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Hohenstemer Tageblatt 9 und 11—12 Uhr vormittags Mit Milch von Vzö—VrO Uhr vormittags und von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Mit Fleisch und Fleischerwaaren von und 6—8 Uhr nachmittags. Hohenstein-Ernstthal, Oberlungwitz, Gersdorf, Luga«, Hermsdorf, Bernsdorf, Langenberg, Falken, Langenchursdorf, Meinsdorf, Rüßdorf, Wüstenbrand, Grüna, Mittelbach, Ursprung, Leukersdorf, Seifersdorf, Erlbach, Kirchberg, Pleitza, Reichenbach, Grumbach, Callenberg, Tirschheim, Kuhschnappel, St. Egidien, Hüttengrund u. s. w. EagcsgcschichU. Deutsches Reich. Der Bundesrath genehmigte in der nm 15 d. Ai. unter dem Vorsitz des Vieepräsidenten des Staatsministeriums, Staats sekretärs des Innern Dr. v. Bötticher, abgehaltcnen Sitzung die Entwürfe zum Rcichshaushaltsctat für 1893 —94: über den Reichs-Jnvalidenfonds, über die Einnahmen an Zöllen, Ver brauchssteuern und Aversen, über die Einnahmen an Stempel abgaben, der Post- und Telegraphenverwaltung, der Verwaltung der Eisenbahnen, der Reichs-Justizverwaltung, für den Reichs kanzler und die Reichskanzlei, des Auswärtigen Amts, des Reichsamts des Innern, des Rcichsschatzamts, des Rcichseisen- bahnamts, des Rechnungshofes und der Reichsdruckerei. Der Antrag Baierns, betreffend den Entwurf eines Gesetzes wegen Abänderung der Gewerbeordnung (Gewerbebetrieb im Umher- ziehcn), wurde den Ausschüssen für Handel und Verkehr und sirr Justizwesen überwiesen. Dem Anträge, betreffend die Ab änderung der Bcrkehrsordnung für die Eisenbahnen Deutschlands und dem Entwurf einer vom Reiche mit der österreichisch-un garischen Regierung zu treffenden Vereinbarung erleichternder Vorschriften für den wechselseitigen Verkehr zwischen den Eisen bahnen Deutschlands einerseits und Oesterreichs und Ungarns anderseits rücksichtlich der bedingungsweise zur Beförderung zugelassenen Gegenstände wurde die Zustimmung ertheilt. Einer Eingabe wegen Herstellung einer Bezirks-Fcrnsprecheinrichtung für Köln und Umgegend beschloß die Versammlung, keine Folge zu geben. Pachtgeld-Rückstände. Die zu Michaelis d. I. fällig gewesenen Pachtgelder für communliche Grundstücke sind spätestens bis Ende dieses Monats an die hiesige Stadtkasse abzuführcn. Hohenstein, den 19. November 1892. Der Stadtrat h. vr. Backofen. Berlin, 17. November. Die noch ausstehende Entscheid ung des Bundesraths über die Militärvorlage ist, wie mit Be stimmtheit versichert wird, lediglich eine Formalität. Es wird angenommen, daß die Militärvorlage schon am nächsten Dienstag, spätestens aber nach Constituirung des Reichstages am Mitt woch zur Vertheilung kommt. In diesem Falle würde mög licher Weise der Reichskanzler Graf Caprivi die Einbringung der Vorlage mit einer Rede begleiten. Ein solcher Vorgang war bisher im Reichstag nicht üblich; es wird daher auch für wahrscheinlich gehalten, daß die einleitende Rede des Reichs kanzlers erst bei der ersten Lesung des Gesetzes erfolgt. Doch ist darüber, sicherem Vernehmen nach, noch kein Beschluß er folgt. Auch nach der Eröffnung des Reichstages wird dem Bundesrathe eine umfassende Thätigkeit obliegen, da er, abge sehen von den mehrerwähnten neuen Reichssteuergesetzen, eine ganze Reihe von Vorlagen für den Reichstag zu erledigen haben wird. Berlin, 18. November. Der Bnndesrath hielt heute eine Sitzung und dürfte darin den Etat erledigt haben. Wie nach träglich bekannt wird, ist auch die Militärvorlage als Nachtrag zur Tagesordnung in einer der letzten Sitzungen des Bundes raths bereits erledigt worden und zwar scheinbar ohne erheb liche Debatte. Der „Reicksanzeiger" schreibt: „Durch eine Reihe von Zeitungen ist die Behauptung verbreitet worden, Se. Mas. der Kaiser habe, als Allerhöchstderselbe seine Zustimmung zu der Miutärvorlage gab, dem Reichskanzler gegenüber geäußert: „Sehen Sie zu, wie weit Sie damit kommen." Wir sind zu der Erklärung ermächtigt, daß die Seiner Majestät in den Mund gelegte Aeußerung vollständig erfunden ist. Se. Maje stät hat weder die erwähnten Worte gebraucht, noch sich in diesem oder einem ähnlichen Sinne geäußert. ' Der russische Botschafter Gras Schuwalow überreichte gestern die umfangreiche Antwortnote der russischen Regierung im auswärtigen Amte. Die betheiligten Ressorts sind in die Prüfung darüber eingetreten, ob diese Note die Grundlage für Verhandlungen über einen Handelsvertrag bietet. Berlin, 16. November. In einer Flut mehr persönlicher Bemerkungen spinnen sich die Verhandlungen des socialdemo- kratischcn Parteitags weiter. Heute hat auch Liebknecht selbst Veranlassung genommen, die gegen ihn gerichteten Angriffe zurückzuweisen. Das Gehalt, welches er beziehe, sei das Min deste, was er mit Rücksicht auf feine Familie fordern müsse. Als freier Schriftsteller würde er mit Leichtigkeit das Dreifache verdienen können; auch sei an das geistige Vermögen nicht der selbe Maßstab zn legen wie an das materielle. Der Arbeiter in Berlin verdiene das Drei- und Vierfache dessen, mit dem sich der schlesische Weber begnügen müsse, und auch die Dele- girten nähmen eine Aristokratenstellnng unter den Arbeitern ein. Das sind unzweifelhaft richtige Einwände; aber in dem Munde eines socialdemokratischen Führers müssen sie doch befremden; denn sie stoßen gegen die socialistischc Lehre von der Gleichheit aller Arbeit. Und was soll die socialistischc Gesellschaft mit dieser Aristokratentheorie und ihren Repräsentationspflichten machen? Für die Versammlung indessen war der Hinweis auf ihre eigene Aristokratenstellung so überzeugend, daß die Entrichtung der Gemeindeanlagen. Der am 1. November c. füllig gewesene 4. Termin der Gemeindcanlagen ist nunmehr ungesäumt zu bezahlen.' 14 Tage nach dem erstmaligen Erscheinen dieser Bekanntmachung, demnach am 5. December c., beginnt die zwangsweise Beitreibung aller Rückstände durch den Rathsvollzieher. Hohenstein, den 19. November 1892. D e r S t a d t r a t h. vr. Backofen. Grundstücksversteigerung. Die zum Nachlaß des Gutsbesitzers Karl Ludwig' M a r t i n in Gersdorf gehörigen Grundstücke, als: 1. das Handfrohngut, Cataster Nr. 85, Fvlium 87 des Grund-und Hypothekenbuchs für Gersdorf, bestehend aus den Parzellen Nr. 81, 82, 768, 769, 770, 771, 772, 773 und 776 des Flurbuchs, 11 Hektar 2,g ar groß, mit 369,gz Steuereinheiten belegt und ortsgerichtlich auf 26 800 M. geschätzt; 2. das Feld- und Wiesengruudstück, Folium 85 desselben Grund- und Hypotheken buchs, bestehend aus den Parzellen Nr. 777, 778 und 779 des Flurbuchs, 75,g ar- groß, mit 32,2z Steuereinheiten belegt und ortsgerichtlich auf 2000 Bk. geschützt; sollen erbtheiluugshalber durch das unterzeichnete Gericht den 23. November 1892, vormittags 11 Uhr in dem unter 1) bezeichneten Grundstücke öffentlich an den Meistbietenden ver steigert werden. Die Versteigcrungsbedingungen sind an hiesiger Amtsstelle, sowie in den Gasthöien zum grünen Thal und zum blauen Stern zu Gcrsdors angeschlagen. Hohenstein-Ernstthal, am 25. Octvber 1892. Königliches Amtsgericht daselbst. Constantin. Keldverpachtung. Im Bade Hohenstein sollen Freitag, den 25. November c , vormittags 9'/, Uhr die Parzellen III und VII vom vormals Falke'schen Felde oberhalb des Bades Hohenstein an zusammen 1 Iia 12,3 ar auf 4 Jahre vom 1. October 1892 bis dahin 1896 meistbietend verpachtet werden. Waldenburg, am 17. November 1892. F ürstl. S ch ö n b n r g' s ch e Rentverwalt n n g. Bekanntmachung. Der am 15. November d. I. fällig gewesene 4. Termin der Gemeindeanlage» ist spätetcns bis zum 26. d. Mts. an die hiesige Gemeindckassen-Einnahme zu entrichten. Gersdorf, 17. November 1892. Der G e m e i n d e r a t h. Göhler. Bekanntmachung. Am Todtenfestsonutage ist der öffentliche Handel zu den nachstehend an gegebenen Stunden gestattet. 1. Mit Brod und Weißen Bäckcrwaaren — ausschließlich der Conditorwaarcn — in der Zeit von 5 Uhr bis von 11—12 Uhr vormittags, 2—3 Uhr und 6—8 Uhr Nachmittags. jeden Wochentag abmds für den folgenden Hl nehmen di- Äiti" b.S Vorm. 10 Uh- A u c t i o n. Aus Antrag des Königlichen Amtsgerichtes sollen nächste» Montag, den 21. November, von Vormittag 9 Uhr ab die zum Nachlasse des verstorbenen Fischer gehörigen Gegenstände, als Kleider, Wäsche, Betten, Möbels u. s. w. im Felgner'schen Hause in Gersdorf Nr. 193 aufs Meistgebot versteigert werden. Ebersbach, Ortsrichter. A u c t i o n. Auf Antrag des König!. Amtsgerichts sollen nächsten Donnerstag, den 24. No vember, von Vormittag 9 Uhr ab die zum Nachlasse des verstorbenen Gutsbesitzers Martin gehörigen Gegenstände, als: 2 branne Pferde (Wallache), 5 Kühe, 3 tragende Kalben, 2 Abfetzkälber, 3 Schweine, 13 Hühner, Spazierwagen, 5 Lastwagen, Acker- geräthe, Hen, Stroh, Korn, Hafer, Kleider, Wäsche, Betten u. f. w. im Martin'schen Gute in Gersdorf Nr. 25 aufs Meistgebot versteigert werden. Ebersbach, Ortsrichter. Bekanntmachung. Die diesjährige Ergänzungswahl des Gemeinderathes findet Montag, den 28. November d. I., von vormittags 9 Uhr an im Röhner'schen Gasthofe statt und wird bezüglich dessen auf die in den Gasthäusern durch Anhang erlassene Bekannt machung verwiesen. Wüstenbrand, den 19. November 1892. Der G e m e i n d e v o r st a n d. H. Schubert. Mit Blumen und Bindereien von 11 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags. Aller übriger Handel ist verboten. Hohenstein, den 19. November 1892. Der Stadtrat h. vr. Backofen. Bekanntmachung. Am U December d. I. findet im Deutschen Reiche eine Viehzählung statt. Den Hausbesitzern werden zu diesem Zwecke in den nächsten Tagen Listen zugehen, welche nach Maßgabe des Vordrucks am 1. December ausznfülle» und von diesem Tage ab zur Abholnng bereit zn halten sind. Hohenstein, den 19. November 1892. D e r S t a d t r a t h. vr. Backofen.