Volltext Seite (XML)
Mittwoch, äen is. Oktober ISIS II. Zahrgrmg vergebliche Mltrengmge« unserer feinäe auf allen srsnlen. (W. T. B). U-SootsangrU auf rtaru ktaAeatsihra Kreuzer. — Vle Vlerverdanüsh««schaft tu Griechenland. — der -eulsihe Protest in -er fippam- fln-ele-eahekt. — Veutsthlanös Antwort auf -ie norwegische U-Soot-Notr. « »ar ungesayr io uyr vormittaa er Unterseeboot auftauchte und stg- iffspaviere der RiSholm untersucht Englische 45-Zentimettr-Geschütze «m der Somme? Der englische Korrespondent Veach Thoma» schildert die jüngsten englischen Angriffe an der Somme am Donner», tag nachmittag, die in verhältnismäßig kleinem Stil statt, fanden und von Artilleriefeuer von beispielloser Heftigkeit zwischen der britischen und deutschen Artillerie begleitet wa ren. Zum erstenmal wurden enMchersetts dabei Geschütze von 18 Zoll (45 Zentimeter) verwandt. ttt bi» ' »schwader über der Stadt. Saum nellr erplodtetten über unseren Köpfen. Dann sing' da» 'Üg« verschwunden, al» S Uhr 40 Unterseeboot zum Angriff über, und einig« Zett später Neue Beschießung von Belfort. Züricher Zeitungen berichten von der franMscheq Grenze: Die Rächte vom Montag, den 9., und Dienstag, den 10. Oktober, waren für die Bevölkerung von Bslfstt di« schrecklichsten seit KriegSbegtnn, denn nicht nur Flitz- ger erschienen unaufhörlich über der «Stadt, sondern auch die weittragenden Geschütze aus dem Oberelsaß machten sich unheilvoll bemerkbar. Bei prächtigem Wetter und Hellem Mondenschein kamen am 9. Oktober nach An bruch der Dämmerung di« deutschen Flieger fünfmal, und -war in her Zett von S Uhr 40 Minuten bi» 11 Uhr SO Mi nuten über die Stadt. E» wurden dabet neun Bomben aufvelfortabgeworfyi. Am 10. Oktober i, viel lebhaft« zu, denn schon um ü Uhr abend» Fliegeralarm, und in d« Leit di» --10 Uhr sechsmal deutsche Flieg«g«sch war der letzt« dZutzche Flieg«- franirrelÄr Mutrieuer. Frankreich hält e» nicht mehr für nötig, dir Wunden, Ii.iS denen eS blutet, zu verbergen. Mag die Welt, die sich »hnehm nicht mehr täuschen läßt -7- mögen,vor allem, die »Bundesgenossen erfahren, wie e» um HeereSersatz und Ar- Rütskrüste, um Opfer und um Entvölkerungksov- »e n steht. Ganz offen werden in der Kammer die Zahlen Genannt. Bon 14 000 jungen, für Kriegszwecke arbeitenden L euten seien — klagt ein Deputierter — nur 7 000 an die »-ront geschickt. . . Weshalb ersetze man nicht auch die «brtgen 7 000 durch Frauen und Ausländer. Um so gering. Mugiger Zahlen willen schlägt man dort schon Alarm. Zu- gleich erfahren wir, daß gegenwärtig 244 000 Beamte und » isenbahner — wohl nur zum geringsten Teil Kriegs- llihige — zurückgestellt sind. DaS ist für einen Großstaar «nicht viel; dennoch richtet sich der Deputiertenzorn auch liegen diesen Restbestand Halbtaugltch«. Andere widev- liprechen erbittert und weisen, mit ebenso unanfechtbares LSründen auf die wachsende Not des Landes li in. WaS daS Heer nicht glaubt entbehren zu können, fehlt Inen Munitionsfabriken — von den nicht militärischen Be- I neben der Volkswirtschaft schon gar nicht zu reden. Man lumnte diese befremdliche Offenheit als Druck auf die Bun- L es gen offen au fassen ;ste ist e» auch. Aber — im Gegensatz I u mancher andern Propaganda — sagt sie nichts als die I Sahrheit. Nach welcher Seite Heer und Volksvertreter I me Decke aufziehen: sie bleibt zu kurz. Und selbst der strah- Ilende Brtand hat bekennen müssen: Frankreich wird I» erb lutet sein; daS ist richtig. Im Anfang de» Kriege», noch vor einem Jahr, wäre s olche Feststellung in französischer Ausdrucksweise nicht l ohne das Beiwort tragisch denkbar gewesen; heute wird kal ten Tones der Tatbestand erwähnt. Kein menschensparen- I:>es System bringt den Franzosen wieder, was ihr verrann- er Haß schon geopfert hat. Und nur den einen barbarischen Trost verlangt ihre Volksvertretung noch: daß die Bundes- genossen so lange bluten, di» wenigsten» di« verhältnismä ßige Gleichheit de» Menschenverlustes hergestellt ist Aber auch auf diese grausame Genugtuung wird Frankreich nicht hoffen dürfen. Russen, Engländer und Italiener sind der Ansicht, daß sie gerade genug zu opfern haben: sie lehnten es unhöflich ab, das Maß ihr« KriegSleistung von der Sta tistik bestimmen zu lassen. Und wenn sie e» täten: dann I bliebe Frankreich noch immer da» blut Verarmteste Land. Wo gibt eS ein Volk in d« Welt, dessen Zahl durch mittelbare KrirgSfolgen um mindesten» ebenso viel verringert wird, wie d« Krieg an den Fronten verschlingt k So steht es ab« in Frankreich. In FrtedenSzetten gleicht die Geburtenzahl nisc eben die SherblickMt au«, WaS ab« auf den Schlachtfeldern fällt und d« Geburtenausfall: ist N.ein/b!exß.üst. Nach ein« französischen Bepechnun» kostet — ohne die unmittelbaren Verluste — jeder Monat das Land an 43 000 Menschen: so groß ist d« Ueberschuß der Todesfälle über den in KriegS-etten spärlichen Nach wuchs. Wäre eS möglich, daß di« Soldaten noch am Ende ieseS Jahres zurückkehrten, so würde die KriegSabwesen- ,ett Mr wehrfähigen Pänn« die französische Volkszahl lM ein und eine Biertelmtllion v«mind«1 haben. Dazu käme der unmittelbare Verlust von annähernd ebettsovielen Kriegs gefallenen: Um zweieinhalb Millionen Menschen — m günstigsten Fall — wird Frankreich ärmer sein. ES fällt >amtt auf den BevölkerungSzustand d« siebzig« Jahre. Natürlich aber ist b« Verlust de» besten Blutes viel § hmerzlicher als ein - allgemeiner Bevölkerungsrückgang. Mindestens jeder sechste der französische« Mann« zwi lchen Zwanzig unjo Vierzig ist tm Kriege gefallen; bald ! ohl jeder fünfte. Ausländ« und Farbige, Afrikaner uud chinesische Kult- retten di« französische Kultur. Di« Y evölkerungSpolittker «gehen sich in wahnwitzigen Pläne«. AVer — sagt Briand — um Frankreich» Stirne windet stch iqon d« Kranz de» Ruhme» ... ! M lw Mer Tageblatt —Mzeiger für -as Erzgebirge L«- LPÄsKM mit -er wöchentlichen Unterhaltungsbeilage: Muer Sonntagsblatt. Ws-LN Spr»chsiun»r e»r NrSaktion mit Muonahm, »rr e»nnlag» nachmittag, 4—s Uhr. — r»l»-,amm.fl«r,ss» r Lagrdlaa ftu««rzg<»irge. -rrnspnch« SS. ukch0»n>Y>r«ch«» Nanuf»r^tn>»td«uM^ll MMIichUWMmM (Amllich). Große» Hauptquartier, 18. Ottober vorm. Westlicher Kriegsschauplatz. Front des GeneralseldmarschallS Kronprinzen Rupprecht von Batz«n. Der Artilleriekamps «reichte besonders nördlich der Somme in! breiten Abschnitten bettächtliche Stärke. Zwk schen Le SarS und Gueudvrourt griffen die Engländ«, von Lesbouess bis Rastcourt die Franzosen abend» an. Uns« BernichtungSfeuer auf die gefüllten Gtnrmgrtben des FeistdeS brachte de« Angriff detderseit» Eauconrt Le Abbaye tm Entstehe« -um Scheitern. Bei Gueudeourt kam es zu heftigen Nahkämpfen, in denen unsere Stellungen voll behauptet wurden. Die auf der Gegend von Mordal und Raneourt vorbrechenden Franzosen wurden »ach har tem Kampfe abgewiesen. In Teile ist der Gegner ringe-s drungen. D« Kampf ist sonst »och tm Gang«. Seitlich der Hauptangriffswellest bet Thtepval-Eourrelette und BouchaveSne» brachte» Vorstöße de« Angreifer keinerlei Erfolg. Fünf feindliche Flugzeuge unterlagen im Luft kampf. Front de» deutsche« Kronprinzen. Auf dem Ostufer d« Maa» rege Fruertätigkett. Oestltcher Kriegsschauplatz. Front deS Generals Prinzen Leopold von Bayern. Nach dem verlustreiche)» Scheitern der Infanterie angriffe gegen die Front westlich von Luck beschränkte stch dort der Feind auf lebhafte» Artilleriefeuer. Gegen die österreichisch-ungarischen Stellungen bet Zwyxyn (nord westlich von Zaloze) angreifende Infanterie wurde nut« starken Verluftest durch Feuer in ihre Gräben zuräckgo trieben. Auf dem WeMchM NEjoWka-Ufev südwestlich von HorVntorv stürmte» «och n«Stzie»ige» «l-ttllettewi-kmrg Sayortsche vataillon- Onon ruffischen BtliMmSt Und »rächten »»»et OMstim«, SSO «nd fg»s «nfchi- nr^stllo<tHrW ein. Front de» Gen«als d« Kavallerie Erzherzog Karl. «ns do- Btzstotzme.G»l»<M«M ßchettevte et« «Ngrtfl goste« «nßer» dovgoscho»e«M GtollnuMN. An de» Kar» puthm» kchst die töndonwidSstie »nter ftärik« Geschstzfener. gstn «rltHastn-AMchnttt wnrdem «orftSge Anrüjcktzjewtefen. Kriegsschauplatz t« Siebenbürgen. Sie Gesamtlajge hat sich viW Wäinde-t. Balkan-KrtegSschauplatz. Mazedonische Front. GesteiDerto» «rtillerieftn« k-twt« westlich der Bahn Bitolj—Florina sdmte nörvltch »kV nordöftNch der Ntee» Plant na feindliche iädöla«MlW ei», djo mißlangen. «in bulgarische- Borftotz Wnderts »in Lerbennest auf da« Nordufer der Lerna. Der vrße Geweralgnartiermerster (W. T. B). Ludendorsf. Minuten mit einem furchtbaren Getöse «in veittragendst» Arttllertegeschoß au» dem Qberelsaß in d« Stadt platzte. Der -weite Attilletteschuh folgte 9 Uhr 4S Minuten, der dritte 9 Uhr SO Minuten, der vierte 9 Uhr SS Minuten unid der letzte 9 Uhr 87 Minuten. D« Umstand, daß stch di« Schüsse so rasch hintereinander folgten, berechtigt zu dem Schluss«, daß mindesten» zwei solcher weittragend»» Ge schütze im Oberelsaß tätig sind. Als de» Dann« der große» Geschütz« verhallt war, erschienen um 10 Uhr und 10 Uhr IS Minuten wiederum deutsch« Fluggeschwader üb« Bü- sott. Bet dieser ganzen Beschießung wurden vi« Menschen getötet Mb groß« Materialschäden verursacht. Di« »«um sravzöstscheu Luftschiff« üt« Pari». Zwei b« neuen französischen lenkbaren Luftschiff«, di« nach den Erfahrungen de» Kriege» gebaut worden sind, h» ben nach Meldungen au» Pari» üb« der französische« Hauptstadt gutgekmgene Probeflüge au-gefühtt. Di« neuen Luftschiffe find, soweit man beobachten konnte, sehr lang und ähneln in der Form den Zeppelinen. Da» Schicksal russisch« Flieg« in Frankreich. Rußktja Wjedomoftt teilt mit, daß bisher all« acht ruf- fischen Freiwilligen, die stch in Frankreich dem Fluawesy, zur Verfügung stellten, in den Luftkämpfen an der franzö sischen Front gefallen sind. Frankreich soll seit Beginn de» Kriege» S 000 Flieger in den Luftkämpfen durch Ab- schuß, Absturz und Gefangenschaft verloren haben. Ein bundeSfteundltch« Irrtum. Dailtz Lhroniele schreibt: Die französischen Preffestim- men, die weit« englische Mannschaft-Hilf« für die Westfront verlangen, befinden sich in einem bundeSfteuudlichen Irr tum. Auch Englands Menschenmatertal ist nicht so uner schöpflich, wie da» Rußlands, und mit dm letzten Truppen» sendungen nach Frankreich hat England für da» laufend« KrtegSjahr da» Höchstmaß sein« militärischen Hilf« für Frankreich fast überschritten, Me engNrchekl FanaelrrchiM iverllen beWMnet. In der Newyorker World erklärt ein hoher englischer Beamt«: E» wird das Erscheinen einer Erlasse» in der britischen Admiralität erwartet, — fall» dieser nicht schon veröffentlicht worden ist — in dem alle Schiffe angewiesen werden, Geschütze so schweren Kaliber» an Bord -u nehmen, al» die» ihre Bauart zulätzt. Dies soll ausschließlich zu Zwecken der Bertvidigung geschehen.. D« Erlaß weist die Kapitäne all« Kauffahrtet-, Passagier- und Trans portschiffe an, für ausgebildete Geschützmanu- schäften zu sorgen, M auf den Schiffen für den Fall eine» Angriffes bi» zum äußerste zu kämpfe». U 83 bet der Arbeit. Morning Post meldet au» Washington, d« Komman dant des amerikanischen Torpedojäg«» Benham hab« erzählt: Al» d« Dampfer Stefano um Hilfe telegra phierte, lief Benham aus dem Hafen von Newpott au» und kam gerade dazu, als der holländische Dampf« Bkom me r » d i j k vrrsenkt werden sollte. L« Kommandant de» Unterseeboote» ersuchte den Torpedojäg«, zur Seit« zu sah. ren und ihm freie» Schußfeld zu geben. Dann sank der hol- ländische Dampf« mit einem große,» Loch in d« Seit«. Hierauf dampft« Benham auf best Stefano zu, d« al» näch st« an bi« Reihe? kam. Auf dem Wege dotthin verschwand U SS plötzlich, ab« als d« Torpedojäg« mit »8 Knot«» Geschwindigkeit dis Fahrt fsttsetzte, tauchte e» auf etmnaß ganz knapp neben ihm wird« auf, w daß e» beinah« zu einem Zusammenstoß gekommen wär«. (W. T. V.). Dl« verftnkmtg tt«S französischen Hilfskreuzer». Die Besatzung Pes kürzlich bei Brest versenkten norwe gischen Dampf«» Ri »Holm kam gestern nach Bergen. Di« Leute erzählten: SS war ungefähr 10 Uhr vormittaa», al» plötzlich ein deutsche» Unterseeboot auftaucht« und sig nalisierte, daß die Schiffspapiere de» RiSholm unlersucht werden müßten. Uns« Kapitän redette bei hohem See gang zu dem Unterseeboot, und di« Versenkung wurde be- , schlossen. Eine Viertelstunde darauf sank der RiSholm. .^Bomben Inzwischen sahen wir einen Dampf«, d« auf un» zustei» kgtna «noch erte. S» war ein französischer Hilfskreuzer, i «tönte d« -«fein Feuer sofort aeüen da» Unterseeboot eröffnete, ohne Ihr «schienen aber zu treffen. Wir saßen in drei Booten, und die Schrap- Stadt. Saum nells erplodtetten üb« uns«en Köpfen. Dann ging da» Ä, Sprrchpun», «,r Nröawon mit Husnahm« S»nnlag, «achmlttag« 4—S Uhr. — Lelegramm-fl-rrss» r Lag,bla« klurrrzgrtzkge. frrnsprrch»» SS. unverlangt ,ing»fan-t» Manuskript« kann Vrwähr nicht grlrlstrt w»rö»«. Nr. 243