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FMHer Wochm-Md Nachnchtsblatt LezMatt sd HiWrf. Mit, -Mas. Mnf. LWiT ßÄÄÄß, «Ma, MW, AtuM-rs, M«A.Mi§. St. 3M St. Mli. ötaiatns, Mm, MmN«, W-iMs ul MW Amtsblatt für das Kgl. Amtsgericht Md den Stadttat zu Lichtenstein —— Weste Zeitung Sm MMWM WMSZgWWZKrM ,, 87. AnhugaMH » > , ——m— «r. 89. L-LWAWt. Donnerstag, deu 18. April LTWÄMM 1W7. Ltrse» L latt »rscheu » lügi-ch e°ußri tzorm- und d>pia°t) »vchrniuvg» sür den sotge»L«n Log. »trrleljührllcher v»z»y«p„W I Marl SV Psg,, durch die Post bezogen 1 Mark 78 Pfg Wkazeln« S ummern 10 I sennip«. — »estevungen nehmen ovßer der Expedition in Lichtenstein, Lwickauerproß» 817, all» Kaiserlichen Postonpalten, Postboten, sowie die SuStrSge rentgegen M»s«rate werden die Ivr'pespalitNk Vrundzeile mit 10, sür aulwürtige Inserenten mit 1b Pfennigen berechnet. Im amtlichen Letl kostet di« zweispaltige Zeile 80 Pfennige. — Inserate» AnnaM« Bekmmtmachrmg, die Ersatzwahl z«« Reichstage betreffend. Die infolge Ablebens des seUherigen Abgeordneten zum Reichstage im 17. ReichStagSwahlkreise notwendig gewordene Ersatzwahl findet nach einer Verordnung de- Königlichen Ministeriums des Innern vom 15. dss. MtS. Freitag, de« 26. dieses Monats statt. Wir machen dies mit dem Bemerken bekannt, daß sür die bevorstehende Wahl die Wahlbezirke, Wahllokale und Wahlvorsteher dieselben bleiben, wie bet der ReichStagSwahl am 25. Januar dsS. IS. Wir verweisen zu diesem Zwecke auf unsere Bekanntmachung vom 12. Januar 1907 (Nr. 14 des Lichtenstein' Callnberger Tageblatts). Lichtenstein, am 17. April 1907. Der Tta-trat. St« ckner, Bürgermeister. Freitag, den IS. dss. MtS. abend« 8 Uhr stndet im kleinen Saale des Ratskellers öffentliche Stadtverordneten-Sitzung statt. Tagesordnung: 1. Kenntnisnahme von der Beantwortung der bet der Richtigsprrchuug städti scher Rechnungen gezogenen Erinnerungen. 2. Richtigsprechung städtischer Rechnungen. S. Beitritt zu dem RatSbeschlusie, betreffend die Anschaffung eine- Wagen- zur Urbersührung verstorbener Armer und von Selbstmördern. 4. Mitentschließung wegen Aenderung de- KochgaSpreisrS. 5. Umfrage. Hierauf nichtöffentliche Sitzung. Der OrtSrichtrr und Tischlermeister Herr Emil Manu in Müls« «t Michel« ist als Friedensrichter für Mülsen St. Mtcheln in Pflicht genommen worden.' Lichtenstein, den 16. April 1907. Königliche« Amtsgericht Im 17. Retch«tag«wahlkreise des Königreich» Sachsen hat infolge Ablebens des zeitherigen Abgeordneten zum Reichstag eine Ersatzwahl statt zufinden. Hierzu wird Freitag, -er 26. April 160V al» Wahltag bestimmt und der Amt-Hauptmann Ebweier in Glauchau als Wahlkommiffar bestellt. Der Wahlkreis umfaßt, wie bisher, die Städte und ländlichen Ortschaften, welche zur Zeit de« Erlasse- des Wahlreglements vom 28 Mat 1870 zu deu damaligen GerichtSamtSbezirken Waldenburg, Remse, Meerane, Glauchau, Hohenstein.Ernstthal und Lichtenstein gehört haben. Die Semrindeobrigkeiten, nämlich für die Städte der Stadttat bez. Bürgermeister und für das platte Land die AmtShauptmaanschaft, haben hier nach da» Erforderliche gemäß § 34 in Verbindung mit ß 31 de» obenbezeich» neten Wahlreglement» und der Bekanntmachung betreffend Abänderung dieses Reglement- vom 28. April 1903 zu besorgen. Di« Wählerlisten, die Vordrucke zu den Wahlprotokollen und Gegenlisten, sowie die Wahlzettelumschläge werden den Stadträten und Bürgermeistern von hier au» und den Landgemeinden durch die Amtshauptmannschaft zuaehen. Dresden, den 15. April 1907. Ministerin« de« Inner« Das Wichtigste. * Lie ReichStagSersatzwahl im 17 fach, sifche« Wahlkreis, Glaucha«. Meeraue, ist fcho» a«s Freitag, deu 26. April augesetzt. * Die beiden mexikanischen Städte Chil- panzingo und Thilapa sind durch ein hef« t.ige- Erdbeben vernichtet worden. * Die Forderung eines selbständigen StaatS- fekretärS für die Kolonien wurde von der Budgetkommission bewilligt. Der 26. April ist regierungsseitig dazu bestimmt, die Entscheidung zu bringen, ob über unserem 17. ReichStagSwahl« kreise auch ferner die rote Flagge oder da» nationale Banner wehen soll. Den» für diese« Lag ist die ReichStag-ersatzwahl tu «ufere« Kreise festgesetzt. Ganz Deutschland wird am 26 April aus uns schauen, ist rS doch die erste Nach, wähl, die nach dem Zusammentritt des neuen Reichs tage» stattfindet, eine solche wird immer für symp. tomatisch gehalten und ihr Ausfall gilt als Zeichen dafür, ob die sozialdemokratische Hochflut im Steigen oder im Fallen begriffen ist. Der Wahlkampf ist kurz, aber iS wird ein Kamps werden, wie er mit gleicher Heftigkeit wohl bet un» noch nicht geführt worden ist. Darüber ist man sich sowohl in bürgerlichen, als.auch in sozialdemokratischen Kreisen vollständig klar. Gehört doch Glauchau. Meerane zu denjenigen Wahlkreisen, in denen der sozialdemokratische Kandidat seit 1884, mit Aus nahme von zwei Wahlen, dem bürgerlichen Kandidaten gegenüber stets das Feld behauptet hat, und die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen keinen Rückgang aufwie», bi» jetzt endlich bei der letzte» Wahl im Verhältnis zur Wahl im Jahre 1903 ei» Stimm«- minu» vo» annähernd 6000 zugunstr» de» bürgerliche» Ka»dldate» i» dir Erscheinung trat — zur grüßten Be stürzung der gegnerischen Partei. Nur 3221 Stimmen fehlten »och für de» Kandidat« der Ord»u»g»partei«, «d der Sozialdemekrat wäre unterlege». Der Kampf «ar schon am 25. Januar ein er- Littest« r Von 38 319 Stimmberechtigten waren nur 3135 nicht zur Wahlurne geschritten. Die Stimmen- minderheitsür den liberalen Kandidaten, die Auer aber- malS zum Siege verholsen, brachten die Städte Meerane, Hohenstein. Ernstthal, Lichtenstein-Calln- berg, (!) sowie die bekannten Jndustrieorte unseres Bezirkes, in Glauchau und Waldenburg dagegen er rang Herr vr. Felix Clauß die Mehrheit. DieserHerr ist nun auch sür denjetzigen Wahlkampf von den vereinigten nativ- nalen Parteien des 17.Reich8tagSwahl- kreise- al- Kandidat wieder auf den Schild erhoben worden. Ist er doch hierfür die geeignetste Persönlichkeit. Herr Dr. Clauß hat bei der letzte» Wahl intensive, ausdauernde Arbeit im ganze« Wahlkreis entfaltet, er imponierte infolge seiner klaren, fachliche« und dabei ruhigen Art, mit der er alle schwebende« politische« u«d wirtschaftlich« Frage« behandelte, auch den Gegnern, erwarb sich deren Achtung und wußte eine« große« Teil derselbe« sür sich zu gewi«««. Dadurch, daß HerqDr. Clauß sich de« «atio«aleu Partei»« wieder zur Ver fügung stellt, ist dir Möglichkeit «ahe gerückt, daß d»r Sozialdemokrat (ein Ka«didat ist noch nicht bestimmt) aus dem Felde geschlagen wird. Vo« diesem Gesichts punkte aus beurtrilt, ist daher die Kandidatur Dr. Clauß nur mit Freuden zu begrüßen, und wir ziehen mit iroher Zuversicht i« de« Wahlkampf. Wmn jedermann seine Pflicht tut und insbesondere auch der letzte Wahlberechtigte a« die Urne gebracht wird, dann kann »ach dem Ergebnis der vorig« Mahl der Erfolg nicht auSbleiben. Insbesondere gilt r» für die bürgerliche» Parteien jetzt in de« Ort«, i» den« die Sozialdemokratie da- Uebergewicht hat, »«vorzüglich u«d mit ganzer Kraft zu arbeiten, um sür ihren Kan didaten dir fehlender» Stimme» zu erhalt«. Sind doch zu den am 25. Januar für Herr» Dr. Clauß abge- geb«« Stimme» nur »och ca. 1700 auszubringt», dann ist der Sieg unser; den» daß dir Sozialdrmokralir, die schon bei der Hauptwahl über 2000 Stimm« ver löre», jetzt wieder mrhr erhalt«» sollte, ist wohl so gut «ne auSgrschloffeu. Darum auf zum frisch, s röhliche» Kampfe — und Siege! SlinimW us lm LMti M§ii,e Etaen-Bericht. 8, Berkin, 17. April 07. Wenn der dem Srniorrnkonvent demnächst zu unterbreitende Wunsch in Erfüllung gehen soll, am 8. Mai schon die Pforten d«S Reichstages bis zum Herbst zu schließen, dann müßte eS im Husarenritte durch den Etat gehen. Heute war von einem solchen Tempo allerdings noch nichts zu verspüren. Der sozialdemokratische Abgeordnete Sachse brachte in ausführlicher Rede, sich bald zum Grafen PosadowSky, bald zum Sächsischen Bundesratsbevollmächtigten Fischer wendend, die Beschwerden der Grubenarbeiter vor, ohne daß «ine singende Stimme das gut be suchte Haus irgendwie zu seinem sozialdemokratischen Klaffenslandpunkt bewegen konnte. Um die Redner tribüne bildete sicheln kleiner Kreis, als der folgende Redner, der konservative Führer o. Staudy, gegen Herrn Naumann polemisiert, aus dessen Rede man hätte entnehmen müssen, daß die Sozialpolitik in Deutschland weit hinter der anderer Länder zurück sei. Gras PosadowSky ging auf Anregung des Redners noch einmal auf das Versicherungswesen ein. Dann wurde ein Schlußantrag gegen die Stimmen der Sozialdemokratie angenommen und tn die Spezialdebatte eingetreten. Diese ergab, daß Naumann» Ansicht, im Reichstag« befände sich eine starke sozialpolitische Mehrheit, die rechte war, denn all« Resolutionen zur Hebung der Sozialpolitik wurden einstimmig oder gigrn die Stimmen der äußersten Rechten angenommen. Nur bei der Resolution Raab mußten die BeinmuSkel stärkenden Bewegungen der Abgeordneten, aufzustehen und mit einem Niederklappen des Sitzes sich hinzusetzen, ausgesetzt werden. Zentrum und Sozialdemokraten nebst Polen standen den „MrhrheitSparteien" gegen über in der Ansicht, das Verlangen nach einer Denkschrift gegen den unlauteren Wettbewerb anzu- nehmen. Ein Hammelsprung mußte den Streit schlichten. Die Resolution fand mit einer Mehrheit von 40 Stimmen unter dem „Bravo! des sogenannten „blocS" Annahme. In langer Reihe las der Präsident die einzelnen Nummern der Titel vor. Hin und wieder wurde tn die Diskussion eingegrifftn. So rief eine Ent hüllung dr- Herrn Erzberger über die zu hohen Tarifliche der ostafrikantschen Linie eine Debatte hervor, die unwillkürlich an die Kolonialkämpse der vorigen Session erinnerte. Wie verlautet, soll morgen der Schwerln-tag ausfallen Md erst das