer gehörenden arbeitsfähig (arbeitswillig!) zu erhalten (oder zu machen!), Soldaten veranlaßt hat. Dieser Vorfall, der leider zu hinwies und deutlich genug die Maßnahme bezeichnete, zu Blutvergießen zwischen Indern und Deutschen geführt und der sich die Regierung im anderen Falle genötigt sehen auch ciuem deutschen Militarbeamten das Leben gekostet würde. (Diese großen Eindruck machende Rede ist in haben soll, wird, so betrübend er ist, wenigstens, nach Lage Nr. 291 der .Bautzener Nachr.' zum größten Teile wieder- der Dinge, zu keinerlei Weiterungen Anlaß geben. gegeben und auch besprochen.) Das Budgetprovisorium wurde übrigens in der folgenden Sitzung des Abgeord» netenhauses in dritter Lesung genehmigt. diae Volksvertretung erscheinen zu lassen, vereitelte Graf Bülow mit seiner ebenso gewandten wie würdigen Ent- aegnung. An die Interpellation schloß sich zwar (auf Antrag des Abg. Grafen Hompesch vom Centrum, das hier, wie so ost, diesmal auch in Gesellschaft der Social, demokratie, die Polenfraktion unterstützt) eine Besprechung derselben, bei deren Beginn jedoch der Reichskanzler und die meisten Bundeöratsmitglieder den Saal verließen. (Bergl. hierzu Nr. 288.) DaS große deutsche Geschwader unter Prinz Heinrichs Befehl hat Christiania, wo es so außerordentliche Ehr ungen erfuhr, nun wieder verlassen. Auch in Oesterreich wurden Versuche gemacht, die großpolnische Bewegung im Parlament zu fördern, indem m der Dienstagsfitzung des Abgeordnetenhanses der Abg. vpn Dzieduszyky die Wreschener Vorgänge zur Sprache brachte. Allein er wurde vom Ministerpräsidenten v. Körber zurückgewiesen, der erklärte, daß die inneren Angelegen- heilen eines anderen Staates im Abgeordnetenhause aus. geschloffen bleiben und er daher die Aeußerungen zurück, wttsen mfiffe, die sich in den Ausführungen des genannten Redners auf einen fremden Staat bezogen. Von ganz be sonderer Bedeutung in den österreichischen ParlamentS-Ver- Peking, 16. Dezember. Nachdem die Vertreter Eng- Deutsch land in Betracht I lands, Amerikas und Japans den Prinzen Tschin ge» land (oder wie Massabuau drängt haben, ihnen jeden auf die Mandschurei bezüglichen ' Vertrag vor der Unterzeichnung mitzuteilen, legte Tschin Es kann leider kein Zweifel darüber bestehen, daß das an den Vorsitzenden deS Vorstandes der Schantung- englischeVolk in seiner Mehrheit, obgleich sich allmählich Eisenbahn - Gesellschaft, Wirkl. Geh. Rat Fischer, viel Fürsprecher für einen Frieden mit den unglücklichen folgendes-Telegramm: „Ich habe aus dem Vortrage des Buren finden, doch von einem die volle Selbständigkeit der Staatssekretärs des Reichs-Marineamts anläßlich der Er. Burenftaaten gewährleistenden Friedensschluffe nichts wissen I öffnung des Eisenbahnbetriebes auf der Strecke Tsingtau- will. Das weiß die englische Regierung und das richtet Tschangling am Ersten dieses Monats mit Interesse er ste immer wieder auf, wenn ihr infolge schlimmer Nach-j sehen, daß die Schaiitung-Eisenbahn-Gesellschaft, nicht beirrt richten vom Kriegsschauplätze der Mut sinken will. nur kann man es sich auch erklären, wenn der oder jener englischer Minister eine Rede hält, die von nichts weniger ich- sehen, daß die Schantung-Eisenbahn-Gesellschaft, nicht beirrt So 1 durch die aufgetretenen Schwierigkeiten der letzten beiden Jahre, den Bau der Schantung-Dahn in energischer und umsichtiger Weise planmäßig gefördert hat. Ich spreche als versöhnlicher Gesinnung öder gar Friedenssehnsucht I Ihnen als dem Vorsitzenden des Vorstandes der Schantung» zeugt. Im Gegenteil beweist die jüngste öffentliche Rede Eisenbahn-Gesellschaft hierzu meinen Glückwunsch und meine )es Kriegsminifters Brodrick, daß gegen die noch kämpfen» Anerkennung auS.' >en Burenscharen, die gleich Bandttenhaufen geachtet wer» ' Peking, 15. Dezember. Der Hof ist gestern von )en, mit noch größerer Schonungslosigkeit verfahren werden Kaifengfu nach Peking aufgebrochen, wo das Eintreffen am oll. Man fragt sich da, ob das bedeutet, daß die Kriegs- f 7. Januar stattfinden soll, gefangenen künftig hingerichtet «erden sollen? Der von einem Teil der französischen Presse be» pöttclte Vorschlag des Deputierten Massabuau, Frank-