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Tageblatt für Adorf und das obere Vogtland Anzeigen von hier und aus domAmtsgecichts- bszick Adorf werden mit Pfg., von auswärts mit Pfg. dis 5 mal gespaltene Grundzeils oder deren Daum berechnet und bis Mittags 11 Ähr für den nächstfolgenden Tag erbeten Dsßlamen die Icils Pfg. Der Granzbots erscheint täglich mit Aus nahme des den Honn-undFeisrtagen folgenden Tages und kostet vierteljährlich, vorausbezahl- dar, 1 M. Pfg. Bestellungen werden in der Geschäftsstelle, von den Austrägern des Dlaktss, sowie von allen Kaiserlichen 'Post- anstalten und Postboten angenommen Adorfs? Grenzbote (früher: Der Grenzbote) Amtsblatt für den Gtadtrat zu Adorf Ä Fernsprecher Nr. 14 Verantwortlicher Schriftleiter, Drucker und Verleger: Gtto Meyer !n Adorf Tel.-Adr.: Grenzbots " .... ... ' » »- > — . , - 89. Donnerstag, den 18. April 1918. Iahrg. 83. Bezug von Sämereien. Die bei dem Bezirksobjtdauoerein bestellten Sämereien sind eingetcoffm und können Plauenschestrotze 39, Erdgeschoß, abgeholt werden. Auswärts wohnende Besteller erhalten ' die Sämereien unter Nachnahme zugesandt. Vorrätig und sofort lieferbar lind noch folgende Sämereien: Busch, unv Stangenbohnen, Weitz- und Rotkraut, Wirsing, Blumenkohl-später, Blätterkohl, Kohlrabi, Möhren, Karotten, Kohlrüben, Sellerie, Kopf- uud Schnitt-Salat, Rote Rüben, Radieschen, Retlig, Gurken, Rosenkohl, Petersilie, Poree, Gurken-Dill, Bohnenkraut, Mayo- ran, Rapünzchen und Schwarzwurzeln. Auch Nichtmitglirder können Samen zugrwiesen erhalten. Oelsnitz i. V., 16. April 1918. Der Bezirksobstbauoerei» Oelsnitz. Amtshauptmonn Or. Schulze, Vorsitzender. Anbau- und Ernteflächenerhebung In der Zeit vom 6. Mai. bis 1. Juni 1918 findet eine Anbau- und Ern teflächenerhebung statt, die sich nur auf den feldmätzigen Anbau erstreckt. Garten- wätziger Anbau von Kartosfeln, Gemüsen und anderen Gewächsen bleibt außer Be tracht. Zur Angabe verpflichtet sind sowohl Grundeigentümer wie die Bewirtschafter der Grundstücke. Sie haben über die Eigentums-, Pacht- und sonstigen Nutzungsverhältnijse, sowie über die VerwendPig unv den Anbau dec Grundstücke alle geforderten Auskünfte gewissenhaft und wahrheitsgetreu zu erteilen. Darauf möchten wir die Grundeigentümer ganz besonders Hinweisen, um ihnen spätere Unannehmlichkeiten und Wege zu er sparen. Die Flächen«Hebung wird auf dem Rathause oorgenommen, wozu die Beteilig ten noch besonders geladen werden. Die Vorlage de; Besitzstandsverzeichnisses von eigenen als auch von gepachteten Flächen ist dabei unbedingtes Grfordnis. Um nun dieser umfangreichen Ardeit^erleichternd mit deizutragen, möchten wir alle Grund eigentümer heute schon ersuchen, ihre zr machenden Angaben so vorzubereiten, datz sie ohne Schwierigkeiten in die Erhebungsliste eingetragen werden können. Es macht sich zu nächst die Feststellung der Gesamtsläche der sich in Eigentum befindlichen Grundstücke nötig. Dazu würden die gepachteten Flächen oder Flächen für sonstige Nutznirtzung ge zählt und davon wieder die verpachteten Flächen oder für sonstige Nutznießung abgegebene Flächen abgezogen werden Don der so ermittelten gesamten bewirtschafteten Fläche kämen nun in Abzug n) Wald, Oedland, Gewässer, Wegcland, d) Haus- und Sosstellen, Die Sleuervorlagen sind eingegangen. Mit diesem knappen Satz verzeichneten Dienstag abend die Blätter eine Tatsache, die eine Reihe wichtigster, wirt- schaftsstürzendcr Aenderungen einleitet. Zwölf Stcucrvorschläge sind dem Reichstage zugegan gen. Der Inhalt ist zwar noch nicht bis ins einzelne be kannt, aber was wir davon wissen, genügt, um ein Bild zu geben von dem Ernst der bevorstehenden gesetzgebe rischen Arbeit des Reichstages. Es gilt die Einnahmen zu schaffen für die notwendi gen Ausgaben des Reiches. Ein augenblicklicher Fehl betrag von fast drei Milliarden Mark — genauer 2875 Millionen — ist zu decken. Der Krieg hat uns die Rilliardenzifsern gewöhnt, und wir haben schon mit vie lem Aussergewöhnlichem rechnen gelernt. Dazu zählen nun auch die Steuervorschläge des Reichsschatzamtes, die nun der eingehenden Prüfung des Reichstages unterlie gen werden. Ein kurzer Ueberblick sei hier vorerst gegeben. Das Reich schafft ein Monopol für den Brann 1 - N> ein aus Kartoffeln Gleichzeitig werden für alle ande ren Spirituosen und auch für die Mineralwässer neue Steuern oder Stcuererhöhungen eingestthrt. Auch das Bier muß wieder daran glauben. Tie Weinst euer fehlt nicht. Sie soll nicht vom Winzer erhoben werden, sondern beim Uebergana in den Verbrauch. Das nächste große Projekt ist eine Umsatzsteuer. Sie soll nich. die Rohstoffe treffen, im übrigen aber den ganzen Waren- und Geldverkehr umfassen. Jeder Kauf, lede Zahlung einer Handwerkerrechnung, eines Arzt- »der Rechisanwaltshonorars, eines Zeitungsinserates Hausgärten oder sonstiges Garienland, einschlietzlich Gärtnereien, sodatz nur die land wirtschaftlich als Acker, Wiesen oder Weiden benutzten Flächen verblieben, die nun mehr auf die einzelnen Arten der angebauten, oder noch anzubauenden Früchte zu ver teilen sind. In Frage kommen sämtliche Getreidearten, getrennt nach Winter- und Som merfrucht, seldmätzig angebaute Hüisenfrüchts, Kartoffeln (Früh- und Spätkartosfeln), Rüben- und Wurzelfrüchte, seldmätzig angebaute Gemüse, Oelfrüchte, Futterpflanzen zur Grünfutter- und Heugewinnung, nicht bestellte Ackerflächen und Brachen, Bewässerungs wiesen und andere Wiesen und Viehweiden. Die Flächenangaben haben nur in etr zu erfolgen. Die Grundeigentümer wollen sich, soweit es noch nicht geschehen ist, schnellstens damit vertraut machen, welche Früchte und auf welche Fläche (Grötze) sie diese bestimmt anbauen wollen und sich das dazu erforderliche Saatgut rechtzeitig beschaffen. Beim Verdacht un richtiger Angaben werden wir uns gezwungen sehen, Messungen an Ort und Stelle oor- zunehmen. Zur Erteilung von Auskünften vor Beginn der Erhebung sind wir bereit. Wer vorsätzlich die Angaben, zu denen er verpflichtet ist, nicht oder wissentlich uy- richlig macht, wird mit Gefängnis bis zu 6 Monaten und mit Geldstrafe bis zu 10 000 Mark oder mit einer dieser Strafen bestraft. Adorf, dm 13. April 1918. - Arr Strrdtrat. Donnerstag, den 18. ds Mts., von nachur. 7-2 — 7-3 Uhr Berkans von Salzfischen, das Pfund 1 Mark. Adorf, den 17. April 1918. Stadt., Fekensmrttelamt. Der Verkauf der auf Warenmarke 36 entfallenden Waren wird von Donnerstag, den 18. d. Mts., an freigegeben. Adorf, den 17. April 1918. Stadt. FebensmiLtelamt. Für 12 jährige» gesunden Knabe« wird möglichst sofort Unterkunft bei einem Landwirt gejucht. Angebote erbittet der Stadtrat in Falkenstein i. D Rundschau. Deutsches Reich. Im Hauptausschust des Reichstages wurde der Ma- rineetat beraten. Die Forderung, in den Marinebetrieben Reamtenausschüsse einzusetzen, widersprach die Verwaltung, weil das etwas ganz neues sein würde. Die Debatte wurde noch nicht abgeschlossen. Die bekannte Friedensresolution des Reichstages, die unseren Feinden zeigen sollte, daß Deutschland keinen ge waltsamen Eroberungkrieg führt, ist am 19. Juli 1917 ge faßt worden. In den verflossenen neun Monaten ist die Versöhnlichkeit unserer schlimmsten Gegner dadurch nicht erweckt, erfreulicherweise aber die Reihe deutscher Siege in glänzender Weise fortgesetzt worden. Es wird deshalb in der jetzt begonnenen Periode der Reichstagsverhand lungen eine erneute Debatte über diese Resolution ge plant in der Richtung, ob und wie dieselbe abzuändern sei. Am besten ist es sicher, der Reichsregierung in kraft vollen Worten freie Hand zu geben. Die hat sich beim rus sischen Friedensschluß bewährt. Ein neuer Posten für den früheren Vizekanzler Dr. Helfferich wird wieder einmal angekündigt. Er soll Lei ter des geplanten Ministeriums für Uebergangswirtschaft werden. Wir wollen lieber abwarten, wie dies neue Mi- nisterium s. Z. ausseben wird, dann wird sich auch der Mann dafür finden. Voraussagungen sind stets fragwür dig, dieser Meinung wird auch Dr. Helfferich selbst sein. Deutschland, Oesterreich-Ungarn und der Rücktritt des Gryfcn Czernin. Es ist selbstverständlich, daß der Rück tritt des Ministers des Auswärtigen in Wien eins rein österreichische Angelegenheit, die Deutschland wohl inter essiert, aber nicht von ihm beeinflußt wird. Die einzige macht in Zukunft einen Steuerbetrag fällig. Gehalts- und Lohnzahlungen bleiben steuerfrei. Besonders kräftig faßt die Steuerbehörde beim Kauf von Luxusartikeln Zu. Da hin rechnen Kunstwerke und Musikinstrumente. Eine weitere Steuervorlage beschäftigt sich mit neuen Börsen st euern. Die Kriegsgewinnler werden durch eine neue einmalige Abgabe betroffen. Die vorgeschriebe- nen Rücklagen der Gesellschaften werden bis zu 60 Proz. in Anspruch genommen. Auch die Post muß wieder zur Deckung des Fehl betrages beitragen. Der Zugriff ist hier recht kräftig. Der gewöhnliche Bries soll 20 Pfg. kosten, im Ortsverkehr 10 Pfg. A-Hnlich sind alle Gebührensätze erhöht worden, auch das bis jetzt verschont gebliebene Drucksachenporto. Wenn nun der großbesitzende Steuerzahler durch all diese Anforderungen kopfscheu werden und den Gedanken fasten sollte, beim Friedensschluß den steuergesegneten Ge filden Deutschlands den Rücken zu kehren, dann erhebt der Neichsschatzfekretär eine große Warnungstafel mit der Aufschrift: „S t e u e r f l u ch t g e s e tz!". Wer das Deutsche Reich nach dem Kriege verlassen will, um anderen die Tragung der Kriegslasten zu überlassen und sorglos seinen Kricgsgewinn im Ausland zu verzehren, der muß sich zunächst die Einziehung von 20 Prozent seines Vermögens gefallen lassen und belastet sich und seine Nach kommen außerdem mit der dauernden Aussch lie st ung aus dem Deutschen Reich. Was von all diesen Vorschlägen Gesetz werden wird, sieht dahin In der Zwangslage, einstweilen 3 Milliarden Mark durch Steuern jährlich neu aufzubringen, kommt der Reichstag mit kleinen Steuern jedenfalls nicht aus. Am nächsten Dienstag werden die Verhandlungen bereits be- ginnem