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WMtUMckMWM ess» Früher Wochen- und Nachrichtsblatt «SA UttMatt sd S»iv«s, ML AmMrs. Mas, SlWa, tzEni, «mam, Miifel. A»ms),rs. MnSi.M»s. Ä3«ck St. Richel-, Stmeidnf. Arm, M«Asa. Wpmel« AWedr Amtsblatt für das Kgl. Amtsgericht und den Stadtrat zu Lichtenstein — Älteste Zeitung im MMOWM AmLZgerichLsheziÄ — 57. Jahrgang - —- - — «r. 10. L"L5W«K. Sonnabend, de« 12. Jamar NÄWZWV 1S07. Dieser Blatt erscheint täglich (außer Conn- und Festtag«) riachniitlaoS jür den folgenden Lag. Vierteljährlicher BezugSpreir 1 Marl SV Pfg., dmch die Post bezogen 1 Mark 75 Pfg» Gbyebie Slummern 10 Pfennige. — Bestellungen nehmen außer der Expedition in Lichtenstein, Zwtchaverprvß, 8:7, olle kaiserlichen Poponpalten, Postboten, jowi« die Austräger entgegen» Inserate werden die fünlgespaltene Erundzeile mit 10, für auswärtige Inserenten mit 15 Pfennigen berechnet. Im amtlichen Teil kostet die zweispaltige Zeil» 30 Pfennige — Inseraten Annahme Kerusprech-Auschlutz Str. 7. täglich bis spätesten« »ornrittag« 10 Uhr. Delegranrnradreffer Tageblatt. Sollen wir KolmialxMjk treiben? England, Frankreich, Holland haben im Laufe von Jahrhunderten Opfer über Opfer an Gut und Blut gebracht, um ihre Kolonien groß zu machen. Und wir sollten kurzsichtig sein, unsere Kolonien, weil sie uns jetzt viel Geld und Blut kosten, zu verschachern, vielleicht an die sich freuenden Engländer?! Andere Staaten ziehen jetzt Hunderte von Millionen aus ihren überseeischen Besitzungen. Auch unsere Kolonien, besonders in Afrika, werden in nicht zu ferner Zeit uns reiche Mengen von Kolonialwaren, Rohstoffen usw. liefern, sie werden Zielpunkte unserer Aus wanderung, Stützpunkte unserer Weltmachtstellung sein. Darum tretet mannhaft ein für unsere deutsche Kolonialpolitik! Nutzholz- llutz NutzMMrsteWM-. ! Montag, de« 21 Januar 1007 sollen im Hotel zum Deutschen Kaiser in Zwickan (Ende der Bahri Hofstroße) von vormittag» 11'/, Uhr an die pro 1906/07 au? rachgevanntrn Fürstlichen Forstreviere» zum Einschlag kommen de» Stämme und Klötzer und zwar: ca. 3030 Feflweter, zumeist noch anstehend, sowie die nachstehend auigeführte» Nutzrindrnmassen ca. 35 Festmrter oder 116 Rm. Mchteurinde und zwar auf: Revier. Nutzholz. - Laubholz Nadelholz. Nutzrinde. Fichte. Niedrrwaldrnburg-Remse Frstm. Ftstm. od. Rm. — 400 - 7 23 Oberwaldenbuig — 950 — — Lichtenstein — 530 Oelsnitz-Streitwald — 650 25 83 Stein 10S 220 — Pfannenstiel — 180 3 . 10 »»Irr den vor der Versteigerung bekannt zu machenden Bedingungen und gegen entsprechende Anzahlung meistbietend verkauft werde». Dir vorstehende Reihenfolge wird bei der Berurrgtrung drlvbyauen werden. Sämtliches Material kann an Ort und Stelle besichtigt werde» und wollt» sich dir Herren Käufer deshalb mit de« betreffenden Revirrverwaltungen i» Verbindung setzen. Holzkäufrr, denen »och kein Verzeichnis über obige Hölzer zugegangen sei« sollte, wollen sich gefälligst an unterzeichnete Stelle wende». Waldenburg, den 8. Dezember 1906. Fürstlich Schöuburgische Forftinfpektiou. Forstrat Gerlach. Stadtsparkaffe Calluberg Airzinst alle Einlage« mit »M- 3'!- "tz. Die a« de« erste« drei Lage« eines Kaleudermonate« bewirkte« Spareinlage« werden für den volle« Monat verzinst. Die Kaffe expediert an jedem Werktage von 8 bi» 12 Uhr vor mittags ««d von 2 bis S Uhr nachmittag» u«d behandelt alle Ge schäfte strevg geheim. Das Wichtigste. * Der bisherige ReichStagSabgeordnete und bayerische Landtagsabgeordnete Josef Aigner (Zentrum) ist gestorben. * Raisuli sammelt in der Umgegend von Tetuan Streitkräfte zu einem Vorstoß auf Tanger. * In Schweden-Norwegen und den n ördltchen Teilen von Rußland sind in dieser Nacht gegen 1 Tlhr 30 Minuten zwei starke Erdstöße vei spürt worden. * In Lodz wurde in der Andrejewstraße der Sendarmeriechef Oberst Patko erschoss en. Die Hauptstraße Pistckowska ist gesperrt. Unsere Kolonien. Mit jener Tatkraft, die man schon an den ersten öffentlichen Schritten des stellvertretenden KolonialdtrektorS Dernburg be merken konnte, ist er, wie wir schon berichteten, in Berlin vor einen ge wählten Kreis der deutschen V olkeS gelitten, nm für unsere Kolonien zu werben. Dernburg wendet sich an die Herzen nicht weniger als an die Köpfe. Ur will, wenn er nicht völlig überzeugen kann, wenigsten» mit sich fortreiben. Und um Liefen Eindruck auf da» Gemüt zu erzielen, Lazu spielt er eine reiche Klaviatur. Er ruft sie alle, alle heran, die den Stolz des neuen wie der alten Deutschland bilden, damit sie unsere Kolonien fruchtbar machen helfen; den Techniker, den Geo logen, wie nicht minder den Juristen, den Theo logen, den Philologen, den Volkswirffchasller, den Historiker und den Statistiker. Eie alle sellen vor den Siegeswagen der Kolonialpolitik des Deutschen Reiches gespannt werden. Aber auch Ler Dichter soll in dieser stolzen Reihe nicht fehlen und zu ihm sollen sich der Musiker und der bildende Künstler gesellen. Ihnen ollen bieten unsere Kolonien loh- mrde Ausgaben, neue Anreize sür ihr Schöffen. Sie olle körnen und müssen mithrlsen, damit im schwarzen Erdteil dem deutschen Volke ein weiterer Tummelplatz sür die Betätigung seiner Kraft ge- schaffen wird. Hieraus sührte Redner cuk: Die Kolonial, srage ist zum guten Teil eine Geld- frage, und da ist die wirtschaftliche Leistungs- sähigklit ter Nation zu prüfen. Das Teutfche Reich Hot in 22 Jahren 700 Millionen Mork für feine Kolonien autgegeben, also durchschnittlich etwa 30 Millionen Mark jährlich. Darunter bifinten sich auch viele Millionen sür werbende Zwrcke, Lie sich also noch bezahlt machen werden. In diesen 22 Jahren hat sich doS deutsche Nationalvermögen um mindestens L0OO0 Millionen M. vermehrt. Die Aus gaben für di« Kolonien betrogen hiervon etwa zwei Prozent. Die Sporanlagen des deutschen Volke? in den öffentlichen Sparkassen betragen zurzeit jähr lich etwa 700 Millionen Mark, und die zeitigen Einlagen in diesen Sparkassen etwa 13 000 Millionen Mark. Es betragen also die gesamten Ausgaben sür unsere Kolonien in 22 Jahren nicht mehr als Ler weniger bemittelte Teil unseres Volkes in einem Jahre zurückgelegt hat und durchschnittlich aufs Jahr gerechnet weniger als ein Viertel vom Hundert des SparkoffenvermögenS. Wenn die Kolonialpolitik bis sitzt einem besonderen Kreis des deutschen Volkes Vorteil gebracht hat, so ist eS der Kreis der In dustriearbeiter. Nimmt man an, daß unsere industrielle Aussuhr rach den Kolonien im Werte von SO Millionen Mark durch Zahlung von 40 Millionen Mark Löhne fabriziert wird, und daß die Arbeiter etwa ein Drittel des jährlichen Reichs- oufwandeS für die Kolonien, nämlich 10 Millionen Mark, zu tragen hätten, so würde immer noch auf jede Mark Aufwand 4 Mark Einkommen an Ver dienst treffen, das durch die Kolonien bedingt ist. Auf die Gesamtheit der in Deutschland gezahlten Arbeitslöhne vou jährlich über 12'/, Milliarden Mk. und bei einem Bettrag von 33'/, Prozent seitens aller Lohnarbeiter in Deutschland zu den kolonialen Unkosten würden guf jeden Mann mit 1000 Mark Einkcmmen LO Pfg. pro Jahr an Beisteuer zu dm kolonialen Kosten kommen, -a- ist der Lohn sür eine bis zwei Stunden Arbeit im Jahr.