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Eibenstocker Tageblatt : 25.03.1944
- Erscheinungsdatum
- 1944-03-25
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id426616677-194403259
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id426616677-19440325
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-426616677-19440325
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Eibenstocker Tageblatt
-
Jahr
1944
-
Monat
1944-03
- Tag 1944-03-25
-
Monat
1944-03
-
Jahr
1944
- Titel
- Eibenstocker Tageblatt : 25.03.1944
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Anzeiger für den Kmttgerichkbezirk Eibenstock und dessen Umgebung Hl ' 7L IN44 Postsch««onto Leipzig Nr. ZK« 67. F«»sp«<h« Rr. 510. wegen m sich enllich ir eine 1 dem Wahr- nn im ' Her, aller« die er Elise ein« ! ein » b«- >oren itter« r ein n ge« üten« u oen rg « nend« e und ideale denen Däne n<uer n» in » gr- tkönig r De« > ganz >«teue- st« zu ungen öand- nächst : Tod n ist. ' von >enige re an ein «st «e an« > kann inmal letsel, e und Hände i dem wingt g der ebnt«. Zioser, chltch« ttgste laut i di« Hind, üent : d« drei« dann chm. nd« n bi» heim, hland Di« urden enden leister Intik« auer» träge, War« «ment , der lienn c mit Geist miet« »trülh )amit Die er ge- us die >ttt«r- etn« matten >men. iußt« d in imlo« D« Feind vertor bei diesen Kämpfen seit dem 15. März ins^ gesamt Z1 Panzer, davon den größten Teil durch Nahkampsmittel. Damit ist nach 10 Kampftagen ein Drittel der vom Gegner bei Cassino eingesetzten Panz« ausgefallen. >ege von iste« und cko- «uf arg lee- >«r- der »g« eim die dl. aus bei >ar. llta Erster Feindansturm bei Cassino zusammengebrochen Ungewöhnlich hohe Feindverlnste erzwingen kurze Atempause. — In zehntägiger Grotz- ostenfive trotz stärksten Einsatzes nur 150 — 300 n» Bodengewiun. — Cassino selbst nach wie vor in deutscher Hand. Eibenstocker Tageblatt (vls 31. August 1920 „Amts, und Anzeigeblatt".) Kampf um einen Brückenkopf am oberen Bug Bet den schweren Kämpfen westlich Uman, im Süden der Ostfront, versuchten die Bolschewisten vor mehreren Tagen mit frisch herangezogenen Kräften unsere Absetzbewegungen zu stören. Der Feind, der in die bereits planmäßig zerstörten leeren Räume nachstieß, glaubte im Zuge seiner Aktion ungehindert nach Westen durchstoßen zu können. Im Vorfeld einer Stadt, östlich des oberen Bug, stieß er jedoch aus die hier aufgebaute neu« deutsche Wider standslinie. Jäger und Grenadiere traten den vordringenden sowjetischen Verbänden entschlosseni entgegen, um die Bewegungen der deutschen Truppen abzuschirmen und zu sichern. Nur Schritt für Schritt wichen sie den mit aller Gewalt und ohne Rücksicht auf ihre hohen Verlust« nachdrückenden Bollchewisten auf die Stadt aus. In erbitterten Nahkämpfen gelang es dann, die bis in den am Ostufer gelegenen Stadtteil nachfolgenden Sowjets zum Stehen zu bringen und ihnen mit Unterstützung von Sturmgeschützen weitere blutig« Verluste zuzufügen. Ueber 1000 Lastkraftwagen voll Munition und Verpflegung konnten inzwischen aus den am Ostufer befindlichen Lagern herausgebracht und über die Brücke des 200 Meter breiten Flusses geschasst werden. Nach zweitägigen harten Kämpfen, an denen ein Jägerregiment unter Führung des Ritterkreuzträgers Oberst Schurn und ein Dortmunder Flak regiment hervorragend beteiligt waren, wurden sämtliche Kampf gruppen nach Vernichtung aller kriegswichtigen Gebäude und An lagen in der Nacht auf das Westufer des Bug zurückgenommen und die vier über den Fluß führenden Brücken gesprengt. Die Bol- Ichewisten, deren Durchbruchsabsichten vereitelt worden waren, versammelten nun auf dem Ostufer drei Divisionen, mit denen sie wiederholt versuchten, den Fluß zu überschreiten nud unsere am Westufer angelegten Stellungen zu überrumpeln. Diese Versuch« zerbrachen jedoch alle an der Abwehr der unerschüttert in Schlamm, Regen und Kälte standhaltenden Jäger. S1. Jahrgang. n-' Sonnabend/Sonntag, den 25 /26. März Laut „Manchester Guardian" erklärte der britische Minister für die Flugzeugproduktion, Sir Stafford Cripps, in einer Botschaft, in den Industriebetrieben von Belfast streikten zur Zeit allein 12000 Arbeiter. Don den Streiks betroffen seien nicht nur die Schiffswerften, sondern auch di« Flug- »suawerke. St-e»kmb Wr Führer eines Armeekorps Der Führer verlieh am so. März daS Eichenlaub zum Ritterkreuz de« Eisernen Kreuzes au Generalleutnant Fried- rich Schulz, Führer eines Armeekorps, als 128. Soldaten der deutschen Wehrmacht. Generalleutnant Schulz führt ein Armeekorps, das her vorragend an den schweren Kämpfen südlich Schevetowka be teiligt ist. Wiederholt wurden die von Generalleutnant Schulz geführten Verbände von stärkeren semvlichen Kräften anaearitten. umfaßt und durch Unterbrechung der rückwärti- Gefreiter nimm« 150 Anglo-Amerikaner gefangen Bei den nächtlichen Kämpfen im Brückenkopf Nettuno batte der Gefreite Nägele als Führer eines schweren Maschinen- gewehrs In einer weit vorgeschobenen Stellung die Sicherung nach Süden nahe der Straße nach Campo di Carne übernommen. Als hier Briten und Nordamerikaner heranmarfchierten. ließ er sie bis 28 Meter herankommen und eröffnete dann das Feuer. Unter Ausnutzung der Verminung gelang es ihm mit sein«, Kameraden 160 Anglo-Amerikaner gefangenzunehmen. §8mal Zieger im nächtlichen Lufttamps geblieben Fliegertod des Majors Egmont zur Lippe-Weißeufeld. Berlin, 24. März. (DNB.) Major Egmont zur Lippe-Wei ßen selb, Gruppenkommandeur in einem Nachtjagdgeschwader und Träger de» Ritterkreuzes d«s Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, starb den Fliezertod. Der 25jährig« Egmont zur Lippe-Weißenfeld, der nun sein tapferes Leb«n vollendet hat, war einer der besten und erfolg reichsten deutschen Nachtjäger. Als Sohn eines Bezirkshauptmanns in der Mozartstadt Salzburg geboren, steht der Beginn seiner militärischen Laufbahn im Zeichen einer großen soldatischen Tradition der Hoch« und Deutschmeister, in deren Traditionstruppenteil, dem Wiener Infanterie-Regiment 4, er 1936 eintrat. Nach d«m Anschluß an die deutsche Luftwaffe übernommen, kam er km Herbst 1940 zur Nachtjagd. Viermal im Wehrmachtbericht erwähnt, erhielt er nach 21 Nachtjagdsiegen am 16. 4. 42 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Das Eichenlaub oerlieh ihm d«r Führer am 2. 8. 1943 nach d«m 44. Nochtjagdsieg. Längst stand er in der vordersten Reih« der putschen Nachtjäger, «in wagemutig« Soldat, «in kühner Angreif« und ein entschlossener Draufgänger, der insgesamt 48mal Sieger im nächtlichen Luftkampf blieb. Bettin, 25. März. (DNB.) Der 23. März brachte an der süd- italienischen Front einen überraschenden Wetterumschlag. Heftige Schnee- und Regenstürme, setzten sich von der Kampffront im süd lichen Apennin bis in die Ebene von Cassino fort. Hier waren die Schnee stürme einige Stunden lang so stark, daß man kaum 100 Meter weit s«h«n konnte. Die Luft- und Artillerietätigleit war infolgedessen geringer als an den Vortagen. Bei den Anglo-Ameri kanern haben besonders di« Inder unter dem ungewohnten Kälteeinbruch zu leiden. Am 10. Kampftag der seit dem 15. März andauernden feindlichen Großoffensive zeigt der Gegner Er schöpfungserscheinungen, die ihn seit den letzten 24 Stunden zu einer, wenn auch wohl nur vorübergehenden, Atempause zwingen. Auf Grund ihrer ungewöhnlich schweren Verluste mußten die Anglo-Amerikaner Umgruppierungen vornehmen und die Reste ihrer z«.fchlagen«n Kompanien Zusammenlegen. Die bereits am Vortag mit nachlassender Kraft geführten An griffe gegen den Nord- und Ostteil der Stadt kamen am 23. März vollkommen zum Erliegen. Damit ist der erste Ansturm des Feindes an dem Widerstand unserer Fallschirmjäger und Grena diere zusammengebrochen. Die gesamte Mittelmeerluftflotte des Gegners konnte gemeinsam mit üb«r 10000 Soldaten in zehn tägig« Schlacht mit stärkst« Artillerieunterstützung und mit hun dert schweren Pardern nur einen Bodengewiun von 150 bis 300 Metern erringen. Cassino selbst ist nach wie vor in deutscher Hand. Nur im Südostteil gewann der Feind das Bahnhofsgelände, das außerhalb der Stadt liegt und kei nerlei Bedeutung hat. Im Norden gelang es indischen und eng lischen Verbänden, eine Burgruine zu besetzen, die ständig unter dem Feuer unserer Artillerie liegt. Trotz der Pause nahmen die Kämpfe innerhalb der Trümmer- stadt ihren Fortgang. Fallschirmjäger fügten dem Feind in wieder holten Gegenstößen schwere Verluste zu und vernichteten in erbit terten Nahkämpfen mehrere eingebrochen« Kampfgruppen. Bei einem Vorstoß gegen die vom Feind besetzte Burgruine drangen unsere Soldäten unter Führung eines jungen Leutnants überraschend in diese ein, vernichteten mehrere Kampsstände und kehrten mit zahlreichen Gefangenen zurück. Der Gegner verlor hierbei im Feuer unser« Maschinengewehre und Handgranaten etwa die Hälft« seiner Besatzungen. Das am ersten Kampftage am weitesten vorgedrungene und am 16. Mäi^ am Ostrand des Monte Cassino auf der Höh« 435 ein gejchl o s s en« indische Bataillon hat nach "zwei ge- jcheitnlen Ausbruchsversuchen nunmehr sein Feuer eingestellt. Die Besatzung ist seit Tagen ohne Wasser und Brot. An dem Ab wehrerfolg unserer Fallschirmjäger und Grenadiere sind auch Artillerie und Sturmgeschütze hervorragend beteiligt. Mit ihrem geschickt ge leiteten Feuer unterstützten lie immer wieder den schweren Kampf der Infanterie und zerschlugen feindliche Massen an« griffe. An einzelnen Tagen verschossen unsere Batterien dabei über 5000 Granaten und brachten zahlreich« Geschütze des Gegnns zum Schweigen. Bei den Straßenkämpfen waren Sturmgeschvtze in der Ab wehr feindlicher Pamerangrifft erfolgreich. Obwohl das Trümmer feld von Cassino die Tätigkeit der Sturmartillerie äußerst erschwert«!, vernichtete oder erbeutete «in seit dem 16. Januar dort eingesetzter Vnband von Sturmgeschützen 36 Kampfwagen. Der Feind, der seine Panzer abseits der Straßen nur noch auf schmalen Eebirgspfaden heranführte, wagt sich nur noch auf nahkampfjich«re Entfernung heran. Von dort aus versucht er dann Häujerrefte und Schutthaufen zusammenzuschießen, hinter denen er Stellungen unser« Fallschirm jäger vermutet. Von neun USA.-Panzern, die bei Massa Al- banete auf einen Berg hinaufrollten und dort in unsere HKL. einzubrechen versuchten, wurden acht durch Nahkampsmittel vernichtet. Dio Besatzungen suchten, soweit sie nicht in den Kampfwagen um- gekommen waren, zu fliehen. Sie wurden jedoch vom Feuer unserer Maschinengewehre erfaßt und vernichtet oder gefangengenommen. gen Verbindungen in schwierige Lage gebracht; zeitweilig drohte sogar die völlige Einschließung des Korps. General leutnant Schulz befand sich steis persönlich im Brennpunkt der Kämpfe, er hat das Armeekorps sicher durch alle Schwie rigkeiten geführt und iede Krisenlage gemeistert. So entzog er seine Divisionen, nachdem er sich durch kraftvolle Gegen angriffe Lust verschafft hatte, durch eine geschickt durchge- fühne Absetzbewegung der drohenden Einschließung und baute eine neue Abwehrsront auf. Die Erfolge, die das Korps Schulz in beweglicher Kampsführuna gegen die Sowjets er rette, waren von höchster Bedeutung für den gesamten Frontabschnitt einer Armee. Generalleutnant Schulz wurde am 15. 10. 1897 m Pol- nisch-Nettkow geboren. Das Heer im Winterkrieg Aber der Nachschub rollt Die Leistungen der Rachschubtruppen im Ostwlnter Don Oberstleutnant Dr. Böttger Was von den Nachschubtruppen im Ostfeldzuge während der glutheißen Sommermonate auf verstaubten, ausgefahrenen, san digen und mit Löchern übersäten Straßen und während der unvor« stellbaren Herbstschlammperioden, beim Versinken der Wagen bis an die Radkappen im grundlosen Morast, beim Vorwärtsarbeiten während des gesamten Tages um nur wenige Kilometer geleistet worden ist, ist ein Ruhmesblatt dieser Truppe. Ein ganz besonderes Kapitel gehörl aber dem Einsatz der Nachschubtruppen im Winter. Würdig stellen sich die selbstverständ« liche Pflichterfüllung, die-bedingungslose Opferbereitschaft, der harte kämpferische Einsatz der Kolonnen- und Nachschubmänner an die Seite der Taten der Kampftruppe. Die Aufgaben waren so umfangreich, wurden im Laufe der Jahre immer mehr aus- geweitet und drängten sich bei den sowjetischen Angriffen der artig zusammen, daß zu ihrer Bewältigung vielfach an die kämpfenden Armeekorps Großtransportraum abgegeben werden mußte. Allerdings konnte dieser bei dem katastrophalen Zustand der Straßen nur ohne Anhänger eingesetzt werden; die Verwen dung schwerer Lastkraftwagen stieß auf allergrößte Schwierigkeiten. Andererseits sank die Einsatztonnage der Korps- und Division», nachschubtruppen unter den normalen Reparaturausfall herunter; Reparaturziffern bis zu zwei Drittel des Istbestandes waren nichts Außergewöhnliches. Mancher Lastkraftwagen mußte abgestellt oder ausgeschlachtet werden, weil ein an sich geringfügiger, aber für die Ingangbrin- gung des Wagens notwendiger Ersatzteil nicht heranzubringen war. Ebenso stand es bei der Beschaffung des Federstahls. Bei dem unglaublichen Zustand der Straßen aus den oft kilometerweit angelegten Knüppeldämmen häuften sich, obwohl die Fahrzeuge nicht mehr voll ausgelastet wurden, neben den Rahmenbrüchen die Federbrüche von Tag zu Tag und bewirkten in der Regel nach tagelangem ununterbrochenem Einsatz bis zu 50 v. H. Aus fall der eingesetzten Fahrzeuge. Werkstatteinrichtungen arbeiteten unter den primitivsten Verhältnissen und erzielten Leistungen, die der Fachmann in ruhigen Zeiten für unmöglich gehalten hätte. Immer mehr wuchs sich der Kolonnenfahrer zu einem Kämpfer aus. Del unzähligen Gelegenheiten hatte er schon beim Vormarsch seine infanteristischen Kenntnisse unter Beweis stellen müssen, wenn er aus seinem Lastkraftwagen Infanterie als Vorausabteilung verlastete oder Kompanien in Stellung brachte und mit ihnen zusammen Feindangriffe abzuwehren hatte. Wie oft erhielt in der Folgezeit die allein marschierende Kolonne in der Unermeßlichkeit des östlichen Raumes aus unübersichtlichem Waldgelände Feuer, und wie viele brave Kradmelder mußten, um ihre Aufgabe durchführen zu können, unter schwerem Beschuß wei lerfahren oder sich mit der Waffe durchkämpfen. Jederzeit und überall kamen die Nachschubeinheiten auf ihren Märschen und im nächtlichen Biwak mit versprengten feindlichen Kräften in Be rührung, und MG. und Maschinenpistole, Gewehr und Handgra nate sprachen ihre ernste Sprache. Damals wurde derneueTyp des Kolonnenfahrers geschaffen: ruhig und sicher am Lenkrad, geschickt und findig bei der Ausbesserung ständig neu auftretender Schäden, unempfindlich gegen Fliegerangriffe, Artillerie- und Salvenbeschuß, kaltblütig und zuverlässig, wenn es galt, dem Gegner mit der Waffe in der Faust entgegenzutreten. Diese Notwendigkeit ergab sich immer häufiger. Der Lage entsprechend wurden die Männer der Nach- Ichubtruppen, Kolonnenfahrer und Angehörige der Nachschubkom panien, in den Wintermonaten in die Gräben geschickt, um mit der Infanterie zusammen Einbruchsstellen abzuriegeln oder Ortschaften und Stützpunkte oder die Rollbahn selbst zu halten. Aus ihren Reihei* wurden Alarmeinheiten und eigene Gefechts- kompanien aufgestellt, die sich nach gründlicher und straffer Ausbildung überall bestens bewährt und manches Mal entschei denden Einfluß auf Kampfgeschehnisse genommen haben. Die Kälte hat die Kolonnen vor Aufgaben gestellt, die in- folge ihrer Schwere und Härte jedem Angehörigen dieser Truppe unvergeßlich bleiben werden. Die Kolonnen mußten fahren; die Kampflage zwang zu pausenlosem Einsatz. Die Versorgungsfahr ten auf der Rollbahn dauerten Tagei Sechs bi» sieben und noch mehr Tage waren unsere Wagen unterwegs, unermüdlich mußten, die Fahrer aufpaffen, da die Motoren auch beim Halten und War ten in der langen Reihe der Fahrzeuge nicht abgestellt wurden. Wer nun gar als Nachschubmann mit seiner Division oder mit seinem Armeekorps in einem Kessel lag, der war Front kämpfer im wahrsten Sinne des Wortes. In einem Kessel war der Unterschied zwischen Kampftruppe und Dersorgungstruppe beinahe völlig verwijcht. Im Kessel fielen allerdings die mehrtägigen, auf reibenden und verlustreichen Fahrten auf der Rollbahn zu den rückwärtigen Verso,uungsstützpunkten fort. Dafür entstand den Nachschubtruppen der Divisionen und Korps eine völlig neue Aus. gäbe: die auf dem Luftwege herangebrachten Versorgung»- güter mußten von den Flugzeugen übernommen und gleichgültig, ob Schneestürme über den Flugplatz dahinfegten, ob grimmige Kälte das Anpacken bei starren Gliedern beinahe un- möglich machte, oder feindlicher Artilleriebeschuß und feindliche Bomber störten, noch am gleichen Tage abgefahren werden. Vor- bereitungen hatten getrosen werden müssen: Flugplätze, auch Ab- wurfplätze waren zu erkunden, Straßen zur Rollbahn zu schaffen und laufend mit Schneeräumtrupps frei zu halten, am Rande des Flugplatzes Umschlagstellen einzurichten. Ent- und Beladekommandos waren zu stellen, Feldgendar- merie zur Verkehrsregelung sowie zur Bewachung der eingesetzten sowjetischen Gefangenen heranzuziehen, Sanitätsstellen waren ein zurichten, Splittergräben zu bauen usw. Laufend war die Start bahn vom Schnee zu befreien, täglich waren die Bombentrichter aufzufüllen und der Boden zu ebnen. Pausenlos ging die Arbeit von morgens bis in die späten Abendstunden. Die Leistungen der Nachschubtruppen werden für immer mit dem Begriff „Abwehr schlachten im Ostwinter" verbunden sein und in der Kriegsgeschichte ehrenvoll genannt werden. Der Heldenmut unserer LaWo-Kouwser Oberst von Behr vor deutschen Pressevertretern Ritterkreuzträger Oberst von Behr spach am Donnerstag vor Vertretern der deutschen Presse über die Kämpfe in und um Cassino. Seine Aussühunaen kennzeichneten den Geist unserer Soldaten, der größte Bewunderung verdient. Im einzelnen führte Oberst von Behr aus, daß die Kämpfe um Cassino seit Mitte Januar m ein Stadium ge treten sind, das sie zu den schwersten Kämpfen auf dem ita lienischen Kriegsschauplatz überhaupt stempelt. Es liege klar aus der Hand, warum Cassino vom Gegner immer und immer wieder berannt werde. Der Feind suche dort noch Möglich keiten. eine Verbindung mit dem Brückenkopf von Nettuno herzustellen. Er wolle m das römische Becken vorstoßen und schneller nach Norden Vordringen, als ihm das bisher möglich war. Cassino ragt wie eine Nase in zwei große Flußtäler hinein. Eines dieser Täler läuft von Süden nach Norden, das andere vom Westen nach Osten. Das Ostwesttal hat sich der Gegner zum Ziel genommen Bisher war es ihm jedoch nicht möglich, in das Tal selbst vorzustoßen Darum wählte er setzt den Weg durch das Vorgebirge und versucht immer wieder, Cassino zu nehmen. Oberst von Behr gab dann einen Rückblick aus die Kämpfe Ende Januar, als es den Anglo-Amerikanern gelungen war. einen Einbruch bei Cassino zu erringen. Mit aller Gewalt wollte ^er Feind in die Ebene von Cassino vorstoßen und den Ort Cassino selbst abschneiden. Durch den heldenmütigen Einsatz einer deutschen Division ist ihm dieser Einbruch ver wehrt worden. Seit dieser Zet versucht der Feind immer wie der aufs neue, zum Erfolg zu kommen Aber die heldenmütige Abwehr, bei der die verschiedensten Grenadier-, Panzergre nadier- und Fallschirmjäger-Regimenter beteiligt sind, ver sagte dem Feind den Erfolg seiner Offensiven Diese Abwehr fordere von unseren Truppen ein außer ordentlich hohes Maß an kämpferischer Leistung und selb ständigem Kämpfertum. Meistens sei es so gewesen, daß unsere Soldaten vom Zugführer bis zum Regimentskom mandeur nur selten die Möglichkeit hatten, eine direkte Ver bindung mit dem einzelnen Mann an seinem Posten auf rechtzuerhalten. Besonders in den frühen Morgenstunden und am Abend in der Dämmerung war jeder Mann auf sich felbst gestellt. Trotz stundenlangen Feuers von Granatwer fern aller Kaliber, von Artillerie und schweren Bombarde ments der feindlichen Flieger hielt aber jeder dieser aus sich felbst angewiesenen deutschen Kämpfer stand. Von Felsenloch zu Felsenloch spielt sich in Cassino selbst der Kampf ab, denn der Ort ist bekanntlich nur noch ein Trümmerfeld, das aus lauter Mauerresten besteht. Außer halb Cassinos wird ein reiner Gebirgskrieg gerührt, ein Um stand. der sür viele unserer Soldaten, die aus dem Flachland kommen,erschwerend gewesen ist. um so höher ist die kämp ferische Leistung zu bewerten, die diese Soldaten vollbracht haben. Kleinlaute ErNärung des USA.-Kriegsministers über Cassino Der nordamerikanische Kriegsminister Stimson erklärte am Donnerstag aus einer Pressekonferenz, daß die Stellun gen der Amerikaner in Cassino immer noch prekär" seien. Er fügte hinzu: „Die Ursache hierfür ist das Emsickern deutscher Truppen. Die Art, wie die Deutschen sich hier verteidigen, sollte uns wieder einmal nüchtern beurteilen lassen, wie starr der Gegner noch ist."
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