Volltext Seite (XML)
Freitag, de« 19. September «r SSV MilhmelMMWlen. »u»tuged<iid«nvlaur«ul:ltchm«. ^eroermuugSblatt ver KreiShauptmannfchaft Bautzen zugleich als Konfiftorialvehörde der Oberlaufitz »V «ochrichten' «IchW'in <«ikr «mm- ». Hell. Üblich -drnd« 7 Uhr lür »« Vlläidcn »a». »orau«- tuevtrtchtei-der Adonnr- me,t«»rrts vicrl-ljährl Anl«rli»u«brtr»i, Mr « »aum-tnkrPetil.SpaltzeN-l«^ I!ach»«t»okdahr P. 3«iS»« *0^ Arbühr sür drieft. 82- lunfnertrtlung 10L <»ndv«»v>>. KlkUlerr, b,i> » Uhr «iil,«MH« s»!krai« Nndrn in de» abend« nur al» >^tid.d<eant len Rn» »anlcnburealle nehnien. ebn« Nrt,scrhShuiia,,I»s«al«chIr o>« „Vou^rncr Nu<i>»lchl«ii" enl- «,<rnc deiql.dtevcble.'l It-aper in Baus»» Laucillird . ÄMlte in Löbau. LlÜPNsch m Tchinji»- walbe, «. «r 7,'lihcll. bera, Döriua m liberöbach, Duvr in Söniarhain bei vkiriy. F. M Reußner in LbcnLunucrö- dor«, S. v. Lindenau inPuiönt» u. v. s. Wiedemann IN Reichen bach O.-L Amtsölalt der Amtshauptmannschaften Bautzen und Löbau, des Landgerichts Bautzen und der Amtsgerichte Bautzen, Schirgiswalde, Herrnhut, Bernstadt und Ostritz, des Hauptsteueramtes Bautzen, ingleichen der Stadträte zu Bautzen und Bernstadt, sowie der Stadtgemeinderäte zu Ostritz, Schirgiswalde und Weißenberg. Organ der Handels- und G e w e r b e k a m m e r zu Zittau. Bekanntmachung, die Diöcesanversammlung des Zittauer Diöcesanbezirkes betreffend, an sämmtliche Kirchenvorstände und evangelisch-lutherische Collatoren des Zittauer Diöcesanbezirkes. Die diesjährige Diöcesanversammlung deS Zittauer Diöcesanbezirks, welche in Zttta« abgehalten werden wird, ist auf Freitag, den 17. Oetober dieses Jahres, anberaumt worden. Die Versammlung wird unter Leitung des geistlichen Mitgliedes der unterzeichneten Conststorialbehörde im Bürgersaale deS Rathhauses stattfinden und früh 10 Uhr ihren Anfang nehmen. Nachdem der Vorsitzende die Versammlung mit Gebet und Ansprache eröffnet haben wird, wird Pfarrer Resch in Reibersdorf über „die Pflege des Kirchhofes" reseriren und soll sich an dieses Referat eine Discujsion anschließen. Nach deren Beendigung wird eventuell käst. kr. Schmeißer-Zittau über die Weiterentwickelung der kirchlichen VereinS- thätigkeit im Zittauer Diöcesanbezirke, fowie ?L8t. Mättig-Burkersdorf über den Zittauer Diöcesanausschuß zur Fürsorge für die aus Straf- und Correctionsanstalten Entlassenen einige Mittheilungen machen. Nach Erledigung dieser Gegenstände werden etwaige die Thätigkeit der Kirchen vorstände oder das kirchliche Gemeindeleben betreffende Anträge, sofern sie 8 Tage vor dem Zusammentritt der Versammlung bei der Kreishauptmannschaft schriftlich eingereicht sind, soweit thunlich, zur Verhandlung resp. zur Beschlußfassung gebracht werden. Die Kirchengemeinden sind an dem der Versammlung vorhergehenden Sonntage bei dem Hauptgottesdienste durch Abkündigung von der bevorstehenden Diöcesanversammlung in Kenntniß zu setzen. Solches wird unter Hinweis auf §31 der Kirchenvorstands- und Synodalordnung vom 30. März 1868 den Betheiligten bez. zur Nachachtung bekannt gegeben. Bautzen, den 15. September 1884. Die Königliche Kreishauptmannschaft als Consistorialbehörde. von Salza und Ltchtena«. Meckwitz. Bekanntmachung. Gemüß 8 11 Abs. 3 der Verordnung, die Aushebung von Pferden ic. sür den Bedarf der Armee betr., vom 1. März 1877, w'rd hiermit zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß nach stattgehabter Ergänz- ungSwabl als Mitglieder bez. stellvertretende Mitglieder der PferdemufterungS-Commisfionen sür die Mafler- ungSbezirke deS AuShebungSbezirkS — AmtShauptmannschast — Bautzen auf die Dauer von 6 Jahren, vom Beginn 1881 ab gerechnet, außer den in der Bekanntmachung vom 22. April 1881 bereits Genannten, ferner noch: als Mitglieder: als Stellvertreter: für den I. Bezirk: Herr Temeindevorstand Ehrt in Geschütz, für den III. Bezirk: Herr Stadtgutsbesitzer Philipp in Preuschwitz, „ VorwerkSbefitzer Arndt Baldeweg in Bautzen, Herr GetreidehLndler Müller in Bautzen, für den IV. Bezirk: Herr Jnspector kltrmaud in Eohland, für den V. Bezirk: Herr Gutsbesitzer Obeudorfer in Göda, Letzterer für den in Folge Wegzugs auSscheidenden Herrn Rentier SedenuS in Bautzen, in Pflicht genommen worden sind. Königliche AmtShauptmannschast Bautzen, den 15. September 1884. v. Borberg. Kprth. Bekanntmachung. Am 16. diese- Monats ist an Stelle deS verstorbenen Polizeiexpedienten Arthur Fünfstück der bis herige Polizeiregistrator in Meißen, Herr Hermann Fritzsche, in Pflicht genommen und in sein Amt eingewiesen worden. Bautzen, den 17. September 1884. Der Stadtrat h. Buchheim, z. Zt. Vorsitzender. Drache. Telegraphische Korrespondenz. * Berlin, 18. Septbr. (Tel. der Bautzener Nachr.) Der Kaiser ist heute stütz 7 Uhr über Hannover nach Schloß Benrath abgereist, wo derselbe nachmittag« 4 Uhr eintreffen wird. > Wien, 17. September. Wie die „Polit. Korresp." aus Skierniewice meldet, verlieh der Kaiser von Rußland dem Grafen Kalnoky das Großkreuz deS AndreaSordenS und erhielten der Minister des Äußeren v. GierS und der Bot schafter Fürst Lobanoff von dem Kaiser von Österreich das Großkreuz des StephanSordenS. Generalgouverneur Gurko hat den österreichischen Leopoldorden erster Klaffe erhalten. Wie verlautet, wird der Kaiser bei Gelegenheit der Eröffnung der Arlbergbahn am nächsten Sonntag dem Großherzoge von Baden auf Mainau und dem Könige von Württemberg in Friedrichshafen Besuche abstatten. Die Kaiserin stattete heute vormittag der hier weilenden griechischen Königsfamilie einen Besuch ab und empfing darauf in der Hofburg deren Gegenbesuch. Hmte nachmittag folgt der König von Griechenland nebst der Königin und den Prinzen einer Einladung des Erzherzogs Albrecht zum Diner. Agram, 17. September. Beiden neuen Landtags wahlen sind bi« jetzt 23 Kandidaten der Regierungspartei und 6 Kandidaten der Opposition gewählt. Brüssel, 16.September. (B.T.) Der König kam von Ostende heute nachmittags zurück und konferierte mit dem KabinettSchef Malou, der im Palast den König er wartete. Die Aufregung ist in stetem Wachsen. Brüssel, 17.September. Der König empfing heute vormittag 10^ Uhr die Bürgermeister von Brüssel, Gent, Lüttich, MonS, Arlon und Antwerpen, welche die Verein barung der Kommunen betreffs des neuen Schulgesetzes mit unterzeichnet haben. Auf die Ansprache des Bürgermeisters von Brüssel, welcher auf die große Bedeutung der Petitionen von 820 Kommunen mit 2800000 Einwohnern gegen das Schulgesetz hinwies, erwiderte der König: „Ich nehme Ihre Petition als dm Ausdruck der Wünsche einer großen Anzahl von Bürgern entgegen, welche Magistrats- und Kommunal ämter bekleiden. Ich habe auch eine sehr große Anzahl von Petitionen erhalten, welche sich in dem entgegengesetzten Sinne aussprechen. Angesichts dieser so verschiedenen Mein ungs-Äußerungen muß ich mich dem Willen des Landes, wie er durch die Majorität der beidm Kammem zum Aus druck gebracht worden ist, anschließen. Sie beurteilen mich zu wohlwollend, wenn Sie meine Weisheit rühmen, aber ich acceptiere Ihre Worte über meine gewissenhafte Beobachtung der Pflichten eines konstitutionellen Souveräns. Ich werde meinem Eide stets treu bleiben und fortdauernd bemüht sein, den regelmäßigen Gang der parlamentarischen Regierung sicher zu stellen. Ich werde niemals einen Unterschied zwischen den Belgiern machen, sondern für die einen dasselbe thun, was ich für die andern gethan habe. Mein Verhalten wird unter den gegenwärtigen Umständen das nämliche sein, das eS im Jahre 1879 war. Indem ich von den mir zu stehenden Prärogativen im Geiste der Verfassung Gebrauch mache, diene ich Belgien, unseren zwei großen politischen Parteien und der Sache der Freiheit, der ich tief ergeben bin. Ich danke den Bürgermeistern für die Gefühle, die sie für mich persönlich an den Tag gelegt haben." Der König richtete hierauf noch mehrere Anfragen an die Bürgermeister über die Lage, die durch dir Ausführung des Schulgesetzes für die von ihnen vertretenen Gemeinden herbeigeführt wer den würde. Um 10) Uhr kehrten die Bürgermeister, welche vor dem königlichen Palais wie vor dem Rathause von einer zahlreichen Menge mit Beifallrufen empfangen wurden, nach dem Rathause zurück. Ein Individuum, welches durch Pfeifen die Ruhe zu stören suchte, wurde verhaftet. Paris, 17. September. Der „TimeS"-Artikel, worin anläßlich der Zusammenkunft der Kaiser die angebliche voll ständige Isoliertheit Frankreichs behauptet und die Schuld der Kolonialpolitik zugeschrieben wird, hat hier neuerdings böses Blut erregt und die Mißstimmung gegen Eng land vergrößert. Die Haltung der französischen Presse bezüglich der Zusammenkunft ist fortgesetzt eine korrekte und im Gegensatz der Haltung gegenüber früheren gleichartigen Ereignissen wird von keinem Journal, das Anspruch auf Beachtung erhebt, angenommen, daß in Skierniewice irgend etwas Frankreich Feindliches vereinbart werden könnte. Im Gegenteil wird mehrfach der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß das Ergebnis der Zusammenkunft und Beratungen der die Souveräne begleitenden Staatsmänner ein entschiedenes Auftreten gemeinschaftlich mit Frankreich gegen die englischen Übergriffe in Ägypten sein werde. Die deutschen Offiziere, welche den Manöoern beiwohnten, sprachen sich sehr anerkennend über den ihnen gewordenen Empfang und über den Verlauf der Manöver aus, namentlich über die erstaunliche Marschfähigkeit der Infanterie, der mehr zugemutet wurde, als dies in Preußen der Fall sei. London, 17. September. Lord Granville hat der GlaSgower Handelskammer die Mitteilung zugehen lassen, daß der englische Generalkonsul in Shanghai den dortigen chinesischen Behörden empfohlen habe, die beabsichtigte Ab sperrung deS Hafens aufzuschieben. — Der „Times" wird auöFoutscheu vom 16. d. gemeldet, 5 französische Kriegs schiffe seien nach Matson zurückgekehrt. Die Admiralität hat beschlossen, das Panzerschiff „Agamemnon" nach China zu entsenden. Skierniewice, 16. September, abends, i Zum Teil wiederholt.) Heute vormittag zwischen 10 und 11 Uhr machten die Minister dem deutschen Kaiser und dem Kaiser von Österreich ihre Aufwartung. Um 11 Uhr be gann die Parade von je einem Bataillon der hier garni- sonierenden zwei Regimenter, deren Chefs der deutsche Kaiser und der Kaiser von Österreich sind. Beide Bataillone rückten bereits um 10j Uhr mit Fahnen und klingendem Spiele in den Park ein, wo sie in zwei langen Reihen zu beiden Seiten des großen, mit einer Fontaine geschmückten Blumenparterres vor dem Schlosse Aufstellung nahmen. General Panjutin befand sich an der Spitze des Bataillons von dem dem Kaiser von Österreich gehörenden Regiment, welches links stand; an der Spitze des rechts stehenden Bataillons von dem dem Kaiser Wilhelm gehörenden Regiment befand sich General Konarzewsky. Gleichzeitig versammelten sich vor dem Schlosse die Großfürsten, der Prinz von Sachsen-Altenburg, Fürst Bismarck in Kürassier-Uniform mit dem Grafen Herbert und Wilhelm Bismarck in Dragoner-Uniform, Gras Kalnoky in Husarenuniform, die Generale von Schweinitz, von Werder, der Oberstlieutenant Klepsch und eine glänzende Suite hoher russischer Offiziere. Das ringsum von Menschen eingefaßte grüne Parterre bot ei» überaus prächtiges Bild. Um 11 Uhr wurden die Fahnen der beiden Bataillone unter den üblichen Ehrenbezeugungen aus dem Schlosse hinausgetragen. Generalgouverneur Gurko übernahm den Befehl über beide Bataillone, seine Kommandorufe wurden von den beiden, die Bataillone kommandierenden Generalen wiederholtund pflanzten sich echoartig durch die langen Reihen fort. Hierauf er schienen die drei Kaiser in russischer Generalsuniform, der deutsche Kaiser in der Mitte, rechts von demselben der Kaiser Alexander, links der Kaiser Franz Josef. Zuerst wurde die Front des links stehenden Bataillons des dem Kaiser von Österreich gehörigen Regiments unter den Klängen der Volkshymne abgeschritten; hierauf erfolgte, während der Kaiser Franz Josef in die Mitte trat und der deutsche Kaiser links, der Kaiser Alexander rechts von demselben Stellung nahm, die Abschreitung der Front des rechts stehenden Ba taillons von dem dem Kaiser Wilhelm gehörenden Regimentc in der nämlichen Weise. Hierauf führte der Kaiser Franz Josef fein Bataillon dem Kaiser Alexander vor, trat dann auf den General Gurko zu, reichte demselben die Hand und sprach ihm seine Anerkennung aus. Der Kaiser Wilhelm, der durch das Abschreiten der Front beider Bataillone nicht im geringsten angestrengt erschien, führte hierauf sein Bataillon ebenfalls vor, der Kaiser Alexander schritt hinter seinem er lauchten Großoheim her. Die Truppen zeigten die strammste Haltung. Während der Vorführung des ersten Bataillons trat Kaiser Wilhelm zu der Kaiserin und der Großfürstin Maria Pawlowna, welche unter der Schloßeinfahrt dem Schauspiele beiwohnten und unterhielt sich mik denselben; bei der Vorführung des zweiten Bataillons begab sich der Kaiser Franz Josef zu der Kaiserin. Der Kaiser Wilhelm sprach dem General Gurko in einer längeren Unterhaltung, die er mit demselben führte, seine Anerkennung über die Haltung der Truppen aus. Nach Beendigung der Parade, an welcher auch zwei Musikchöre mit Trommlern und Pfeifern teilgenommen hatten, begaben sich die drei Monarchen auf die Terrasse und sahen von da aus den Abmarsch der Truppen mit an. Nachdem um 12 Uhr ein Dejeuner für die Ma jestäten, die Großfürsten und den intimsten Kreis serviert worden war, begaben sich die allerhöchsten Herrschaften nach dem nahegelegenen Tiergarten zu einer Jagd auf Damwild. Die Kaiserin fuhr mit dem Kaiser Franz Josef, der Kaiser Wilhelm mit dem Kaiser Alexander zusammen, der Kaiser Franz Josef trug russische Generalsuniform, die Kaiser Wilhelm und Alexander befanden sich im Jagdanzuge. Bei der kurz nach 4 Uhr erfolgten Rückfahrt von der Jagd fuhren der Kaiser Wilhelm und die Kaiserin in einem Wagen zusammen, während der Kaiser Franz Josef und der Kaffer Alexander in einem Wagen gemeinschaftlich Platz genommen hatten. Sofort nach der Rückkehr der Majestäten machte Großfürst Michael Nikolajewitsch, der inzwischen mit seinen beiden Söhnen, den Großfürsten Michael und Georg, hier eingetroffen war, dem Kaiser Franz Josef in österreichischer Uniform und