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uer Tageblatt Mzeiger für das Erzgebirge mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Zuer Sonntagsblatt. «Iwechchm-e -e» «e-aktton mit Aaouahm» Sonntag» nachmittag, 4—ö Uhr. — Lelegramm.ASress», Lag,blatt Aueerz-edlrg». I«mspr«h« SS. M «mvmlangt «ingrsanSt» Manuskript» kann Sewähr nicht -elelftet «eröen. Donnerstag» äen io. August ISIS. Ar. 144. N. Jahrgang. Grofte» Hauptquartier, 10. -lug. oorm. westlicher Kriegsschauplatz. der Artilleriekamps zwischen -em Ancrebach un- ürr Somme wir- mit großer graft fortgesetzt. Englische An» griffoadstchten bei Sozenttn-Le—Petit wurSen üurch Zeuer unterbunden. Vie Zahl Ser bei -en Kämpfen ». August in unser« tzanS gefallenen unvenounSetea SngltlnSer hat flch auf 1Z Gffizier» 500 Mann erhöht. Lwilchti, Maur«»»» »ntl «irr komme scheiten«» abenö» uaü wilhrenti tler Nacht acht hettlgr ttanrösische An,ritte. — stecht» aer Maa» wirst, adgelehr» von kleine» stanstgranaten- ,n,ritten, kein« InUnterletittlgittirgemelsttt. - LmL«NK»mpf un<> sturch Adwehrf««r linst rwel leinstliche slug,eu,r sststiich von ttapaum«, le eine» liistllch von LUI«. »ei Lea», del raardurg in Lothringen adgrlcholsea. Grstllcher Kriegsschauplatz. Front -es Seaeralfel-marschalls von Hin-enburg. rllstllch von Smorgo» herrrcht« irdhan« feuer- unst patroulllrniöllgltrlt. mehrfach« rurilrche Angritte riust am ktrnmlen del »ad«»»«, am »tschost, bei ruble«,ow-sterr- rvcne, del kmoiarv-Xarrcr« unst »ei witoniec blutig adge» wie»«», »ei Jarecre »ahmen wir bei «egenrirrren rwei omrierr »ao Maa» gefangen. Unternehmungen kleinerer kelnstllcher Abteilungen unst ein Urderr«mptlu»g»vrrl>ch am gtoch-stbosten, östlich von stowei blieben ergednirlo». rgst- lich von Lalone «ntwiekeitr» Ncb beute früh nrne Angriffe. Front -es Zrl-marschallrutnants Erzherzog Karl. Sei und sstSwestlich von welemrio« stnö stärker» russisch« Angriffe tetlumife im Segeastost zurückgeschlage«. hier nab stiSllch ö»o dnsestr staö öle befohlenen neuen Stellungen plmunst-ig eingenommen. Salkan-Kr'legssthauplatz. stein« «reiguiffe von desonSerer Se-eutung. lV.T«V.) lvberste Heeresleituag. 'vrr amtliche striegLbericht von deute ll mit dem Reichskanzler in unerschütterlt gcszuversl stimmung zu der einmütigen Ausdruck. Vie große Offensive Lackornar In Italien faßt man neuen Mut. Cadornas große neue Offensive, von der namentlich die Gntentepresse zu künden wußte, ist in vollem Gange. Natürlich siegreich, wie cs in Italien heißt. Aber die geringe Zuverläs sigkeit der Cadornaschen SiegeSb ertchte ist zu bekannt, al» daß seine Angaben irgendwie Glauben erwecken könnten. Sine Wiedergabe derselben erübrigt sich daher. Wir können un» auf den Wortlaut der amtlichen österreichischen Berichte verlassen und nach diesen haben der stolze Schwung und der seltene Schneid der Ita liener, der von Cadorna angerühmt wird, an der Wider standskraft und der ruhigen, aber zähen Tapferkeit der öster reichischen Truppen nicht» au»zurichten vermocht. Die von Cadorna angegebene Gefangenenzahl muß mit berechtig tem Mißtrauen betrachtet werden. Wollte man alle Zahlen Icstl lraiWsche MgiM an äer Somme gescheite« El« wirkungsvoller Zrppellnaugrlfs aas Gstengland. — Heftige Kämpfe am Jsonzo. — Görz von italienischen Truppen erreicht. - Zurück weisung italienischer Angriffe Lei San Marlino. — Vee Vlerverbanü will Griechenland zum Eingreifen zwingen! — Vie armenische Handelsstadt Sitlis wieder in türkischem Sesttz. der Gefangenen, die Cadorna im Lause des Krieges ge macht hat, zusammenzählen, würde nur noch wenig van den Oesterreichern übrig geblieben sein. Die Kriegslage am Jsonzo. Die Kriegsberichterstatter der Wiener Blätter melden, daß die Italiener mit riesigen Verlusten an Toten und ungefähr 3 000 unverwundeten Gefangenen die Zurücknahme der am westlichen Jsonzo kämpfenden Truppen von den durch die feindliche Artillerie vollkommen zerstörten Stellungen bezahlt haben. Diese» kurze Stück der Stellung war seit ungefähr 15 Monaten unter den schwie rigsten Verhältnissen in den vier großen italienischen Json- zo-Mffensiven und gegen! verschiedene dazwischenliegende kleinere Vorstöße heldenmütig verteidigt und ist nunmehr freiwillig geräumt worden, um unnützes Blut« vergießen zu vermeiden, umsomehr, al» diese» Frontstück Italien von seinem ZerstSrungSwerk an der Stadt Görz nicht abhalten konnte. Die Militärkrtttker der Wiener Blätter stellen übereinstimmend fest, daß dem Aufgeben die ser Stellung keine weitreichende Bedeutung zukommt. I UnterrlaalrrelrrelSr Ammelmann über Sie flieäenrfrage. Der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Zim - Riermann sagte, dem B. T. zufolge, einem Vertreter des Mester Blattes Az Est auf die Frage der Erörterung von Mciedensmöglichkeiten: Der Zeitpunkt zu solchen Gesprä- Mcn ist noch nicht gekommen. Wir haben keinen Anlaß, Uns jetzt mit dieser Frage zu beschäftigen. Sie wissen ja, Uue auf der Gegenseite jedes Wort, das in dieser Richtung Ucjprochen wird, ausgenutzt wird, um die mutlos und müde Rcivordenen Völker der Entente wieder aufzupeilschen Sa Riel kann ich ihnen sagen, daß wir in keinem Stadi um des Krieges init fremden Staats män- Rern übnr F ri e d e n s b e d i NL u n g e n ver» Rändelt haben. Im Bewußtsein unserer Stärke und Ruf Grund unserer Erfolge haben wir aber mehrmals um Irre Bereitwilligkeit erklärt, in Friedensverhandlungen ein-- Rutreten. Das ist ja allgemein bekannt Bekannt ist auch Ruß die Entente unter englischem Druck eine gleiche Bereit Rülligkeit nicht gezeigt hat. Damit hat sie die volle Verant wortung für das weitere Blutvergießen auf sich genommen. Ir>ie Entente lebt in dem Wahn, daß sie mit der jetzigen Of- ßcnsive ihre Lage verbessern könnte. Wir haben die feste INeberzeugung, daß die e i s e r n e d e u t s ch e M a u e r im besten nicht zu erschüttern ist und daß uns i m Osten noch neue Erfolge erwarten Ehe die Feinde sch nicht durch das Scheitern ihrer Anstrengungen davon überzeugt haben, daß sie an der militärischen Lage nichts mehr zu ihren Gunsten ändern können, hat es gar keinen tzveck, sich mit der Frage der Friedensaussichten zu befassen. Wir müssen abwarten, bis dieser Wahn bei der Entente ver flogen ist, und wir sind dazu in jeder Weise in der Lage. Unsere Ernte wird ja England auch darüber belehren, daß cs auch mit der Hungerblockade nichts ist. Auf die Frage, ob der Unterstaatssekretär wohl glaube, daß England alle seine Kräfte bet der, Offensive eingesetzt habe, entgegnete er: Das glaube ich allerdings. England spricht wohl noch von weiteren Millionen, aber wir wissen aus Erfahrung, wo von England» Worten zu halten ist. England hat immer seine Verbündeten für sich zur Schlachtbank geführt, und e» ist fraglich, ob e» gleichgültig zuschauen wird, daß jetzt seine eigenen Söhne geopfert werden, wie bislang die seiner Ver bündeten, denn an der Somme sind die englischen Verluste über alle Maßen hoch. »er »unäerratta«rrch«ß für aurvSttlge Angelegenheiten. Die Bayerische GtaatSzeitung schreibt über eine Ta gung des BundeSratSauSschusseS für Auswärtige Ange legenheiten: Wie wir erfahren, tagte im RelchskanzlerpalaiS in Berlin Dienstag nachmittag und Mittwoch vormittag unter dem Vorsitz des bayerischen Staatsministers Dr. Graf von Hertling der BundesratSausschuß für auswärtige An gelegenheiten, der während des Krieges schon wiederholt zusammengetreten war, um von Zeit zu Zett Mitteilungen des Reichskanzlers über die allgemeine politische Lage ent gegenzunehmen. Der Reichskanzler gab auch dies mal eine eingehende Darstellung der gesamten poli tischen Lage, wobei alle schwebenden Fragen zur Sprache kamen. Der BundesratSausschuß begegnete sich ' " : ltcherSie - t ch s und gab seiner vertrauensvollen Zu- er von dem Reichskanzler vertretenen Politik klären. Die Räume waren überfüllt und die eingetroffene Ladornamelbung von den» angeblichen Jsonzosieg mit an geblich 3 600 gefangenen Oesterreichern trug das ihre bei, eine hitzige Stimmung eintreten zu lassen. Redner der verschiedensten Parteien forderten die sofortige Kriegserklärung an Deutschland, was von der Versammlung jedesmal mit lebhaften Beifallsrufen aus genommen wurde. Der erste Redner war der Bürgermei ster von Pavia, Professor Lorini. Er wendete sich scharf gegen die fortwährende Verzögerung der Kriegserklärung und hetzte in gewissenlosester Weise gegen die angeblich in Italien sich noch verbergenden Deutschen. Natürlich fehlte auch nicht die Forderung, daß alles deutsche Eigentum in Italien'beschlagnahmt werden müsse und die Jaliener für immer von dem deutschen Gruß befreit werden müssen. Unter dem brüllenden Beifall der Menge schloß der Red ner: Wir wollen den Krieg gegen Deutschland! Nachdem die Massen noch durch weitere Reden in Stimmung gebracht waren, wurden sie in langem Zuge auf die Straße gelassen. Es konnte nicht ausbleiben, daß auf dem Domplatz der En- thuastaSmuS in Raserei auSartete. Vie Kämpfe um Mauwont. Ueber Genf kommt die Meldung, daß das, was von dem Werk Thiaumont noch übrig ist, sich wieder in deutschen Händen befindet. Diese Nachricht stammt aus französischer Quelle und dürfte wohl zutreffen. Der deutsche Heere»bericht hat davon keine Notiz genommen, wahrscheinlich, weil, nachdem das Werk zertrümmert ist, sein Besitz nur als Geländegewinn in Frage kommt, dem eine besondere Bedeutung nicht beigemesfen wird. Ein neuer französischer Offensivstoß? Die framösischen Ostbahnen und Südo st bah nen haben Befehl erhalten, ihre Wagenparks ab 8. Au gust auf die Dauer von zehn Tagen der Heeresver waltung zur Verfügung zu stellen. Die schweizerischen Blätter entnehmen daraus, daß in Frankreich Vorberei tungen zu einem neuen Offensivstoß getroffen zu werden scheinen. In Lyon werden »die Lazarette evakuiert. Lloyd George al» Nachfolger Asquiths? Die Mailänder Blätter bringen Londoner Telegram me, denen zufolge in der Londoner Presse sich die Gerüchte verdichten, daß Lloyd George noch vor Ausgang des Sommer» die Nachfolgeschaft ASquithS an treten werde. Daily News hat Lloyd George interpellieren lassen, der jedoch vielsagend erklärte, zu der Auskunft er scheine ihm Asquith kompetenter zu sein al» er. Rücktritt Henderson». Reuter meldet: Der Präsident des Unterrichtsamtes Henderson ist zurückgetreten, da es ihm unmöglich ist, die Pflichten eines Unhei/richtsminister« und seine mit der Arbeiterpartei zusammeiMngenden Auf gaben gleichzeitig zu erfüllen. Wie verlautet, bleibt Hen derson als Berater der Arbeiterpartei im Kabinett. (W. L. B.). Englische Flugzeuge beim Angriff auf Müllheim. Die britische Admiralität meldet: Am 30. Juli haben englische Seeflugzeuge in Verbindung mit französi schen Flugzeugen einen Angriff auf die bewachten De pot» und die Kasernen von Müllheim in Baden ausge führt. Die Flugzeuge wurden heftig beschossen, kehrten je- voch unversehrt zurück. Englische Absichten auf Lissabon? Der Züricher TageSanzeiger meldet aus Madrid: Lissabon wird gegenwärtig befestigt. Der briti sche Militärattache hat erklärt, daß sich die Engländer dortselbst festsetzen würden. Neue Unruhen in Irland. In England ist in der ganzen vorigen Woche keine Post aus Irland etngetroffen. Auch der Reisever kehr war an mehreren Tagen eingestellt. Jetzt erfährt man, daß in Südtrland Straßenunruhen und Zusammenstöße mit Militär stattgefunden ha ben, wobei daS Militär von den Waffen Gebrauch machte. Angeblich soll die Ruhe wieder hergestellt sein. Doch halten die Aufständischen überall Protestversammlungen gegen die Hinrichtung Casement» ab und fordern das irische Volk zur Rache auf. In Dublin sagte ein Redner, daß Irland Englische Riesengeschütze am Jsonzo. Am unteren Jsonzo feuern, wie der Militärkrtttker der Italia schreibt, einige von den gleichen weittragenden eng lischen Riesengeschützen, die an der Somme Verwendung finden. Wilde Deutschenhetze in Italien. Montaa abend fand im Theater Carcano in Mailand eine Massendemonstration statt. Sie hatte den Zweck, da» Kabinett aufzufordern, an Deutschland den Krieg zu er-