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01-Frühausgabe Leipziger Tageblatt und Anzeiger : 01.02.1900
- Titel
- 01-Frühausgabe
- Erscheinungsdatum
- 1900-02-01
- Sprache
- Deutsch
- Vorlage
- SLUB Dresden
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id453042023-19000201016
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id453042023-1900020101
- OAI
- oai:de:slub-dresden:db:id-453042023-1900020101
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Parlamentsperiode
- -
- Wahlperiode
- -
-
Zeitung
Leipziger Tageblatt und Anzeiger
-
Jahr
1900
-
Monat
1900-02
- Tag 1900-02-01
-
Monat
1900-02
-
Jahr
1900
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BezugS'Preis f» der Hauptexpedition oder den im Stadt» bewirk und Len Vororten errichteten AuS- aavestellrn abgeholt: vierteljährlich ^l4.5O, vei zweimaliger täglicher Zustellung ins HauS ü.50. Durch die Post bezogen für Leutschlaud und Oesterreich: virrteliährlich >l 6.—. Direkte tägliche Kreuzbandieudung iu< Ausland: monatlich 7.üO. Tie Morgen-Ausgabe erscheint um '/,? Uhr, dir Abend-AuSgabe Wochentags um L Uhr. Ne-action und ErpeLUio«: IohanniS-affe 8. Dir Expedition ist Wochentag» ununterbrochen geöffnet von früh 8 bis Abend- 7 Uhr. Filialen: Alfred Hahn vorm. v. Klemm'» Sorttm. Universitätsstratze 3 (Pauliuum), Loni« Lösche, Katharinenstr. 14, Part, und KöaigSplatz 7. Morgen-Ausgabe. Anzeiger. Amtsblatt des Aömglichen Land- nnd Amtsgerichtes Leipzig, des Rathes und Polizei-Amtes der Stadt Leipzig. Donnerstag den 1. Februar 1900. Auzeigeu Preis'« die 6gespaltene Petitzeile 20 Pfg. Reklamen unter deni Redactionsstrich (4ae- spalten- 50^z, vor Len Familiennachrichtea (6 gespalten) 40/^. Größere Schriften laut unserem PreiZ- vcrzeichniß. Tabellarischer und Zissernsatz noch höherem Tarif. Sx-tra-Beilagen (gesalzt), uur mit dee Morgen-Ausgabe, ohne Postbefürderung SO.—, mit Poslbesörderuug 70.—. Auuahmeschluß für Anzeigen: Abeud-Ausgabe: Vormittag» 10 Uhr. Morge n-AuSgabe: Nachmittag» 4 Uhr. Bei den Filialen und Annahmestellen je «in» halbe Stund« früher. Anrei-e» sind strt» au di« Expedition zu richte». Druck und Verlag von E. Polz in Leipzig. 9t. Jahrgang. Bei als ver» zur Interessen im Reiche des Schah keine gevmzen sind, gegen den jüngst geschlossenen Vertrag Widerspruch erl-eben und Alles daran setzen, ihn zu Nichte zu machen. Die Möglichkeit neuer Conflicte rückt dadurch wieder in größere Nähe. Sollten aber die Eng länder, wie wahrscheinlich, den gegenwärtigen Zeitpunkt für den Ausbruch eines Streites mit Rußland für ungeeignet halten, so muß das Zarenreich doch für alle Fälle gerüstet bleiben. Die Freundschaft Frankreichs ist ihm deshalb werthvoller, denn je zuvor. Sie ist ihm gegen Großbritannien nöthig. Sollten die Engländer über die Begegnung der Admirale Tyrtow und Fournier Unbehagen empfinden, so hat man im übrigen Europa sicher keinen Grund, sich wegen dieser Bekundung der neu befestigten französisch-russischen Freundschaft zu beunruhigen. dritten Anlauf zu nehmen, zu verrathrn, daß die Belagerten gebrochen ist. Tonst nichts Neues vom Tugela. dieser Schutzmarke schreibt man uns aus London taillone zurückzuziehen, eine weise, denn es wäre Wahnsinn gewesen, den Angriff fortzujctzen, nachdem die Aussicht auf Erfolg verloren war. Wir müßten jetzt in den nächsten beiden Tagen entweder einen Angriff der Boeren auf Chieoeley, ehe das Hauptcorps dorthin znrückkehren kann, oder einen neuen Angriff auf Ladysmith erwarten. Mafcking ist ebenfalls nock nicht entsetzt. Die betreffende Meldung war falsch und wird durch die folgende in erfreulicher Weise dementirt: * London, 31. Januar. (Telegramm.) „Neuter's Bureau" meldet ans Johannesburg vom 27. Januar: Die „Standard and Diggers News" veröffentlichen ein Telegramm aus Pretoria vom 25. Januar, welches meldet. Laß in der Nähe der Krokodil-Pools ein Zusammenstoß zwischen den Boerenvvrposten und den britischen Truppen,welch letziere in überwiegenderMehrzahl waren,stattgesunden habe. Die Boeren wurden zum Rückzug gezwungen, trieben aber, nachdem sie Verstärkung erhalten, die britischen Truppen aus ihrer Stellung. Sie hatten zwei Verwundete. — Hierzu bemerkt „Neuter's Bureau": Diese Nachricht bezieht sich wahrscheinlich auf ein Gefecht mit der Streitmacht des Obersten Plumer, der vom Norden her nach Maseking vorrückt, und es erledigt sich dadurch das Gerücht, daß Maseking entsetzt sei. Im klebrigen verzeichnen wir noch folgend: Nachrichten: * London, 31. Januar. (Telegramm.) „Reuter s Bureau" meldet aus Kimberley vom 26. d. M.: Alle britischen Unter- thanen von BarkleyWest sind von den Boeren zumKriegs» dienst herangezogen worden. Es wurde ihnen besohlen, morgen vor dem Truppencommandanlen mit voller Feldausrüstung zu er scheinen. Sollten sie dem Befehl nicht folgen, so werden sie zn .37 Pfund und 10 Schilling oder drei Monüten Gesängniß mit Zwangsarbeit verurtheilt. Die Maßregel betrifft 300 Engländer. * London, 31. Januar. (Telegramm.) Tas „Reuter'jche Bureau" berichtet aus Johannesburg vom 27. d. M.: Hier herrscht vollkommene Ordnung. Die den englischen Staats angehörigen eriheilten Erlaubnißscheine sind revidirt worden. Ms Präsident Krüger dies verfügte, sagte er, soweit er unter richtet sei hätten sich die in Johannesburg wohnenden Eng- läneer wahrend der jüngsten schwierigen Zeiten durchaus als friedfertige, dem Gesetze gehorsame Bürger verhalten. Er sehe keinen Grund, weshalb irgend einer von ihnen des Staates ver wiesen werden sollte. Sie müßten sich darauf gefaßt machen, daß, wenn die Boeren selber ausgehungert werden sollten, die britischen llnterthanen im Lande dasselbe Schicksal zu theilen hätten. Nur diejenigen, die das Kriegsrecht verletzten, würden de» Landes verwiesen. * London, 31. Januar. (Telegramm.) „Daily Chronicle" erfährt, das Ministerium habe in der Sitzung vom Sonnabend die Mobilisirung der Flotte erörtert, es sei jedoch nichts weiter abgemacht worden, als daß, so lange nicht eine weitere Sicherheit für die britischen Küsten durch maritime Vorkehrungen erreicht sei, die achte Division nicht nach Südafrika ab gehen soll. * Toronto. 31. Januar. (Telegramm.) „Neuter's Bureau" meldet vom 31. d. M.: In einer gestern Abend abgehaltrnen Ver- sammlung der Empire League wurde eine Resolution angenommen, in der erklärt wird, daß es in Anbetracht der ernsten Lage des Reiches die Pflicht der canadischen Regierung sei, alle fügbaren Mannschaften nnd die nvthigen Geldmittel Unterstützung des Reiches zur Verfügung zu stellen. Ti« Kriegskosten. * Einer Ausstellung nach, die A. I. Wilson in der „In vestors Review" veröffentlicht, betragen die directen Kosten des Krieges bisher schon 13 250 000 LstrI. Falls der Krieg nach Verlauf eines Monats auch schon beendet sein sollte, würden sie in Folge des durch den Stillstand der südafrikanischen Goldminen bedingten Verlustes schon auf 20 Millionen angewachsen sein. Aber das sind immer nur Theile des pecuniären Verlustes, den England durch den Krieg erleidet. Wenn der Krieg noch mehrere Monate dauern sollte, dann müßten, sagt Wilson, sowobl die Capcolonie wie Natal von London auS reichlich unterstützt werden, wenn man einen Bankerott vermeiden will; die Zerstörung von Gebäuden, Ersenbahnen, An pflanzungen rc. auf dem Kriegsterrain geht aber unauf haltsam weiter. Zu All'»' kommt aber noch die, wenn auch temporäre, enorme "-.erthverminderung der Staats papiere. Der Krieg in Südafrika. -t> Dian hat sich in Buller'S — Zähigkeit getäuscht. Colenso bat er einen betäubenden Stirnscklag erhalten; er sich einigermaßen erholt, bot er den Boeren am oberen daß die Boerencommandanien auf Grund derselben alle nothigen Maßregeln ergriffen und die Verthsidrgung der Tugelalinie endgiltig organisirten. Die Räumung der Straßen nach Spring field, der Doornkop und die Zwanskop-Stellungen, sowie die Frei gabe über die Fürthen des Tugela waren also ein wohlerwogenes Stück des inzwischen vollständig gelungenen und bis zu Enve erfolgreich durchgeführten Boerenplanes. Der „Standard Eorrespondent betont ausdrücklich, daß von einem Ueberraschen der Boeren keine Rede sein kann. Selbst sonst ernste Mikitärtritiker entdecken jetzt plötzlich, daß Ladysmith „bei sorgfältigem Haushalten mit Munition und Mundvorrät'hen" recht wohl noch drei Monate cmshalten könne. Innerhalb Monatsfrist aber könne Buller die sechste und siebente Division, d. h. weitere 20 000 Mann, und bedeutende Artillerie, zugeführt werden und dieser dann mit seinen 50—60 000 Mann die Boerenstellungen, auf dem allerdings etwas weiteren Um wege durch Zulmland, umgehen, Ladysmith entsetzen, die Pässe forciren und vor Bloemfontein Roberts und Kiichener die Hand reichen. Die letztgenannten beiden Herren müßten allerdings dazu die Reise nach der Hauptstadt des Freistaates allein, höchstens von der neuen Leibgarde Roberts begleitet, zurücklegen. Ladysmith am Christmorgen schildert der dort mit eingeschlosftne Berichte.statter deS „Standard" also: Nicht» ist bezeichnender für unsere Nasse, als die Zähigkeit, mit der wir an alten Gebräuchen hängen. Weder Ort noch Umstände vermochten zu der Freude nnd Fröhlichkeit beizutragen, die bei uns zu Hause mit dem Weihnachtstag verknüpf! ist. Wir waren eine kranke und belagerte Garnison, di« der Tod und Krankheiten arg heruntergebracht batten. Seit zehn Tagen hatte uns der ferne Donner der Artillerie mit der Hoffnung erfüllt, daß wir dies Fest mit unfern Befreiern würden begehen können, allein die verhängnißvolle Botschaft General Buller's, „meine Anstrengung war vergeblich", hatte diesen Träumen rin Ende gefetzt und uns die herbe Mißlichkeit unserer Lage nur klarer gemacht. Die Vorbereitungen für Las Fest waren bald erledigt. Ta gab es keine verwirrende Reihe von Läden, die mit Geschenken nnd den Genüssen der Jahreszeit angefüllt gewesen wären. Stechpalme und Mistel — die Zeichen des Friedens und der Freude — gab eS nicht, während die brennende Sonne und da? ausgedörrte Land den Gedanken an das Weih nachtsscheit verbannten, das im Herde knistern sollte. Unsere Speisekarte war beschränkt- Einige wenige Glückliche hatten sich Truthahn, Gans und Spanferkel gesichert, auch einen geheimen Schatz von Champagner und Whisky, die Mehrzahl begnügte sich mit dem harten Fleisch kümmerlich und schlecht genährter Ochsen oder mit dem allzu gewöhnlichen Ziegenfleisch, das unfern saftigen Hammelbraten ersetzen mußte. Tie Reichen konnten sich einige Ge nüsse aus offenem Markte erstehen. Vor drei Wochen hatte der Bürgermeister angekündigt, daß an bestimmten Tagen die rin- gesammelten Mundvorräthe der Stadt versteigert werden sollten. Da gab es denn einen so lebhaften Wettbewerb, daß die Versteige rung nur einmal slattfand, weil sonst die Preise nie mehr auf ihren gewöhnlichen Stand zurückgekehrt wären. Hier einige Beispiele aus den Büchern des Siadtschreibrr«: Ein Dutzend Eier 10 s 7 ä; Consect 3 u 6 ä das Pfund; Gurken 1 s 9 a das Stück; Aepsel 2s 6<I für 50 Stück; Kartoffeln L4s für 25 Pfund; Tomaten 4'/-ä das Stück; rin Kürbis 2s 9ü; rothe Möhren 3s Ick für ein kleines Bund; rothe Rüben 2s6ck das Bund; Trauben 1s für einen Teller; Birnen 2s für einen Teller; rother Pfeffer 6ck für einen Teller; Radieschen 6ck das Bund. Am Sonnabend Abend wanderte ich durch die verlassenen Straßen. In der Mhe des Rathhause» stieß ich auf eine Gruppe Soldaten und Civilisten, die sich an einem ! Tisch einem Ausrufer gegenüber ausgestellt hatten. Die Preise waren 7 ' „ 7 „ - Für 56 Kartoffeln wurden 3 Pfd. Sterl. bezahlt, also etwa 1s für das Stück, während die Eier für Ls 6ck bis 11s 6ck das Dutzend abgingen, ein Huhn Ls 6ck kostete, eine Ente 10 s 6 ck, rothe Möhren 7 ck Las Stück, eine Flasche Whi-ky 5 bi« 7 Pfund Sterling (100 bi- 140 ^l!) und ein Päckchen Cigaretten von sonst 3 ck: 3 s 6 ck. Diese Gemüse konnten nur mehr von den bestgestellten LsficierSmessea erstanden werden. Tort gab es ein Gericht, das auch bei denen nicht fehlte, deren Geld beutel keine gefüllte Speisekammer gestattete. Oberst Stoueman« halte au» den Borrälhen der Intendantur die Bestandtheile für «inen Weih nachtspudding herausgegeben: Mehl, Rosinen, Korinthen und Fett. Die Anstrengung bei der Zubereitung de» Plumpuddinas bot eine ergötzliche Abwechslung: Officiere und Untrroffiriere, die schon manche Dienstjahre hinter sich hatten, berirthen eifrig, durchlasen die Kochbücher und prüften geheimnißvoll Mischungen, die sie in den Kochtopf schütteten und so ängstlich beaufsichtigten, wie die «Ichymtsten ihr zeheimnißvolles Gebräu. Da« Ergrbniß war nicht ganz zufrieden- teilend, der Capitän Lerenbton von der Marinebotterie erhielt mehrere Angebot« von Pudding, die er al» Geschosse nach dem Bulwana versenden möchte, um die feindlichen Geschütze zum Schweigen zu bringen. Der Chrtstmorgrn war herrlich klar. Dir Mitsommersonne drückte auf die lechzende Ebene, so daß wir un« nach einem Hauch frischer kühler nordischer Luft sehnten. Nicht» in der Natur oder in dem Bilde, da» die Stadt bot, erinnerte an die Fröhlichkeit oderdiefestlichrSttmmung LeSTage». Weder Weihnachts- lieder noch Glockeaklängr weckten theurr und heilige Erinnerungen Einige wanderten zur Kirche und hörten den Erzdiakon Barker von der Hoffnung aus Frieden sprechen, andere zur Kirchenparade, wo Caplan Tnckey unsere Thomas Atkins fast zu Thran,n rührte, indem er in bewegten Worten von der Hrimath und den Familien banden sprach, die um dies« Zeit des Jahres stärker sein müßten al« sonst. Ich suchte in Gesellschaft die kühlern Höhen in der Nahe der Stadt auf. Nachdem ich den schmutzigen Tümpel in der Nähe von Gordon» Camp überschritten, ritt ich durch den Busch, der di« zu Caesar» Camp führend« Mulde bedeckt. Wie mau sich tröstet. X. 6. LouSo», 29. Januar. „Es ist", schreibt ein Londoner Blatt, „uns zweimal miß lungen, Ladysmith zu entsetzen, aber das ist kein Grund, weshalb der Versuch nicht ein drittes oder ein viertes oder selbst ein fünftes Mal gelingen sollte. Wir sind auf Widerstand gestoßen, aber wir haben keine Niederlage erlitten, und unser auf das Südufer des Tugela zuriickgekehrtes Heer ist nach wie vor eine tüchtige Kampfmaschine, durchaus fähig, dem Feinde bei dec ersten sich bietenden Gelegenheit den Todesstoß zu versehen. Buller's Strategil hat dafür zu sorgen, daß dies« Gelegenheit sich bietet." Anwerswo lesen wir: „Es wäre ein großes Unglück, wenn Ladysmith fiele, aber es wäre nickst überwältigend und könnte I ^ffe^ar^öesiiegen' auf keinen Fall den schließlichen siegreichen Ausgang de» Krieges' auch nur im Geringsten beeinflussen. Uebrigens erhalten >oir gleichzeitig eine ganze Reihe erfreulicher Nachrichten, aus denen wir große Befriedigung ziehen können." Diese „erfreulichen Ereignisse" bestehen in einer Anzahl mindestens unbestätigter Meldungen, wie der angebliche Entsatz Mafekings, Allotrias, wie die Geschichte jenes Engländers, dec vr. Leyds in dessen eigener Wohnung furchtbar durchgeprügelt habe, bis Letzterer sich jammernd und heulend unter ein Sopha verkrochen, und „Heldenthaten", wie folgende: „Zwei Bataillone rückten bei Sonnenuntergang im Parade schritt aus; am Mittwoch Morgen näherten sie sich der Spions spitze. Ein Boerenposten rief sie an, ein Officirr antwortete: „Waterloo!" — der Feind feuerte, unsere Infanterie chargirte mit gellendem Hurvah, aber nur zwei Boeren warteten darauf, bojonettirt zu werden." (Daily Telegraph.) Andere trösten sich mit dem alten Refrain: „Xous sonuire» trntiis!" „In der Umgebung Buller's befanden sich „Elende" (welcher Nationalität dieselben waren, scheint vorläufig noch nicht festgestellt zu sein), welche den Boeren rechtzeitig die Pläne des Generals vevriethen, so daß sie, noch ehe sich der erste Ochsen karren und der erste Reiter von Estcourt aus in Bewegung setzte, von Allem unterrichtet waren, während uns übrige Europäer die Censur in wohlwollender Unkenntniß hielt, damit wir den bösen Boeren nicht etwa die wichtigen Nachrichten über Duller's Pläne durch die englischen Drähte zurückkabeln könnten." Niemand Geringeres al» der Eorrespondent des „Standard" in Durban versichert seinem Blatte, daß dem am 10. Januar statt gehabten Kriegsrathe der Boeren eingehende Berichte über die Pläne und den strategischen Aufmarsch Buller'» Vorlagen, und Rußland un- Frankreich am Schwarzen Meere und in den Beziehungen zu Persien. V. 8. Letzthin Hal zu Sebastopol zwischen dem Lhef des französischen Mittelmeergeschwaders, Admiral Fournier, und dem Oberbefehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, Admiral Tyrtow, eine Begegnung stattgefunden, die im Hinblick auf di« politische Lage und den sich zuspitzsnden Gegensatz zwischen Ruß land und England nicht ohne Bedeutung ist. Der äußere An laß der Reise des Admirals Fournier war die Ehrung der im Krimkviege gefallenen und bei Sebastopol bestatteten französischen Officiere und Soldaten. Eine derartige Feier, an der sowohl Russen als Franzosen theilnahmen, würbe in der That mit dem üblichen militärischen Gepränge abgehalten. Aber damit war die Aufgabe der beiden Admirale doch kaum erschöpft. So manche Anzeichen sprechen dafür, daß zwischen den beiden Ober- commanbivenden wichtige Verhandlungen gepflogen wurden, die eine gemeinsame Action der Flotten beider Staaten zum Gegen stände hatten. Es ist noch erinnerlich, daß gleich nach dem Ausbruch des ! Tugela (beim Spionskop) die reckte Wange zn einer schallenden Krieges in Transvaal viel von einer Kooperation I Ohrfeige dar, und die saß. Aber er hat noch nicht genug. Rußlands und Frankreichs im Mittelländischen Meere I Er plant einen Vie Rede war. 'Gerüchts wollten wissen, daß die l ... russische Regierung entschlossen sei, mit der Schwarz- dritten Äe,,uch, Ladysmith zu cntsetjt». meer-flotte den Ausgang durch die Dardanellen zu I Wir scherzen nicht. Es ist unö tbatsäcklick folgende, dock erzwingen, um die Vereinigung mit den Franzosen im I zweifellos ernst zu nehmende Meldung zugeganzen : Mittelländischen Meere zu vollziehen. Beide Geschwader sollten I * London, 31. Januar. (Telegramm.» „Daily alsdann einen entschsidendsn Schlag gegen England führen.! Mail" berichtet ans Kapstadt nntcr dem 30. d. M.: Diese Gerüchte haben sich nicht bewahrheitet. Sie eilten wohl! General Buller verlas gestern vor den Truppen des auch den Thatsachen voraus. Die Russen und Franzosen werden, I «eneralS Warren folgende Botschaft der Königin: gegen England zur Ausführung bringen^ Anr?e»"R?g^ großer« B eKl e genchei ten ihres Nebenbuhlers, als! jh„ Haltung während der letzten schweren Woche die zetzt bestehenden abwarten. Einstweilen ist es« «»d für die bewiesene Ausdauer bei dem bcschwerlichen jedenfalls zu früh dazu. Daß über derartige Pläne I Marsche". General Buller sagte dabei zu Sen Soldaten, bestehen, ist durchaus wahrscheinlich und würde nur! sie sollten nicht glauben, weil sic sich von ihrer Stellung den Voraussicht der russischen Diplomatie entsprechen, zurückzogen, Satz alle Mühen nutzlos geivcsen seien. Nach die niemals eine Gelegenheit unbenutzt läßt, um den Engländern I f"ner Meinung hatten ne -en schlüssel zu dem Wege Hindernisse in den Weg zu stellen. Ein weiteres Anzeichen für! ^„"eiu'er'Woch?sc!i^w'ürdcn ' ° ' ein beabsichtigtes Vorgehen der R ssen und Franzosen im w. ° Schwarzen uNd im Mittelländischen L -re sind di- Aeujzcrungen Dunkel.Rede S.nn vom -cklun-l und das de. Mißtrauens in K-mstantinopel. eser Argwohn tritt zu- "B'EN e.ner Woche 'st v.elle.cht em m. stansch - bramar, nächst nur in indirecter Form in Kun^ebungen der Sympathie ^^^E Hyperbch deffellen KnegShelden (_S giebt Un A^-r-m wuvde kurfl.ch eme Adresse dem eng ychen B°t- I schweigt Buller nock. Wir müssen also auf eine schafter uberrcücht m welcher der Wi.nsch nach vollem Erfolge u-b-rrasckung gefaßt sein, wenn dieselbe sich auch länger °"sg°druckt war. Großbrckanmen -rh.-lt Woche verzögern mag. auf diese Weise die Genugthuung, daß wenigstens ein Staat in I Europa sich mit seinem Raubzuge in Südafrika einverstanden I Ladysmith erklärte. Der wirkliche Zweck dieser eigenthümlichen Kund-1 hält sich ja immer nock und will sich nimmer ergeben. Co göbung ist aber nur in dem Wunsche zu sehen, die Engländer l wenigstens berichtet folgendes Telegramm: sich für den Fall geneigt zu machen, daß die Russen eine Per- i * London, 31. Januar. (Telegramm.) Die zweite Aus- lehung der türkischen Rechte am Schwarzen Meere planen. d„ „Times" meldet aus Ladysmith vom 28. d. Mts.: Im Hinblick auf die anscheinende Besorgniß der Pforte ver- I Hie Nachricht von dem Mißerfolg deS Generals Buller dient ein Aufsatz der „Nowoje Wremia Beachtung, der die Be- I wurde mit Muth und Tapferkeit ausgenommen. Der Platz kann 1 ? ° k °ush°rren. Die Gesundhestsverhal.nisfe sind besser. man hat den Artikel officros verleugnet, aber die Stellung des! „ . ... , -- Organes, in dem er erschien, gestattet es wicht, ihm joden Werth l Ladysmith kann also anscheinend noch warten. Die Hosf- turzer Hand abzusprechen. Burgas soll ein Stützpunkt der rus-1 """ö- bay der starke -Ritter, der sie befreien will, doch einmal fischen Flotte und ein militärischer Beobachtungsposten werden, I -sie in Entiagung stark. Andererseits um auf Konstantinopel und den Balkan mit stärkerer Wirkung "' 'ch schem.t der,Entsckluß Bullers, schon bmn.n Wochen drücken zu können. In der That müßte eine solche Erwerbung l Rußland in den Stand setzen, die Vormacht an dec Siivwestküste l ver des Schwarzen Meeres zu werden, wie es dieses bereits längst im I Osten ist. Die Lage von Burgas, in unmittelbarer Nähe der! Unter . türkischen Grenze, würde einer dort ankernden russischen Flotte I vom 29. Januar: jeder Zeit dir Möglichkeit bietm, rasch und unvernruthrt im ! Lord Roberts meldet kurz: „Lage unverändert", und alle einiger- Bosporus zu erscheinen. Wird derartiges wirklich an der Newa maßen zuverlässigen Quellen sckweigen. Nur die „Central News" geplant — und die Möglichkeit liegt trotz der Erklärung der I sendet spaltenlange Berichte aus, welche indeß lediglich Wieder- „Polnt. Corr." vor —, so würde es die offenbare Absicht bebauten, I aufwärmungen längst bekannter Dinge unter frischem Datum sind, die Pforte in Abhängigkeit vom Zarenreiche zu versetzen und die l Reuter hat eine kurze Meldung vom 26. aus Spearmans Camp Herrschaft des letzteren über die Meerengen zu sichern. Frei-1 gebrockt, zu der selbst der „Daily Telegraph" bemerkt, daß sie -ck? EN M nicht zugeb-n können. „2s Vues? als Laß' -in So7dat'°di^ schon hieraus ergieLt sich deshalb für die msiis^Rogierung die I „reicht habe und stolz auf derselben gestanden hätte. Neben Nothwenldigkert, mit Frankreich eme Verständigung zu er-l alledem nichts als spaltenlange Verlustlisten, die in immer neuer zielen. Soll eine Festsetzung an der bulgarischen Küste erfolgen I Reihenfolge erscheinen, aber immer nnr Theillisten sind, welche keinen so wäre die Unterstützung der französischen Flotte für Rußland, I allgemeinen Ueberblick gestatten, indeß u. A. feststellen, daß bei der auch ohne den Ausbruch direkter Feindseligkeiten, in hohem Maße > Besetzung der Spionskop-Stellungen am 24. allein 31 Officiere, gegen wünschenswerth. Die Schwarze-Meer-Frage könnte also schon 1154 Mannschaften todt und verwundet blieben, mithin 337. nagend erklären. ..... . 13'ldzuge, ohne die Verluste in den letzten Kämpfen am Tugela, D°e politische Lage in Asien bietet aber noch ankere Grunde, I beziffern sich jetzt aus 1492 Todte, 4896 Verwundete, 2767 um Conferenzen der beiden Admirale zu rechtfertigen. Wir I Gefangene. wollen hierbei Deutschland aus dem Spiele lassen. Diel Die oben erwähnte einzig neue Beschreibung, offenbar nur Petersburger Blätter führen freilich mitunter eine ekwas I gemacht, um die Niederlage zu entschuldigen, giebt eine thatsächlich deutschfeindliche Sprache. Besonders die „Nowoje Wremja" unzutreffende Beschreibung vom Spionskop selbst und seiner in Bu-g°s °u» Ms 2 "z"'L der Bagdad-Bahn, die angeblich die Schlagfertigkeit der Turke, gleichzeitig behauptet, die englische Stellung sei thatsächlich starken und Rußland zu neuen Rüstungen im Kaukasus zwingen I die Spitze de« SpionSkops gewesen, welcher die ganze Linie soll. Dies« Auslassungen sind bereits von der „Polst. Corr." I der Kopjes längs de« oberen Tugela beherrsche; aber auf einem zurückgewiosen worden. Wir haben deshalb keinen Grund, an-1 parallelen Bergrücken hätten dir Boeren in nicht weniger al« zunelhmen, daß der Dau dieser Linie eme Verstimmung zwischen I 35 Schützengräben versteckt gelegen und die Engländer unter Petersburg unld Berlin Hervorrufen wird. Die wirthschaftlichc »«uzfeuer genommen, während die einzige Möglichkeit, dies- Stel- S"W,b..ng du.« rutsch-- m.g -m z-nnmch-s«n.-ug. Ist ,u -ruft, di, <w-i-d,?> i>»d> ,i» MM ,-wd«. und von Engmnw drohen zu diel« Gefahren, als daß man MN I aus welchem je uur ein einziger Manu hätte Vordringen Zerwürfniß mit dem deutsch«, Reiche suchen sollte. Gegen I können, trotzdem hätten dir Engländer das fernere Ende Deuffchlastd und den Dreibund richtet sich die Spitz« der russisch-1 dieser Spitze de« Berge«, welche rin flaches Tafelland französischen Freundschaft »m Augenblick wicht. I bildet, heroisch erklommen, di« Boeren indessen auch hier M-r in m.» LL est es dem Grafen Muvawjew gerungen, »me Erneuerung deS l^ne runde steinige Erhöhung aufgerichtet habe, die ihrerseits gleich- Vertrages über das Effenbahwmonopol mst der persischen Regie-1 fall« in großer Stärke von den Boeren besetzt gehalten sei. Der rung bis zum Joch« 1904 zu Stande zu bringen. Rußland hat I von den Engländern besetzte Hiigelrücken Hobe sich einer ganzen damit bewiesen daß lein Einfluß in Teheran so mächtig ist I «»zahl starker kleiner Kopie« aus ollen Seiten gegenüber befunden, Wi« früher. ES Würde auch den Schah zu weiteren bedeutenden von denen au« die Boeren sie mit einem concrntr.schen Feuer aus gelegenheit ist mm für di« große Pvlstik von weit H-Arer Bc-1 Niederlage selbst schreibt Spencer Wilkinson in der „Mor- deutung, als die Frage, ob für Persien ein wirthschaftlichrr I „Denn nach den bisber bekannten Theilverlustlisten Nutzen auS der Abmachung erwächst oder nicht. Es ist mehr I fünf von sechzehn Bataillonen ihre Reihen so stark gelichtet sahen, al» wahrscheinlich, daß die Engländer, deren wirchschaftliche > so war die Entscheidung Buller'«, feine grsammten sechzehn Ba-
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