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---- Freiberger Anzeiger de» bi- Nachmittag« 'S Uhr für die »Schst- «scheiuende Nummer «ngenommeu. Tageklatt. Vrei« viertelführig ?0 Ngri Jufnate werde» di« gefhaltme Zeile oder dnmNaummtt S Pf. berechnet. Amtsblatt des Königl. Bezirksgerichts zu Freiberg, sowie der Königl. Gerichtsämter und der Stadträthe zu Freiberg, Sayda und Brand. 282. Freitag, den 4. Freiberg, den 4. December. Nach der von der Königl. Sachs. Staatseisenbahn-Direction veröffentlichten Betriebs-Ueberficht vom Monat Octbr. sind auf der Linie Tharaud-Freiberg befördert worden: 17,841 Personen mit 169 Ctr. bezahltem Reisegepäck, wodurch eine Einnahme von 4434 Thlr. 1 Ngr. 1 Pf. erzielt wurde. Der Güterverkehr betrug an Eilgütern 310 Ctr., an gewöhnlichen Gütern nach Normalfracht 5915 Ctt., in ermäßigter Fracht nach Centnern 28859 Ctr., in Wagenladungen 145,440 Ctr., zusammen 180,525 Ctr., was eine Einnahme von 5697 Thlr. 4 Ngr. ergab. Die Gesammteinnahme betrug demnach im genannten Monat 10131 Thlr. 5 Ngr. 1 Pf. Die Einnahme der Leipzig-Dresdner Eisenbahn betrug im Monat Octobec 196,788 Thlr. 18 Ngr. — Die Einnahme in den Monaten Januar dis October d. I. überstieg die in den gleichen Monaten des vorigen Jahres um 36,223 Thlr. 29 Ngr. 8. Ps. Aus Eibenstock vom 28. Nov. wird dem „Dr. Journ." geschrieben: Infolge des Neubaues im obere» Stadttheile machte eS sich natürlich auch nöthig, die neuen Straßen mit neuen Schleußen zu durchziehen; diese gehen bis zu einer beträchtlichen Tiefe, und soeben, als die Arbeiter Schicht machten, rollten die Erdwände zusammen und begruben unter ihrer Last den 20jährigen Arbeiter Weihrauch. Noch ist man mit dem Ausgraben der Leiche beschäftigt, welche in aufrechter Stellung in ihrem frühen Grabe gefunden wurde. Die „Leipziger Nachr." melden: „Heute Mittag lief an die zu der jetzigen Rekrutirung nach Leipzig commandirt gewesenen Mannschaften des 3. Reiterregiments aus dem Stabsquartier Borna die Ordre ein, sich wegen Marschbereitschaft des Regiments unver züglich in ihre Garnisonsorte zurückzubegeben. Es find darauf jene Mannschaften auch unverzüglich in ihre Garnisonsorte zurückgekehrt." Tagesgeschichte. Berlin, 1. Dec. Die „N. Pr. Ztg." schreibt: „Der Be schluß des Abgeordnetenhauses wegen Einsetzung einer UntersuchungS- commisflon ist für uns ein unzweifelhaftes Anzeichen, daß mit diesem Hause die Wiederherstellung des inner« Friedens, ja selbst der Schein eines nothdürftigen Zusammengehens mit der Regierung rein unmöglich ist. Wenn die Regierung zu dem Beschlusse selbst vorläufig eine reservirte Haltung eingenommen bat, so ist doch mit Bestimmtheit zu erwarten, daß das unvermeidliche Vorgehen der Commission zur Ausführung der agitorischen Absichten in kürzester Zeit den Conflict und vermuthlich den Bruch zur nothwendigen Folge haben wird." — Die „Kreuz-Ztg." berichtet, daß den Befehl über die beiden Divifionen, denen mit Bezug auf die bevorstehenden Operationen in Holstein der Befehl der Kriegsbereitschaft zugegangen ist, die 6. (Brandenburg) und 13. (Münster) (vom 3. und 7. Armeecorps) find, der Prinz Friedrich Karl, commandirender General des 3. Armee corps, erhalten wird. Wien. In mehrer» Vorstadtbezirken coürstren bereits Auf rufe zur Bildung von Hilsscomites für Schleswig-Holstein. Mehrere Verbindungen an der Universität in Wien haben bereis Geldsamm- sammlungen zu Gunsten Schleswig-Holsteins eingeleitet. Frankfurt, 30. Nov. Daß der Bundestag vierzehn Tage nach dem Tode Friedrichs des Siebenten noch immer zu keinem practischen Entschluß gekommen, hat allenthalben den größten Un December 1883. willen, ja Entrüstung erregt. So gemäßigte Blätter wie der „Schwäbische Merkur", wie die „Augsburger" und die „Leipziger Allg. Ztg." geben diesem Gefühl den stärksten Ausdruck. Eme noch heftigere Stimmung aber richtet sich, wohin wir hören, und zwar mit dem größten Rechte gegen die Regierungen von Hannover und Hamburg. Gerade da, wo unsere nationale Action zur Räumung des vom Feinde besetzten deutschen Bodens sich sammeln und festen Fuß fassen muß, wagt eine mit dem Ausland cocettirende Polizei ihr schon im Beginn solche Schwierigkeiten zu bereiten! Gerade der Staat, dessen Truppen seiner Lage nach die ersten am Feinde sein müßten, ist so übelberathen, sich diesem Ehrenplätze zu entziehen I Dergleichen ruhig hinnehmen, hieße nach der allge meinen Anficht nicht dem geschlagenen, sondern dem vorrückenden Feinde Brücken ins eigene Lager bauen. In Landshut haben sich für das künftige schleswig-holsteinische Heer aus dasiger Stadl seit 28. Nov. 52 Freiwillige gemeldet, darunter der vielverfolgte L. Wittmann. Braunschweig. Eine große Zahl junger Offiziere hat um die Erlaubnitz nachgesucht, in eventuellen Fällen dem Herzog Friedrich ihren Degen anbitten zu dürfen. Ein Bescheid ist noch nicht erfolgt. Aus Würtemberg liegen auch wieder verschiedene holsteinische. Kundgebungen vor: eine Dankadresse der Stadt Gmünd an die Ständeversammlung, Adressen an die Regierung aus dem Bezirk Geislingen, den Städten Waiblingen, Jsny, Bopfingen und Nagold. In Nagold haben sich schon Freiwillige gemeldet, in JSny ist ei» Comitö gebildet worden. Hannover, 30. Nov. Die „Ztg. s. N." schreibt: „Auf demselben Rechte wie des Herzogs Friedrich von Schleswig-Holstein, stehen die Throne aller Fürsten; auf den Schutz, welchen er finden wird, müssen alle bauen. Eingegangener Privatdepesche zufolge soll die englische Regierung Preußen zum Festhalten am Londoner Protocoll dadurch bewegen wollen, daß sie ihm die Succession in Braunschweig garantirt." — Der schleswig-holsteinische Ausschuß hat 0r. A. Brande zum Vorsitzenden, Senator Hildebrandt zu dessen Stellvertreter ernannt, und dann die Selbstbesteuerung so fort bei sich selbst begonnen, was 776 Thlr. ergab. Hamburg, 30. Nov. Auf der Uhlenhorst sand gestern eine von mehr als tausend Personen besuchte Versammlung des SchleS- wig-Holstein'schen Vereins Katt, in welcher nach längerer Besprechung der von der Polizei angeordncten Schließung des Büreau'S be schlossen wurde, Einleitungen zu einem von der Bürgerschaft an den Senat zu stellenden Antrag wegen Anerkennung des Herzogs Friedrich zu treffen. Ferner wurde auf den Antrag des Prof. Aegidi be schlossen, den Schleswig-Holsteinern Anerkennung dafür auszu« sprechen, daß sie ihre Rechtsüberzeugung durch fast allgemeine Ver weigerung des Huldigungseides, durch die beschlossene Verweigerung der Steuerzahlung, und durch den Entschluß zahlreicher Beur laubter, dem Rufe unter die dänische Fahne nicht Folge zu leisten, thatkrästigen Ausdruck gegeben haben. Schleswig-Holstein. Kiel, 28. Nov. (H. L.) Nach und nach nehmen die Nach richten über die Stellung der unter das Ministerium für Holstein sortirende» Beamten zur Eidesleistung eine sichere Gestalt an. So über den von den UniverfitätSbeamten und den vom Consistorium gefaßten Beschluß, so über die ähnliche Verweigerung der Rends burger Geistlichen, Gymnasiallehrer und Advocaten, 29 an der Zahl, so auch über die Ablehnung der 42 Beamten, Advocaten nnd Prediger Süder-Dithmarschens in Meldorf in einer am 25. gehaltenen Versammlung. Wenn gemeldet ward, daß der Präsiden^