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Morler Grenzvoie Dies Blatt enthält die amtlichen Bekanntmachungen der Amtshauptmannschaft Oelsnitz, des Amtsgerichts dec A.NcS- anwaltschaft und des Stadtrates zu Adorf. - Anzeigenpreise: Für Lie hgespaltene Petitzeile oder deren Raum 1b Gcldpsenmge, bei auswärtigen Anzeigen 20 Goldpfennige, für die amtliche Zeile 40 Goldpfcnnige, Reklammezeile 60 Goldpfenntge- Diese Zeitung erscheint an jedem Wochentage nachmittag mit dem Datum de» folgenden Tages. Sonnabends liegt die 8scitige Noman-Deilage «Neue Illustrierte" bei. Fernsprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter und Verleger Otto Meyer in Adorf. Postscheck Kto. Leipzig 3736s 46. Donnerstag, den M. Wär; 1924 Jahr-!. 8S. W-m° S°d"r "« d-Ich.«»kt.r d. S°»I Bad kW.r b.tt.H.nd, P d-u„ ,mgM°g°n ZK"" °' ÄmttaÄcht L 'sÄ Was gibt es Aeue«? — Es dürfte nunmehr fcststehen, daß der Reichstag Donnerstag aufgelöst wird und die Neuwahlen air Mat stattfinden. — Das Golddiskontbankgesetz wurde vom ReichSrat an genommen. 7- Der Papst hat erneut zwei Millionen Lire für notleidende Deutsche gespendet« — Im Hitler-Prozeh wurde am Dienstag der frühere «eneralstaatSkommissar von Kahr als Zeuge vertwmmcn. Die Grenze. egen l, , ^.ariL Mt zur Ausgabe gelangt ist, ist nun aber ein Akten- Uuck vom 25. Februar 1919 enthalten, in welchem es Mt, der Standpunkt der französischen Regierung habe W zu der Formel verdichtet: „Der Rhein ist Deutsch lands Westgrenze." Das ist unzweideutig ausgesprochen und sagt uns, was wtr von unserem Nachbarn zu er- Kartel haben. Es ist wahrscheinlich, daß Poincare an diesen ^rogrammfatz nicht gedacht hat, als er seinen Brief au Macdonald schrieb, aber dadurch werden die früheren Aussprüche nicht entkräftet. Sie haben Gültigkeit und Men, welche Stimmung in Paris obwaltet: Der schein soll die Grenze zwischen Frankreich und Deutsch- >and sein, und es ist nur merkwürdig, wie diese Auf astung mit dem Vertrage von Versailles in Ein gang gebracht werden soll. Denn in dem FriedenL- »ertrage ist bekanntlich die Räumung des linken AyeinuferS durch die Ententetruppen binnen fünfzehn Wren in Aussicht genommen. Der Abmarsch der Franzosen aus der ersten Etappe hat danach Mitte Ja- uuar 1925 zu erfolgen, eine Bestimmung, von der es ^eifelhaft ist, ob sie eingehalten werden wird. . Der Rhein kann keine Grenze darstellen, denn so- kUge dos der Fall ist, bedeutet diese Tatsache eine stete ^Oegsgefahr. Unter welchem Namen diese Rhetngrenze ^gestellt werden würde, ist gleichgültig, worauf es Wommt. das ist der Umstand, daß er cS tatsächlich ist. Unke Rheinufer muh uns ebenso zurückgegeben Arden, wie das Ruhrgebiet, das für die wirtschaftliche Auigung Deutschlands ebenso bedeutsam ist, wie die Abgabe linken NhetnnferS für die politische Anigkeit. Was die Franzosen sich als Grenze vor- ist nichts als ehrgeiziger Antrieb, die Owli.te Auernd zu gewinnen, die innerhalb dieser sogenaun- Grenze gelegen sind. Wenn die deutsch-französi- Ve Grenze verschoben werden sollte, so kommt schon Ugland in Betracht, dessen Interessen hierbei emp« Müch berührt werden. Tie Rhetngrenze, wie sie war, Frieden und Wohlstand in Europa, jedes Attentat m^en lässt eine neue KricgS-WetterwoUe ani Poli- AHen Horizont Heraufziehen. , Die finanziellen Sachverständigen haben es aus- Approchen, dah Deutschland nicht früher eine Wiederaus« ung erfahren könne, bevor ihm nicht das Ruhr- Met zurttckgegebcn worden sei. Solange dies aber 'M geschehen ist, solange also nicht das volle Ver tuen der Welt zur finanziellen Leistung Deutschlands hergestellt ist. stehen wir gegen Frankreich zu- ^ur, das damit weiterhin mit dem Misstrauen von yAoba zu rechnen hat. So stellen diese Tatsachen eine Zwickmühle dar. Werden wir zu Boden gedrückt, so auch die Franzosen den Nachteil, was sie jetzt dem Frankensturz deutlich genug erleben. Zwischen ^ Franken« und Mark-Debakel gibt es keine Grenze, Folgen müssen auf beiden Setten getragen werden. Poincarä gesät hat, so muh er fetzt ernten. Das Poincarö gesät hat, so muß er jetzt ernten. Das Ard ihm von seinen Landsleuten zur Last gerechnet, kag «r sich noch so sehr dagegen sträuben. In dem Briefwechsel zwischen Poincars und sei- -<m englischen Kollegen Macdonald sagte der fran- Wsche Premierminister (wie lange noch?), er habe nicht «esagt, daß der Rhein Frankreichs Grenze sei, und ebensowenig, daß er von Deutschland etwas annek- Urren wolle. Worauf es ihm ankomme, das sei nur, daß Deutschland am Rhein keinen Stützpunkt m Frankreich gewinne. In dem Gelbbuch, das in P jetzt zur AnSoabe nelonnt ist ii> NU" nfx-r pi« Mk He drei Punkte der Sachverständigen , Die Reichsbahn soll deutsch bkeibe«. Wie von autunterrickteter Sette aus Paris ge meldet wird, haben die Sachverständigen bei Ler Auf stellung ihres Planes zur Zahlung der Reparationen die folgenden drei Gesichtspunkte aufgestellt: 1. Deutschland muß unter Ausbietung seiner gan zen Leistungsfähigkeit an die Gläubigerstaaten Zahlun gen vornehmen. z 2. Eingriffe in das deutsche Beaufsichtigungsrecht j ! sind so weit wie möglich zu vermeiden. s 8. In der Art.der Zahlungen, die die Gläubiger, j staatcn zu erlangen wünschen, müßte weiter Spielraum s gelassen werden. Hinsichtlich der Beaufsichtigung der deutschen Eisenbahnen soll die Frage des Eigentumsrechtes in keiner Weife aufgeworfen werden. Die Verwaltung der i Eisenbahn bleibt nach wie vor in deutschen Händen. Es ist aber damit zu rechnen, daß ein oder zwei Aus ländische Direktoren als Vertreter der Inhaber aus- ländischer Werke ernannt werden. Ter Plan des Tawcs-Ansschusscs. In der englisch-amerikanischen Presse stehen noch weitere Angaben über den Plan, den das Sachverstän- digenkomitee Dawes zur Bezahlung der Reparationen anrcgen wird. Nach dem „New Mork Herald" wird Deutschland aufgefordert, periodische Einzahlungen in die unter internationaler Kontrolle stehende Goldno tenbank vorzuuehmen. Tie Betrüge werden den Ver bündeten gutgeschcieben. Nach der „Chicago Tribune" sind die Sachverständigen zu dem Schluß gekommen, s daß Deutschland bis zu seiner wirtschaftlichen Wieder- ! Herstellung jährlich während eines kürzeren Zeitraums i zwei Milliarden Goldmark für die Reparationen zu § entrichten habe. Diese Summe umfaßt auch die Be träge, die die Neichsrcgierung zur Rückerstattung der von deutschen Industriellen für Sachlieserungen ge leisteten Auslagen zu zahlen hat. Von der oben er wähnten Summe sollen Kohlen- und Kokslieferungen an Frankreich, Lelgren und Italien bestritten werden. Sie bietet ferner die Möglichkeit, die am 15. April fälligen Verträge mit der Micum zu erneuern. Bei Ermittlung des vorerwähnten Reparationsbetrages ge hen die Sachverständigen, wie die „Chicago Tribune" hinzusügt, von der Erwägung aus, daß die Summe nach Maßgabe der finanziellen und wirtschaftlichen Wic- derausrichtung Deutschlands erhöht und eventuell aus 3,5 Milliarden Goldmark gebracht werden könne. Die staatlichen Monopole, deren Ertrag ausschließlich zur Deckung der Jahresleistungen verwendet werden soll, werden von Deutschland selbst einer lediglich formalen Nlliiertenbeaufsichtigung unterworfen werden. Falls die Monopole aus Alkohol, Streichhölzern, Tabak nnd Zucker in kürzerer Zeit nicht insgesamt zwei Mil irr- den Goldmark abwerfen, sei der- Restbetrag aus an deren Einnahmequellen zu entnehmen. AeichStagsaAflösmig «m SomeOag. Neuwahlen am 11. Mai. Nachdem inan lange hin und her geraten hat, wie dem Reichstag noch einmal auf die Bstne geholfen werden könnte, tst man ftch allmählich doch darüber einig geworden, Laß nur die Auflösung übrig bleibt. Tic Ncichsecgicrung hat nämlich, wie Ler Reichs kanzler in einer Besprechung mit den Fraktwnsfüh- rern urittcilte, die Absicht, nunmehr doch cm Tou- ncrsteg den Reichstag anfzulösrn und die Neuwahlen am 11. Mai stattfinven zu lassen. Ter Anlaß zur Auf lösung dürfte sich daraus ergebe», daß ein Antrag der Mittclparteicn ans Nebergang zur Tagesordnung über die sozialdemokratischen und dentschuationclen Arrfhcbungs- uud Aendemtngsl'.nträgs zu dem Verordn nungswerk der Regierung abgelehnt wird. Das hier Gesagte wird im übrigen durch folgende halbamtliche Regierungserklärung in der Hauptsache bestätigt: „Der Reichskanzler hatte Montag nachmit tag nach Schluß der Plenarsitzung des Reichstags eine Besprechung mit den Führern der vier Regierungspar teien. Dabei ergab sich völlige Einigkeit darüber, daß die Auflösung des Reichstags noch in dieser Woche er folgen muß, ferner darüber, daß ein möglichst früher Wahltermin in Aussicht zu nehmen sei, wobei jedoch Rücksicht darauf genommen Herden müsse, daß die Wah len im besetzten Gebiet längere Zeit zur Vorbereitung veanfpruwen. Unter welchen Umstünden die Aust lösung erfolgen wird, steht noch nicht fest." Seutschrs Reich. — Berlin, den 12. März 1924. ° Ein Erfolg -es Botschafters von Hoesch. Aus Antrag des Botschafters v. Hoesch hat die französische Regierung den auf St. Martin de R6 internierten deut schen Staatsangehörigen Wilhelm Dreher, der wegen angeblicher Sabotage zum Tode verurteilt worden war, vorläufig in Freiheit gesetzt. ° Vor -er Erhöhung -er BeamteugehälK r. Im Reichsfinanzministeriurn begannen Besprechungen der Vertreter der deutschen Länder mit dem Reichsfinanz minister über die Frage der von der Reichsregierung beabsichtigten Erhöhung der Beamtengehälter. Wie verlautet, beabsichtigt die Regierung, vorausgesetzt, daß' es finanziell tragbar sein sollte, die Erhöhung der» Beamtengehälter schon zum 1. April einzuführen. Ob' dies aber schon zu dem angegebenen Termin möglich) ist, steht im Augenblick noch nicht zweifellos fest. Die^ Beratungen dauern noch' an. 0 Tie Forderung der höhere» Beamte». Ter Bun«, destag der höheren Beamten fordert in einer Ent-^ schlietzung, daß endlich die schon im Frieden kaum aus-! reichende Besoldung der Beamtenschaft aus eine den^ Einkommen der beruflich und wirtschaftlich gleichzuste-^ lenden Volksschichten entsprechende Höhe gebracht unH dabei nicht nur für die unteren Besoldungsgruppen einer! auskömmliche Besoldung sichergestellt, sondern auch diÄ Kosten der Vor- und Ausbildung sowie die mit denk, Amt verbundene Verantwortung voll berücksichtigt werden. Für diese im Interesse des Staates und eine« gesunden Berufsbeamtentums unbedingt erforderliches Besoldung sind die nötigen Mittel Lurch die gleich-! mäßige Belastung aller Volkstcile durch eine gerechtes Steuerpolitik aufzubringen. Der Neichsbund ist zup gemeinsamen Arbeit mit den anderen Beamtenverbän den znr Erreichung dieses Zieles bereit. Mit dem PrS«s sidenten der Rentenbank Exz. Lenze ist die Versamm-^ lung einig in der juristischen Verurteilung der Tatsache^ daß die Beamtenschaft zu einer Sonderbesteuerung biq zu 60 Prozent ihres Einkommens herangezogen wirv^ ° P«rsonalverätt-crungen im Auswärtige» Amt.j Im Auswärtigen Amt werden seit einiger Zeit wich-! tige Veränderungen auf deutschen Autzenposten vor-j bereitet, die ursprünglich erst nach einer Neuwahl desl Reichstages vorgeuommen werden sollten, jetzt aber) vielleicht doch schon in den nächsten Wochen durchge- sührt werden. Es handelt sich in erster Linie ums den Rücktritt des deutschen Botschafters in Washing-- ton, Wiedseldt, und seine Ersetzung durch den deut-- schen Botschafter in Tokio, Dr. Solf. Weiter ist be-j absichtigt, den jetzigen deutschen Gesandten in Lifta-i bon, Forentsch, zum deutschen Botschafter in Lo-! kiv zu ernenuen. Wahrscheinlich wird auch der CheH der Personalabteilung, Direktor Gneist, dcmnächi» auf einen Eesandtenposten nach Südamerika gehen. j ° „Liu deutsches Manöver". Zu Ler neuerlichen^ Entwertung des Franken schreibt der „Matin": Al!« Depeschen, die man aus dem Auslande erhalten habe, seien einig darin, daß die Bewegung einem Manöver; eines internationalen Syndikats, das feinen Sitz iw Amsterdam habe, zuzuschreiben sei: nach einer „Ti- mes"-Meldung verkaufe Plötzlich auch New Aork Fran ken. Diese Manöver seien durch ein mächtiges Syn dikat eingeleitet, an dessen Spitze deutsche Großindu strielle ständen. Dieses Syndikat verfolge einen haupt sächlich Politischen Zweck und scheine entschlossen, das Unternehmen bis zürn Ende durchzuführen, selbst wenn die Operation in rein finanzieller Hinsicht für das Syn dikat verhängnisvoll werden follte. Es wäre inter essant, vom „Matin" die Namen dieser „Großindu striellen" zu erfahren, die über das Schicksal eines ganzen Volkes zu entscheiden vermögen. Die Ursa chen des FrankensturzeZ liegen so klar zutage, daß kein vernüpfttger Mensch an die vom „Matin" behaupteten geheimnisp^llen Manöver glauben wird. Die Gründe sind, wie im übrigen auch aus zahlreichen Erklärungen sranzösifcher und ausländischer Sachverständiger zu di« ter Frage hervorgeht, darin zu suchen. Laß Inland und Ausland Las Vertrauten zur Variier Finanzwirtscbasl